Mein Corona - Man wird langsam krank ohne dabei krank zu sein

 

Laßt uns mal darüber reden, wie es uns geht. Ich reden vom seelischem Befinden in dieser Pandemie. Man ließt ja überall darüber, dass sich eine Welle von psychischen Erkrankungen, speziell Depressionen, ankündigt. Eine Pandemie ist nicht nur eine neue Krankheit, die sich durch die Bevölkerung frisst. Sie nimmt auch die Wirtschaft gewaltig in die Mangel und .. die Psyche der Bevölkerung.
Ich bin mir sicher, dass, als damals die Pest die Runde drehte, nicht nur die Leute gestorben sind, sondern eben auch die Geschäfte. Und, dass wenn die Hälfte der Bevölkerung (Pest im Mittelalter, nicht Corona) stirbt, die Psyche der Überlebenden nicht in TipTop Verfassung ist, davon kann man wohl ausgehen.

Das bedeutet also: Das ist normal.
Also abgesehen davon, dass wir in einer Pandemie stecken, was NICHT normal ist, ist der Ablauf und all die Probleme, die die Pandemie eben verursacht .. normal.
Das ist alles nicht neu. War alles schon mal da. In Facetten anders, aber da.
Ist halt lange her.

Es liegt somit nicht an dir, oder an irgendjemandem anderen. Du brauchst dich also nicht schlecht fühlen, wenn du dich schlecht fühlst. Wenn du bemerkst, dass der Streß des Daheimseinmüssens, der Streß der unterschwelligen Angst vor einer etwaigen Erkrankung, der Streß den die Sorgen verursachen, wenn du eben merkst, dass es dir zusetzt, dann ist das total OKAY.
Es ist nicht erfreulich.
Nichts, was man sich wünscht.
Aber es ist trotzdem normal.

Das will ich unbedingt mal ausgesprochen haben.

Wir reagieren auf das, was gerade passiert. Wir reagieren wie Menschen eben reagieren. Eine Zeit lang halten wir gut durch und dann kommt der Punkt, an dem einige sich eingestehen, dass da Sand im Getriebe ihrer Seele ist. Und ganz ehrlich: Wenn frau zu den Menschen gehört, die diesen Sand erkennen bzw. eben dass da einer ist, dann ist sie jenen schon einen Schritt vorraus, die das nicht erkennen oder sogar negieren.

Also:
wie geht es euch?


Kommentare

  1. Dankeschön! Danke, Danke und Danke. Wissen um so etwas, es fühlen sind ganz anders, als es auszusprechen. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, wie Du das gerade gemacht hast, es sozusagen laut auszusprechen, zu schreiben. Ja, wir reden innerhalb der Familie (vor allem) darüber, aber manchmal habe ich das Gefühl, das reicht nicht.
    Ganz ehrlich, diese Woche fühlt sich kacke an. Im Kreis, wenn auch nicht in der Stadt, steigen die Zahlen. Man muss damit weiter und lange leben und umgehen. Schaffen wir, aber es darf sich echt auch Mal richtig kacke anfühlen. So! Danke Dir! Einen virtuellen Drücker an "Unbekannt"(schließlich kennen wir uns ja nicht wirklich, ich hoffe, Du weißt, wie ich dass meine)
    Ganz liebe Grüße
    Nina

