Der Schulschluß, die Hitze, das Bloggen und ich


Und so sind wir wieder in den Ferien angekommen. Theoretisch sind die Kinder jetzt wieder andauernd daheim. So lange waren sie gar nicht außer Haus. Das Home Schooling hat das Jahr bestimmt. Ich hätte mehr Zeit in Ruhe mittlerweile schon gut brauche können. Theoretisch deswegen, weil der kleingroße Mister (ich muss demnächst mal schreiben, wie groß er schon ist) sein erstes Praktikum absolvieren wird. Was eben bedeutet, dass er nicht immerzu daheim sein und die gefürchtete "Was gibt es zum Essen?"-Frage wie ein Schwert um sich schwingen wird.

Ihr habt es sicher bemerkt, dass ich hier am Blog zur Zeit wieder in Unregelmäßigkeit schwelge. Was, das gebe ich ehrlich zu, mich seriös unglücklich macht. Es geht mir tatsächlich besser, solide besser, wenn ich regelmäßig blogge. Noch besser, wenn ich mindestens einen Blogpost in der Woche selber gut finde. Ich bin keine Perfektionistin und ich verlange hier von mir keine Literaturnobelpreisträchtigen Abhandlungen, aber ich weiß, dass das Schreiben mir in der Seele gut tut. Wie Schokolade, nur ohne Kalorien. Und das ist auch genau der Grund warum ich daran arbeite die Regelmäßigkeit wieder hinzubekommen. ICH brauche das. MIR tut das gut. Wenn ihr dabei noch unterhalten seid, was kann daran ein Schaden sein? Eben.

Warum also ist das so, dass es eben zur Zeit wieder so zach von der Hand geht. Meine erklärten persönlichen Übeltäter sind die Hitzewelle und der Schulschluß.

Es ist Jahre her, da hat mein Mann, und das ist erwähnenswert, weil das selten vorkommt, etwas Weises gesagt. (Anmerkung: womöglich sagt er nicht selten Weises. Selten bezieht sich eher darauf, dass ich es annehme! :-) Er sagte also in Bezug auf die Hitze und mein Gedankenspiel, ob wir denn irgendwann um eine Klimaanlage nicht herumkämaten: "Man darf sich nicht wehren gegen die Hitze. Man muß sie annehmen. Mit ihr leben!"

Und seit ich das mache, sind Hitzewellen Zeiten mit Siesta, mit viel Herumliegen, mit Erledigungen am Morgen, strategisch aufgestellten Ventilatoren und Lüftungsinszenierungen. Der Druck ist dadurch raus. Ich erkenne, wie sehr mich Hitze belastet. Mein Schlaf, meine Kraft, alles ist komplett anders als zu "normalen" Zeiten.
Ich komme also mit der Hitze mittlerweile ganz gut klar. Was ich noch nicht so drauf habe, ist das Schreiben dabei nicht zu verlieren. Die Prioritäten lebe ich eben noch anders. Aber ich bin dabei das zu ändern. 
Hm, wenn ich so daran denke, kommt mir der Gedanke, dass meine Erschöpfung und Müdigkeit dann durchaus in den Texten spürbar sein könnten. Hitzetexte quasi. Hm.

Und dann ist da der Schulschluß. Und damit stehe ich mitten in einem Faszinosum. Denn, obwohl wir nicht mehr zu irgendwelchen Kinderaufführungen zu pilgern haben, obwohl wir nicht von Kindergeburtstagen, Abschlußtreffen und unliebsamen (für mich) Pflichtterminen heimgesucht werden, habe ich gegen Ende des Schuljahres NOCH IMMER kaum Luft zum Atmen. Und das wo meine Kinder 13 und 16 sind. Wie geht das? Irgendwas frißt meine Zeit, meine Energie. Ich dachte immer es seien diese Veranstaltungen aller Art ... okay, es ist Fußball - EM. Unsere Familie zelebriert das und da muss ich ehrlich zugeben, dass das schon zeitintensiv ist. Seufz.

Auf jeden Fall fehlt mir das Schreiben und auf jeden Fall möchte ich das ändern, werde ich das ändern. Hitzewelle, Praktikum und Fußball hin oder her. Prioritäten lautet das Zauberwort.

Ich hoffe ihr werdet es bemerken!



2 Kommentare

  1. Danke für die tollen Texte!
    Bettina

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  2. Ich glaube, das mit dem Schluss und dessen körperlichen Auswirkungen auf uns (Mütter) liegt am Körpergedächtnis. Das war jahrelang furchtbar anstrengend, aufreibend - genauso die "Ferien", die für die Mamas ja so viel anstrengender waren als das normale Schuljahr (zumindest für mich - ich schließe mal ganz gekonnt und mit Scheuklappen von mir auf andere)... ich merke - immer noch - dass es in mir gegen Ende des Schuljahres leicht nervös zu kribbeln beginnt. Dass das eigentlich nicht mehr notwendig ist, weil a) ich mich geändert habe, b) gelernt habe, mir Strategien zuzulegen, c) die Kinder schon 17, 15 und 12 sind und d) sich die Situation allgemein verändert hat, ist in meinen Zellen noch nicht so ganz 100% angekommen. Ich realisiere immer mehr: nicht nur die Kinder entwickeln sich, auch bei uns hört das wohl nie auf....
    und die Hitze? Eigenes Thema, aber du hast einen klugen Mann! Die gleiche Strategie hab ich mir zugelegt und seit das in meinen Zellen angekommen ist (hat auch ein bisserl gedauert), geht's wirklich leichter.
    drück dich!

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