Dienstag, 21. November 2017

Re- und Upcycling im eigenen Kleiderkasten - fair me

Mein Kleiderkasten ist meine Schatzkammer bzw. wird er immer mehr dazu. Das liegt daran, dass ich einerseits ALLES rausgehaut habe, dass nicht unter dem Motto "Lieblingsteil" mithalten kann. Und liegt weiters daran, dass neu nur hinein darf, was ein potentielles Lieblingsteil ist!

So einfach.

Und dann gibt es da noch die Teile, die ich voriges Jahr nicht weggegeben habe, weil große Liebe. Die ich aber trotzdem nicht mehr tragen konnte, weil .. naja.

1. Der Mantel

Grün. Geniales grün, wie ich meine. An sich gut in Schuss das Teil, wo er doch nachweislich gut und gerne 10 Jahre alt ist.
Aber das Futter war total durch und in die Taschen konnte man auch nichts mehr geben, weil Loch und ach, war das mühsam.

Ich habe den Mantel zum Schneider gebracht. Ganz ehrlich zum einen trau' ich mir das nicht zu, das Ding selber zu füttern und zum anderen wollte ich es gar nicht selber machen.
Also habe ich in dieses Lieblingsteil investiert. Einmal Futter, einmal Schneider, einmal Reinigung.

Bingo! Grünes Lieblingsteil!


Mantel: mind. 13 Jahre alter Mantel, den ich letztes Jahr neu habe füttern lassen
Hose: selbstgenäht (mehr dazu hier)
Weste: Wollweste von hessnatur ... hab' ich dauernd an! Sollte mir wohl eine 2. zulegen.
Pullover: schwarzer Rolli in einer Boutique ums Eck erstanden - weil die zahlen nämlich ihre Steuern!
Tasche: selbstgenäht (mehr dazu hier)
Handschuhe: in einem kleinen Handschuhgeschäft im 7. Bezirk gekauft .. supernettes Gespräch und 1A Beratung dazu
Schal: alt, sehr alt
Schuhe: fair, bio und vegan - Ethletic Sneakers

Und dann war da noch:

2. Das Kleid

Ich erinnere mich noch als wär's gestern (so eine kitschige Phrase aber auch), da habe ich mir ein Kleid gekauft. Braun, klassisch, wunderbar lang, sehr feminin. Ich war unglaublich verliebt.
Gut und gerne 12 Jahre lang.
Getragen habe ich es doch einiges, aber die letzten Jahre dann nicht mehr so gerne. Oben saß das Kleid irgendwie nie super perfekt. Man brauchte immer eine Bluse drunter und naja, ich mag keine Blusen. Ergo gab's da immer ein Styling-Problem.

Und dann habe ich das Kleid vor ein paar Wochen einfach zum Rock ummodellieren lassen. Die Schneiderin bei mir ums Eck hat das 1A (Zipp im Rücken das Kleides) hingekriegt und der Rock ist nun perfektes Mitglied meiner Kleiderkastenschatzkammer. 40 € hat mich das gekostet. Den Saum hat sie auch gleich wieder fit gemacht (den habe ich jahrelang ignoriert - hmpf)


grüne Jacke: locker 16 Jahre alt, Herzensstück
Pullover: wie oben
Schal: wie oben
Handschuhe: wie oben
Rock: war mal ein Kleid
Schuhe: aus einer Boutique bei mir ums Eck. Die waren 50% Minus, sonst hätte ich sie mir nie geleistet. Kleiner italienischer Familien-Schuh-Betrieb (so sagte es die Dame im Geschäft) - auf jeden Fall, hat die kleine Boutique keine Vize-Firma im Paradise sondern zahlt ihren Beitrag.

Ich möchte euch mit diesem Post 2 Dinge zeigen:
Zum einen, dass es sich wirklich auszahlt den eigenen Kleiderkasten mal einer grundsoliden Ausräumung zu unterziehen (hier nachzulesen) und damit den Grundstock zu legen für eine echte GARDEROBE.

Und zum anderen will ich euch zeigen, wie man einkaufen kann - in meinem Fall halt NICHT in Ketten. Ich will, dass die Steuern, die ich bezahle, wenn ich etwas kaufe, eben auch an meinen Staat (weil der Staat bin ich ;-) abgeliefert werden. Das ist mir wirklich wichtig!
Da zahl' ich lieber 10 € mehr und unterstütze damit ein lokales Kleinunternehmen. Die 10€ kann ich mir leisten, weil ich generell nicht mehr viel einkaufe! :-)

Und speziell will ich euch zeigen, dass viele meiner Sachen schlicht alt sind. Aber gut in Schuss und irgendwie immer noch stylisch und cool genug!

Man muss nicht säckeweise Zeug kaufen gehen!
Es geht auch gut anders!
Nur so als Anregung!


Ich bestimme, was in meinen Kasten kommt!
Nur ich!


