Montag, 23. Oktober 2017

Das falsche Kleid - Es braucht Zeit

Iris Apfel ist 96 Jahre alt und ein Unikat. Sie trägt viel zu viel Schmuck (finde ich) und sieht wunderbar aus damit. Sie ist ziemlich bunt, ihre Lippen sind meist heftig rot und von ihrer Brille brauch' ich gar nicht erst anfangen.

Wenn es um Mode geht, um Stil genauer gesagt, dann weiß Iris wie der Hase läuft.
Und einige Dinge, die sie sagt, die kann frau sich wirklich zu Herzen nehmen.


Die letzten Wochen habe ich euch zugetextet, heute überlasse ich Iris das Wort. Einzig ein wenig die Übersetzerin gebe ich heute. Für den Fall.



... Ich glaube es war Chanel, die gesagt hat,
„nichts lässt eine Frau so alt aussehen, als, wenn sie verzweifelt versucht jung auszusehen“

Ich meine, du musst ja nicht in eine Grube fallen und aussehen wie ein altes fuddy-duddy, du solltest aber mit Sicherheit immer noch angemessen aussehen.

Und angemessen, das sag’ ich immer wieder, ist ein Wort, das wir aus unserem Lexikon gestrichen haben.
Leute tragen Turnkleidung auf einer Dinner-Party, es ist einfach lächerlich.

Ich arbeite an einem Buch - nur Gedanken zu einigen Themen.
Wie die Technologie das soziale und innere Leben der meisten jungen Menschen auf der Welt zerstört.
Was noch?
Ach, sie machen eine Barbie von mir. Was ich geradezu hysterisch finde!

Ich halte nicht viel von Social Media. Das ist mir zu neugierig. Ich verstehe nicht warum alle so interessiert daran sind, was die anderen genau jetzt gerade machen. Jede Minute. Was du zum Frühstück gegessen hast.
Das ist doch grauslich.

Ich meine, mir ist das Wurscht, was du gegessen hast und mit wem du geschlafen hast, du Glückliche.

Das ist doch eine enorme Zeitverschwendung und es scheint, als könnten die Leute nicht mehr ohne dem leben.
Ständig drücken sie auf irgendwelche Tasten und kriegen alle diese sinnlose Informationen.
Die Menschen sind so gleich geworden, das ist sehr fad.
Unterschiede sind viel interessanter.
Sei du selber! - Öffne deinen Kopf, wirf all diese Instrumente weg, lass nicht zu, dass sie dein Leben sind.

Es braucht Zeit und es ist ein Aufwand um zu wissen, wer man ist.

Ein großer Teil der Leute ist wohl einfach zu faul dafür, aber, wenn du weißt wer du bist und wenn du dich selber kennst, dann wirst du eben auch offen sein für allerlei wundervollen Erfahrungen.

Dann kannst du ein Mensch sein und nicht ein Lemming!

_______________________

Was würde passieren, wenn ihr euch jeden Tag 15 Minuten Zeit
nehmt um über euch - euch selber - nachzudenken. Einfach so?


PS: ich bin fast sicher, dass ihr nach einem Jahr anders gekleidet wärd .. und ich nehme mich da nicht aus! Was meint ihr?

Freitag, 20. Oktober 2017

gehört KW 41 - Sprache und Identität

Ui, das liest sich schwer als Überschrift. Identität ist so ein schwerer Begriff. Träge. Bleiern.

Dabei muss ich ehrlich zugeben, dass gerade für mich Sprache eine sehr wichtige Komponente geworden ist. Ich habe gelernt, durch das viele Schreiben auf dem Blog und auch durch das heftige Feedback auf die Videos wie sehr ich über meine Sprache identifiziert werde.

Photo by kazuend on Unsplash

"So wie du, so schreibst nur du" - habe ich schon öfter gehört.
Was lustig ist, denn ich finde, dass jede Bloggerin ihren eigenen Ton in der Sprache hat. Auch wenn ich noch keine Video dazu gesehen habe. Aber womöglich bin ich diesbezüglich halt schon sensibilisiert.

Vorgestern habe ich dazu eine Sendung im Radio gehört. Ö1 natürlich, bin ich versucht zu sagen. Es ging um Sprache, um Sprachen lernen und was die Sprache aus einem macht.

Drei Punkte sind mir dabei aufgefallen:

1. Flüchtlinge, die deutsch lernen sollen

Klar, das Thema ist heiß. Syrer und Afghanen sollen möglichst schnell unsere Sprache lernen. Dann können sie sich besser integrieren, dann fallen sie nicht so sehr auf.

Um eine Sprache möglichst schnell und auch möglichst gut zu lernen, muss man sie sprechen. Und zwar mit Menschen, die die Sprache beherrschen. Diese sollten zur Not langsam sprechen, niemals aber die Sprache versimplifizieren.
Also Deutsch pur. Alle Fälle, alle unregelmäßigen Verben. Groß und Kleinschreibung hört man ja zum Glück nicht. ;-)
Wenn man aber so viel eine neue Sprache spricht, also fast andauernd, hat das zwangsläufig zur Folge, dass man die eigene Sprache nicht mehr spricht.
Und das ist nicht gut.
Denn die Identität der Menschen hängt an ihrer Sprache. Wird man gezwungen die eigenen Sprache nicht mehr zu sprechen, fällt man nach einer Weile in ein Identitätsloch. Das gilt vor allem für Menschen, die alleine in einem Land sind.
Wenn ich mit niemandem mehr reden kann, so wie mir der Schnabel gewachsen ist, wer bin ich dann?
So in etwa.
Ein irgendwie logischer Gedanke. War mir aber bisher nicht bewußt.


