gesehen KW 34 - Die Klospülung, die jeder mal braucht oder Klingt eine 69 Dollar Geige wirklich anders als eine Stradivari?


Manchmal surft frau so durchs Netz sinnbefreit. Zweckerleichtert. Nur so. Allgorithmusunterhaltung quasi. Katzenvideos. Happy People. Bullshit.

Das gilt ja allgemeinhin als Zeitverschwendung. Verblödungskultur. Ich beziehe hier kurz mal Stellung.

Es ist Jahre her, nein, quatsch, JahrZEHNTE, da war ich auf so einem Empfang, was Schickes, damals war das cool.
Da waren Leute, die viel Geld verdienten und wir wissen ja alle: in unserer Gesellschaft ist man wer, wenn man Geld verdient. Je mehr desto ist. Da lassen sich natürlich tiefenpsychologische Aufsätze schreiben über derlei verkorkste Grundeinstellung in einer Gesellschaft. Das ist aber hier und heute nicht das Thema. Das Thema ist; da war also dieser Typ. Alle verneigten sich innerlich vor ihm. Er selbst .. naja eher der skrupellose, schon mit tiefen Sarkasmus gesegnete Vielarbeiter. Er erzählte mir, keine Ahnung mehr wieso, dass wenn er also am Abend heimkommt, nachdem er die Welt gerettet hat - was er offensichtlich täglich tat - er also in seine Küche geht. SchickimickiKüche logischerweise, denn in seiner Küche stand schon damals ein Fernsehgerät. Und dann schaltet er dieses Ding ein und schaut eine Folge von der "Nanny" oder irgendsowas. Ich erinnere mich nicht genau. Ich erinner mich nur, dass es ungefähr dieses Niveau hatte. Während er sich was zum Essen macht.

Er bezeichnete das als seine emotionale Klospülung. Er brauchte das, so seine Worte, um sein Hirn leer zu kriegen und wieder im Moment zu sein, weg vom Streß der Arbeit.
Tja und in diesen Worten, so stelle ich heute noch fest, liegt eine Wahrheit. Dieses skrupellose Vielverdiener Ar*** wusste schon, dass derlei "Unterhaltung" ihre Existenzberechtigung hat.

Sei es also der Streß mit dem Pubertier,  oder die hartnäckige Tatsache, dass mein Mann einfach ein Mann ist und auch ebenso funktioniert, seien es die Nachrichten, die Arbeitskollegen, die Nachbarn oder was auch immer. Es gibt diese Momente im Leben, da braucht man die emotionale Klospülung und als solche bezeichne ich diese Videos, die ich mir in exakter Dosierung immer wieder reinziehe.

Man braucht das.

Hier heute für euch. Mein letzter Seelnreiniger.

Die Unterschiede im Klang von Cellos der verschiedenen Preisklasse. 10 Minuten Bach auf 3 Instrumenten. Man wird zum Ohr. Witzig, was da mit einem geschieht.


Deutlicher hört man den Unterschied bzw. springt einen der Unterschied an zwischen einer 69 Dollar Geige und einer 10 Million Dollar Geige. Lasst euch nicht von dem Typen und seiner eigenartigen Art von Video verstören. Macht die Ohren auf. Es ist schon faszinierend.



Wenn ihr das schaut, seid ihr nachher entspannter.
Ist einfach so.
Gern geschehen!
LG

Kommentare

  1. Spannend!
    Mir ist gerade der Gedanke gekommen, dass man diesen Vergleich auch mit Nähmaschinen oder Stricknadeln machen könnte: Bis zu einem gewissen Punkt merkt man den Unterschied nicht, aber je anspruchsvoller man das Ergebnis haben möchte, um so frappanter werden die Unterschiede....
    Herzlichst
    yase

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    1. Du meinst, die Schönheit der Nähte zwischen drei Nähmaschinen von 99 bis 1000 Euro?
      1000 Euro Stricknadeln gibt's halt nicht ... oder weißichdawasnicht!

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  2. Ach wie cool, ich konnte das direkt am Gänsehaut-Level messen :-D
    Ich glaube, ich kommentiere hier schon zum dritten Mal, wie toll ich deine „gelesen“-Rubrik finde - perfekte Dosierte Störung meiner Mama-Bubble!!!
    Bitte immer weiter so - und hast du eigentlich schon mal über virtuelles Trinkgeld nachgedacht, wie es einige andere Blogs eingeführt haben?
    Liebe Grüße aus Berlin 💚

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    1. Nein, ich habe noch nicht darüber nachgedacht. Hm!
      ... denkdenk

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  3. Ok, als Klospülung hätte ich es zwar nicht bezeichnet. Vielleicht als unanerkannte Therapie, denn es hilft auch mir tatsächlich ab und an sinnfrei durch das Netz zu cruisen um unerwartet Perlen zu fischen. :D ;)
    Meine Nachbarn kennen inzwischen, analog, den Unterschied einer Schulblockflöte und ihren erweiterten Ausführungen. Ich habe mir mein musikalisches Equipment in den vergangenen Wochen wieder erarbeitet.
    Abgesehen von meinen wachsenden Fähigkeiten erfreut es die Nachbarschft eher, wenn ich in gescheites Material puste.
    Viele Grüße,
    Karin

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