Weiß oder nicht weiß - Das ist hier die Frage


Ihr lebt alle schon lange genug um diesem ziemlich unnötigen Gedankenspiel den Humor abgewinnen zu können, der der Sache nun mal innewohnt. Ich habe ein kleines Stück meiner Wohnung ausgemalt und dabei hat mich das Weiß überfallen. Ihr werdet gleich wissen wovon ich rede.

Wer von euch schon mal ausgemalt hat, oder Stoff für ein Sofa gekauft hat oder sowas in der Art, der ist dem Phänomen „Weiß“ schon begegnet. Weiß ist nämlich nicht Weiß. Es gibt Hunderte Weiß. Knalliges Weiß, warmes Weiß, dezentes Weiß, graues Weiß. Es gibt Weiß wie Sand am mehr.
Mindestens.
Und das richtige Weiß zu wählen für was immer eben gerade ansteht, ist ein einziges Mysterium, ein Rätsel, ein Wagnis. Die eigenartige Überforderung, die einen erfüllt, wenn man vor einer Wand mit lauter kleinen bepinselten Holzplättchen steht, jedes davon in einem anderen Weiß, diese Überforderung hat was Fundamentales. Ein Erdbeben eines Hilfeschreis.

„Ich brauch’ ein Weiß!“, stöhnt es da im Kopf. „Das da an der Wand ist alles irgendwie nicht Weiß.“, denkt sich das Hirn. Woraufhin die Beratungsperson, als hätte sie die Gedanken gehört, eine Platte herausholt mit einem reinem Weiß. Weiß mit nix quasi. Und sie hält es neben die anderen weißen Platten und das „reine“ Weiß wirkt wie eine Neonfarbe. Neonweiß quasi. Es schreit. Es knallt. Es tut schon fast weh.
„Nein, so will ich die Zimmerdecke nicht haben!“, sagt das Hirn entsetzt. „Das springt einen ja an!“ „Igitt!“

Mit dieser Erkenntnis widmet man sich also wieder den vielen vielen Täfelchens, die allesamt an ihrem speziellen Ort mit Sicherheit ganz wunderbar wirken. Freundlich, sauber, warm oder vielleicht lieber, kühl, gediegen, distanziert .All das gibt es. Im Katalog sieht man Räume in den verschiedenen Weißtönen. Nur mein kleines Pinselprojekt ist nich dabei. Welcher Weiß passt zu meiner kleinen zu streichenden Fensternische?
Seufz.
Weiß.
Wer hätte das gedacht.

Das richtige Weiß zu wählen, entwickelt sich zur Charakterstudie. Erstens, der Charakter des zu malenden Raumes und zweitens natürlich dem eigenen. Wer trift die Entscheidung: der Kopf oder das Herz? Wieviel Mut hat man? Denkt man lange drüber nach oder geht das ganz schnell?
Weiß.
Man lernt nie aus.

Und dann der Moment der Wahrheit. Gemalt an der Wand. Ist es so, wie man es sich vorgestellt hat? Oder anders? Und wenn ja: wie anders? Wie fühlt sich dieses Weiß an der Wand jetzt an?
Fragen über Fragen.
Weiß? Ist es das jetzt?
Eine never ending Faszination.

 

Kommentare

  1. Das sind Probleme! (die ich kenne... *kicher*)
    Ich mixe in jedes Weiß ein kleines bisschen Umbra - dann ist es einfach perfekt.
    LG
    Elke

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  2. Bei meiner Weiß-Suche haben mir die wunderbaren Weißbeschreibungen von Madame Pompadour (ich nehme nur noch Kreidefarbe) enorm geholfen. Für das nächste Mal ;-)

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  3. Jetzt musste ich lachen! Mixe einfach beide vorherign Tipps. Ich nehme Kreidefarbe und Umbra!

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  4. wir nehmen prinzipiell immer das gleiche weiß. alpina weiß matt. tropffrei. immer und überall. da komm ich dann nicht in den gewissenskonflikt... :-)

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