Live aus der Petrischale - Die Gedanken einer wirren #stayhome-Bürgerin



Jetzt wissen wir es alle. Wie es sich anfühlt, wenn man mitten in einem Experiment steckt, dass einem jemand auf's Aug' gedrückt hat. "Interesse?", "Willst du mitmachen?" Nix da. Schubs und rein in die Petrischale.

Keiner weiß was passieren wird. Erfahrungen hat man mit diesem Virus Null. Niente. Nada. Dieses Experiment gab es so noch nicht. Alles, was wir hören und lesen sind Möglichkeiten, Annahmen. Alles Theorie. Basierend auf dem Wissen, das die Wissenschaft insgesamt hat. Über Viren, Epidemiologie und all das Zeug. Das ist wertvoll und wichtig, zeigt uns im Moment aber eben nur auf, was alles sein kann. Das sind wir nicht gewohnt. Wir sind ja keine Wissenschaftler.

Aber erzähl' das mal wem. Die Leut' haben ja schon blaue Finger vom Däumchen drehen. Die plagen sich mit ihren Kindern. Die wollen ihr altes Leben zurück. Pronto. Die wollen nicht über Eventualitäten und statistische Wahrscheinlichkeiten informiert werden. Die tun sich da ehrlich schwer, das einzuordnen. Das ist nicht ihr täglich Brot. .. also gewesen ... bisher.

Denkpause

Es lebt sich halt so dahin. Eingeschränkt. Denn, das haben doch alle kapiert, wenn wir Abstand halten, dann ist das für das Virus wie ... wie ... eine Schlucht für einen Marathonläufer. Ohne Brücke eben unüberwindbar.
Man tut sich halt im Kopf schwer damit, dass in Zeiten von Bots, die Stimmungen in der Bevölkerung via automatisierter Postings auf sozialen Netzwerken lenken und so Wahlen beeinflussen, oder in denen Autos anfangen alleine zu fahren, dass in ebendiesen Zeiten die einzige, effektive Waffe gegen einen unsichtbaren Feind das Abstand halten sein soll.
Ich meine es macht Sinn, okay, I get it. Aber ehrlich ... kann man da wirklich nix .. programmieren?
Naja. Nur so eine Idee. Sorry.

Ist dann eben gar nicht mal so prickelnd; das Leben in der Petrischale. Da schwirrt einem gut Blödsinn durch die Gehirnwindungen. Verstörend irgendwie.
Klar wird mir immer mehr, dass das Petrischalendaheim jetzt das unsere ist für ... lääänger.
Genau wie lange kann natürlich niemand sagen, weil ehschonwissen NEUES EXPERIMENT. Impfung lautet das Zauberwort. Das scheint klar. Da spielt sich so mancher Politiker mit der Ungeduld. Von "Jänner 2021" bis "in zwei Jahren" kann man in Bezug auf eine wirksame Impfung echt alles hören.
Ääähh!

Was mich ein wenig umgeworfen hat (aber so eine Petrischale ist ja weich unterlegt) ist die Tatsache, dass es womöglich (angeblich ziemlich sicher) keine einmalige Impfung sein wird. Wir also mehrfach gepiekst werden müssen um einen Schutz aufzubauen.
Und da treffen jetzt große Zahlen und der simple Hausverstand aufeinander:
Im Moment leben so um die 7,7 Milliarden Menschen auf unserem Planeten. Mehrfachimpfung bedeutet demnach ....
... wie um Himmels willen produzieren wir das alles?
Und wie lange dauert das dann bitte wieder?

Spannend.
Alles.
Nervig.
Aber spannend.









Hier der Standard Podcast mit einer Zusammenfassenden Folge zum Thema Impfung



Wer hier klickt kommt zum NDR - Coronavirus Update Podcast zum Thema Impfstudie in China


Kommentare

  1. Vielen Dank!
    Ich bin immer wieder angetan, wie gut du meine Gedanken zusammen fasst. Und ich sage quasi "von anfang an" - Impfung schön und gut, aber das dauert - 1 Jahr ist da meiner Meinung nach sehr optimistisch. Es gibt Krankheiten, da kann man auch nach 20 Jahren Forschung noch nichts impfen. Nicht einfach - nicht mehrfach. Klar, jetzt wird mehr Geld in die Forschung gegeben. Aber ist hier Geld wirklich alles?

