Freitag, 11. Mai 2018

gelesen KW 19 - Epigenetik

Heute wird es wieder richtig fest wissenschaftlich. Genetik, DNA, Vererbung.

Ihr wißt ja, wenn sich die DNA verändert = Mutation, dann verändert sich auch echt etwas. Schnabel, Krebs etc.
Aber es konnte nachgewiesen werden, dass man auch vererben kann ohne einer Mutation. Ich bezeichne es als Testphase 1 .. quasi. ;-)

Photo by Fernando Pelaez Cubas on Unsplash
Wovon rede ich hier?
Man konnte nachweisen, dass Menschen die ein Trauma erlebt haben (wie eine Hungersnot im Krieg), dieses an ihre Kinder und sogar an ihre Enkel weitergeben.
Das geschieht vermutlich über eine kleine Markierung an den Genen, die für das jeweilige Trauma relevant sind.
Das wäre bei einer Hungersnot die Aktivierung jener Gene, die notwendig sind um Nahrung möglichst effizient in Fett umzuwandeln. Eine Eigenschaft, die in der Notlage hilfreich sein kann und das Überleben sichern. 3 Generationen danach, so die Hungersnot eben nicht so lange dauert, hat das aber weniger Sinn.

Beweisen konnte man das bei Menschen deren Großeltern 1944/1945 eine Hungersnot im Krieg miterlebten. Die Enkel der Überlebenden haben heute ein deutlich höheres Risiko an Fettleibigkeit zu erkanken, als die durchschnittliche Bevölkerung.

Aber auch psychische Traumata können weitergegeben werden an eine Generation, die davon womöglich gar nichts mehr weiß. KZ-Insassen, Kriegsflüchtlinge. Ihre Kinder und Enkel weisen vermehrt Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf oder psychische Störungen, wie Depressionen.

Diese Markierung ist aber, im Gegensatz zur Mutation, nicht bleibend. Sie kann wieder rückgängig gemacht werden. Sogar schon in der Person, die das Trauma erleiden muß.
Dann wird nichts weitergegeben.

Photo by Chris Benson on Unsplash
Erschütternd fand ich die Erklärung, dass schwangere Frauen, die im Leibe ein Mädchen tragen ab einem bestimmten Entwicklungspunkt des Kindes, schon zur Zeit der Traumatisierung die Eizellen im Fötus genetisch markieren. Jene Eizellen im Fötus, die dereinst mal die Enkelkinder sein werden.
Nochmal langsam.
Wie ihr ja vielleicht noch wißt, kommen Frauen ja mit allen Eizellen, die im Laufe ihres Lebens in ihnen reifen werden, auf die Welt.
Diese Eizellen werden in einem bestimmten Stadium der Entwicklung angelegt. Noch im Bauch der Mutter.
Das bedeutet für eine Frau, die ihre Tochter in sich trägt und die dabei auf der Flucht ist, dass sie ihre potentiellen Enkel auch schon in sich trägt! Und dass sie so eben auch die Möglichkeit besitzt all diese Zellen (und am Ende das Leben der Menschen, die daraus entstehen) zu beeinflussen durch ebendiese Markierung der Gene.

Es bedeutet aber weiters auch, dass die bewußte Traumatisierung von Menschen auf der Flucht oder direkt vor Ort im Krieg selber einen Schaden verursacht, der weit über das hinaus reicht, was man bisher angenommen hatte.

Es macht einen nachdenken, darüber, was die eigenen Großeltern und Eltern alles erlebt haben ..


gelesen:
kostenpflichtig im National Geographic via blendle.


2 Kommentare

  1. Moin
    das ist mir tatsächlich ganz neu. Krass.
    Klar, man weiß, wie sich Frauen in der Schwangerschaft ernähren, dass das auf´s Kind übergeht. Aber so stark?

    Ich muss mal wieder mit der Mama und mit der Oma über ihre Schwangerschaften sprechen, für mich, für meine Kinder!

    LG
    Zottellotte Sonja

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  2. Das ist für mich irgendwie nicht neu, da selbst erfahren. Und prägt meine Einstellung zu Welt und meine oberste Prämisse für all mein politisches Tun. Da ist mir dann die reine Weltanschauung schnurz...
    Danke für diesen Hinweis! Der gehört manchen ins tumbe Hirn gehämmert...
    Dir alles Liebe!
    Astrid

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