Donnerstag, 12. Juli 2018

gelesen KW 28 - die Fire - Bewegung

Die Fire Bewegung hat, soweit konnte ich es erkennen, nichts mit Feuer zu tun. Fire steht hier für "Financial Independence, retire early". Frei übersetzt soviel wie "Finanziell unabhängig, früh in Pension".

Photo by Mikael Cho on Unsplash
Es geht um Menschen, die einfach früh in Pension gehen wollen. Und zwar wirklich früh (mit 40 Jahren in etwa). Sie sehen den Sinn des Lebens bzw. der Weg, der uns allen vorgegeben wird, als nicht den ihren an. Ausbildung, Berufsleben, Pension. Das ist unser Leben, wenn man es in Schlagworte fassen würde wollen. Und weil wir ein konsumorientiertes Leben führen, müssen wir viel arbeiten und lange noch dazu, um all das Geld zu verdienen, dass wir brauchen um all die Dinge kaufen zu können, die wir so gerne haben wollen.
(ui, ich habe wohl einen etwas bissigen Unterton .. naja, ihr schafft das)

Die Anhänger der Fire-Bewegung gestalten ihr Leben anders, soll heißen, sie planen es anders. Da Konsum nicht im Vordergrund ihrer Happiness steht, brauchen sie für ihren Alltag nur das Geld, dass sie zum Überleben benötigen. Miete, ja, aber eben keine 200m2 mit Terrasse in Traumlage .. und U-Bahnnähe. Fahrrad statt Auto, reparieren statt neu kaufen. Aufpassen auf den ökologischen Fußabdruck. Diese Richtung.

Photo by Iñaki del Olmo on Unsplash
So errechnen sie den Betrag, den sie im Monat zum Leben brauchen. Und dann rechnen sie hoch (es gibt offensichtlich Rechenmodelle dafür im Netz zu finden). Sie rechnen also hoch auf jenen Betrag, den sie zusammensparen müssen um eben vom ERTRAG dieses Betrags leben zu können. Die magische Zahl lautet 4%.

Das bedeutet auf ganz weit weg von irgendwelcher finanziellen Erklärtechnik: du musst einen Betrag x zusammensparen. Diesen Betrag x veranlagst du dann (Aktien und derlei *schwirrimkopf) und zwar so, dass du jährlich 4% Zinsen einstreichen kannst. Der Betrag x bleibt unberührt und arbeitet an deinen 4% fürs nächste Jahr und du, du lebst dann von den 4% für ein Jahr.

Von welchen Beträgen reden wir da? Naja, es beginnt wohl so bei 500.000 Euro. 600.00 Euro schon eher. 1 Million ist auch nicht schlecht. Aber mehr braucht es eigentlich nicht (hehehe) und schon kann man mit 38 aufhören zu arbeiten.

Photo by LEMUR on Unsplash
D.h. diese Leute arbeiten bei vergleichsweise niedrigen Lebenserhaltungskosten solange bis sie ihren individuellen Betrag x beisammen haben und dann hören sie auf zu arbeiten und leben.

PAUSE

Jetzt kann man kritisieren oder finanziell fachargumentieren, dass man 4% jedes Jahr ja gar nicht gesichert annehmen kann (der "Markt" .. Augenverdreh').
Oder: Wie das denn so ist mit Familienplanung.

Wohlgemerkt: diese Leute sind durchaus gewillt zu arbeiten, aber eben nicht als Lebenszweck. Sie arbeiten auch ab und dann, wenn sie schon in ihrer Pension sind. Sie freelancen halt mal hier mal da. Im extremen Notfall haben sie zudem ja noch das Geld auf der Seite, das den Grundstock für ihr Leben bietet. Was soviel bedeutet wie, dass sie sogar in einem "Notfall" durch dieses Geld Zeit gewinnen würden um einen Job zu finden.
Es sei an dieser Stelle aber auch erwähnt, dass es Familien gibt, die so leben. Die Kinder haben dann halt kein iPhone am Ohr und auch nicht die aktuell hippsten Sneaker an den Füßen.
Frech sind die sicher trotzdem. ;-)

Photo by Parker Whitson on Unsplash
Ich fand diesen Artikel (gelesen in der Süddeutschen - Bezahlartikel mit dem Titel "Ihm reicht's") dahingehend interessant, als er mir bewußt gemacht hat, dass es für uns neben dem klassischen Ausbildung - Arbeiten - Pension - Modell eigentlich nicht wirkliche eine attraktive Alternative gibt.

Okay, okay da wäre noch hübsch sein - reich heiraten - den Rest des Lebens shoppen oder
Erben - jemanden Hübschen heiraten - dem dann beim Shoppen zusehen

Alles nicht wirklich Wege, die man sich aussuchen kann
oder will.

Fire scheint zwar eine harter Konsumentzug,
aber für den einen oder anderen kann ich mir vorstellen,
dass sowas funktionieren kann.
Ich hätte gerne noch weiter Modelle.
Ich finde das interessant.


6 Kommentare

  1. Alles schön und gut, aber die 500,000 bekomme ich selbst nach 40 Jahren arbeiten nicht zusammen. Womit verdienen die ihr Geld??? Soviel kann Ottonormalverdiener doch gar nicht zusammensparen

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    1. Ich habe zu dem Thema bei Spiegel Online ein Rechenbeispiel gesehen. Da ging es auch als Normal-/Besserverdiener. Der Verzicht beginnt auch schon in der Ansparphase.

      LG Anja

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    2. Ich glaube, dass die Herausforderung nur sekundär an der Menge Geld liegt, vielmehr am Verzicht. Und wenn das nicht dein Ding ist, hast du null Chancen.

      Deswegen meine ich, dass mir da noch weitere quasi "Mittelweg-Modelle" fehlen.
      Das mit dem Konsum finde ich nämlich auch ein wenig ... überbordend. ;-)

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  2. Die Frage wäre ja auch, was mach in der Zeit?? Ich meine, man kann ja dann nicht immer nur putze, weil. Man nicht zur Arbeit muss.... oder den ganzen Tag in der Hängematte liegen. Irgendwie auch öde....
    Nö, ich arbeite gerne in Teilzeit, dann habe. Ich nämlich Freizeit, die ich sinnvoll nutzen kann. Und die Dinge kann ich mir dann auch leisten...
    Herzlichst
    yase

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    1. Ach .. Zeit füllen ist kein Problem bei mir .. da würde ich mir keine Sorgen machen. Nicht mal für einen weitern Zeitraum .. 30 Jahre oder so.
      Fad wird mir gar nicht so schnell.
      Ich gehe zum Beispiel gerne Spazieren.

      Das konnte ich nicht, als ich voll gearbeitet habe.
      Keine Chance.

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  3. Wir mussten sowieso wie die "FIRE"-Leute leben, aber ohne früh in Rente gehen zu können.
    Genügend viel Geld zurück zu legen, und dazu noch auf individueller Basis, bdeutet entweder, auf ökologische Kriterien zu evrzichten (denn diese sind teurer), oder ein ganz tolles Gehalt zu haben - oder geerbt zu haben.

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