Freitag, 7. Juli 2017

gelesen KW 27 - Der Wald am Dach oder vom sauren Regen

Man kennt das ja vom Garten, von der Terrasse. Wenn da wo ein kleiner Spalt ist zwischen den Stein/Holzplatten, dann dauert es nicht lange und dann wächst da was. Klein. Grün. Überall.

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Nun gibt es dieses Phänomen aber nicht nur unten am Boden, nein, Grünzeug wächst auch schon mal auf Dächern. Zwischen Dachschindeln. So geschehen am Stephansdom. Der wurde gerade "gerodet". Seit es keinen sauren Regen mehr gibt, wächst und gedeiht es am Domdach nämlich ganz hervorragend. Eine 1,30m hohe Silberpappel hat man da herausgeholt, nebst allerlei anderem Gestrüpp.

Nun ist das Dach des Doms aber ausnehmend schräg, also spitz. Da kommt man nicht so simpel hin.
Und: das Dach des Doms ist riesig. Richtig richtig riesig. Mehr Feld als Garten. Unkrautjäten am Dom ist demnach ein anstrengendes Großprojekt.
Schmunzel trotzdem*

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So. Nun noch kurz zum sauren Regen. Das war ja mal ganz groß in den Nachrichten. Sauerer Regen und Waldsterben. Frau erinnert sich.

Prinzipiell ist Regen eigentlich, also chemisch gesehen, immer sauer. Das liegt daran, daß da nicht "nur" Wasser vom Himmel fällt, sondern eben daß dieses Wasser auf dem Weg nach unten CO2 (Kohlendioxid) aufnimmt. Das ergibt dann Kohlensäure. Keine starke Säure, nix dramatisches, aber reines Wasser ist es eben nicht. Und der pH Wert liegt dann bei 5,5 bis 5,7 (7 wäre neutral - falls das grad wer nicht bei der Hand hat).

In der Zeit vor dem Autokatalysator und den Filtern in den Fabriksschloten, war eine beachtliche Menge Stickoxide und Schwefeloxide in der Luft. Die entstehen bei unvollständigen Verbrennungen.


Stickoxide ergeben gelöst (über mehrere Schritte) Salpetersäure und Schwefeloxide verwandeln sich in Schwefelsäure.
2 ausnehmend unangenehme Säuren, die schon in niedriger Konzentration Schaden anrichten können. Ergo das Waldsterben.

Was lernt frau daraus?
Nun zum einen, es hilft tatsächlich: Umweltschutz kann etwas ändern
und zum anderen: wie immer hat jede Medaille zwei Seiten, sauberes Wasser führt dazu, dass das Leben an verschiedenen, auch sehr unüblichen, Plätzen lebenswert wird ...

... und dann hängen die Leute am Dach vom Dom und kratzen Grünzeug
aus den Ritzen ... so ist das!


Kleine chemische Anmerkung noch: Nebel kann noch mehr Säure aufnehmen als Regen und kann somit auch deutliche saurer werden ...


Gelesen bzw. nachgelesen hier:
ORF Wien
Wikipedia

4 Kommentare

  1. Saurer Regen und Waldsterben, das grosse Horrorszenario meiner Teenagerjahre.... Aha, und dem Umweltschutz verdanken wir jetzt also das jäten. Gut zu wissen 😉
    Der Beitrag gefällt mir, und ich bin froh, bin ich nicht Dachdecker und Gärtner!! Ich sage nur "Höhenangst"
    Herzlichst
    yase

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  2. Ach, die Pappel ist weg? Die fand ich so irre...
    Bon week-end!
    Astrid

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  3. Schräg ist eine süße Untertreibung für das Dach!

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  4. Schräg ist eine süße Untertreibung für das Dach!

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