2. Kinder, die 2sprachig aufwachsen

Ich lebe ja in einer Bobo-Gegend. Ich schreib' das hier mit liebevollem Augenzwinkern. Ich habe mit Erstaunen und Befremdung gesehen und gehört, wie Eltern im Kindergarten mit ihrem Nachwuchs beim Schuhanziehen englisch gesprochen haben. Englisch mit Akzent wohlgemerkt. Diese Leute waren keine Native Speaker. Sie waren Wiener, die auf der Welle des "ich bring mein Kind vorwärts" mitschwimmen wollten.
Es ist erwiesen, dass Kinder mehrsprachig aufwachsen können. Das schadet in keinster Weise. So denn ein paar grundlegende Eckpfeiler beachtet werden.

Eine Sprache zur Person.
Wenn also die Oma immer serbisch spricht, oder der Vater immer französisch, dann ist das gut so. Die Sprache wird dann gar nicht als Sprache mehr als Person wahrgenommen.
Wichtig dabei ist, dass über die Zeit, die Kinder die Sprache nicht nur von einer Person hören. Sie müssen regelmäßig auch andere Menschen serbisch bzw. französisch sprechen hören.

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Denn, und auch das ist logisch, sonst lernen sie die Sprache einer Person. Jeder hat, siehe mein Stil, seinen eigene Art Sprache zu nutzen. Hier ein kleiner Fallfehler (gute Güte, das mit dem Genitiv kriegt ja kaum einer hin ;-), dort ein falsch genutztes Vokabel (Birgit hatte da zum Beispiel ein Erlebnis mit dem Wort "behindert")

Ergo: besser nicht nur einer.

3. Sprache, Dialekte und Regionen

Und überhaupt: Hochdeutsch gibt es nicht. :-) Denn egal wo man hinfährt, alle zeigen auf einen und sagen du kommst aus - bitte einfügen!
Es gibt im Deutschen wohl ein paar Tausend Dialekte. Im Englischen auch und vermutlich auch in Schwedisch und in Finnisch und ... ja, bei Chinesisch weiß ich es sicher.

Dialekte haben ganz viel zu tun mit der Region aus der man kommt und somit - und dann sind wir wieder am Anfang - mit Identität.
Auch wenn ich mindestens 3 Arten von Wienerisch kenne und selber der Meinung bin, dass ich gar nicht so wienerisch klinge, so ist das für Leute von außerhalb doch meist recht eindeutig.
Was für mich allerdings ganz eindeutig ist, dass ich zu Wien gehöre. Das ist meine Stadt. Mein daheim. Die Sache mit der Identität ist völlig klar erkennbar für mich.
Und ab und zu, erkenne ich es auch in meiner Sprache. Es gibt Worte, die verwendet man nur hier in der Gegend und es fühlt sich gut an, wenn ich sie benutze.

Photo by Jezar on Unsplash

Und so ist es dann wohl auch mit all den Dialekten in den Tiroler Tälern oder oben am Meer in Ostfriesland (da hab' ich neulich ein sehr amüsantes Video gesehen. Ich verstehe ja kein einziges Wort - hier lang, wer sich ein Ohr voll geben will)

Man fühlt sich daheim, wenn man seine Farbvariante der eigenen Sprache benutzt.


Und dann gibt es da eine höchst eigene Variation in England.
Und das ist das Neue für mich.

In England gibt es eine eigene Art von Dialekt bzw. eben einen kein-Dialekt, die nicht mit einer Region sondern mit einer Gesellschaftsklasse identifiziert wird.

Wenn ein Kind ganz egal wo in England in eine Public-School geht (eine Privatschule wohlgemerkt - public ist da ein wenig irreführend), dann lernen alle diese Kinder das Englisch der Upper-Class. Alle diese Kinder sprechen eine eigene Sprache.
Und jeder in England kann diese Sprache erkennen und assoziiert sie mit Bildung-Reichtum-Adel etc.

Ich finde das einfach nur spooky!
Unheimlich.
Sprache kann auch richtig stark trennend wirken!

Da sage noch einmal jemand Sprache habe keine Macht über uns!

Ihr könnt die gesamte Sendung noch bis Mittwoch nachhören: Hier bei Ö1

Donnerstag, 19. Oktober 2017

Ankündigung: RESTE Treffen auf mamimade

Also ich weiß ja, da gibt es Facebook-Gruppen und Börsen und weißderKuckuck nicht was noch alles. Die sind nur dafür da, Stoffen, wie süßen, kleinen Haustieren, ein neues zu Hause zu vermitteln.

