Montag, 6. März 2017

Wien zum Hören

Gerade ist mir etwas Zauberhaftes passiert. Wir haben eine neue Therme (genauer ein Brennwertgerät) in unserer Altbauwohnung. Der Einbau war mühsam um nicht zu sagen anstrengend, nervig und kalt.
Jetzt sitzt das Ding (wackelt und hat Luft quasi) und heizt vor sich hin. Aber der Amtsschimmel parkt noch vor der Tür. Denn das Datenblatt, das mir der Installateur nach getaner Arbeit überreicht hat, benötigt der Rauchfangkehrer um den Endbericht erstellen zu können, den dann wiederum der Installateur an das Gaswerk senden muß.
Dann erst ist unser Gerät offiziell ein Mitglied unserer Familie.


Also habe ich heute brav angerufen .. beim Rauchfangkehrer, um einen Termin zu vereinbaren. Worauf mir die Frage gestellt wurde, wer denn den Endbericht bezahlen würde: wir oder die Hausverwaltung
Unnötig zu erwähnen, dass ich den Herrn von der Hausverwaltung nicht sofort telefonisch erreichen konnte. Also war ich kurz einkaufen, da ich heute ein Gastmädchen zur Übernachtung habe und der Kühlschrank, die Essenbestellung der 2 Prinzessinnen nicht freihaus liefern kann.

Danach habe ich die Hausverwaltung in Personam des Herrn XY am Draht gehabt und, Bingo, die Hausverwaltung bezahlt den Endbericht. Er versprach mir auch das e-mail dafür gleich im Anschluß an unser Telefonat an den Rauchfangkehrer zu senden.

Wie man diesem Bericht entnehmen kann, ist heute ein wunderbar normaler Tag. Die Wäsche will vom Wäscheständer genommen werden und die Küche von den Frühstücksresten befreit.

Aber das Zauberhafte war die Rauchfangkehrer-Telefon-Dame.
Ich hustete immer wieder, während unsere kurzen Unterhaltung und sie meinte:
"Oje. Verkühlt?"
Ich: "Nein, nicht wirklich. Ich huste die letzten Tage in der Früh einfach nur lästig rum!"
Sie darauf in höchst wienerischer Art  und ich danke ihr von Herzen:
"Sekant!"

SEKANT! :-)
Nun, wer die Tante Jolesch nicht gelesen hat und wer nicht vis-à-vis für gegenüber sagt, der wird sich wohl schwer tun damit, aber "sekant" ist ein wunderbares Wort.
Es bedeutet soviel wie "lästig", nur hat es einen noblen, genervten Unterton.

Nennt mich albern, nennt mich verrückt, aber mein Tag ist gerettet.
Sekant bau' ich demnächst öfter mal ein.
Dafür gibt es nämlich reichlich Gelegenheiten!
Habt einen wunderbaren Tag!

5 Kommentare

  1. Ja, für diese Vokabeln lieb ich euch ( Großmuttersprache***** )! Allerdings gibt es da durchaus Parallelen zum Kölsch, welches Dinge punktgenau ausdrücken kann, wenn das Hochdeutsch passen muss.
    Ein Hoch auf die kulturelle Vielfalt ( auch in unseren individuellen Lebensgeschichten )!
    GLG
    Astrid

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    1. Ich wußte, dass das dein Ding ist! Und danke, ja das Foto ist leiwand! :-)

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  2. Jaja. Imm schön freuen wenn man drüberstolpert. Österrechisch stirbt mit unserer Generation schön langsam aus fürchte ich.

    Beim Foto hats mich grissen! Ich muss gestehen ich war am Samstag in Wien. Ohne dich zu informieren. Hab genau das und Zwölftrilliarden andere Fotos gemacht. Bloß der Herr Goethe, der kam mir zu spät in den Sinn... in der U-Bahn am Weg zum Auto. Mann und Kind haben sich wehement gegen eine Extraringrunde gewehrt. Versteh das wer will!

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  3. Sekant hätte ich immer nur in Bezug auf Menschen verwendet. Wusste gar nicht, dass es auch allgemein verwendet wird. Bei uns Tirol ist das sowieso kaum im Sprachgebrauch vorhanden.
    Ich persönlich freue mich immer über ein "Hardigatti"
    Bu
    Bi

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Ich freu mich immer narrisch, wenn ihr euch Zeit für einen Kommentar nehmt!

 
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