    Und ein kleiner Gedanke zum Abschluss: In Mainz haben die Spielplätze wieder auf. Ich war mit meinen extra am Vormittag da, nur mit den zwei Kinder meiner Freundin. Sie waren zu viert. Die 1,5m Abstand haben sie genau 1 Minute eingehalten. Sie klettern auf eine Klettergerüst, sie wollen zusammen in die Nestschaukel. Wie soll das in der Schule gehen ohne Fußball? Sportunterricht? Vereinssport? Kein Kinder treffen bis zur impfung in möglicherweise 10 Jahren?
    Selbstverständllich trage ich beim Einkaufen meine Maske - is klar. Aber wenn ich was fragen muss oder antworten bekomme, wird das alles undeutlich. Möglicherweise höre ich ja schwer und orientiere mich bereits jetzt schon ein wenig an den Lippenbewegungen, aber wie man das ein Gehörloser? Jetzt kommt auch noch der Sommer, wenn ich aus dem Geschäft komme, dann muss ich direkt die Maske "runterreißen" und "Luft schnappen" - ich habe das beobachtet, den anderen geht es genauso. Ich bfürchte, wir können das zwar einen Moment noch durchhalten, aber irgendwann ist Schluss damit. Das geht nicht auf Dauer, so viel Gewöhnung funktioiniert nicht.
    Und was ist mit der tollen Aussage: Nur auf Arbeit gehen, wenn man gesund ist. Also, ist klar, wenn ich krank bin, matschig im Kopf oder Fieber, dann geh ich nicht arbeiten. Aber was ist nun mit den vielen kleinen Schnupfenattacken, die man über das Jahr verteilt so bekommt (gerade mit kleinen Kindern - oder räuchern wir das auch gleich mit aus) oder mit dem ständigen Husten am Morgen. Der nervt, den habe ich aber quasi immer. Bin ich aber gesund? Darf ich damit arbeiten? Bus fahren? Eh Busfahren - Morgens Berufsverkehr: Katastrophe. Im Sommer mag es ja noch angehen, dass die Menschen Radfahren oder doch laufen oder doch ins eigene Auto steigen, aber was ist dann wieder mit den Schülern? Zeitversetzer Schulanfang war schon immer mal Thema und es ging nie. Sollte es nun doch klappen? Aber innerhalb welchem Rahmen zwischen 8 und 10 Uhr? Was machen dann die Eltern, die den Schülern vielleicht morgens noch diverse Hilfe und Zeitgefühl vermitteln müssen. Was mit denen, die zwei Kinder haben an unterschiedlichen Schulen.

    Boah je mehr ich schreibe, desto kritischer wird es in meinem Kopf. sorry, aber das lasse ich jetzt stehen. Es musste wohl mal "raus".

    Einen schönen Start in die Woche
    Zottellotte Sonja

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    1. Yesssss! Da schwirrt einem der Schädel. Ich bin da ganz bei dir. Lass es ruhig raus. Sonst platzt du noch.
      Wir machen das schon. Dauert halt.
      Womöglich wird meine Strickjacke doch vor November fertig ... ;-)

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  2. Oh, das passt! Zu mir, meiner Stimmung, meinem heutigen Post und denen die noch folgen werden. Nur bin ich halt nicht Susanne und drücke mich halt anders aus. Bin keine Wienerin, sondern ein deutscher Ackergaul, da fehlt mir die Lippizanereleganz.
    Was gewaltig aufs Gemüt drückt sind Erfahrungen anderer mit bestimmten politischen Gruppierungen, die sich hier Gehör verschaffen, den anderen Panikmache vorwerfen, aber selber Angst und Schrecken verbreiten über die sozialen Medien oder face-to-face. Und dann auch die psychischen Auswirkungen von Isolation, die sich auf den Gefährten legen, die doch zunehmende Angst vorm Hospital und und und...
    Gut zu wissen und zu hören, was das mit anderen macht, so in der Nachbar-Petrischale....
    Bussi
    Astrid

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    1. Lippizanereleganz!
      Oh ich danke dir.

      Lass deinen Liebsten schön grüßen. Sag' ihm er braucht keine Angst haben, weil das nämlich nicht viel ändert. Er soll seine schönen Hemden genießen, die Sonne im Garten und skypen was das Zeug hält :-)

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  3. Die Pläne um die Impfung kommen mir so vor, wie das Verteilen des Bärenpelzes, bevor derselbe überhaupt erlegt ist. Falls er überhaupt jemals erlegt wird, wäre ja nicht die erste erfolglose Suche.
    Der Umgang mit dem "NEUEN EXPERIMENT", mit etwas, was unsichtbar und nicht fassbar ist (außer die Leute fallen auf offener Straße tot um), über das auch die Wissenschaftler*innen erst lernen müssen und nicht die fest betonierten passenden Antworten parat haben und das die Politiker (meist die männlichen) überfordert, weil es Beweglichkeit im Hirn braucht, fällt uns allen wohl nicht leicht.

    Und wenn ich bei einem Rundgang durch unseren kleinen Ort sehe, dass die Leute (auch z.B. in Banken oder Physiotherapie-Praxen) schon mit Mundschutz, Abstand halten und dem Einhalten simpler Dinge, die dem gesunden Menschenverstand eigentlich zugänglich sein sollten, derart schwer tun, möchte ich mir schier an den Kopf packen. Geht aber nicht, muss vorher die Hände waschen oder desinfizieren...
    Naja, man lernt. Spätestens nach der zweiten Welle wird's funktionieren...
    Liebe Grüße
    Andre

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