Aber ich bin nicht in solchen Gruppen und ich will damit jetzt auch nicht mehr anfangen. Ich betrachte mich am Ende meiner Dauerstoffkaufkarriere. Ich kaufe nur mehr sehr gezielt (also fast immer ;-), und auch, wenn ich regelmäßig ausgemistet habe und auch wenn ich im Vergleich kaum Stoffe daheim habe (JA, ich habe gesehen, was IHR so daheim habt, hehehehe). Also auch wenn ich längst nicht mehr die Mengen an Material daheim habe, so habe sogar ich Stoffe, die ich nie angerührt habe, oder solche, von denen ich einfach zu viel gekauft habe. Damals.

Und da dachte ich mir, weil, das habe ich mittlerweile beim Bloggen gelernt, dass es euch womöglich ähnlich geht.
:-)

Und deswegen werde ich demnächst hier am Blog eine Linkparty veranstalten mit dem Thema "Stoffreste - Abbau". Jede Bloggerin, die was loszuwerden hat, kann ihr Material abgelichtet mit Mengenangabe und gewünschtem Preis auf ihren Blog stellen und dann hier verlinken. Wenn wir dann alle gemeinsam posten und auf den sozialen Netzwerken teilen, dann sollten doch ein paar Stoffsucherinnen aufzuspüren sein. Soweit der Gedanke!

Genauere Angaben folgen nächste Woche, hier am Blog. Ich plane die ganze Geschichte so Mitte November. Ihr habt also noch Zeit eure Reserven zu durchforsten.

Dies hier ist nur eine Ankündigung/ VORWARNUNG!
Fragen und Ideen herzlich Willkommen!

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Zelda Shirt

Ich habe ja einen Sohn. Einen, der es gerne schlicht mag. Sehr schlicht. Shirts im Raglan werden favorisiert, die Farben stets dezent. Blau, grün, grau - das ist die gesamte Palette. Ja, er mag was drauf. Aber nicht groß. Groß geht nicht.
Klein, unauffällig und aus dem Leben. Klein aber wichtig quasi.

Ergo: Zelda - Breath of the Wild (Anmerkung: ein Consolen Spiel - Retro, wohlgemerkt!)
Wurde im Sommer gut, gerne und ausgiebig gespielt.
Ja, das geht auf ein Shirt.

Es erscheint mir jedesmal ein wenig übertrieben solch ein Shirt überhaupt im Blog zu zeigen und dann, ja dann denke ich mir ... womöglich hat ja noch jemand so ein Kind daheim. So eines, für das die gemusterten Stoffe total passé sind. Untragbar quasi. Aber trotzdem ein Kind, dass Kaufshirts nicht bevorzugen möchte. Und dann?
Eben.

Und deswegen zeige ich und werde ich weiter zeigen, was ich bei so engen Vorgaben noch hinbekomme. Denn, und das ist mir wichtig, ich finde dieserlei Shirts auch ziemlich ansprechend. Und wenn es ein Logo für Jane Austen gäbe, hätte ich ein Shirt mit Logo drauf. Fix.





Arbeitszeit:  2 h
Materialkosten:  ca. 20 €
Anzahl der benötigten Maschinen/Geräte: 5



Montag, 16. Oktober 2017

Das falsche Kleid 5 - Stellt euch vor ...

Folgendes Szenario: ihr seid Chef einer Modefirma. Ihr macht Bekleidung. Ihr lebt davon, dass sich die Menschen einkleiden. Mehrfach im Jahr. Am besten komplett, also einkleiden.

Was wäre wenn ..


Weiters stellt euch vor, der größte Teil eurer potentiellen Kunden hat in seinem Kleiderkasten alles was er oder sie braucht. Also soll heißen, die haben Schuhe, Jacken, Oberteile und Hosen und überhaupt so ziemlich alles.
Das eine oder andere Teil in ihrer Garderobe geht allmählich kaputt - also unreparierbar kaputt. Dieses eine Teil werden sie nachkaufen. Sonst nichts.

Photo by Bart LaRue on Unsplash

Diese deine Kunden brauchen nicht mehr viel. Sie haben einen Kleiderkasten, der gut gefüllt ist. In dem die Teile nicht nur gut kombinierbar sind, sondern auch noch den eigenen Typ unterstreichen und der Figur schmeicheln.
Sie sind zufrieden.

„Hm,“ denkst du dir, „Viel werde ich ja dann dieses Jahr nicht verkaufen.“

Stell dir weiters vor. Diese potentiellen Kunden würden nicht nur wissen, was ihnen steht und wieviel sie jeweils wovon benötigen, nein, stelle dir weiters vor, diese Kunden käuften auch noch Ware, die haltbar ist. Teile, die nicht nach zweimal waschen die Form verlieren oder die Farbe .. oder beides. Die haben Teile in ihrem  Sortiment, die sie 10 Jahre lang tragen!

Ein furchtbarer Gedanke für dich.

Photo by Crew on Unsplash
Und dann noch das:
stell’ dir vor, diese Menschen, geben dieses Wissen dann auch noch an ihre Kinder weiter. Sie erziehen ihre Kinder zu Menschen, die kaufen, was sie benötigen, was ihnen steht und was sie glücklich macht .. und nicht mehr.

Was tust du?

Sie dürfen nicht zufrieden sein


Nun zuerst mußt du dich von dem Schock erholen, den dieses Szenario für dich bedeutet ;-) und danach tust du alles menschenmögliche um die Wahrwerdung eines solchen Horrors zu verhindern.