14 Kommentare

  1. Sehr konsequent! Und wirklich cool schaust du aus.
    LG
    Astrid

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  2. Ich habe ein Lieblingsteil, das ich nicht tragen kann, weil der Mantel nicht gefüttert ist (sowas idiotisches habe ich noch nie gekauft, der Mantel habe ich bestimmt 8Jahre jetzt) Seit Monaten überlege ich, ob ich das Futter da selber rein bekomme. Heute ist jetzt also der Tag, wo ich mich den widmen werde.
    Danke!
    Dein grüner Mantel ist wunderwunderschön!!!
    Herzlichst
    yase

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  3. Ich habe mich neulich selbst ertappt. Da habe ich nämlich eine Hose und eine Winterjacke zur Änderungsschneiderei gebracht weil bei beiden der Reißverschluss kaputt. Und da habe ich mich über mich selbst gewundert. Denn die Arbeit sollte 40 und 15 € kosten und ich dachte echt als erste "Ich dachte bei diesen Änderungsschneidereien sei es billiger." und dann als zweites "Die Jacke koste neu keine 40 €". Ich habe sie konsequenterweise trotzdem reparieren lassen, weil Müllvermeidung und beides super in Schuss (bis auf die Reißverschlüsse) und dann genauer über meine Gedanken nachgedacht. Warum glaube ich, dass mir jemand für quasi umme einen Reißverschluss einnähen sollte? Der muss genau wie ich seine Miete und Ausgaben zahlen und will davon Leben. Und warum finde ich es blöder, 40€ für eine Reparatur auszugeben als für eine neue Jacke wo die alte es noch tut. Sehr spannend.

    Ich finde es super, wie du deine Sachen lieber reparieren lässt anstatt einfach neu zu kaufen. Denn es ist heute ja wirklich einfach. Gefällt nicht mehr? Weg und neues kaufen.

    Liebe Grüße
    Janine

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    1. Ja, manchmal muss man sich an der Nase nehmen und die Dauerwerbewirkungen abdrehen. Wenn man es nicht selber machen will, muss man es bezahlen .. Punkt.

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    2. Hallo Janine!

      Je nachdem, was beim Zip kaputt ist, kann man einen Reißverschluss ohne einen neuen einzunähen wieder reparieren.

      Ich habe das auf meinem Blog gezeigt

      https://widerstandistzweckmaessig.wordpress.com/2015/12/01/fix-it-reparieren-ist-nachhaltig-9/

      Wenn der Schlitten nicht mehr funktioniert oder verloren gegangen ist, aber die Zähne noch ok sind, kann man einfach nur den Schlitten austauschen. Dauert keine 5 Minuten und kostet im Grunde nichts, wenn man einen alten passenden Zip hat.

      lg
      Maria

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  4. Am Sonntag habe ich festgestellt, dass meine Lieblingsjeans völlig zerschlissen im Schritt ist vom Fahradfahren und vermutlich Altersschwäche. Mal sehen, ob ich sie retten kann. Zumindest für den Alltag. Deine Geretteten sind wirklich schön. So weit wie Du bin ich noch nicht mit dem Schrank. Aber zumindest wird mittlerweile alles getragen, was drin ist. Und Neues kommt nur noch nach eingehender Eingangskontrolle hinein. Vielen Dank für Deine Anregungen, Mühe und Beharrlichkeit.

    Herzliche Grüße nach Österreich, Martina

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    1. Uh tote Lieblingsjeans habe ich hier auch ... im Schritt kaputt ist, soweit ich in meiner Verzweiflung recherchiert habe, nicht gut und vor allem nicht auf lange Dauer reparierbar ... SEUFZ!
      Mein Jeans-Dilemma!

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    2. Hallo Susanne!

      Vielleicht hilft Dir mein Reparaturtipp #5 dabei?

      https://widerstandistzweckmaessig.wordpress.com/2015/06/01/fix-it-reparieren-ist-nachhaltig-5/

      Auf diese Weise habe ich schon ganz viele Hosen meiner Kinder wieder geflickt!

      lg
      Maria

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  5. Gut, dass du mal ALTE Kleidung zeigst! Ich besitzte momentan keinen Wintermantel. Habe letzten Winter alle verschenkt. Nicht weil sie nicht mehr gut gewesen wären - im Gegenteil - aber ich werde da wohl nimmer reinschrumpfen.

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  6. Hallo Susanne!

    Das ist ja mal was, der Tipp zu einem Profi zu gehen um etwas zu reparieren auf einem Kreativblog ;-)

    Was ich super finde ist, dass Du zeigst, dass man nicht selber nähen können muss, um etwas zu reparieren. Es zahlt sich auch aus, in ein altes Teil noch einmal zu investieren.

    Wie Du weißt, sind Reparaturtipps ja ein Steckenpferd von mir und daher möchte ich Dich gerne einladen, den Beitrag auch bei meiner Linkparty "fix it - reparieren ist nachhaltig" zu verlinken. Würde mich sehr freuen!

    Danke für den tollen Beitrag!

    lg
    Maria

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  7. meine meinung zum mantel kennst du ja... :-)
    hammer!

    bussi, kathrin

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  8. Ja, so soll es sein!
    Mein Problem an der Sache ist nur, dass ich, bevor ich schwanger wurde und mit nähen begann, meine Garderobe massenweise mit Billigklamotten voll stopfte - ich nenne hier keine Namen - und eher selten zu qualitativ hochwertiger Ware griff. Geschweige denn daran dachte, dass Bio oder Fair Trade auch bei Kleidung Thema sein könnte.
    Die letzten Jahre war ich ehrlich kaum bis gar nicht shoppen - zu schwanger, zu dick, zu mollig, zu faul, zu bald eh wieder dick, zu depri, noch mehr zu faul...
    Ich bezweifle, dass meine Garderobe durch Reparaturen zu retten ist.
    Aber ich nehme deinen Tipp und guten Gedanken mit mir. Es ist genau so, wie ich gerne leben möchte. Bewusst, denn wen hat Verschwendung schon glücklich gemacht?
    Danke, für deine Gedanken, dein Schaffen und deine Gabe, Dinge zu bewegen. Sei es Multiplikationen, Lieblingsfilme oder ein Apell an die Menschichkeit, es sind Menschen - Blogger - wie du, die mich dazu gebracht haben, etwas tiefer zu blicken und nicht mehr wahllos durch die Gegend zu stapfen. Es fängt alles klein an.

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