Montag, 14. Mai 2018

vom Bloggen

Immer wieder denke ich darüber nach, wie das so ist mit dem Bloggen. Ich selber lese nur mehr sehr wenige Blogs.
Warum das so ist?

Ein Nähtag und laute Musik, was braucht frau mehr? ;-)

Na, ganz einfach, ich finde nicht mehr allzuviel, das mir wirklich etwas gibt. Ich bin da knallhart. Das musste ich werden, denn die Blogs haben sich mit den Jahren sehr verändert. Und zwar zum Negativen, wie ich meine.
Das hat mich lange beschäftigt. Ich habe viele Blogs irgendwie ein wenig wie meine Freundinnen betrachtet, auch wenn ich nur die allerwenigsten davon persönlich kannte. Und als dann die großen Blogs zu Marketingplattformen wurden und 80% des Restes versuchte es dem gleichzutun. Da starben plötzlich ganz viele meiner vermeintlichen Freunde.

Ich litt.

Der Weg Probezunähen oder Stoffe zu bewerben oder wasauchimmer, ist keiner für mich. Das war mir von Anfang an klar. Darüber werde ich demnächst noch schreiben. Also konnte ich mit diesen Frauen eben diesen Weg nicht mitgehen. Ich saß draußen und sah zu, wie sie, wie ich meine, aufhörten sie selber zu sein um einander immer ähnlicher zu werden.
Furchtbar!
Für mich.

Mich interessieren eben auch andere Dinge.

Ich weiß schon, viele sind ganz beglückt und schwärmen von ihren Facebook-Gruppen und Näh-Conventions etc. und irgendwie will ich ihnen das ja auch gönnen, aber ich habe sie einfach zu sehr vermisst. Wirklich!
Sie zu sehen, wie sie die x-te Version des aktuellsten T-Shirt-Schnitts in genau demselben Stoff, wie eben alle anderen auch, vorführen, habe ich nicht verkraftet.

Ich bin ehrlich. Ich war sehr traurig. Fragt Kathrin .. die habe ich damals ziemlich zugelabert. (inniglichsten Dank an dieser Stelle! Bussi)

Da ich aber nicht blogge um alle davon zu überzeugen, dass sie da was Falsches tun und dass eben mein Weg oder eben irgendein anderer Weg besser wäre .. vor allem für mich ;-) … musste ich erkennen, dass womöglich nicht diese Frauen einen anderen Weg eingeschlagen hatten, sondern vielmehr ICH.

Jeder darf sein wie er will - auch in der Bloggeria!

Durch diese Veränderung in der Bloggeria erkannte ich, war ich gezwungen zu erkennen, dass mein Weg eben ein anderer ist.
Und an genau diesem Punkt stehen, glaube ich, mehrere von euch. Oder standen.

Ich musste nachdenken, überlegen, akzeptieren, dass sich die Situation eben verändert hatte .. und zwar ohne, dass ich das wollte.

Ich halte ehrlich nicht viel von dieser Probenäherei und all dem Marketinghype zu irgendwelchen Stoffe etc. Das ist mir zu plump. Zu offensichtlich.
Aber es ist nun mal so.

Was ich getan habe?
Da es mich belastet hat, wie oben erwähnt, habe ich aufgehört ihre Blogs zu lesen.
So einfach, so schmerzhaft!
Es war schön dich gekannt zu haben. Bye!

Es ist ein wenig wie mit meinem Kleiderkasten .. ich habe jetzt nur mehr Lieblingsblogs! :-)

Ich bin mir völlig im Klaren darüber, dass es wohl in dieser Flut von Lemmingen auch eine Handvoll auch für mich noch interessanter Blogs gäbe, aber sie zu finden, sorry, dafür fehlt mir die Zeit und Muße.

Immer wieder stolpere ich über Beiträge zu diesem Thema, zuletzt hat die von mir sehr geschätzte Claudia dazu geschrieben (hier nachzulesen) und deswegen schreibe ich meine Version der Dinge heute hier für euch auf. Und da das ein gar nicht so kleiner Themenbereich ist, werden wohl noch ein paar Posts dazu folgen. Als Denkanstoß.

Gerne lese ich dazu eure Meinung.
die immer noch erstaunlich begeistert bloggt!
:-)
Dank euch!