Photo by Kris Atomic on Unsplash

Als erstes musst du dafür sorgen, dass sich die Menschen zu vergleichen anfangen. Am besten ist sie vergleichen sich mit Menschen, die schön sind und jung und vielleicht noch reich.
Denn Schönheit kann man frei definieren, jung bleiben kann niemand und reich sind nur die wenigsten.
Somit ist das erreichen eines solchen Ziels so gut wie unmöglich.

Also zeigst du den Menschen wannimmerdukannst dein illusionistisches Ziel. In jeder Zeitschrift, auf allen Webseiten, Blogs, Instagram-Accounts, in jedem Film, auf Plakaten, einfach überall.

Du kannst das „Vorbild“ auch per Photoshop verzerren, die Haut unnatürlich porenfrei gestalten, die Augen vergrößern. Tob’ dich ruhig aus!

Photo by Chris Barbalis on Unsplash
Und dann änderst du dieses Bild häufig und regelmäßig.

Das wird sie verwirren und sie werden unglücklich werden. Ihre Kleiderkästen werden ein Durcheinander an Teilen aus den verschiedenen Kollektionen in mäßig gut kombinierbaren Farben enthalten. Sie werden ständig einkaufen gehen um endlich einmal glücklich zu sein. Um sich einmal wieder wohl zu fühlen in ihrer zweiten Haut.
Sie werden mit der Zeit verlernen, was ihnen eigentlich steht und das Beste, dadurch, dass sie all das verlernt haben, können sie es auch nicht ihren Kindern beibringen .. deiner nächsten Generation an Kunden.


Alles, was du über Mode weißt, behältst du für dich. Auch wenn du weißt wie man übergewichtige, kleine oder besonders große Menschen anzieht, sodaß sie gut aussehen, so hängst du in deine Filialen nur Mode für dein Idealbild.
Du tust alles um zu verhindern, dass sich jemand dauerhaft wohlfühlt, denn dein Ziel heißt verkaufen, nicht glücklich machen.

Du produzierst irgendwo am Rande der westlichen Gesellschaft deine Ware - Hauptsache billig. Auf Qualität zu achten oder auf Dauerhaftigkeit sowohl im Stil als auch im Material würde dir nur schaden.

Wenn du dich auf diesen Weg konzentrierst, dann solltest du es schaffen, ausreichend und immer und immer wieder Kleidung an Leute zu verkaufen, die einen rammelbummelvollen Kleiderkasten haben. Voll mit Dingen, die ihnen nicht passen und die sie kaum anziehen.


Und jetzt .. jetzt stell' dir vor du bist nicht Chef einer Modefirma.
Stell' dir vor du bist eine Kundin!
Was tust du?


Alle Beiträge zu dieser Serie findet ihr hier:


Freitag, 13. Oktober 2017

gesehen KW 40 - Patrick Stewart entdeckt sich selber

Nachdem es ja in letzter Zeit hier am Blog eher ernst zur Sache geht, habe ich heute echten Trash für euch. Mist. Blödsinn.
Aber äußerst unterhaltsam.

Patrick Stewart und seine Frau waren unterschiedlicher Meinung in Bezug auf eine äußerst intime Kleinigkeit.


Man lernt nie aus! :-)
Habt ein unterhaltsames Wochenende!



Donnerstag, 12. Oktober 2017

Wollhose - meine kleine Garderobe

Seit etwas über einem Jahr betrachte ich meinen Kleiderkasten als meine kleine Schatzkammer. Da darf nur rein, was ich richtig gut finde! Meine Lebensqualität - kein Scherz - hat sich verbessert seither. Nicht nur, aber sicher auch deswegen.

Im Laufe des Sommers habe ich mir eingestanden, dass ich diese selbstgenähte Leinenhose so richtig, richtig gerne anhabe. Ja, dass ich mich so richtig gut fühle darin.

Und deswegen habe ich den Versuch gestartet, den Schnitt auch herbsttauglich zu machen. Also habe ich mir einen klassischen Wollstoff besorgt und mich darüber gewagt.


Im Po "hing" die Leinenhose ein wenig. Das wollte ich ändern, also habe ich das Schnittmuster etwas verändert. Ein bißchen zu herzhaft vielleicht (Gute Güte, es waren keine 2 Zentimeter!), aber ich setze darauf, dass der Stoff womöglich noch ein wenig nachgibt ;-)


Aber ganz grundsätzlich bin ich "beyond happy". Genau so etwas habe ich gesucht und gebraucht. Die Hose passt farblich in meine Herbstgarderobe. Was will ich mehr?
Naja, ich bin ehrlich. Ich habe meine Testjeans und diese Hose hier. Es wird Zeit für meine richtige, selbstgenähte Jeans. :-)

Aber meine Rockecke in der Herbstgarderobe die füllt sich auch höchst angenehm. Ich werde darüber berichten. :-)

Ich bin ja ein Jackenmensch. Soll heißen; ich habe kaum Hosen, eine kleine Auswahl an Röcken und ein paar Oberteile. Das, was ich habe, sind Jacken und Westen.
Und mittlerweile passt beinahe alles kreuz und quer irgendwie zusammen, was ich einfach nur URSUPER finde.


So kann's ruhig weitergehen!


