zusammengefaßt KW 32 - Die demokratischen Präsidentschaftvorwahlen und die Herausforderungen



Ihr wisst ja, dass ich ungewöhnlich viel Zeitung lese. Seit ein paar Jahren bin ich ganz dick in den USA-Meldungen. Und aus diesem Informationspool heraus, möchte ich euch eine Art Überblick über die Vorwahlen der Demokraten zur Präsidentschaftswahl nächstes Jahr geben.
Eine mamimade-Erklärung, die euch helfen soll, zu verstehen, was da gerade so alles abläuft. Und wieso eigentlich.

Vorabinfo
Grundsätzliche Probleme, die die Demokraten bedenken müssen:

Die Wahlbeteiligung:

Bevor wir uns auf die Kandidaten stürzen, gebe ich euch ein wenig Zusatzinfo, damit ihr die Situation ein wenig besser einschätzen könnt.

Ihr wisst womöglich, dass die Wahlbeteiligung in den Staaten regelmäßig recht niedrig ist.
Wählen ist dort nämlich gar nicht so einfach. Man muss sich vorab dafür registrieren und das ist tatsächlich gar nicht so unkompliziert. In manchen Bundesstaaten wird es den Leuten sogar ganz geradlinig erschwert sich zu registrieren, damit die Leute nicht wählen gehen. Denn die Statistik zeigt, je weniger Leute wählen, desto eher gewinnen die Republikaner.

Das bedeutet, dass man die Leute nicht nur für sich als Kandidat überzeugen muss, so wie das bei uns "ausreicht". Nein, man muß die Kandidaten sogar soweit von sich und der Notwendigkeit überzeugen wählen zu gehen, dass sie bereit sind einige Hindernisse zu überwinden um ihre Stimme abgeben zu können.
Um den Präsidenten zu schlagen, wird man viele Menschen motivieren müssen. Hillary Clinton hatte um die 3 Millionen Stimmen mehr als Donald Trump. Und es hat nicht gereicht.

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Das Geld:

Dadurch, dass Donald Trump nie aufgehört hat Wahlkampf zu betreiben und von Tag eins seiner Präsidentschaft an Geld gesammelt hat für den nächsten Wahlkampf, ist er jetzt im Besitz der größten Summe, die jemals ein Kandidat zur Verfügung hatte.
Ein Beispiel:
Ich habe neulich gelesen (mein Standard - Satz ;-), im Zusammenhang mit dem Anschlag in El Paso und dem Rassismus Vorwurf, der daraufhin dem Präsidenten - wieder mal - gemacht wurde, dass alleine in diesem Jahr das Team Trump auf Facebook 2000 (zweitausend) Werbeanzeigen geschalten hatte, in denen das Wort "Invasion" vorkam. (Also das sind nicht alle Anzeigen, wir reden hier nur von denen, in denen das Wort "Invasion" vorkam. Das soll euch hier vor Augen führen, wie massiv bereits Stimmung gemacht wird .. und wieviel Geld das kostet.). Das sind ein paar zig Millionen Dollar, die hier in "Werbung" gesteckt wurden.
Zu einem Zeitpunkt an dem es noch nicht einmal einen Gegenkandidaten gibt. Da steht unheimlich viel Arbeit an für die Demokraten. Wenn dieser Vorsprung überhaupt einholbar ist.
Geld ist ein Thema!

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Die Medien:

Auch wenn man hier zulande viel davon hört, wie "falsch" vieles läuft in den USA. In den USA selbst ist das lauteste, das Nachrichtenmedium mit den meisten Zusehern, der News-Channel, den die allermeisten Amerikaner täglich einschalten, fest in Trumps Hand. Fox News ist groß. Größer als CNN oder die New York Times und die Washington Post zusammen.
Fox News ist nur zu einem geringeren Prozentsatz ein unabhängiges Medium, wenn es um die Berichterstattung geht. Es gibt sie zwar sehr wohl, die Stimmen, die den Präsidenten kritisch betrachten (ja, auch auf Fox). Aber die Hauptsendezeiten und jene Sendungen mit den allerhöchsten Einschaltquoten, schrammen an der Propaganda.
Nur wenige demokratische Kandidaten waren bereit bei Fox News zu einer großen Sendung zu erscheinen um dort Rede und Antwort zu stehen. Die meisten sind von dem Sender zu "abgestossen" und haben deshalb darauf verzichtet eine sehr große Zahl an Wählern, die sonst niemals ungeschnitten oder unkommentiert ihre Aussagen und Meinungen hören können, von sich zu überzeugen.
Wie weit ist das klug? Sollte man die Wähler abholen, wo sie sind, oder sollte man seine eigenen Prinzipien bis zuletzt treu bleiben und einen Bogen um Medien machen, die einem feindlich gesinnt sind, machen - auch wenn das heißt, dass man Millionen Wähler so niemals erreichen wird?
All das wird diskutiert!

