Mittwoch, 30. November 2016

Nickijacke - das Ersatzteil

Vorweihnachtszeit, 2 Kinder, 2 Katzen, 1 Haushalt, 1 Waschmaschine. Was soll ich sagen. Ach, ich sag' nix. Ich weiß ihr wißt wie es mir geht.

TROTZDEM habe ich die Jacke fertiggestellt, von der ich euch hier ja schon erzählt habe. Ich habe kein Nähzimmer, keine Nähecke. Ich räume jedes mal alles wieder weg, was ich so zum Nähen benötige. Die Stundenpläne der Kinder sind dieses Jahr freundlicherweise so getimet (gesprochen: "getaimt"), dass meine Nähzeitmöglichkeiten auf ca. 20 Minuten am Tag reduziert sind.
Ich könnte natürlich um 5 Uhr aufstehen. Ich könnte natürlich um 23 Uhr weiternähen. Es ist aber nun mal so, dass ich das nicht will. Um 5 Uhr schlafe ich, um 23 Uhr ist Pärchenzeit. Beides ist mir ausgesprochen heilig.

Na und.
Dauert's halt. Wenn das Ergebnis passt, ist's doch wurscht.
Bekannterweise kräht später kein Hahn mehr danach.
Und ich meine, das Ergebnis passt!
Hier kräht nämlich niemand!
;-)





Arbeitszeit: ca. 4,5 h 
Materialkosten: ca.  50 €
Anzahl der benötigten Maschinen/Geräte:3





Dienstag, 22. November 2016

Das Pflasterdilemma und die Gilmore Girls

Ich bin wieder fit. Der große blaue Fleck ist weg. Schmerzen hatte ich sowieso, abgesehen von den Koliken, nie so wirklich, aber ...
Ich hatte eine ausgesprochen unnötige Erfahrung mit Pflastern. Es stellt sich nämlich heraus, dass frau Pflaster am Finger deutlich besser verträgt als auf dem Bauch. Zieht man sie nämlich von dort genauso runter wie von einem angekratzten Daumen, dann kommt die Haut gleich mit.
Ausgesprochen unangenehm!
So eine Brandblasensammlung in unmittelbarer Wundnähe vereinfacht das Verbinden und Pflegen des eigentlichen Genesungsmittelpunkts nicht wirklich.
Was habe ich geflucht!

Aber abgesehen davon war es wohl das, was man auf der Skala des Leidens, einen Spaziergang nennt. Die Herausforderung bestand eindeutig darin, nicht aufzustehen, nicht Blumentöpfe vom Garten in die Wohnung zu tragen, nicht die Küche umzubauen, nicht nicht nicht.

Und da ich mich kenne, habe ich mich mit Strickzeug und allen Staffeln Gilmore Girls (ich bin noch nicht durch) ans Sofa genagelt. Da in den nächsten Tagen neue Folgen auf Netflix veröffentlicht werden und ich ernsthaft mit dem Gedanken spiele mir dafür den Gratismonat (und dann wieder raus!) zu genehmigen, lag es nahe die Geschichte dem Gehirne wieder in Erinnerung zu rufen. Wo es doch echten Sitz-still-Bedarf gab.


Auf jeden Fall gebe ich hiermit öffentlich Entwarnung. Ich bin wieder okay. Nur Sport mache ich noch nicht. Da sagt mir mein Körper: "1 vielleicht 2 Wochen noch, Süße, dann ist alles paletti!"
Und natürlich führt das dazu, dass ich noch nie in meinem Leben so wahnsinnig dringend Laufen gehen wollte.

Der Mensch ist ein wandelndes Paradoxon!




Montag, 21. November 2016

Vermisst - Verloren - Herzweh

Es musste ja mal kommen. Naturgesetz. Und doch trifft es eine wie mich mitten ins Herz. Wovon ich rede? Die kleine Miss hat vor ein paar Monaten diese Jacke liegengelassen im ORF Funkhaus in der Argentinierstraße (Okay, wenn schon verlieren, dann wenigstens an einem kultigen Ort! Trotzdem! Autsch!)
Nachgefragt, Foto hinterlegt - weg!
Ich habe Monate gebraucht um es zu akzeptieren. Gute Güte, bin ich eine Gluckerl. Ich könnte kein Maler sein, der seine Bilder verkauft. Gebrauchtes, das den Kids nicht mehr passt, ist ja etwas anderes. Diese Dinge suchen eigentlich ein weiteres Leben. Das krieg' ich hin. Scheint emotional logisch.
Aber einfach "aus dem Leben gerissen". Nein. Geht gar nicht! Schmerzen! Trauer! Uff!