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  2. Tja, sieben Monate sitze ich in meiner Bude, in meinem Grätzel, vermisse den weiten Horizont und noch mehr meine Enkelkinder, den Wald, das Meer und habe auch so meine kleine Krise gehabt ( mehr geht nicht, denn ich musste den Herrn K. aus einer großen heraushelfen ). Aber wenn ich dann so verfolge, was da in der angeblich führenden Weltmacht abgeht, da den Menschen dort neben Pandemie, Rassismus und Gewalt auch der innere Kompass auch immer mehr flöten geht und sie einen höchst unmoralischen Menschen als Präsident wiederwählen wollen, dann geht es mir gut. Großbritannien ist auch noch so ein Kapitel: Wenn Brian Eno schon sagt, man solle unsere Regierung mal für ein halbes Jahr schicken, damit das Land wieder etwas auf die Reihe kommt... Wenn mich etwas mehr aufregt als Corona, dann die Mitmenschen, die sich über unsere Regierung echauffieren und in den Blogs noch verbreiten, dass dieser gewissenlose Typ in den Staaten UNS von dem BÖSEN befreien wird, dann beug ich mich fast über die Kloschüssel.
    Nichtsdestotrotz: Wir schaffen das! Was Menschen vor uns schon alles bewältigt haben, da ist das jetzt lächerlich. So!
    Drücker!
    Astrid

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    1. Danke Dir sehr, Susanne.
      Und auch Dir, Astrid, aus ganzem Herzen danke für Deine Darlegungen.

      GLG Elena

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  3. Tatsächlich noch erstaunlich gut. Arbeite aber auch wieder Vollzeit und merke im Alltag nicht direkt etwas. Was mich jedoch wirklich runterzieht sind die fehlenden Konzerte und Events. Ich lebe für Musik und die gerade so gut wie gar nicht live zu sehen, geschweigedenn in einer glücklich grinsend oder mitgröhlend homogenen Masse für der Bühne zu erleben schmerzt einfach sehr. Jedoch merke ich auch, dass ich vermeide, zu sehr darüber nachzudenken. Ich schwimme knapp unter der Wasseroberfläche, die die tarurige Wahrheit offenbart. Jedoch muss ich immer mal auftauchen um Luft zu holen und dann tut es wieder sehr weh. Vermutlich hat ein gesundes Maß an Verdrängen also die Schuld daran, dass ich mich noch ganz gut fühle. Da ich meine Familienmitglieder oder Freunde jedoch immer noch nicht umarme, jedoch sehr „touchy“ bin und das zum Leben brauche, schmerzt auch das sehr. Ich bin nur froh, dass ich meinen Freund habe, der eben nun der einzige zum Knuddeln ist.

    Wir schaffen das!

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  4. Danke für Deinen Text! Ich sehe es im privaten wie auch im beruflichen Umfeld, dass diese Krise für alle psychisch belastend ist. Je nach persönlicher Grundverfassung sowie Wohn-, Familien- und Arbeitssituation sind die Auswirkungen unterschiedlich heftig, aber gut geht es niemandem. Wichtig finde ich, dass man mit anderen Personen darüber reden kann, dass man nicht das Gefühl hat, man sei alleine damit! Die dunklere Jahreszeit wird es uns wohl in vieler Hinsicht nicht einfacher machen.
    Persönlich merke ich, dass ich viel zu viele Meldungen im Internet lese und mir das nicht gut tut, aber zurzeit kann ich nicht davon lassen; gerade jetzt, wo die Zahlen bei uns in der Schweiz massiv am Steigen sind.
    Wir versuchen in der Familie viel Normalität zu leben, aber es ist vieles fragil und das wissen die Kinder. Immerhin dürfen die Kinder zurzeit normal zur Schule und in den Sport, aber es ist allen klar, dass es immer wieder Änderungen geben kann (Bsp.: Wird das Skilager durchgeführt?).
    Wir hatten kürzlich auch den bangen Moment des Wartens auf ein Testergebnis (zum Glück negativ), da fängt die Gedankenspirale an zu drehen, was Isolation für eine Person und Quarantäne für den Rest der Familie konkret bedeuten würde...
    Liebe Grüsse aus der Schweiz, Isabelle

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  5. Als die erste Welle noch in Italien schwappte, bat ich meine amerikanische Tochterfamilie, die eigentlich im Sommer eeeendlich über den Teich fliegen wollte, die Reise aufzuschieben. In der Familie galt ich gleich als Schwarzseherin. Meine Neugier und Kenntnisse in Bezug auf Pandemien nervten überall. Meine Ankündigung im Frühjahr, dass zweite Welle im Herbst nahen und noch heftiger ausfallen würde, ließ ich leiser los. Nein, ich bin weder absoluter Pessimist, noch lebe ich meine Leidenschaft für Dystopien jetzt im Realleben aus.

