Freitag, 22. September 2017

gelesen KW 37 - Wo sind denn nur die Fotografinnen

Ich bin ein Fan der Gleichberechtigung. Feministin, wenn ihr so wollt. Vor dem Wort fürchte ich mich nicht. Ich lese aufmerksam und ich lese oft davon, dass es nicht wirklich gut steht um die Frauen, um die Gleichheit der Geschlechter. Am deutlichsten wird das oft in den Kommentaren.


so gelesen in einem Artikel im Standard.
Das Thema:

Nikon bringt eine neue Kamera und findet auf der ganzen Welt nicht eine einzige Fotografin für eine Kampagne

- und die Kommentare dazu


Die japanische Firma Nikon konnte für den Release ihrer neuen Kamera nicht eine einzige Fotografin gewinnen. Sie bewerben ihre Kamera mit 32 männlichen Fotografen. Im Netz löste das Empörung aus und einen überschaubaren Shitstorm. Der Standard berichtete darüber.
Ungläubig und verdutzt reagierte frau auf diese Story. Schließlich haben wir 2017 und es gibt einen Haufen ausgezeichneter Fotografinnen
Das Magazin Mashable seinerseits rief interessierte Fotografinnen auf sich zu melden, die an sich bereit gewesen wären, teil einer solchen Kampagne zu sein. Und hatte 32 Damen an der Hand - in 10 Minuten. Alles Profis!
Die Sache per se ist .. sagen wir mal unangenehm. Die Kommentare zum Artikel waren allerdings entlarvend und zeigten auf, dass Gleichberechtigung und Gleichstellung für viele Leute noch nicht ganz ein Teil ihrer Gedankenwelt ist. Man ist ja an sich für 50/50, so liest man häufig, aber der Wirkung im Alltag sind sich viele Menschen nicht bewußt.
Das spiegelten die Kommentare ganz gut wieder.

Von
"Wegen sowas einen Shitstorm anfangen, Leidln, wo samma den bitte?"
über
es ist aufgabe von nikon dafür zu sorgen, gute produkte zu entwicken und zu liefern und sich nicht mit so einem mist abgeben zu müssen. 
und wenns lauder fotografinnen genommen hätten wärs mir auch wurscht gewesen.
bis hin zu
Wie fad kann einem sein, dass man sich wegen solchem Genderschwachsinn so reinsteigert. Werde diese Social Justice Warriors nie verstehen. Gleichberechtigung ist wichtig - aber es gibt wichtigere Stellen wo sie angewandt werden sollte.


By the way: der Equal Pay Day (also jener Tag ab dem Frauen in Österreich für den Rest des Jahres ohne Lohn arbeiten im Vergleich mit ihren männlichen Kollegen) ist dieses Jahr der 13. Oktober.

2 Tage vor der Wahl!
Das Thema ist allerdings im Wahlkampf keines!
Wäre das so, wenn es umgekehrt wäre?

Habt trotzdem ein schönes (in D ein interessantes) Wochenende! 


4 Kommentare

  1. Oh Susanne, da möchte ich mich gleich mit aufregen! Als Kundschaft sind wir Ihnen schon Recht, aber sonst. Und die Reaktionen auf Kritik hab ich so satt. Ein Glück, dass ich meinem Leben mich nur mit solchen wie dem Herrn K. umgebe. Auf den schoflen Rest der Mänberwelt habe ich keinen Bock mehr.
    Bon week-end!
    Astrid

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  2. Das Thema ist im Wahlkampf keines?
    Wenn ich mir die AfD so anschaue, dann ist das, neben den ach so bösen Flüchtlingen, leider genau deren Thema. Nur halt verkehrt herum.
    Und alle anderem mit dem Wahlkampfthema kommen halt nicht wirklich zu Wort.
    Linke, Grüne, SPD...
    In den Medien wird’s halt einfach ignoriert

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  3. Liebe Susanne, danke für deine Worte!
    Mich regt sowas extremst auf.
    Unlängst erwähnte ich mein altes Häuschen. Als ich es kaufen wollte, konntest du direkt eine wachsende Mauer der Ablehnung in der Bank, als ich einen Kredit für Teil der Kaufsumme nehmen wollte, sehen. Frau, ohne Mann??? Entsetzlich. Ich brauchte Monate, bis ich alle Banken in Wien und NÖ durchhatte und einen dann bekam. Wäre dort ein Mann mit meinem Gehalt, meinen Ersparnissen, wäre es kein Thema gewesen.
    Eine kleine Genugtuung an der Borniertheit manche Männer war, als ich neue Fenster bestellen wollte.
    Mein Vater war gerade bei mir, als der Vertreter kam und sein Angebot runterleierte. Nach kurzer Zeit, in der es sich immer an meinen Vater wendete und mich ignorierte, wies ich ihm darauf hin, dass ICH die Fenster bestellen und auch bezahlen möchte. Diese Information liess ihm kalt, denn danach drehte er mir sogar den Rücken zu. Ich liess ihm reden. Nach eine Stunde beendete er den Monolog und fragte den Papa, was er davon hält. Daraufhin fragte ich ihm, ob ihm es eingentlich nicht stört, dass mein Vater kein Deutsch spricht? Den Gesichtausdruck werden wir nie vergessen...
    Wenn es nicht zu weinen wäre, könnten wir darüber lachen.
    Denn wir haben bestimmt alle solche Erlebnisse.
    Liebe Grüße und ein wunderbares Wochenende,
    Magda

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