Soweit so furchtbar! Aber nicht nur, dass das gute Teil jetzt eben weg ist, nein, es reißt auch eine Lücke in die Garderobe. Danke sehr!
Nun schieße ich aber keine Jacken aus der Hüfte, weil Zipp. Klar? Ich habe kein alle-Längen-alle-Farben-Zipp-Lager, nein, ich plane Jacken.
Stoffauswahl first, dann Kontrast-Bündchen-Farbenwahl (das schreibt sich hier so locker .. isesabernich!). Dazu kommt, dass mein Stofflager beinahe in einen Schuhkarton passt (ich weiß, total untypisch für die "SZENE", aber wer kein Platz hat, muss halt .. ehschonwissen).

Langes Getippe kurzer Sinn - sowas dauert! Wenn man dann noch den obern erwähnten Verlust verarbeiten muss, ist es ja total logisch, dass ich jetzt kurz davor stehe den, an sich dringend benötigten, Ersatz zu nähen.

So weit bin ich schon!

Blau ist das neue grün. (nein, nicht politisch!) Dem Stoff bin ich aus Sentimentalität treu geblieben (und weil die Miss es so wollte). Was genau wie wird, ist noch völlig offen. Ich habe gekramt in meinem kleinen Stoffkisti und das ist was ich aufbieten kann.
Bandito kann kommen!



Freitag, 18. November 2016

Offene Ohren 2 - Dornröschen / Tschaikowski / Lana del Rey

Zugegeben dieses Musikstück ist jetzt keine Herausforderung fürs Ohr. Tchaikovsky geht halt immer locker rein. Auch wenn man kein klassisch geschultes Gehör hat, aber trotzdem dieses Stück hat eine zu gute Geschichte. Deswegen muss es.
Punkt :-)

Diese Stück Musik hat bei mir 3 Stationen. Es ist eine Reise durch die Zeit .. quasi mit Dornröschen.

1. Station: geschrieben hat den Dornröschen Walzer (und um den ging es diesmal) Pjotr Iljitsch Tschaikowski. Das Stück ist aus einem Ballett, das die Dornröschen - Geschichte erzählt. Tschaikowski war Russe. In Russland war Ballett immer schon eine ganz große Sache. Er selber fand, Dornröschen sei sein bestes Ballett gewesen. Wann das war? 1890. Das Stück ist also über 120 Jahre alt. Unser Haus auch .. in etwa!

Sleeping beauty cast.jpg
Bildquelle: Wikipedia
2. Station:
Walt Disney hat 1959 einen Dornröschen - Film veröffentlicht. DEN Dornröschen-Film schlechthin. Ganz Kitsch. Dieses Dornröschen gibt es als Barbie-Puppe. Auch in diesem Film kommt der Tschaikowski - Walzer vor.
Wir haben diesen Film mal geschaut. Aus heutiger Sicht ist er wohl ein wenig alt - also im Stil, wie die Geschichte erzählt wird. Aber dieser Film ist ein Klassiker. Er ist berühmt! (Wichtig ;-)
Der Walzer wird hier gesungen - bezaubernd gesungen!



3. Station:
So und jetzt hole ich für die Eltern ein wenig aus.
Im englischsprachigen Raum ist die böse Hexe aus genau diesem Film noch berühmter und noch "beliebter", als Dornröschen. Maleficent, ist die ideale, böse Hexe. Und, und das ist beachtlich, Maleficent ist verteufelt elegant und sieht eigentlich erstaunlich gut aus. Also für eine Hexe!
In den USA ist Maleficent eine Kultfigur. Zu Halloween ist sie gern und häufig anzutreffen. Maleficent kennt jedes Kind, fürchtet jedes Kind. Und alle Girl-Teenager wollen Maleficent sein.

