Mittwoch, 31. Januar 2018

Stadt - Land .. mein Preptalk

Es ist doch nun mal so, dass ich ein bißchen zwischen Stadt und Landbewohnern vermitteln möchte. Denn, wie ich selber feststellen konnte, kennen wir einander kaum. Oder besser gesagt das Leben des jeweils anderen.
Und das führt zu einer Entfremdung, die ich gar nicht gut heißen kann. Ich persönlich habe 100 Fragen (und die meisten werde ich euch stellen) wie das denn nun so ist, wenn man nicht hier .. bei mir .. wohnt.


Womit ich schon bei meinem kleinen Dilemma bin. Ich wohne in Wien. Mittendrin. Und ich weiß, dass es in Wien Grätzl'n und Winkel gibt, die sich grundsätzlich von meinem Leben beträchtlich unterscheiden. Wien ist groß und vielfältig. Am Ende vom 17ten (Bezirk) ist es anders, ganz anders als drüben in Transdanubien, auch lebt es sich im 9. grundlegend anders als im 11.

Darüber werde ich euch in diesem Jahr auch einiges erzählen, abseits der Linkparty. Für dieselbe jedoch werde ich mich auf das Leben hier bei mir berufen. Auf der Wieden.

Die Wieden liegt mittendrin in Wien

Daher vorab eine kleiner Aufwärm-Vorbereitungspost über mein ganz persönliches Wien.

Ich wohne seit nunmehr 11 Jahren im 4. Bezirk in Wien. Davor war ich im 3. daheim. Davor schon mal im  4. und davor war ich "draußen". Ich bin im Bezirk Mödling aufgewachsen. Klassischer Wien-Speckgürtel.

Der 4. Bezirk heißt die Wieden, man lebt auf der Wieden. Nur damit mir das hier niemand falsch schreibt. Ganz schlimm, ehrlich. Die Wieden ist ein echter Innenstadtbezirk, soll heißen, viele Häuser auf wenig Platz, dazwischen Straßen, Straßen, Straßen. Grün gibt's, ist aber nicht allzu viel zu finden.

Für alle jene unter euch, die es weit und grün mögen: hier auf der Wieden leben 33.000 Menschen auf - festhalten - 1,8 km2. (und nur um euch so richtig blaß werden zu lassen: 1961 waren es 46.000!) Die Statistik Austria besagt, dass etwa 1.800 mehr Frauen als Männer hier leben, 65% der Häuser zwischen 1919 und 1944 gebaut wurden und daß 43% der Bevölkerung auf der Wieden einen Hochschulabschluß haben.
Alles klar?



Ja, ich sag's ganz geradeaus: dieses hier ist eine Besserverdienergegend. Die Ausländer hier bei mir sind tendenziell, aber nicht alle, aus Deutschland und den USA. Der Bezirk ist politisch klar auf der linken Hälfte positioniert. 

Ausgesucht habe ich mir die Wieden selber nicht. Ich war anfangs gar kein Fan von diesem Flecken Beton, aber nach 11 Jahren kenne ich eben auch die Stärken und nicht nur die Schwächen von meinem Winkel Wien. Und naja "es geht eh", sagt der Wiener.
Eben.



Extra erwähnenswert ist die Tatsache, dass ich mitten in einem Museum lebe. Ich habe es lange nicht gesehen, weil es irgendwie so normal ist, aber, mit etwas Abstand wird es schnell klar. Ich lebe in Gehdistanz zur gesamten Wiener Innenstadt. Keine der bekannten Sehenswürdigkeiten ist wirklich weit weg (Anmerkung: außer Schönbrunn). Die Menschen kommen aus aller Herren Länder hierher um sich all das anzuschauen, was rund um unser Leben hier so steht.

Man kommt nach Wien um sich den Ring, die Oper, den Stephansdom, die Hofburg, die Lipizzaner und wasweißichnochalles anzusehen. Da der 2. Weltkrieg glücklicherweise die Stadt zum größten Teil verschont hat, steht sie noch. Geplant wurde die Wiener Innenstadt als Hauptstadt eines Weltreiches. Sie ist eine Visitenkarte des alten Kaiserreiches. Das Reich ist nicht mehr, aber die Stadt .. sie ist noch da. Die Menschen sind gestorben, Neue sind gekommen und wieder gegangen und jetzt lebe eben auch ich hier.
2018 in Zeiten von amazon und iPhone lebe ich in einer Kaiserstadt.