Schnittmuster aus dem Buch "Nähen im japanischen Stil: 8 Grundschnitte für 25 Kleidungsstücke"
Stoff: Wollstoff Herringbone Brown vom Stoffsalon (selber gekauft)



Arbeitszeit:  2 h
Materialkosten:  ca. 24 €
Anzahl der benötigten Maschinen/Geräte: 2






Montag, 9. Oktober 2017

Das falsche Kleid 4 - Kinder und Kleidung


Photo by frank mckenna on Unsplash

Aus meiner Erfahrung als Mutter kann ich folgendes fix sagen:
Kinderkleidung muss vor allem eines sein: WASCHBAR!

Es schadet auch nicht, wenn sie aus Materialien besteht, die einigermaßen ROBUST sind.  Als Mutter wünsche ich mir weiters, dass meine Kinder in NATÜRLICHEN Materialien herumlaufen -soweit möglich (Thema: Regen!)

Die Stücke dürfen, das weiß ich sicher, nicht einschneiden oder kratzen! Kind muß darin auf Bäume kraxeln und bis in den Himmel schaukeln können. Hosen brauchen nicht vorab kaputt zu sein, das schaffen alle Kinder, die ich kenne, selber. Sandbestrahlung inklusive.
Shirts benötigen, solange die Kids weder schreiben noch lesen können, eigentlich keine Sprüche. Egal wie weise, egal wie lustig.

Die Kinder brauchen das nicht!

Photo by Max Goncharov on Unsplash

Die Sprüche auf Babystramplern sind für die Eltern! Das ist ja per se nichts schlechtes, denn Babies für die erschöpften Eltern anzuziehen um denen das Ertragen der anstrengenden Zeit durch ein Schmunzeln zu erleichtern, ist ja okay. Und hilft mit Sicherheit eben auch dem Baby.

Aber irgendwann oder womöglich auch von Anfang an, sollte man seine Kinder für die Kinder anziehen.

Kinder wissen eigentlich immer was sie wollen und vor allem ganz besonders, was sie NICHT wollen. Und das gilt auch für Kleidung.
Da gibt es Kinder, die ganz genaue Vorstellungen haben. Und das muss sich überhaupt nicht mit irgendetwas decken, das frau über Farbenlehre, Sinnhaftigkeit oder Temperatur-Anpassung gelernt hat. Das kann durchaus herausfordernd sein.

Und es gibt die, die sich bezüglich Kleidung praktisch überhaupt nicht äußern. Sie mögen nur die Etiketten nicht im Nacken, weil die kratzen.

Und dann gibt es zwischen diesen beiden Extremen eine unendlich Variation an zwischendurch-Typen. Kinder sind so vielfältig wie das Leben.

Wer seinem Kind den Raum läßt, wird beobachten können, wie sie sich entwickeln. Und das, bis zu einem gewissen Zeitpunkt, ohne sich viel von außen beeinflussen zu lassen.
Sie haben ihren eigenen Stil, ihren eigenen Kopf.

Geht man allerdings los und will für sein persönliches Unikum einkaufen, dann trifft man auf vorgefertigte Klischees im Kleiderformat. Die Modeindustrie ist, was die Aktualität ihrer Rollenbilder  anbelangt, so up-to-date wie Schubert in einem Rave-Club.
Was sie bieten sind Prinzessinnen und Superhelden. Aus.

... Kinder sind deutlich vielfältiger als das!
Sie sind Lausmädchen und Märchenbuben, alle sind sie Entdecker und alle haben sie ihre Theorien über wieso-weshalb-warum irgendwas.
Wenn man ihnen ihre Freiheit läßt, dann brauchen Kinder keine Modehäuser, die ihnen sagen, was sie anziehen müssen um sich wohl zu fühlen.
Denn Kinder wissen, worin sie sich wohlfühlen.

Anmerkung zum Bild: Bub oder Mädel? Egal. Aber 2 verschiedene Socken!
Photo by Clark Young on Unsplash

Geht man online oder auch real in ein Bekleidungsgeschäft, dann ist von alldem nur wenig zu sehen.
Wohlfühlen, sich selber darstellen, das ist nicht das Ziel der Modehäuser.

Wenn man die Augen öffnet, ist diese Masche sehr leicht zu durchschauen. Das zeigt in diesem Video die 8-jährige Daisy. Ihr reicht die öffentliche Dummdarstellerei von Mädchen. Sie hängt am Ende, die cooleren Bubenshirts hinüber in die Mädchenabteilung.
Tja.


Es gibt mittlerweile schon einige Labels, die geschlechtsneutrale Kleidung in der Kinderabteilung bieten.  Zu lesen in der Huffington Post oder hier in der Welt.
Ich habe sowas bisher noch nirgends gesehen.

Wenn mir auch der Schritt ein wenig radikal erscheint, also das Auflösen der Buben- und Mädchenabteilungen, so wünsche ich mir doch, dass sich die Modehäuser an die heutige Realität annähern. Das bedeutet eben auch Röcke mit Dinosauriern und Robotern und rosa Shirts für Buben (Männer tragen ja auch rosa Hemden!)
Es wäre doch interessant zu beobachten, wie und auch ob sich unsere Kinder verändern würden, würden die Modeketten dieser Welt aufhören sie in Prinzessinnen und Soldaten zu trennen.