Aus diesem Grund hat Disney 2014 die Geschichte wieder aufgegriffen. Nur dieses mal hat man eine der besten Drehbuchautorinnen (Linda Woolverton - Interview hier) damit beauftragt, die Geschichte zu verändern und sie so zu erzählen, das man erfährt, warum Maleficent sich zu so einer grausamen Tat hinreißen läßt, ein Baby zu verfluchen.
Und Linda Woolverton hat ganze Arbeit geleistet und eine zauberhafte Geschichte geschrieben und diese wird in Maleficent auch noch ganz wunderbar erzählt. Ich halte den Film tatsächlich für einen der besten Filme des Jahres. Echt sehenswert - speziell als Mama! (winkmitdemZaunpfahl)

Und auch in diesem Film kommt der Walzer von Tschaikowski vor. Lana del Rey soult die Tschaikowski'sche Melodie perfekt zum Filmthema der düsteren Heldin. Der fröhliche Walzer klingt hier ganz anders. Dunkel, cool, sehr lässig!
Was man aus einer Melodie alles machen kann.



Dieser Beitrag war eine "g'mahte Wies'n" (eine gemähte Wiese), denn der Film "Maleficent" ist bei der ganzen Familie beliebt und den Hintergrund zum Song zu entdecken, war für alle interessant.



Mittwoch, 16. November 2016

Ein Näh-Hindernis

Eh Voila, je suis finished!
Endlich habe ich wieder genäht. Warum endlich? Nun, ich war ja krank. Nähmaschinen herumheben war untersagt, ergo habe ich gestrickt. Und dann, dann war das laufende Näh-Projekt mehr ein Näh-Hindernis.
Ich mochte die Stoffe nicht, ich mag den Schnitt nicht (V-Raglan Kibadoo in Langarm ist für mich ein Alptraum. Plusterärmel total! Kurzarm süß, Langarm ächz! Hatte ich vergessen. Weiß ich jetzt wieder.) und dann hat der blaue Stoff auf den weißen beim Waschen abgefärbt (MegaSEUFZ!) .. also warum nähen?

Nun, die kleine Miss geht nicht shoppen. So einfach ist das. Das Zeug dort gefällt ihr einfach nicht. Sie hat da so ihre eigene Kollektion im Kopf. Und an dieser Stelle kommt die kranke Mama ins Spiel. Egal wie unwillig. Da wartet die kleine Miss auch schon 2 Monate - no problem!
Ich gebe allerdings zu, so sehr ich hier auch maunze, das Stoffmalfarbe-Plottern (welch Unwort) das mag ich immer noch.
Magic Moment ist immer der, wenn frau die Folie abzieht. Dann wird aus einem Fleck ein Adler.
Schon sehr lässig!


Wie auch immer: Voila! Je suis finished!

Ab jetzt kann ich entspannt meine Pflicht-Bestands-Wunschliste abarbeiten.
Easy!
;-)



Arbeitszeit: ca. 3 h (viel Auftrennen inkludiert GRRRR!) verteilt über gut 6 Wochen
Materialkosten: ca.  28 €
Anzahl der benötigten Maschinen/Geräte: 5



Montag, 14. November 2016

Mapathon - Gut Ding braucht Hilfe!

Diese Woche fand Wien's erster Mapathon statt. Und ich war dabei.
Hehehe! Ich sehe eure hochgezogenen Augenbrauen bis hierher. "Was ist den bitte schön ein Mapathon?", fragen sie.

Nun, ein Mapathon ist ein Treffen von Freiwilligen, die sich für ein paar Stunden vor ihre Computer setzen und Satellitenbilder kartographieren. Von Gebieten von denen es keine Karten gibt (man stelle sich vor?). Gebiete, von denen das Rote Kreuz oder Ärzte ohne Grenzen dringend Karten benötigen um vor Ort zielgenau und möglichst optimiert Hilfe leisten zu können.

Da kann es um Impfprogramme (Afrika) gehen, um Katastrophenhilfe (Haiti) oder um Flüchtlingskoordination. Auf den Satellitenaufnahmen kann man erstaunlich gut erkennen, wo Menschen leben und man kann sehen wie und ob man zu ihnen auf einer Straße gelangen kann. 
Und das habe ich diese Woche gelernt.


Das spielt sich dann so ab:
man meldet sich an, loggt ein und dann wählt man ein Projekt (wir bekamen eines zugewiesen in Zimbabwe - HIV und Tuberkulose-Patienten Versorgung). Dann schaut man also auf so ein Satellitenbild, das da in etwa so aussieht ...