Wenn ich mein Haus verlasse, werde ich regelmäßig von Touristen nach dem Weg gefragt (sie suchen dann immer den Naschmarkt :-)

Ich lebe in einem Museum und in einer Millionenstadt und ich werde euch ab morgen erzählen, wie das so ist.
Und ich erzähle euch das, damit ihr mir erzählt, wie es bei euch ist. Da frisst mich nämlich die Neugier. Denn es ist mit Sicherheit vieles so ganz anders. Manches leichter, manches schwieriger. Aber es ist Realität!



Dies ist kein Contest, kein Wettbewerb um das Wo-ist-es-besser,
nein, dies hier soll helfen das eigene Spektrum ein wenig zu erweitern.
Ich bin bereit. Morgen gibt es hier das erste Thema für euch!
Bis bald!



Dienstag, 30. Januar 2018

12tel Blick Jänner 2018

"Play to your strength", sagt Madeye Moody zu Harry Potter. "Nutze deine Stärke!"

Dieser Spruch pappt bei mir immer wieder auf und er war es auch, der eine entscheidende Rolle gespielt hat darin, wo sich mein 12tel - Blick Motiv für 2018 finden läßt.
Ich wollte Menschen, ich wollte ein wenig Grün .. dann wieder wollte ich etwas Anderes, etwas Besonderes, irgendwie vielleicht was mit ein wenig Schräg oder so.
In Wien findet man schließlich alles.

Und dann dachte ich mir: "Du bist keine Stadt eigentlich bist du ein Museum!" - so singen Wiener Blond über Wien (nachzuholen ganz unten im Post) und plötzlich war alles klar, alles ganz einfach. 
Es fühlte sich rund an, weich, gut .. ein bißchen nach warmer Apfelstrudel mit Schlagobers.



Das letzte Jahr ward ihr mit mir im Burggarten. Dieses Jahr ist es nun der Volksgarten. Und damit ihr erkennt, wie diese beiden "Gärten" miteinander verwoben sind, zunächst einmal ihre Lage in der Stadt.
Die beiden Gärten flankieren quasi den Heldenplatz.

Im Bild ist der Burggarten unten mittig im Bild (ihr könnt die Karte ja bewegen) ..



... links eher oben findet ihr den Volksgarten.

Beide Gärten wurden ursprünglich für die kaiserlichen Familie angelegt. Allerdings wurde der Volksgarten dann gleich von Anfang an öffentlich zugängig gemacht (das war 1823). Der erste öffentlich Garten in Wien! (ergo der Name)
Seine Anlage ist strikt geometrisch und der Theseus Tempel in der "Mitte" zeigt von seiner klassischen Gestaltung. Der Volksgarten wurde im Zuge des Ringstraßenbaus erweitert.

Zum Glück ist er so wie er ist heute noch da, denn ursprünglich war geplant den Heldenplatz zu spiegeln und diese gigantische Gebäudekurve gegenüber noch einmal zu bauen.
Das hat es dann aber doch nicht gespielt und so ist der Volksgarten nunmal so wie er heute ist. Ein Prachtexemplar an Kitsch, dem man sich nur sehr schwer entziehen kann.
Einen beträchtlichen Anteil an dieser Pracht haben die Rosen, die dem Park ihr ganz eigenes Flair verleihen.
Wenn ihr genau schaut auf meinem neuen Bild dann seht ihr rechterhand die in Kaffeesäcke gehüllten Rosenstöcke.
Und somit könnt ihr erahnen, was für Bilder euch da im kommenden Jahr noch erwarten. (hier ein Post von mir in der duftenden Saison :-)


Im Blick geradeaus seht ihr das Naturhistorische Museum, was ihr rechts nicht sehen könnt, ist das Parlament. Es ist da. Ich war dort! Im Rücken hat man (in meinem 12tel Blick das Burgtheater) Wie man sich auch dreht und wendet im Volksgarten ist immer ein Motiv im Blickfeld.