21 Kommentare

  1. Ja, es ist so. Und seit dieser Hysterie um die DSGVO ist es noch trister geworden, eine ganze Reihe haben dicht gemacht, es wird weniger kommentiert, weniger gelesen. Aus der Nähbloggerszene bin ich ja schon lange gerutscht, da bin ich wohl zu wenig auf jeden neuen Hype aufgesprungen und habe mit meinen anderen Schwerpunkten genervt. Ich weiß es nicht...
    Viele, die ich auch wirklich schätze,, tummeln sich bei Instagram, auch welche, die ich persönlich kenne. Aber sorry: Für mich ist das nichts: ein Foto, 63 finden es gut oder so. Da fehlt mir der Tiefgang, der Austausch, was weiß ich.
    Ich habe mich noch einmal um den Datenschutz gekümmert, es wird weitergehen. Aber ich lass etwas die Flügel hängen.
    LG
    Astrid

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    1. Oh nein, kein Flügel hängen! Du bist ein selbstständiger Lichtblick!
      Hm, vielleicht muss ich dir das öfter mal um die Nase reiben! :-)
      GLG

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    2. Oh Astrid, nein, nicht Flügel hängen!!!! Hei ihr Näherinnen, liebe Susanne, ich kann da zwar kaum mitreden bei Probenähen und so weil ich super selten nähe (und mir meine Schnitte selber bastle, prööt) aber dass diverse Blogs zu Werbeveranstaltungen geworden sind, stößt mir schon lange auf. Bei Dir gefällts mir. Abendgruß vom Rhein, Eva

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  2. Zum Glück bloggst Du noch begeistert. Dein Blog ist einer der wenigen, der auch bei mir übrig geblieben ist. DANKE dafür.
    lg Heidemarie

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  3. Ich hadere zur Zeit auch mit mir! Und die neuen Datenschutzbestimmung machen es mir nicht einfacher...

    Ich nähe zwar zeitweilig mal zur Probe, aber nur bei wirklich ausgewählten Sachen, da mir eigentlich der Vorgang des Probenähens an sich viel Spaß macht. Aber selbst da scheint sich auch einiges verändert zu haben. Wenn die Leute während des Probenähen anfangen zu meckern, dass der erste Versuch nicht sofort perfekt passt...

    Und genau die Punkte die du nennst, sind die, die auch mir immer mehr aufstoßen. Es ist alles nur noch ein Einheitsbrei geworden. Da ich ja Blogs über Feedly lese, werden viele nur noch durchgescrollt, bzw. gar nicht erst mehr angeklickt...
    Ich habe manchmal das Gefühl nicht mehr hinterher zu kommen...

    Liebe Grüße Kristina

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    1. Die DSGVO macht mir ja weniger ... die Zeit möchte ich mir schon nehmen und Datenschutz ist mir auch echt wichtig, aber ich bin schon recht faul ....

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  4. Ja genau, irgendwie alles das gleiche. 27x der gleiche Stoff zu minimal anderen Schnitten vernäht, aber man ist ja sooo kreativ.
    Mir kommt vor die Nähwelt ist die neue Fashion-Welt geworden. Immer das neueste vom neuesten und Hauptsache angesagt.
    Ich hab vor fast 9 Jahren angefangen zu nähen um nicht wie die anderen zu sein, anscheinend ist das aber wieder unmodern geworden.

    Ich kommentiere leider mittlerweile auch viel zu wenig.
    LG Claudia

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    1. Du bist niemals und wirst wohl niemals sein wie die anderen!
      Das ist dann aber auch der anstrengendere Weg.

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  5. Ich stimme dir ja sowas von zu!
    Auch ich bin genervt von den Blogs, die nahezu zu Dauerwerbesendungen werden, und auch mich macht es traurig, dass Blogs, die ich früher gerne gelesen habe, auf diesen Zug aufgesprungen sind.
    Ich bin so hin-und hergerissen, ob ich selber noch weiter bloggen soll, oder dies ganze eh,en soll.
    Eigentlich macht es mir ja immer boch Spaß, auch, wenn ich schon echt abgespeckt habe...
    Wir werden sehen...

    Ich hoffe, du bleibst auch bei der Stange, ich würd dich echt vermissen.

    LG, Monika

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    1. Da musst du in dich gehen, ehrlich sein und wenn du es weitermachen willst, dann kannst du ja ein paar Vorzeichen ändern. Dann kommt der Spaß wieder!

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  6. Es gibt mittlerweile sehr viele Blogs. Seit dem ich dabei bin haben sich viele zu Werbe- und Verkaufsplatformen entwickelt, aber nicht alle gleich. Toll finde ich es nicht, verstehe es aber. Manche haben eben ihr Hobby zum Nebenverdienst gemacht. Ich bin auch bei manchem Probenden dabei, aber nicht um zu verkaufen sondern um für mich zu nähen und zu lernen. Dabei nähe ich nur das was ich auch so genäht hätte, denn nichts anders könnte ich auf dem Blog zeigen. Dabei bin ich ganz ich und hoffe dass man es auch beim lesen merkt(zumindest sagen das viele). Ich lese Blogs und das wirklich, nicht nur schnell Bilder gucken, und wenn mich was berührt kommentiere ich auch. Das gute bei der Vielfalt ist, dass für jeden Geschmack was dabei ist. Nur jemanden aufgeben nur weil er Probenden macht oder mal einen Stoff bekommt würde ich nicht sofort machen, es sind nicht alle gleich.
    Liebe Grüße,
    Lee

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    1. Manch oder viele Probenähenden, nähen aber nur mehr Probe. Nichts, nichts anderes ist mehr auf ihren Blogs zu finden. Keine eigenen Ideen mehr. So war es zumindest als ich beschlossen habe, mich davor zu schützen.
      Das ist ja auch okay für diese Frauen, mich hat es geschmerzt. Das habe ich erkannt.