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Und dann ist da noch ein Faktor, den man wohl besser nicht vergißt:
Russland

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Ihr seht schon Donald Trump wird nicht so leicht zu schlagen sein, wie man sich das vielleicht von hier aus betrachtet vorstellen mag. Die Demokraten sind auf jeden Fall zur Zeit gerade dabei den Kandidaten zu finden, der die beste Mischung aus allem, was es so braucht, aufweist um den Spieß umzudrehen. Und ein paar in der Truppe, sind durchaus ... lässige, interessante Typen.

Dass die Demokraten den Ernst der Lage erkennen, ist unbestritten. Dass sie aber nicht genau wissen, wie sie die ganze Sache drehen könnten .. das ist leider auch offensichtlich.
Das ist das Interessante, wenn man den Berichten folgt. Wir können zuschauen, wie Geschichte passiert. Denn egal, wie die Wahl im November nächsten Jahres auch ausgehen wird, es ist eine wichtige Wahl. In ganz vielerlei Hinsicht. Auch für uns!

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So.
Nächste Woche beginne ich dann mit den angebotenen Strategien und den ersten Kandidaten. Also jene mit reellen Chancen auf die Kandidatur. Nicht alle 23! (Da sind ja auch ein paar dabei, die grummeln so um die 1% Unterstützung rum!).
Ich hoffe, das interessiert euch!
Schönes Wochenende euch allen!


PS: Wenn ihr was nicht versteht, bitte kommentiert und fragt. Ich werde mir Mühe geben alles verständlich zu halten! :-)

Kommentare

  1. Hallo liebe Susanne, danke, dass Du uns über die US-Wahlen informierst und auf dem Laufenden hältst. Ja, es interessiert mich sehr. Unsere Tochterfamilie - halb amerikanisch, halb deutsch - lebt in USA. In einem eher demokratisch orientierten Bundesstaat, immerhin. Auch dort blickt man den Wahlen sorgenvoll entgegen.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  2. Ich habe ja, ganz anders als du, keine Beziehung zu dem Land. Außer einer großen Dankbarkeit dafür, was sie ab März 1945 hier in meiner Stadt geleistet haben, um hier ein demokratischeres Gemeinwesen aufzubauen, empfinde ich auch wenig Positives. Mich kann schon aufregen, wenn weiße Amerikaner von unserem Land sprechen. Das haben sie mit übelsten Mittel geraubt.
    Das politische System ist schon sehr fragwürdig. Was die Anhänger dieses Trampels anbelangt, verstehe ich die ebenso wenig wie die Anhänger der Blaunen bei uns. Inzwischen will ich es auch gar nicht mehr.
    Deine Informationsbestrebungen finde ich gut. Mir ist Bloggerland einfach zu viel schönes Schlummerland. Was da für Probleme gewälzt werden...
    Bon week-end!
    Astrid

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    1. Ich denke, dass das Verstehen warum wer jemanden wählt nicht wirklich unsere Aufgabe sein kann. Jeder kann wählen, wen er will.
      Unsere Aufgabe kann maximal sein mit dem einen oder anderen darüber zu sprechen. ... und mit manchen eben auch nicht mehr.

      Bloggerland kann übrigens auch ganz politisch .. nur nicht die Nähecke. Die Nähecke näht. Ich gehe aber davon aus, dass ein Teil der Nähecke durchaus politisch denkt.

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  3. Liebe Susanne, ich bin ein Teil der Nähecke, der politisch denkt... ;) Ich sehe immer nur kopfschüttelnd auf Amerika, war noch nie dort und werde auch so schnell nicht dahin kommen, zumindest nicht, solange Trump dort wein Unwesen treibt. Aber ich freue mich sehr über deine informativen Blogposts und werde jeden einzelnen zu den US Wahlen aufsaugen. Ich möchte wissen, wie so etwas wie Trump passieren kann...
    Für mich war der Morgen, als mich der Radiowecker mit der Nachricht weckte, dass Trump gewählt ist, ein Grauen. Alles war wieder greifbar nah. Rassismus, Diskriminierung von Frauen, Behinderten, Minderheiten, Kalter Krieg, Umweltzerstörung.Am liebsten hätte ich mir die Decke über den Kopf gezogen. Aber das hilft ja auch nicht. Danke für dein Bemühen, uns in die Geheimnisse der US Wahlen einzuweihen :) Ganz liebe Grüße,
    Jutta

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