Der Volksgarten hat ein offenes Feeling. Er hat Himmel. Und das heißt was in meiner Stadt. Ich freue mich schon auf die Leute, die in ihm spazieren gehen werden, die Kinderwagerlschieber, die Rosenschnupperer und alle die, die sich auf die zuckersüßen Sesseln im Park setzen. (die sind jetzt noch im Winterschlaf)

Ich erwarte mir mehr Menschen als im Burggarten und fototechnisch bin ich ausnehmend neugierig. Wir werden mehr Farbe bekommen und ganz anderes Licht, weil der Burggarten ja im Schatten der Hofburg liegt. und der Volksgarten eben mit einem offenen Himmel und kaum Schatten ein ganz anderes Licht bieten kann. Das ist was Neues für mich also werde ich mich spielen :-)

Ich hoffe ihr könnt in meiner Wahl die Stärke erkennen, die ich meine zu sehen und freue mich auf 12mal Volksgarten mit euch!

Jetzt bin ich ja neugierig auf eure Bilder, eure Wahl und wer so aller mitmacht in diesem Jahr!




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Samstag, 27. Januar 2018

gelesen KW 4 - Frauenpower

Frau kommt ja zur Zeit zu der Meinung, dass sich da in Sachen Feminismus und Gleichberechtigung tatsächlich etwas tut. Also #metoo und timesup haben sich als haltbar erwiesen. Das sind keine Eintagsfliegen. Harvey Weinstein ist vom Erdboden verschluckt und dieser Arzt der Gymnastikmädels wandert geradlinig hinter Gitter.

Was mich aber überzeugt ist die Tatsache, dass all die Männer, die nicht solche Ä***** sind, die aber von dem Alltag, in dem wir Frauen seit jeher leben, nichts wussten, nichts geahnt haben, was mich hoffen läßt ist eben, dass diesen Männer im Zuge dieser Aktion die Augen geöffnet wurden. Das ist ein Wandel.

Photo by Matheus Ferrero on Unsplash

Klar gibt es sie, die Verweigerer, die Angsthaber, die, die Frauen gerne zurück in die 50er schicken wollen, aber ehrlich ... die Träume dieser Männer sind Vergangenheit und auf lange Sicht aussichtslos.

Woran man das erkennen kann?
Zum Teil an ganz banalen Dingen und dann wieder an großen Dingen.

Und hier spielt wieder Hollywood eine deutliche Rolle. Es ist der Spiegel und gleichzeitig der Blick in eine andere Zukunft.

Photo by Saksham Gangwar on Unsplash

So sind 2017 die 3 erfolgreichsten Filme des Jahres (also, die, die am meisten Cash eingebracht haben) alle solche, mit Frauen in der Hauptrolle.
Das gab's noch nie. Und um dieser Tatsache die Bedeutung zu geben, die ihr zusteht, möchte ich erwähnen, dass für gewöhnlich kaum Filme mit Frauen in der Hauptrolle gemacht werden. Sicher, es gibt die Girly-Movies. Liebesgeschichten, manchmal mit Humor, manchmal mit Drama. Aber praktisch alles andere wird mit Männern besetzt. Seit immer schon.

Deswegen ist es bemerkenswert, was da gerade vor sich geht.
Die 3 Filme von denen ich spreche sind:
- Star Wars - The Last Jedi
- Beauty and the Beast
und
- Wonder Woman

Photo by Jeremy Bishop on Unsplash

2 der Hauptrollen in diesen Filmen sind quasi oder tatsächlich Superhelden und das ist wirklich außergewöhnlich.
Und
es geht weiter so.

Denn 2018 werden weitere Filme folgen. Ihre Trailer sind bereits online. Die Werbemaschinerie läuft bereits. (Darunter ein Ocean's 8 Movie nur mit Frauen besetzt.:-)

Filme mit Frauen in der Hauptrolle funktionieren an den Kassen. Das kapiert die Filmindustrie gerade und wenn unsere fiktiven Helden weiblich werden, dann wird es auch akzeptabler, wenn sie es im echten Leben sind.

Wenn das nicht richtig gute Nachrichten sind.

Wir Menschen haben uns immer schon Geschichten erzählt.
Schon in den Höhlen.
Wir lieben Geschichten, wir identifizieren uns mit den Helden in unseren Geschichten.
Geschichten haben Macht über uns.
Ich finde es gut, wenn wir Frauen anfangen unsere eigenen Geschichten zu erzählen.

... und ich denke, das beginnt gerade.


Gelesen im Guardian hier und hier.