    Ich hab echt eine Phase gehabt, in der ich tatsächlich glaubte, die Gesellschaft würde das solidarisch zusammen überstehen. Da lag ich denn mal falsch.

    Selber gehöre ich zur Risikogruppe (hätte ich in jedem Alter getan), muss mich um eine Asthmakranke Enkelin in den Staaten und um betagte Eltern sorgen. Ob der Schwiegersohn demnächst bei der Entbindung dabei sein darf? Die andere Tochterfamilie wohnt nämlich in einem Hotspot.

    Die Werte steigen wie erwartet, ausgerechnet in unserer Stadt findet eine Demo der verqueren Verschwörungsfantasten statt.
    Ja, ich werde unleidlich, wenn ich Maskenverweigerern begegne. Selbst der zweijährige Enkel in den Staaten trägt seine Maske.
    Mich macht das alles sehr traurig und auch immer wieder wütend (Egoisten und Ignoranten). Ganz am Anfang bin ich für einen Tag in ein schwarzes Loch gefallen. Am Abend des Tages dachte ich, wir können ja froh sein, dass diese Pandemie vergleichsweise harmlos ist. Es könnte viel schlimmer kommen. Wenn wir das jetzt nicht meistern, wie würden wir mit einem gefährlicheren Virus umgehen?
    Als Bonus gibt es dafür den gefährlichen amerikanischen Narzissten mit dem Eichhörchenskalp auf dem Haupt, der sein ganzes Land demnächst an den Rand eines Bürgerkrieges bringen möchte.
    Das schaffen wir nicht, wenn wir alle in Schockstarre verfallen oder uns in dunkle Löcher plumpsen lassen. Sage ich mir jeden Morgen.

    Liebe Grüße
    Andrea

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  6. Hallo,
    ich fand die Maßnahmen (Maske, Abstand, keine Feiern, kein Urlaub) von Anfang an in Ordnung, auch wenn sie in unsere gut durchgeplante Freizeit eingreifen. So konnte unser Gesundheitssystem sich einrichten statt zu kollabieren wie in Spanien oder Italien. Dachte ich Anfangs nur an meine Mutter, bin ich seit August durch meine Krebserkrankung selbst Risikopatient. Ich bin froh, dass ich in diesem Staat lebe, obwohl alle schimpfen. Meine OP wurde nicht verschoben, weil die Betten für die Coronapatienten gebraucht wurden, so wie in anderen Ländern passiert. Dadurch wurden auch andere Patienten geopfert. Natürlich hoffe ich, dass meine Praxis bis zum Ende meiner Behandlung durchhält und ich alles gut überstehe. Das menschliche Miteinander fehlt mir trotzdem sehr. Ein Telefonanruf ersetzt keine Begegnung, aber wenn ich mal jemand sehe, muss ich ihm nicht um den Hals fallen. Gut, da sind wir Norddeutschen eh etwas zurückhaltender. Aber die ganze Situation macht etwas mit uns. Und das kann man auch zugeben. Ich ziehe mich mehr zurück, als ich es sonst getan hätte. Und natürlich sind die wirtschaftlichen Folgen schon spürbar und noch lange nicht am Ende. Zum Jahresanfang sind die letzten Reserven aufgebraucht bei den meisten. Besonders die kleinen Selbstständigen werden Schwierigkeiten haben. Ich hoffe trotzdem noch, dass die Regierungen sich endlich einig werden und es nicht immer nur Empfehlungen gibt. Von allein reagieren die meisten leider nicht vernünftig.

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    1. Ich drücke dich virtuell ... pass gut auf dich auf!