Bis dahin bleibt nur das Nähen!


PS: Ich bin auf eure Meinungen gespannt! Ich mache mir meine gerade erst!


Alle Beiträge zu dieser Serie findet ihr hier:


Freitag, 6. Oktober 2017

gesehen KW 39 - Being Black

Vieles ist diese Woche wieder geschehen und vieles kann man daraus lernen. Oder zumindest über einiges einmal gründlich nachdenken.

Ich habe mich dafür entschieden euch heute einen Blick in die Welt der Schwarzen in den USA werfen zu lassen.
Ihr habt vermutlich gehört von dem Streit zwischen D.Trump und der NFL. Der National Football League. Die ganze Sache mit der Hymne vor dem Match und den Spielern, die sich dabei hinknien.
Und das missfällt dem Commander in Chief. Er twittert sich die Finger wund deswegen. (einer von vielen Artikeln dazu aus der Zeit)

Worum geht es denn dabei? Geht es wirklich um die Flagge?
Nein.
Es geht um Rassismus. Es geht um die vielen jungen Männer, die in den letzten Jahren von Polizisten erschossen wurden. Einige davon waren völlig unschuldig, sie sind am Ende nur gestorben, nein, sie sind am Ende nur getötet worden, weil ein Polizist seine Nerven nicht im Griff hatte.
Denn alle diese Männer waren von schwarzer Hautfarbe.


Colin Kaepernick war der Quaterback der San Francisco 49ers und er hat im vorigen Jahr einfach nicht mehr stolz in der Reihe stehen können. Während der Hymne. Als es wieder einmal passiert war.

Er blieb sitzen. Er saß während der Hymne einfach 2 Meter hinter den anderen auf der Bank.
Er hat das bei einem oder zwei Spielen so gemacht, bis ihn ein anderer Football Spieler und ehemaliger Soldat darauf aufmerksam gemacht hat, dass Soldaten auf Begräbnissen ihrer Kollegen aus Respekt vor dem Gefallenen vor der Flagge knien.
Also entschloß sich Colin zu knien.
Das war dann in den Medien und heute hat Colin Kaepernick (durchaus ein guter Quaterback) keinen Job mehr. Es ist ziemlich offensichtlich warum.

Aus dieser Situation heraus ist dieses ganze HickHack entstanden.
Was ich euch aber erzählen bzw. zeigen möchte ist, wie sehr diese Bedrohung durch die Polizei die dunkelhäutigen Menschen in den Staaten in ihrem Leben beeinflusst.

Die Mütter und ihre schwarzen Söhne

Da war zunächst einmal in einer Diskussionsrunde eine Moderatorin, die Söhne hat und die verzweifelt erzählte, wie sie ihrem 15 jährigen versuchte einzuhämmern, wie er sich zu verhalten hat, wenn er auf der Straße von einem Polizisten angehalten wird. In ihrer Stimme lag die pure Panik einer Mutter, die um das Leben ihres Kindes fürchtet.

Das gab mir zu denken.
Die Eltern von dunkelhäutigen, jungen Männern haben mit ihrem Nachwuchs "das Gespräch"!


Wenn schwarze Bürger auf der Straße mit ihrem Auto angehalten werden, dann ist das eine unglaublich streßige und extrem angstvolle Erfahrung.

In diesem Video bricht eine Frau einfach in Tränen aus, weil sie solche Angst hat, als der Polizist neben ihr am Auto steht. Einleitung dazu von Whoopi.


Große, schwarze Männer werden seit laaanger Zeit als Bedrohung betrachtet. Das hat auch ein NFL - Superstar neulich zu spüren bekommen. Michael Bennett - richtig groß, richtig stark und schwarz - wurde auf offener Straße festgenommen. Pistole an der Schläfe, am Boden liegend, den Fuß des Polizisten im Rücken. Das ganze Programm. Einfach so.
Es war abends und er war auf dem Heimweg. Das reicht! (gelesen in der Zeit)

Ich will hier gar nicht den Rassismus zum Thema machen. Es geht mir um die Menschen und die Wunden in den Seelen, die diese Situation reißt!

Es ist dann doch so, dass wir alle (und ich nehme da Europa nicht aus!) noch einiges zu erledigen haben. Was Vorurteile und das Erkennen der eigenen Privilegien geht. Und auf wessen Kosten das alles geht.

Gregg Popovich der Trainer der San Antonia Spurs hat es in einer Pressekonferenz zusammengefaßt, wie ich es so noch nie jemanden sagen hören habe.

"Wir wissen ja gar nicht, was es bedeutet weiß zu sein!"

Seine kleine Rede hat mich sehr berührt, das bebt noch in mir nach. Da kann man tief in die eigene Seele blicken und sich aufraffen mutig zu sein!

Zur Sicherheit habe ich es für euch rausgeschrieben und übersetzt:



"Offensichtlich, das wißt ihr, ist Rassismus der Elefant im Raum über den keiner spricht.
und wir alle wissen das.

Aber solange nicht darüber geredet wird - ununterbrochen wohlgemerkt -
wird es sich nicht verbessern.
die Menschen sind schon genervt: 
„Oh, das schon wieder! Sie ziehen schon wieder die Rassismus - Karte!
Warum müssen wird dauernd darüber reden?“

Weil es uns unangenehm ist!