Mittwoch, 24. Januar 2018

Mein Schal

Neulich hatte ich noch Bedenken ob ich ihn denn überhaupt tragen werden können - diese Saison. Und dann war er RuckZuck fertig.
Weil er doch schon lang genug war. Ich hatte mich einfach verschätzt.
Soll vorkommen.

Und so sieht die Sache jetzt aus.
Ja, ich weiß, ich bin erdig in meinen Tönen. Ein bißchen mehr Farbe würde mir sogar selber gefallen, aber ich werde diese Saison nicht weiter einkaufen. Denn ich bin ganz okay ausgestattet und einkaufen nur so, weil halt .. will ich einfach nicht.


Ich zeige euch den Schal komplett mit Outfit, weil er halt so richtig gut in meine Garderobe passt.
Und meine Wintergarderobe war noch vor einem Jahr ... mäßig zufriedenstellend.
Deswegen bin ich da schon stolz drauf!

Und die Sache mit weiteren Farben in meinem Kleiderkasten, die überleg' ich mir noch!
Eine solide Basis habe ich ja jetzt.

fast komplett faires Outfit
Hose: selbergenäht
Pullover: hessnatur
Daunenjacke: Switcher
Schal: silbergestrickt




Montag, 22. Januar 2018

Offene Ohren 4 - Nessun dorma

Dieses Wochenende habe ich meinen Kindern die Opernarie der Opernarien vorgestellt. Mein Nachwuchs ist ja einigermaßen opernoffen. Aber ein Tenor im Vollgas, das muss so mancher erst mal verkraften lernen. Auch wenn's schlicht urmegageil ist! :-)

"Nessun dorma", ich sag's ehrlich, kennt ihr alle. Ich wage sogar zu behaupten, dass der Großteil von euch schon eine Träne gedrückt hat deswegen! Es ist die Arie des Kalaf (so heißt der halt) aus dem 2. Akt der Oper Turandot von Giacomo Puccini.
Soweit so für viele "wie bitte?".
Okay, das Stück ist aus einer Oper, hat sich aber verselbstständigt. Und das habe ich ihnen erzählt. Den Kids.

Poster der Uraufführung 1926

Hier für euch ein paar Highlights aus der Geschichte dieses Hitsongs, die ich den Kids mitgegeben habe:

Uraufführung: 1926 in Mailand - persönlich war ich überrascht, dass diese Oper doch recht "jung" ist.
Luciano Pavarotti entdeckt diese Arie für sich (er singt sie auch am besten). Durch ihn erreicht die Arie sehr viele Menschen und er auch viele Menschen durch sie.
Man könnte sagen Pavarotti - Nessun dorma, das ist wie Sinatra - My Way.
Alles klar? Jedes Konzert. Immer. Markenzeichen.
Und ich habe mir mehrere Versionen auf YouTube gegeben und sage ehrlich. Keiner kann's besser!

Dann kam die FussballWM 1990 in Italien. Und die 3 Tenöre (die Original 3 Tenöre Bitteschön, Placid Domingo, Jose Carreras und Luciano Pavarotti) hatten einen Auftritt. Nessun dorma erreichte 1 Milliarde Zuschauer.
Anmerkung: der Triumph-Ausruf am Ende der Arie "vincero" heißt ja auch "Ich werde siegen!"

2007 dann folgte der nächste Popularitätsschub. "Britain's Got Talent"und Paul Pott; ein englischer Handyverkäufer brachte die Arie einem Publikum nahe, das wohl sonst nicht so oft in die Oper geht. Sein Video auf YouTube wurde über 160 Millionen mal gesehen (Pavarotti kommt auf 17 Millionen). Was klar zeigt, dieser Song rockt.
Genau diese Aufnahme mit Paul Pott griff dann wiederum die Deutsche Telekom für einen Werbespot auf. Womit die Arie (und auch Paul Pott) eine Runde durch Deutschland drehte.

