Lebensmittel regional online bestellen - Mein Einkaufsverhalten hat sich verändert

 

Die Pandemie macht ja viel mit uns. Bei mir hat sie unter anderem das Einkaufsverhalten verändert.
Nein, ich rede jetzt nicht davon, dass ich weniger shoppe, weil ja eh andauernd alles zu ist. Nein, ich rede vom Lebensmitteleinkauf.

Ich bestelle jetzt nämlich online. Regionales Gemüse und so. Und lasse es mir nach Hause liefern. Erdäpfel, Zwiebeln, Eier … derlei.
Für diejenigen unter euch, die draußen am Land leben, ist es mancherorts vermutlich einfach regional einzukaufen (so stellt sich das Städter-Girl halt vor). Hier bei mir kaufen die Allermeisten im Supermarkt ein. Bauern gibts hier am Wochenende am Markt. (siehe Naschmarkt Post)
Die Pandemie lässt mich Menschen aber eher scheuen und eine Nachbarin hat mir da allerlei Anbieter empfohlen. Die belieferten in Präpandemie-Zeiten Restaurants und so. Und da die eben im Winterschlaf sind, liegt deren Business lahm, was sie auf die Idee brachte/nötigte sich direkt an den Endverbraucher (mich) zu wenden.

Das schaut dann so aus: frau klickt sich durch das Sortiment und bestellt was die Familie halt so braucht und dann wird das geliefert. Easy.


 

Unterschiede, die mir aufgefallen sind und die ich mag

Da ist gleich mal die Bezahlung zu erwähnen. Ich tätige eine Überweisunge, erhalte aber mehrere Rechnungen. Für jeden Bauern eine. Das beruhigt mich. Ich habe so tatsächlich das Gefühl, dass mein Geld auf diese Weise an den geht, der das Gemüse herstellt. An den, dem ich mein Geld eigentlich geben will. Und eben nicht an eine Supermarktkette und all ihre Zwischenhändler, die wiederum den Bauern möglichst niedrige Preise abkämpfen.

Weiters gefällt mir, dass all die Waren, die ich nach Hause bekomme, in einen Karton liegen und dort in Papiersackerln stecken oder in Papierschnitzeln verpackt und gelagert sind. Praktisch kein Plastik.
Geht auch.

Und zu guter letzt, muss ich ehrlich zugeben, dass es mir sehr zusagt, dass ich deutlich weniger Zeug nach Hause karren muss. Ich schleppe weniger. Denn die Klassiker, die gehen ganz ordentlich ins Gewicht. Erdäpfel, Zwiebeln. Ich brauch’ euch da wohl nix erzählen. Und da wir eine Haushalt von vier sind (mit praktisch 2 erwachsenen Männern) wälzen wir auch stattliche Mengen dieser Gewichtsklasse um.
All das trage oder ziehe ich jetzt nicht mehr nach Hause.

Also: Ich zahle mehr oder weniger den gleichen Preis, habe dabei eine speziellere Auswahl und mein Geld versickert nicht irgendwo auf dem Weg zum Bauern.
Das mag ich doch sehr.
 
 

Und dann sind da noch die Extras

Für ganz spezielle Waren bestelle ich seit über einem Jahr mittlerweile bei Crowdfarming. Direkt beim Bauern in Spanien oder so. Von Bio-Avocados über Olivenöl und Zitronen bis hin zu Quinoa. Zitronen ohne NETZ! (Ich mag diese Netze nicht! Das muss ich doch ganz deutlich erwähnen. Netzaversion quasi.)
Wir sind groß im Zitronenverbrauch und auch Olivenöl brauch ich in der 0,75l Flasche gar nicht heimbringen. Irre.

Und außerdem:
Generell gilt, dass die Sachen besser schmecken. Weil, eh logisch, die Früchte erst geerntet werden, sobald du sie bestellt hast. Nicht wie sonst eben üblich: geerntet, tiefgefroren und dann irgendwie mit Gas besprüht, damit sie reifen.

Die Erdäpfeln der regionalen Bauern schmecken wohl auch deswegen so gut, weil ich da Sorten beziehe, die ich im Supermarkt einfach nicht krieg’. Das macht schon was aus.

Alles in allem eine interssante, lohnende Erfahrung. Fühlt sich im Moment nach einer Win-Win-Situation an. Wohlgemerkt, zum Supermarkt gehe ich immer noch. Aber eben nicht mehr ganz so häufig und ein Teil meines Geldes geht eben woanders hin.

Wär das was für euch?

 

 

 

Für die Wiener bzw. Wien-Umgebungs-Leserinnen unter euch.


Beides funktioniert einwandfrei.

Kommentare

  1. Wir haben das Glück, dass einer unserer Stammgemüsestand auf dem Markt einen kleinen, eher abgelegenen Hofladen in unserer Nähe hat. Der öffnet zwar nur dreimal die Woche für zwei Stunden, aber das reicht ja. Entweder eigener Anbau oder direkt aus der ländlichen Nachbarschaft. Frischer geht es kaum.
    Ich kann deine Begeisterung gut nachfühlen. Gerade in der Großstadt.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  2. Wir hatten im Winter dreimal wunderbarste Orangen über Crowdfarming. Das machen wir nächsten Winter bestimmt wieder!
    In der Nachbarschaft ist es eher schwierig mit regionalen Produkten und auf den Wochenmarkt schaffe ich es wegen der Arbeitszeit nicht. Muss direkt mal recherchieren, was es geliefert überhaupt gäbe...
    LG
    Elke

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  3. Ja, so ähnlich läuft das schon bei uns. Fleisch kommt vom Biobauernhof vier Dörfer weiter. Gemüse wird auf dem Markt bei der Gärtnerei von zwei Dörfern weiter eingekauft, Obst, Käse, Kartoffeln ebenso auf dem Markt. Dann gibts Orangen und Zitronen von einem Hof in Portugal, die haben feste Liefertermine und sammeln bis dahin die Lieferungen (weniger Logistik). Im Supermarkt werden noch Bananen gekauft und Milch (neben Klopapier und so..). Milch deswegen, weil auf dem Hof zwar frische Milch angeboten wird, da sind wir aber nicht jede Woche und bei sieben Litern Verbrauch in der Woche ist es einfacher, die über die Bio-Abteilung im Supermarkt zu beziehen. Ach stimmt, seit der Pandemie und dem damit verbundenen Brotbacken daheim beziehen wir Mehl von einer Bio-Mühle in 10-kg-Papiersäcken und nicht mehr aus dem Supermarkt (da gibts Bio nur in so 1kg Packgrößen).
    Die Supermarktrechnung ist im Vergleich zu vorher deutlichst geschrumpft und ich hoffe, daß unser Einkaufsverhalten auch zu Verbesserungen für die Anbauenden vor Ort führt - schließlich grauselts einen, wenn man hört, wieviel der Bauer noch für Äpfel oder Fleisch vom Großhandel bekommt..
    Lg, Lea.

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