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  7. Bislang ging es mir noch recht gut, aber seit dieser Woche bin ich vollkommen ausgelaugt und leer - ich will mich ausruhen, den ganzen Tag liegen, keine Verpflichtungen. Liegt es an Corona? Ja und nein, mein Mann hat letztes Jahr versucht sich das Leben zu nehmen, ich hatte keine Zeit zum Durchatmen. Angst um ihn, um die Kinderbetreuung und die Arbeit. Inzwischen muss ich einfach stark für vier sein, die Tochter, die nach Aufmerksamkeit schreit, der Sohn mit ADHS und massiver Leserechtschreibschwäche und einem Mann, der sich immer wieder in sich selbst zurückzieht. Wo ich leider immer wieder nicht weiß, wie stark kann ich mich auf ihn verlassen. Dazu Arbeit, die absolut sinnfrei ist, bei denen sich die Kollegen gegenseitig anschwärzen. Zeit zum Neuorientieren? Fehlanzeige.

    Die letzten Tage waren geprägt von Geburtstagen. Klar, wurde der Kindergeburtstag gefeiert, aber nur zu viert. Klar wurde der von meinem Mann gefeiert - gestreckt auf drei Feiern, damit wir unter 10 Personen bleiben. Die Vorbereitung? Hauptsächlich meine Baustelle.

    Heut ist der 90. Geburtstag von meiner Oma. Ich wäre so gern hingefahren, aber Risikogebiete darf man nicht bereisen ohne hinterher in Quarantäne zu müssen. klar, werden wir hinfahren und es nachholen, aber es wird immer ein nachholen bleiben. Und ja, sie hat schon schlimmeres erlebt. Die Menschen haben schon deutich schlimmeres mitgemacht, auch das wird vorbeigehen.

    Morgen bin ich ausgeschlafen und dann sieht die Welt sicherlich schon wieder ganz anders aus. Dann kann ich mich auch wieder über die vielen kleinen Dinge freuen. Aber heut will ich in meinem Schneckenhaus ganz allein sein.

    Ganz liebe Grüße
    Zottellotte Sonja

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    1. Oh liebste Sonja, ich bin in Gedanken bei dir! Mit vollem Herzen. Nimm dir immer wieder mal Zeit für dich selber. Lass die Wäsche liegen, bestell Essen oder so .. und dann setz dich irgendwohin und gib dir Ruhe.

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  8. Ja, das ist so. Und ich genieße den Luxus im Haus mit Garten mit reichlich Platz zu wohnen. Ich habe in dem 1. Lockdown mehr gearbeitet und dieser war dann insofern anstrengend, dass neben Volkzeitjob, die Kinder daheim waren, allein, sa auch der Mann beruflich recht eingebunden war. Sie sind 11 und 15 Jahre, an ihnen hat es mehr gebagt, sie hatten Zeit trotz Homeschooling. Ich vermisse den sozialen Kontakt. Wir sind jetzt im Harz im Urlaub und das Hotel bemüht sich sehr, achtet auf die Regeln und doch gibt es Leute, die den Abstand nicht einhalten, die Maske nicht dort tragen, wo diese hingehört. Ich spreche diese an. Meinem Sohn ist es peinlich, ich finde es nicht ok, da wir es nur gemeinsam und solidarisch überstehen. Zwischendurch kommt die Panik durch. Wir haben Familie in Paris und dort herrscht wieder Ausgangssperre. Es ist beängstigend, aber dennoch bin ich optimistisch. Panik hilft nicht.