Hier noch kurz ein paar Gedanken zum Interpreten: Als Opernbesucherin habe ich die Erfahrung gemacht, dass ein richtig guter Tenor eine Arie singt, wie soll ich sagen, aus der Hüfte. Einfach so. Es soll ja ins Stück passen. Wenn er dabei aussieht als würde er am Häusl sitzen, hochroter Kopf, verkrampft am ganzen Körper, dann funktioniert das nicht mit der glaubhaften Liebeserklärung oder so...
Klar? In dem Video hier, sieht es die meiste Zeit so aus als würde Pavarotti Playback singen. Tut er aber nicht. In dieser Konzertfassung spielt er nicht viel, aber es ist klar, dass er könnte, soll heißen, dass er mit dem Singen nicht vollkörperlich überbeschäftigt ist ;-)
Der Klang der Stimme, tja, das ist dann wohl Geschmacksache. Unten füge ich euch ein paar Interpreten an, falls ihr eure Stimme suchen wollt. :-)

Meine Kinder haben ein Weilchen gebraucht, aber mittlerweile hat die Arie auch sie erobert.
Vincero!
Snief!

Ich wollte hier auf dem Blog Luciano Pavarotti teilen, aber leider gibt es da urheberrechtliche Probleme, also müßt ihr selber klicken. KLICK!
ES LOHNT SICH!


Wikipedia - Nessun dorma

Interpretationen:
Luciano Pavarotti
Paul Pott - Britain's got Talent
Andrea Bocelli
Fritz Wunderlich - "Keiner schlafe"

Werbung der Deutschen Telekom





Freitag, 19. Januar 2018

gesehen KW 3/ 2018 - Delphine

Diesmal wieder etwas Leichtes, etwas zum Lächeln, das einem zeigt, es gibt auch noch gute News. Auch wenn es um Delphine geht und diese Tiere gejagt und bedroht werden.
Es ist wunderbar ihnen zuzusehen und über sie zu lernen.

So konnte man belegen, dass Delphine sich im Spiegel selber erkennen. Was eine außergewöhnliche Gabe ist auf dieser Welt. Nur eine Handvoll Tiere sind dazu in der Lage.
Es ist traumhaft kurios zu sehen, wie ähnlich sie sich verhalten!



Und wenn wir gerade dabei sind. Offensichtlich finden nicht nur wir Delphine lustig und interessant. Nein, das verhält sich genauso auch andersrum! :-)


Ich weiß, es geschieht auch diese Woche viel zu viel in der Welt, aber trotzdem oder vielleicht sogar deswegen!

Delphine tun der Seele gut. 
Als Beweis schaut euch jedes Video 2 mal an!
Es funktioniert!
:-)

Dienstag, 16. Januar 2018

Wendejacke Doppelgänger

Heute zeige ich euch meine erste Wendejacke, die dazu komplett ein Nachbau ist. Nix Kreativität auf meiner Seite. Ganz "genau die"- Bestellung der kleinen Miss.
Also habe ich Stoffe gesucht und Wendezipp dazu und habe eine Wendejacke nach dem Tutorial von Nell genäht.


Und was soll ich sagen: Nix Kreativität schaut auch richtig gut aus! :-)

Auch was!

Schnittmuster: Bandito von Farbenmix
ziemlich genau so gesehen bei Nell


Freitag, 12. Januar 2018

gelesen KW 2 /2018 - Gerrymandering

Viel seltener als man gemeinhin so glaubt wird direkt gewählt. Soll heißen, die Anzahl der Stimmen  ergibt direkt den Prozentanteil im Endergebnis. In Österreich ist die einzige direkte Wahl die Bundespräsidentenwahl.
Bei allen andere Wahlen wird gerechnet, angerechnet, umgerechnet. Das hat so seine Gründe und scheint auch sinnvoll (wenngleich man es trotzdem erstmal verstehen sollte. Die ganzen Statistik Gründe warumwiesoweshalb .. aberwerwillsichdasschonantun!)

Photo by Arnaud Jaegers on Unsplash
Heute erkläre ich euch aber etwas, dass in den USA in den letzten 10 Jahren überhand genommen hat. Und zwar in einer Form, dass man von ernsthafter Demokratiegefährdung reden kann.

Es nennt sich Gerrymandering und ist der professionelle Ausdruck dafür, sich seine Wahlbezirke so zurechtzuzimmern, dass einem das Ergebnis entgegenkommt.

Photo by Courtney Hedger on Unsplash

Das Wahlmännersystem sagt euch ja wohl noch was. Jeder Bundesstaat in den USA sendet eine fixe Anzahl von Wahlmännern zur Präsidentenwahl und alle Wahlmänner eines Bundesstaates müssen den Vertreter jener Partei zum Präsidenten wählen, der im Bundesstaat die Mehrheit der Stimmen hat.

