Das Reparier - Paradoxon


Wer nähen kann, weiß wie das ist. Wenn man nähen kann, dann muss man auch flicken. Reparieren. Alles.
Der Großteil der Leute, die ich kenne, leben nicht nur nähmaschinenfern, sie leben Zwirn-und-Faden fern. Ich höre ihn noch im Ohr, den Spruch einer Mutter, die meinte, dass, wenn die Hose ihres Sohnes am Knie durch sei, sie eine neue kaufen würde. Ganz einfach. Die kostet eh nur 12 Euro.

Denkpause.

Diese Aussage offenbart neben der mangelnden Wertschätzung für Kleidung und der Arbeit, die in so einem Stück steckt, eben auch ganz vehement die Unkenntnis wie man denn so eine Hose selber noch reparieren könnte.
Die Leute haben schlicht keine Ahnung mehr davon!
Wow
Dekadenz pur!

Flicken, Stopfen, Ausbessern.
In meinem Wohnzimmer gibt es eine sagenumwobene, einsame Ecke, die ich persönlich natürlich meide wie die Pest. Dort lagern sie alle, die Probleme, die Kaputtis. Meist lagern sie lange. Ich negiere so lang wie nur irgend möglich, bis ich eines schönen Tages dann alles zusammen, also die gesammelten Dramen eines Jahres … in etwa 15 Minuten repariert habe.
Welch Ironie…

Wer nähen kann, der weiß wovon ich rede.

Kommentare

  1. Oh ja, Flicken ist auch nicht mein Hobby... Aber ich repariere auch selbstgenähte Unterhosen (und meine Kinder wollen nur noch selbstgenähte!), aber es sammelt sich auch hier an. Mühsam finde ich aber Bekannte, die mit dem Satz kommen „Du nähst doch gerne...“ und mir ihre reparaturbedürftigen Kleider zum Flicken geben wollen! Ich mache es sogar für einige Leute, aber bis auf die Schwiegermutter gegen Bezahlung. Entweder ist es ihnen das wert oder sie können sich selber drum kümmern...
    Liebe Grüsse, Isabelle

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  2. Diese Ecke gibts bei uns auch. Als die Kinder noch sehr klein waren - und eben auch sehr schnell gewachsen sind - ist es manchmal passiert, daß sie aus den Sachen rausgewachsen sind, bevor ich sie geflickt hab...
    Jetzt sind sie größer (6,8,10) und auch wenn ich nicht oft u gern reparier, (gibt ja lustigere Sachen zum Nähen!!) schaff ich es doch meistens, dass es zumindest noch wer anziehen kann.
    Und JA, es hat dann am Ende echt immer nur ein paar Minuten gedauert und ich frag mich, warum ich das nicht früher geschafft hab ;-)
    lg, Manu

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  3. Ooooh ja! An diesem verregnet Wochenende habe ich mich mit viel Gestöhne meinem Berg gewidmet. Ehrlicher Weise weil es sein musste. Das Kind hat 3 Pyjamahosen. Erst schied einen aus, dann eine zweite und schnell drauf die Dritte. Lange habe ich mich mit ordentlichem Waschrythmus - früh schnell waschen, Abend anziehen gerettet. aber an dem Sonntag ging nix mehr. Und dann habe ich doch glatt sagenumwogene 7 Teile an einem Tag hahahaha! gerettet! Yes!

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  4. Kenne ich! lieber neu nähen als reparieren - macht mehr Spaß

    Aber die Kids zwingen mich immer wieder ihre Lieblingsstücke zu reparieren. zu kurz, zu eng, kaputt - existiert nicht, ebensowenig wie neu kaufen. Meine Kinder wissen, dass ich alles irgendwie retten kann. Aber so ein T-Shirt kann auch nicht unendlich verlängert werden - zum Glück.

    Viele liebe Grüße
    Zottellotte Sonja

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  5. Genau. Reparieren oder upcyclen. Letzthin schickten mir die kleinen Enkelinnen sogar aus den USA zwei heißgeliebte Teile, die ich reparieren bzw. in neuen Sachen wieder "einnähen" sollte. Immerhin scheine ich an der Grenze zur Nähmagie angesiedelt zu werden und - die Kids lernen, dass die Klamotten der Mühen wert sind.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  6. Oh ja, klar kenne ich das auch! Aktuell ist der Stapel auf der Fensterbank unübersehbar groß geworden. Fahrradhosen.... Ich muss wohl bald mal ran, sonst kann ich bald nicht rausschauen.

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  7. Achja, der Stapel, der von einer Tüte regelmäßig in die nächstgrößere umzieht. Irgendwann, im Winter, aber bestimmt im nächsten..irgendwann ist er dran! :) Ja und wie oben geschrieben, die Nachbarn hier auch: "kannst du mal eben" und man weiß gar nicht, wo man die Zeit für seine eigenen Berge herzaubern soll... eiei.
    Aufbauende Grüße!
    dörte

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  8. Du hast so Recht, mit dem Unvermögen zu Reparieren und dass Kleidung als Wegwerfware betrachtet wird. Ich repariere nicht besonders gerne, aber früher habe ich sogar löchrige Baumwollsocken noch einmal gestopft. Lohnt sich nicht mehr, weil die Qualität der Socken so schlecht ist, dass meist gleich daneben wieder ein Loch reisst. Nachdenkpause. Wo gibt's denn eigentlich Baumwollsocken, die nicht nach einem Jahr löchrig sind, zu kaufen, weißt du da was? Liebe Grüße, Gabi

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  9. Reparieren ist wichtig, nachhaltig, existenziell...
    Ich freue mich, dass ich über Deinen Blog gestolpert bin - ich mag Sachenrepariererinnen... ;-)
    Herzliche Grüße
    Elke

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  10. ohh
    hihi.. jaa
    das kenne ich
    ich hatte früher immer einen großen Korb voll
    die Kinder mussten ja voneinander anziehenda gab es gar nichts..
    und die Socken .. Kniestümpfe und Strumpfhosen wollten auch noch geflickt werden ..
    heute wirft man sie in den Müll :(
    liebe Grüße
    Rosi

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