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  9. Danke für das Aussprechen der Probleme! Klar ist, dass die Sachlage für eine Pandemie normal ist. Trotzdem fühlt jeder von uns sicher anders. Und für mich/uns ist die Zeit schwierig. Wir haben von Anfang an, zumal wir durch die Familie sehr im medizinisch orientierten Feld der Sache stehen, auf alles geachtet. Auch und weil wir beide älter, krank und risikobetroffen sind. Mein Mann hat seit 8,5 Jahren metastasierten Krebs, ich selbst bin zweifach von einer Autoimmunkrankheit betroffen. Wir leben allein, die Töchter und kleinen Enkelkinder sind weit weg. Alles, was zu tun ist, müssen wir selbst leisten, sprich vor allem ich (70), denn mein Mann (fast 83) fährt nicht mehr Auto und kann auch vieles nicht mehr leisten. Die ersten Monate habe ich relativ gut überstanden, seit August geht es mir schlechter. Es sind zu viele Menschen, von denen ich dachte, dass ihre Intelligenz wohl ausreichen mag, andere entsprechend zu schützen (inklusive sich selbst). Die Anzahl derer, die sich da aufbäumen, meinen eingesperrt zu sein, nicht reisen zu können, nicht feiern zu dürfen...nimmt zu, die Aggressivität ebenso. Das macht mich krank, depressiv und wütend, und ich weiß oft nicht wohin mit meiner Wut. Erzähle ich das in der Familie, heißt es: Ihr habt es doch gut, habt ein Haus und Garten, du fährst noch gut und sicher Auto....Ja, das stimmt alles, und trotzdem merke ich, wie sich Traurigkeit in mir festsetzt, so sehr ich mich dagegen stemme. Ich fahre mit meinem Mann raus in die Natur, wir laufen, soweit das geht, ich versuche mit Gesprächen, Literatur, Musik das Ganze zu entzerren. In der Zeit von März bis August habe ich täglich zusätzlich 2 Stunden homeschooling mit der größten Enkelin gemacht, das war sinnvoll im wahrsten Sinne. Im Moment entfällt das. Telefongespräche will man nicht erzwingen, da die jüngeren Familienmitglieder gerade jetzt beruflich und familiär unendlich gefordert sind. Also steckt man zurück, versucht auch nicht zu klagen. Manchmal denkt man in unserem Alter: Wenn man nicht mehr wäre, dann hätten es die Jüngeren ja leichter...So ist es. Damit muss man leben. Und morgen fahre ich 360 km , um eventuelle Nekrosen meines Mannes ausschließen zu lassen, das sind Touren, die extrem anstrengen, immer mit dem Gedanken: Passt man gut auf, kann man sich die Hände waschen, reicht Desinfektion, gibt es irgendwo eine Stelle, an der wir unsere mitgenommenen Suppengläser auslöffeln können...Das klingt alles sicher nicht lustig, aber die Situation ist es nicht. Und ich denke, die Wahrheit mal zu sagen, ganz offen, ist wichtig, auch für alle anderen. Danke für die Möglichkeit. Alles Gute, Sunni

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    1. Das liest sich schon erdrückend. Ich hoffe du findest trotzdem noch kleine Momente der Freude und des Lichts, die du dann genießt.
      GLG

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  10. Mir persönlich machen die Freiheitseinschränkungen zu schaffen. Aus prinzipiellen Gründen. Die Psychologin hat das einen Wertekonflikt genannt. Als Macron am Mittwoch die abendlichen Ausgangssperren verkündet hat bin ich ausgezockt vor lauter Zorn. Mir geht es gar nicht darum große Partys zu feiern oder so, sondern einfach nur darum mich in der Stadt/Region/Land in der ich lebe im öffentlichen Raum frei bewegen zu können und zwar wann ich will und wo ich will. Ich will auch an die frische Luft gehen können und das Herbstlaub und die zerquetschten Kastanien riechen und nicht immer nur den Geruch von dem Waschmittel mit dem ich die Maske gewaschen habe ohne mich irgendwie schuldig fühlen oder mich rechtfertigen zu müssen. (Bitte nicht falsch verstehen, mir ist klar dass Masken in Innenräumen und bei Menschenansammlungen sinnvoll sind, aber auf einer Straße oder in einem Park wo gerade nicht arg viel los ist finde ich Maskenpflicht absurd.)
    Vor einem Monat hat mein Arbeitgeber gemeint mich in eine andere Stadt versetzen zu müssen. Ich kämpfe sehr damit mich in ein neues Team zu integrieren wenn die Meetings als Videokonferenz stattfinden anstatt dass man beim Kaffee zusammen sitzt, man darf keine Einstandskuchenpause veranstalten, sieht die Gesichter der Kollegen höchstens beim Mittagessen. Wie soll man neue Bekanntschaften im privaten Bereich machen wenn die Sportvereine etc. ihre Aktivitäten eingestellt haben?
    Zum Glück habe ich einen guten Freund, der etwa eine Autostunde entfernt wohnt und der mich am Wochenende besuchen kommt. Sonst wäre ich zur Zeit sehr einsam.