Wohl aber nicht die Mehrheit der Stimmen der Wähler, nein, die Mehrheit der gewonnen Bezirke.

Ein Bundesstaat wird demnach in Bezirke unterteilt. Das ist ja auch bei uns so üblich und wohl auch sinnvoll um den Aufwand überschaubar zu halten.
Aber wie werden diese Bezirke festgelegt bzw. von wem und wann?

In den Vereinigten Staaten erhält die Partei, die gerade an der Macht ist nach jeder Volkszählung (alle 10 Jahre) das Recht in dem jeweiligen Bundesstaat neue Grenzen für die Bezirke zu ziehen.
Das ist, wenn ich es richtig verstehe, schon immer so gewesen. Und natürlich haben beide Parteien versucht irgendwie Vorteil daraus zu ziehen.

Aber in den letzten Jahren hat die republikanische Partei der Demokratie gezeigt, wie man mit ihr spielen kann. Mitthilfe von BIG DATA und Computern haben sie in ihren Bundesstaaten teilweise skurrile Bezirke kreiert. Einzig mit dem Ziel deutlicher und womöglich sogar bei weniger absoluten Stimmen zu gewinnen und damit an der Macht zu bleiben.
Wenn ihr nicht genau versteht, wie das gehen soll. Hier ein 60 Sekunden Video, dass das Prinzip erklärt.


Wenn ich also die Bezirke geschickt manipuliere, kann ich einen Sieg von 56% (wenn also 44% auf die Demokraten entfallen) ...

hier am Beispiel Pennsylvania

.. in eine 13 von 18 Mehrheit verwandeln. (siehe unteres Bild) Wohlgemerkt, jeder dieser 13 Bezirke wird jetzt von einem Republikaner vertreten.


Das verzerrt das tatsächliche Wahlergebnis .. ich möchte sagen ins Groteske.

Also nochmal: ich will den Bundesstaat gewinnen und ich weiß, zum Beispiel, die Afro-Amerikaner, die wählen mich nicht, also muss ich dafür sorgen, dass entweder die Häuserblocks, in denen viele von ihnen wohnen, so auf Wahlbezirke aufgeteilt werden, dass diese Wählerstimmen einfach untergehen in der Anzahl meiner Wähler (das nennt man dann "cracking") oder, wenn es zu viele sind und sich das "cracking" nicht ausgeht, dann muss ich sie zu einem für mich Katastrophen - Bezirk zusammenfassen, sodaß ich halt diesen einen Wahlbezirk abschreiben muss (Fachausdruck dazu: "packing").

Wobei genau dieses, mein Beispiel, anhand der Hautfarbe zu sortieren, dann doch nicht erlaubt ist. Und trotzdem gab es einen Wahlbezirk in Florida, der genau das machte.



Arnold Schwarzenegger - an sich immer ein Republikaner - hat lautstark dagegen protestiert mit den Worten: "Es muss endlich Schluss damit sein, dass sich die Politiker ihre Wähler aussuchen und nicht die Wähler die Politiker!"

Wenn ich es richtig verstehe, haben sich die Republikaner mit dieser Methode die Mehrheiten im Kongress (Senat und Repräsentantenhaus) geholt. (nur kurz: der Kongress ist die Legislative in den Staaten, dort werden die bundesweiten Gesetze beschlossen.) Und wohl auch die 3 Millionen Stimmen, die Hillary Clinton mehr erhielt, scheinen zumindest teilweise vergerrymandert worden zu sein.

Um der Sache aber einen kleinen fiesen Twist am Ende zu geben, mache ich darauf aufmerksam, dass die absolute größte Mehrheit der Amerikaner aber GAR NICHT gewählt hat (also 2016). Gut 45% haben ihre Stimme gar nicht abgegeben. Und vom Rest hat der größere Teil auch nicht Trump gewählt und zwar nicht nur weil Hillary 3 Millionen Stimmen mehr bekommen hat. Nein, weil da ja noch ein paar weitere Kandidaten waren, was bei uns ja gar nie erwähnt wird. (genau Ergebnisse findet ihr hier)
Soll heißen: wenn ihr an irgendeine Tür klopft in den USA und fragt ob der- oder diejenige Trump gewählt hat, dann würdet ihr in über 3/4 der Fälle ein Nein erhalten.

:-)
Hm!

