Freitag, 31. März 2017

Gelesen KW 13 - eine ganz normal gewordene Woche

Diese Woche eine kurze Dramazusammenfassung aus den USA.


Schwiegersohn hat Bankdirektor getroffen:

Jared Kushner, Schwiegersohn und Senior Advisor to the President, hat sich während der Transition (Amtsübergabe) mit einem russischen Bankdirektor getroffen. Und zwar jener Putinnahen Bank, die von den USA mit Sanktionen belegt wurde. Also mit jemandem, der quasi auf einer schwarzen Liste steht.

CNN

Nunes redet zuerst mal mit dem Präsidenten.

Der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im Repräsentantenhaus Devin Nunes, der ebendiese mögliche russische Einflussnahme auf die Wahl untersuchen soll, lief mit brandheißer, neuer Information zuerst einmal direkt zum Präsidenten und erzählte ihm davon. Im Anschluß dann der Presse. Dem Geheimdienstausschuß aber nicht. Die erfuhren davon über die Nachrichten.

CNN
FAZ

Ivanka ist jetzt auch Assistentin.

Die Tochter des Präsidenten ist vor kurzem ins Weiße Haus gezogen, soll heißen sie hat dort jetzt ein Büro. Zudem erhielt sie eine Security Clearance, damit sie auch Geheimdokumente lesen darf. Kritik wurde laut, dass sie keinerlei Obrigkeit zugeteilt sei und somit auch nicht verpflichtet ist, sich an die Spielregeln zu halten.
Jetzt ist sie Assistant to the President.
Wer nicht weiß, was Nepotismus heißt, kann bei Wikipedia nachschlagen. Man stelle sich vor, Hillarys Tochter hätte ein Büro samt Job im Weißen Haus bekommen.

New York Times

Klimaschutz retour.

Trump glaubt ja nicht an den vom Menschen beeinflußten Klimawandel und deswegen hat er diese Woche ein Dekret unterschrieben, in dem er den Kongress beauftragt Schritt für Schritt Obamas Clean Power Plan aufzulösen. Dieser besagt, dass die USA beginnen auf erneuerbare Energien zu setzen (sanft wohlgemerkt) und steht auch dazu, dass die USA das Pariser Abkommen unterzeichnet haben.
Ach ja und die Kohle - Jobs will er auch wieder schaffen und das obwohl selbst die Kohlebosse sagen, diese Jobs sind weg und überholt, so einfach nicht mehr zu schaffen. Weil sich das Feld geändert hat und die menschliche Arbeit im Wettbewerb mit Solar & Co. auf die Dauer zu teuer ist.

New York Times

Datenverkauf im Internet erlaubt.

Und zu guter letzt (welch grausamer Sarkasmus), wird es demnächst Internetfirmen erlaubt sein (in den USA), mit dem gesammelten Daten der Browser History eines jeden Amerikaners Geld zu verdienen - sprich die Browser History weiterzuverkaufen.
(Anmerkung Browser History: dein Internetbrowser speichert ja, auf welchen Seiten du dich so rumtreibst).
Würde bedeuten: jeder könnte sich die Daten kaufen. Einfach so.

Es sammeln sich Anleitungen, wie man sich - zumindest ein wenig - schützen kann auf einigen amerikanischen Seiten.

New York Times
Washington Post



Und das sind nur die Themen, die mir so adhoc eingefallen. Armes Amerika .. Eine Woche!
In einer Woche. Das gibt einem schon gewaltig zu denken.

Man sollte sich genau überlegen, wem man seine Stimme gibt, und ganz besonders als FRAU.

Dieser Tweet einer Senatorin zeigt die Sitzung, in der über die Gesundheitsversorgung in ihrem Land entschieden wurde. Auch über Mutterschutz, Abtreibung und Vorsorgeuntersuchungen während der Schwangerschaft .. ratet mal .. nicht eine Frau ist auf dem Bild.



Und wer sich von den Populisten mit Fake News und "versehentlich" geteilten Falschinfos fangen läßt und irgendwann anfängt zu denken, dass ein wenig mehr "großer, starker Mann" - Qualitäten doch dem Land ganz gut täten, dem lege ich dieses Stück Musik ans Herz.



Weil sonst hat man da nicht so viel zum Schmunzeln zur Zeit!
Habt ein wunderbares WE!



1 Kommentar

  1. Da hast du ja mal komprimiert, was man andernorts Tag für Tag erlesen muss. Ich bin manchmal nur noch gelähmt... ( Habe heute noch einen irgendwie verwandten Post ).
    Am schlimmsten ist die Männerversammlung. Wir werden langsam wieder zum Weib des Menschen. Und über unseren Körper bestimmen wieder die Männer mit ihren Gesetzen. ( Wie kann man nur so verpeilt sein, Mädels! )
    Hoffentlich lernen wir in good old Europe etwas dazu angesichts dieser populistischen Auswüchse!
    Herzlichst
    Astrid

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