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  11. Hallo,

    Hm, anfangs ging es mir wie hier schon zu lesen: Ich dachte mit Solidarität und Fröhlichkeit geht alles. Dann kamen die Leute die Klopapier und Nudeln horteten und ich bekam das erste Mal Angst und einen Dämpfer. Irgendwann bemerktr ich dass sich alle Familien hier im Ort in sich selbst zurückziehen, auch keine grossen Anrufe oder whats apps wurden geschickt. Ich selber trauerte, weil ich nicht mehr zu meinem Pferd durfte während des Lockdown. Dabei ist es ein ganz kleiner Stall gewesen, ich wär selten jemand begegnet. Die Stallbesitzerin machte einfach dicht und wir sollten fürs Reiten bezahlen. Später als wieder auf war und sie wütend auf eine Einstellerin war sagte sie, sie würd gleich wieder zu machen, dann könnten wir sehen wie wir unsere Pferde sehen würden. Da war mir klar, die dachte nie an uns, sie hat es knall hart eingesetzt gegen uns. Andere hatten hier alle auf - also hab ich das Pferd gepackt und woanders hingestellt: Ein halbes Jahr hat meine Tochter geweint weil sie das Pferd nicht mal besuchen durfte, weil nur ich hin durfte. Als ich darüber nachgedacht habe wurde mir klar, es ist nur ein Beispiel an assozialem Verhalten das Corona auslöst. Mich nerven die Schwarzseher, mich nerven die Leugner und ich habe tierische Angst, dass wir nie wieder so frei sein werden wie früher. Ich bin aber auch dankbar, dass dieser Virus die Kinder etwas zu schonen scheint. Sonst würde ich nach unserem Sternenkind 2015 durchdrehen, schon wegen meiner Geschichte. Kürzlich kam ich nach einem schlimmen Sturz von einem anderen Pferd mit dem Sanker ins Kh, da ich auch noch bewusstlos gewesen war. Mir wurde klar was Corona dort bedeutet: Alleine sein, alleine mit der Angst! Das ist an diesem Virus glaube ich das Schlimmste! Mein Mann durfte auch erst später zu mir, aber immerhin. Beim Herzinfarkt der Mama meiner Freundinn durfte der Mann wegen der verschärften Lage erst nach Tagen hin. Wieviele sterben da draussen gerade alleine? Wieviele Angehörige leiden gerade Höllenqualen, weil sie nicht Abschied nehmen durften, oder nicht besuchen dürfen? Das macht mir gerade grosse Sorgen und eben auch die Angst jemand meiner Familie könnte es haben oder ich schleppe es ein und mein Mann oder meine Eltern erkranken schwer. Ich habe alles reduziert wo ich nicht hin muss, ich drehe nicht durch, aber ich halte mich zurück jetzt wo es hier hoch geht.
    Aber das Schöne ist, ich plane auch wieder viele Aktivitäten mit den Kindern zu Hause und das hat uns allen gut getan bisher.😉💪🏻
    Alles Liebe Dir! Ich lese gerne mit hier🙋🏼‍♀️

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