Womöglich ist dieser Post ein wenig wirr. Das mag am Thema oder an der Uhrzeit liegen (1.32 Uhr - Huch!) Aber für den Fall, dass diese Sache euch ein wenig den Glauben raubt an die Menschen und an die Chancen uns noch zu retten, häng' ich euch ein Ellen Video dran.
Alle Leute, die nicht mehr wissen wofür man eigentlich noch die Daumen drücken sollte, die kriegen von mir täglich 30 Minuten Ellen De Generes verschrieben!
Gern geschehen!





Hierzu habe ich viel gelesen und geschaut:
Verzerrte Demokratie - die Zeit
Gerrymandering  - Wikipedia
Der Preis des Irrsinns - Wiener Zeitung
Gerrymandering  - John Oliver (zumindest ein bißchen lustig :-)
Stacking, Cracking and Packing - Youtube Beitrag
Who are the Americans, who didn't vote for Trump - The Guardian

Die Bilder von Pennsylvania stammen aus dem John Oliver Video.

Angaben zur Karte von Florida: Von GIS (congressional districts, 2013) shapefile data was created by the United States Department of the Interior. 2: Data was rendered using ArcGIS® software by Esri. 3: File developed for use on Wikipedia and elsewhere by 7partparadigm. - GIS shapefile data created by the United States Department of the Interior, as part of the "1 Million Scale" geospatial data project. Retrieved from: http://nationalatlas.gov/atlasftp-1m.html?openChapters=#chpbound, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=31630118

Mittwoch, 10. Januar 2018

Stadt - Land .. Coming Soon

Wusstet ihr, dass Wien die zweitgrößte deutschsprachige Stadt der Welt ist? Nur Berlin ist größer bzw. hat mehr Einwohner. Nicht München, nicht Hamburg, nicht waseuchsonstnocheinfällt: Wien.

Ich persönlich fand das überraschend. Wien hat den Beigeschmack ein kleines Weltstädtchen zu sein. Immer ein bißchen abseits, immer ein bißchen im gestern.


Aber wir sind nunmal 1,8 Millionen Menschen, was, das muß man zugeben, einfach nicht mehr wenig ist. Und das sind nur jene, die IN der Stadt leben. Der Speckgürtel um Wien ist beachtlich und reicht bis ins nördliche Burgenland hinein. Wäre im Westen nicht der Wienerwald ... man wagt gar nicht daran zu denken.
Nun ja, warum schreibe ich das.

Wir, meine Familie, waren drei Sommer lang auf Österreichrundfahrt. Wir waren beinahe überall (verdammt geiles Land ganz nebenbei). Dabei haben wir versucht stets günstig, häufig auf Bauernhöfen, die Zimmer oder Apartments bieten, zu übernachten. Und da lernt man dann Leute kennen, die ihr Leben lang noch nie in Wien waren.


So haben wir uns mit einer Bergbauernfamilie unterhalten, deren Leben so ganz anders ist als unseres. Krass anders. Schön aber auch höllisch anstrengend. Und da haben wir etwas gehört, dass mir zu denken gab. Im lernenden Sinne.
Der Bauer dort sagte:
Okay, das scheint ja auch irgendwie logisch und verwirrend bewundernswert sowie gleichzeitig absurd verschreckend. 2 mal um die Ecke, echt? LINZ? (oh was bin ich für ein Snob!)



Dieser Satz bebte in mir nach. Lange Zeit. Dann kamen die Bundespräsidentenwahlen und die Landkarte, die das Ergebnis zeigte.
Die ländliche Gegend hatte Norbert Hofer gewählt, die Menschen in den Städten Alexander Van der Bellen. Und weil in den Städten und ihrer Umgebung eben mehr Wähler leben als am Land wurde Van der Bellen unser Präsident und das obwohl ganz Österreich blau aufleuchtete.
Der Gegensatz zwischen Stadt und Land besteht eben nicht nur in der unterschiedlichen Entwicklung des Orientierungssinns. Erinnert euch, auch der Brexit wurde am Land beschlossen.
Wir leben in einer Zeit, in der sich Stadt und Land auseinanderleben und doch gleichzeitig ganz fest aneinanderhängen.