Da muss ein unangenehmes Element im Diskurs sein, damit sich etwas ändern kann.
(Dann ist da was, das geändert gehört)
Ob das LGBT ist oder die Unterdrückung von Frauen oder Rassismus, egal was.
Die Menschen müssen sich unangenehm berührt fühlen.

Vor allem weiße Menschen, weil für uns alles angenehm ist.

Wir haben noch immer keine Ahnung, was es bedeutet weiß geboren worden zu sein.

......

Es ist schwer zu erkennen:
Ja, es ist als wärst du bei einem 100 Meter Rennen beim Start
schon an der 50 Meter Marke. Und du hast diesen Vorteil

ja, genau, WEIL DU WEIß GEBOREN WURDEST!

Du genießt Vorteile, die systemisch sind.
Kulturell und psychologisch sind sie da!
Sie wurden aufgebaut und einzementiert über Hunderte von Jahren.

Aber viele Menschen ertragen es nicht sich das einzugestehen.
Es ist zu schwierig.
Das ist nichts, das sie täglich vor Augen geführt haben wollen.
Menschen wollen ihre Position/ ihre Stellung behalten, ihren Status Quo.
Sie wollen das nicht aufgeben.

Aber bevor es nicht aufgeben wird, wird sich das Problem nicht lösen."


Und wenn auch nur eine von euch bis hierher gelesen hat und auch nur kurz darüber nachdenkt,
dann habe ich mein Ziel schon erreicht!


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Mittwoch, 4. Oktober 2017

Wir Mädels tragen daheim Socken - selbstgemacht

Vor einem Jahr habe ich mir ein paar Socken gestrickt - also eigentlich 2 Paar! Aber von dem grauen Garn hatte ich wegen der Handschuhe (hier nachzulesen) noch einiges über und als ich neulich abends gemütlich am Sofa sockte (alias hockte), da meinte die kleine Miss, ob man sowas auch in klein haben/machen könnte.

Und so kommt es, dass ihr hier jetzt ein Sockengruppenfoto vorfindet.
Ganz Familie quasi!

Montag, 2. Oktober 2017

Das falsche Kleid 3 - Kinder und Jugendliche

Der Grund, warum ich zu nähen begann, war, dass, als mein Sohn die Kleidergröße 86 hinter sich ließ, die Modebranche ihn zu einem Krieger machte. Nein, zu einem Soldaten. Gestern Bärlis, Pinguine, Bagger und Lokomotive und dann plötzlich Camouflage, Skelette, Batman und schwarz.


Das entsprach meinem Sohn damals gar nicht. Aber etwas anderes zu finden war richtig mühsam. Denn alles, einfach alles, war .. Werbung!

1. Unser Kind, das Werbeplakat

Damals fiel mir das erste mal auf, dass Kinder benutzt werden um Werbung zu machen. Bei den Buben ist es Batman, Spiderman, die Avengers, Star Wars, Darth Vader .. all diese martialischen Heldenstories, die ich ja per se sehr mag, aber muss das wirklich überall drauf sein. Mütze, Socken, Unterwäsche. Am Shirt auf den Hosentaschen und auf den Schuhen ... überall.

Bei den Mädels war es Hello Kitty .. überall. Die japanische Katze hing an beinahe jedem Haken im Kindergarten. Der Rest war Lillifee oder Minni Maus.


Ich habe keine Mutter getroffen, die das nicht nervig fand und trotzdem haben alle dafür Geld ausgegeben. Nur wenige konnten sich alternative Labels für diese Phase im Leben ihrer Kinder leisten. Denn schließlich tragen sie zu diesem Zeitpunkt die Teile ja nur ein paar Monate. Also werden Kinder zu kleinen, entzückenden Werbeplakaten gemacht. Denkt da jemand drüber nach?

Was macht das eigentlich mit einem Kind? Warum wird Kleidung und auch die Kinder hier so missbraucht?
Antwort: kleine Kinder sind sehr süß! Alle schauen kleine Kinder gerne an! Alle haben für den größten Teil der Zeit positive Gefühle, wenn sie kleine Kinder ansehen ... positives Branding quasi. Einverständnis der Eltern inklusive.

2. Unser Kind, das Klischee!

Womit wir schon bei den Stereotypen sind, die die Kleiderbranche für unsere Kinder so parat hat. Von den Farben, die den Geschlechtern zugewiesen werden bis hin zu den hautengen Glitzerjeans für 4 jährige Mädchen. Die Modebranche ist weder emanzipiert noch praktisch. Mädchen sind "Drama Queens" lieben rosa und haben einen Hang zur dauernden Unterkühlung.
Während die Buben kämpfen, die Welt retten und "Masterminds" sind. Beide Sprüche habe ich im letzten Jahr auf Kinderhirts gelesen.


Diese Rollenbilder sind nicht mal mehr aus diesem Jahrtausend. Totally "last season"! Die Kreativität der Modebranche ist, was das angeht, eher nicht so innovativ!

Sollte eure Tochter demnach im Alter von 3 Jahren auf dunkelblau stehen, dann wünsche ich euch viel Spaß dabei. 