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  7. Liebe Susanne, Du sprichst mir, wie so oft, aus dem Herzen. Mir geht es auch oft so, dass ich das Gefühl habe, dass es nur noch Blogposts mit *Werbung* gibt...Aber: Es gibt auch viele Blogs, die berühren, die den Horizont erweitern. Es ist nur, so wie Du auch schreibst, schwer, sie zu finden. Ich überlege gerade, ob man da was schaffen könnte, ne werbefreie Linkparty ins Leben rufen oder so. Darüber schreibe ich auch heute im Blog... Wenn Du ne Idee hast: Immer her damit. Liebste Grüße und Danke! Karin

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    1. Man müsste mal gemeinsam brainstormen .... :-)

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  8. Lustig, ich hatte bei meinem heutigen Blogpost zuerst im Titel (no Werbung) dazugeschrieben und das dann doch wieder gelöscht, weil ich zu bequem war eine lange Erklärung abzugeben, die eh nur die falschen lesen würden. Ich hab für mich das Thema Bloggen auch abgeschlossen, ich blogge nur noch für mich und meine Familie. Als Tagebuch, Erinnerung, Dokumentation.
    Weil es mir wirklich zu blöd geworden ist, auf jeder zweiten Seite (und das ist schon sehr niedrig geschätzt) nur mit Werbung belästigt zu werden.

    Ich musste allerdings erst die Stärke finden, dann eben auch nicht mehr gelesen zu werden (gar nicht so schlimm, wie ich dachte) und hin und wieder auch interessante Dinge zu verpassen.

    Alles hat eben seine Zeit und die geniale Anfangszeit der persönlichen wunderbaren Blogs ist anscheinend vorbei. Ausnahmen bestätigen die Regel. ;)

    Liebe Grüße
    Claudia

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    1. Ja, Claudia, Kraft kostet es, zu erkennen, dass die Leute das dann nicht mehr lesen.

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    2. Das glaub ich nicht. Die Leute lesen, aber halt nicht am PC sondern mobil und da ist ihnen das kommentieren zu unbequem. Soziale Medien haben das Herzerl; wobei man das weniger als "Gefällt mir" denn als "gelesen" interpretieren sollte. Mir gehts sogar am PC manchmal so dass ich mir einen Post zwar durchlese, eine Meinung dazu habe, aber halt an dem Tag schon zuviel gelabert hab und mich nur noch berieseln lassen will.
      Ich mag Deinen Blog. Und den "Professionellen" entfolge ich schmerzlos (bwz lösche sie aus meinem Reader).
      LG
      Martina

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  9. Ich bin durch die "this is not ok" Aktion auf deinen Blog gestoßen und dir seither treu geblieben (ich lese jeden Post, auch wenn ich nur sehr selten kommentiere). Ich mag Deine erfrischende "Andersartigkeit", du erweiterst echt meinen Horizont :-). Ich miste auch von Zeit zu Zeit Blogs aus. Leider haben viele meiner Lieblingsblogs aufgehört oder sind nur noch bei IG:-(

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  10. Liebe Susanne,
    solche Gedanken gehen mir auch immer wieder durch den Kopf. Ich bin ja erst viel später beim Bloggen eingestiegen: weil ich Blogs toll fand und so eine Vielfalt entdeckte. Und innerhalb kürzester Zeit vernähte so manche nur noch Werbestoffe, da rief ich dann die aktuellen Post gar nicht mehr auf. Bei Schnitten mag ich Probenähen sehr viel mehr - da habe ich mich manchmal gegen einen Schnitt entschieden. Ich selbst nähe nur noch für Schnittdesigner, wo ich Frau, Umgangston und Schnitte mag - da gibt es so große Unterschiede. Für manche ist die Probenäherin nur billige Arbeitskraft, für andere ist man ebenbürtige Partnerin - da bin ich sehr wählerisch geworden! Denn mein Blog bin ich - und nicht eine Werbeplattform für Stoffhändler. Da mag ich "Inhalt" und "tiefere Blicke" und nicht nur das allgemeine "ach, wie toll".
    Aber wie es weitergeht? Momentan habe ich das Gefühl, hauptsächlich die Kleinen verschwinden und die Werbetreibenden machen weiter.
    Schön, dass Du dabei bleibst!
    Liebe Grüße
    Ines (Nähzimmerplaudereien)

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