Und es wird noch ein Stück weit politischer heute. Neulich im Zuge des Nationalratswahlkampfes ließ dann der H.C. die Bemerkung fallen, dass er (er kommt wohl aus dem 3. Bezirk) sich mittlerweile nachts nicht mehr über die Landstraßer Hauptstraße gehen traue.
Nun, einem Wiener gibt diese Aussage maximal dahingehend zu denken, was denn mit dem guten H.C. nicht stimmt. An der Landstraßer Hauptstraße kann es nämlich nicht liegen.
Warum sagt er so etwas?
Eh klar. Alles, was ein Politiker sagt, zielt auf eine Gruppe Menschen ab, die er für sich gewinnen will. Und es ist klar, dass Menschen, die nie in Wien waren und vermutlich von der Landstraßer Hauptstraße noch nie gehört haben, zumindest nachdenken darüber wie unsicher und gefährlich doch so eine Stadt ist.

Und wir reden hier von Wien!



Soweit so Stadt-Land. Ich bin ja der Meinung, jeder darf wählen, wen er will. Aber ich bin eben auch der Meinung, jeder sollte sich seine Meinung selber bilden (können). Also möglichst selber. Das ist nämlich heute schwerer als jemals zuvor. Es gibt einfach zuviel und zuviel manipulative Information. (und ich lese 2 Stunden Zeitung täglich).

Also will ich mit euch zusammen einen Beitrag leisten, der uns hilft gegenseitig zu verstehen, wie das Leben eben dort ist, wo man selber nicht lebt.
Es gibt nämlich einen Haufen Unterschiede, abseits von der Anzahl der Häuser pro km2.

Also werde ich jedes Monat ein Thema vorgeben und dazu selber einen Post zum Leben aus Wien schreiben. Der zweitgrößten deutschsprachigen Stadt der Welt.
Und ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mir dann erzählt, wie das so ist woanders zu leben. Am Land, in einer kleinen Stadt, in den Bergen, am See.
All das kenne nämlich ich nicht.
Und ich will verstehen, wie das ist. Nicht nur wegen der Politik, nein einfach so. Weil ich das wissen will, weil ich das spannend finde.
Ach, ich hätte Fragen über Fragen an euch alle!



Und wer von euch auch in einer Großstadt lebt (besonders auch in Wien). Super Bingo. Ich bin ja nur eine Person und meine Worte sind nicht die singuläre Wahrheit. Ich kann nur aus meiner Perspektive berichten. Jeder erlebt seine Stadt doch anders. Also her damit! Schreibt es nieder. Seid dabei!

Am 1. Februar werde ich das erste Thema bekannt geben und ich hoffe sehr,
dass ihr euch dafür interessiert und mitmachen werdet!

Montag, 8. Januar 2018

Auf den Nadeln - Jänner 2018


Ein guter Schal ist lang. Klar. 2mal rumwickeln plus solider Überhang. Mindestens. Wie lang ist das so? In Metern kann ich das nicht beantworten.

Ich beantworte diese Frage in Monaten und zwar abhängig von der Anzahl der anfallenden Auftrennmanöver!

So wie die Dinge zur Zeit stehen, kann ich sagen, daß ein guter Schal locker 2 Monate lang ist und dass dieser hier eigentlich schon fertig ist, hätte ich nicht einen kompletten Streifen wieder auftrennen (müssen), weil farblich ganz schlechtes Karma.

Das absolute Längendilemma sehe ich aber allmählich am Horizont aufstricken, denn der aktuelle Streifen ist bald fertig und halswickeltechnisch sind wir - also der Schal und ich - noch nicht im Optimum angekommen.

Seufz!


Also noch ein Streifen?
Erfahrungstechnisch führt dieser Streifen dann aber zu einer empfindlichen Längenzunahme von vermutlich gut 10 Monaten.
Warum kenn' ich mich nur so gut?
Naja, bisher sind die Nadeln ja noch nicht gefallen und es besteht daher so etwas wie Hoffnung an einem Wollfaden hängend.

Aufgegeben werden ja bekanntlich Briefe, oder so ...
Und was für ein Farbton? Der nächste Streifen, meine ich?
Ach, ich geh' jetzt mal kochen!



Anmerkung:
Das Muster kam letztes mal bei euch gut an. 2 re 2 li im 2-reihigen Wechsel. Simpel total. Mit dem genialen Effekt, dass sich das Teil dann nicht rollt. Sowas schönes Gerades habe ich noch nie gestrickt!


 
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