Aber so richtig schlimm wird es, wenn eure Tochter größer wird bzw. älter ... so ab 8 Jahren in etwa wird sie nämlich allmählich zu einer "Professionellen"...


3. Unsere Töchter, die H****

Es gab da einen Phase, da mochte meine Tochter Röcke. Weite Röcke. So zum Drehen! Ihr wisst, wovon ich rede.
Ein guter Drehrock geht knapp übers Knie, weil dann dreht sich's halt so richtig gut! Wir haben geschaut, wir haben gesucht und am Ende habe ich genäht, denn es gibt keine Röcke für Mädchen, die bis zum Knie reichen.

Ausnahmslos alles ist kurz .. um nicht zu sagen zu kurz. Winterröcke aus leichtem Tüll, die gerade mal über den Po reichen, dazu Oberteile, die knapp und knackig sitzen.



Ich hab' das mal probiert und ein Top in Größe 122 von den Mädels genommen und bin damit rüber zur Bubenabteilung gegangen um zu vergleichen, ob die 122 dort in etwa so groß ist. Ahnt ihr es? Es war eine 110!

Wieso ist das so? Warum um alles in der Welt sollen Mädchen so furchtbar knappes Zeug am Körper tragen?

Die Antwort ahnt jede Mutter, die kurz in sich hineinhört:
Unsere Töchter werden zu sexuelle OBJEKTEN gemacht!

Anmerkung: das so auszuschreiben schmerzt. Aber es ist offensichtlich!


Es gibt keine Individualität, keinen Charakter und auch keine Persönlichkeit. Weder für Buben noch für Mädchen. Die Modebranche ist einfallslos und unkreativ. Sie wird zumindest keinem Kind gerecht, das ich kenne.

4. Schlank, rank und wunderschön

Erst letzte Woche habe ich wieder gelesen davon: In circa 20 Jahren haben die westlichen Länder ein reales Problem im Gesundheitswesen, weil ein beträchtlicher Anteil der dann 30 Jährigen an Diabetes leiden wird. Zusätzlich zu den Kosten für die Erkrankung wird, kommt noch der Ausfall an Arbeitskraft, weil diese jungen Menschen, unverhältnismäßig früh im Leben, schon sehr häufig krank sein werden.
Diese Generation ist jetzt so um die 10 Jahre alt und viele von ihnen sind schlicht zu dick. Falsche Ernährung und zuwenig Bewegung, so hört man.
Das ist aber hier und heute nicht das Thema. Das Thema ist die Mode und in diesem Fall, die Härte mit der die Modebranche diese Kinder ignoriert.


Googelt mal "Mode für dicke Kinder" oder "Kindermode XL" oder was euch freundlicher getextet dazu einfällt. Was ihr finden werdet ist, dass ihr nichts findet. 

Es gibt keine Plakate oder Beiträge dazu. Es gibt zwar ein paar Anzeigen, diese führen dann aber ins Leere. ES GIBT NIRGENDWO BILDER VON DICKEN KINDERN, DIE GUT ANGEZOGEN SIND!
Aber wäre nicht genau das enorm wichtig!
Als Vorbild, als Bestätigung quasi,  dass, wenn schon nicht schlank, so doch zumindest gut angezogen.
Gerade Jugendliche, die sich in der Pubertät mühsam selber finden/suchen, sollten sich doch wenigstens ordentlich anziehen können. Das wär' doch eine modische Herausforderung für die Branche! Abseits von Leggins und Sweatpants.
Warum ist da nichts?

Nun ja, auch diese Antwort ist bitter:
Dicke Kinder sind - für die Modebranche - nicht wertvoll!
Sie werden weggeschwiegen.
Das ist ein aktives aus-der-Gesellschaft-ausschließen.
Dicke Kinder gibt es nicht! - das sagen alle Modehäuser, die mir einfallen!
Da ist ihnen sogar das Geld wurscht, dass sie damit verdienen könnten.



Gegenkonzepte gegen all diesen Mist muss man suchen. Die Nachfrage nach Alternativen steigt zwar, aber der Großteil der Leute ist viel zu gestreßt sich damit auseinander zu setzen. Zu perfekt wird uns zu häufig das immergleiche Bild vorgehalten. "So ist es halt!" - geben die meisten ihren Widerstand auf bevor er begonnen hat.

Dabei kennen wir alle das gute Gefühl, wenn unsere Kleidung so richtig gut zu uns passt. In einer Welt voller Erfolgszwang und enormer Erwartungen an unsere Kinder, sollten wir nicht zumindest dafür sorgen, dass sie sich IN IHRER HAUT WOHLFÜHLEN?!

Denkt mal drüber nach!


Ich empfehle auch dazu den Beitrag von Birgit letzter Woche. Ihre Tochter ist für ihr Alter sehr groß und die Probleme, die damit einhergehen zwingen Birgit an die Nähmaschine. Im Geschäft findet sie nichts. Birgit ist in meinem Bekanntenkreis bei weitem nicht die einzige mit einem derartigen Problem!

Fotoquelle: unsplash

Sonntag, 1. Oktober 2017

Vienna my Love - Spaziergang durch den Burggarten im September

Wie schon gestern kurz erwähnt, bin ich diesmal an den Menschen picken geblieben.


In diesem Sinne
"mehr Mut zur Short" ;-)


 
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