... frau markiert dann eben diese Strohhütten (rechts im Bild) und die Straße bzw. den Pfad dahin. Dann schiebt man das Bild weiter nach rechts, links, rauf, runter. So markiert man sein komplettes Quadrat auf der Landkarte.
Hat man das fertig markiert (Anmerkung: auf manchen Quadraten in Zimbabwe ist außer ein paar Straßen nix. Niente. Nada.), markiert man dieses Quadrat als fertig. Und dann kontrolliert das noch ein Könner kurz drüber, gibt bei Bedarf Feedback etc.
Auf diese Weise füllen sich mit der Zeit viele kleine Landstückquadrate. Bingo. Das ist es!

Und ja, natürlich braucht das einiges an Übung. Aber man ist nicht alleine. Es gibt Unterstützung auch online, wenn man alleine zuhause herumkartographiert. Am Anfang macht man halt mehr die "einfachen" Sachen.

Flussbett mit nix
Persönliche Zusammenfassung:
Mappen hat was Meditatives. Ein bißchen wie Stricken, nur dann doch ein wenig anstrengender. Es hat mich allerdings tatsächlich persönlich berührt diese Hütten, Scheunen oder Schulen von oben zu sehen (Schulen sind vorab meist schon gekennzeichnet). Das hat schon was von "ins Wohnzimmer von Fremden reinschauen".
Aber eben so ganz andere Wohnzimmer. Kann ich vermitteln, was mich berührt hat? So weit weg, so ganz anders und doch ganz eindeutig .. Menschen! Selbst per Satellitenbild ist das zu erkennen.

Sachen gibt's!



Bericht vom Mapathon: https://futurezone.at/digital-life/erster-mapathon-in-oesterreich-kartieren-fuer-aerzte-ohne-grenzen/229.654.629

http://www.missingmaps.org

Wenn sich wer genauer interessiert, bitte mich anmailen. Das erklär' ich hier nicht so tralalalaaa. Nicht superkompliziert an sich, jedoch nicht so blogtauglich ;-)



Mittwoch, 9. November 2016

Von wegen Aliens

All die Aufregung und dabei sind da gar keine Grenzen!
Ich weiß, das ist eine große Message für die Menschheit, wo sie doch seit Jahrtausenden auf das Konzept "Grenzen" setzt. Mittlerweile glauben ja alle dran. Aber wenn man genau schaut, dann kann man sehen:


Es ist EIN Planet. 


Montag, 7. November 2016

Offene Ohren oder die Sache mit der Klassik

Ich hatte das Glück in meiner Kindheit durch meine Mutter einen Zugang zu klassischer Musik zu erhalten. Es lief bei uns zwar viel Radio und der Hauptanteil der familiären Gesamtbeschallung war poppig, rockig geprägt, aber ab und dann, legten wir Platten auf und da waren eben Stücke, die so aus dem Radio nicht zu hören waren.


So kam es, dass mein Ohr als Teenager einfach offener war, als das meiner Klassenkollegen. Nicht falsch verstehen, ich bin brav vor dem Radio gesessen und habe die Hitparade auf Kassette aufgenommen, war ganz Aug' und Ohr, als MTV die Bühne betrat, aber, meine Ohren verschlossen sich eben nicht automatisch, wenn etwas Klassisches an sie herantrat.

Irgendwann dann fing ich an zu singen, abseits der Dusche, in einem Chor.
In meinem Chor waren alle meine Freundinnen. Er war der große, soziale Mittelpunkt in unser aller Leben. Eines Tages dann erweiterte sich unser Gospel, Lieder & Musical Repertoire und wir sollten Mozart's Requiem einstudieren.
Ich war eine der Wenigen, die das Stück überhaupt kannte. Es gab viele gerümpfte Nasen. Klassik. Igitt!
Tja, und dann passierte, was unweigerlich passiert, wenn man sich mit einem Stück Musik näher beschäftigt, über Monate, Note für Note, Ton für Ton, Klang für Klang. Wir verliebten uns! Hals über Kopf. Und unwiederbringlich. Mozart eroberte uns im Sturm. Und wir ihn. Denn wir waren gut. Richtig fetzig. Kraft, Energie. Wir haben das Ding gerockt. Es war einfach nur geil!

Es gibt viele Stücke, die wir noch gesungen haben und wenn ich sie heute höre, dann bringt diese Musik meine Seele zum Schwingen, wie es eben nur diese Art von Musik vermag.

Ein paar Takte aus Mendelssohn's Elias - Meine Stimmlage: Alt
Ich erzähle das hier, weil es wichtig ist meine Motivation zu verstehen. Heute bin ich die Mama und deswegen erklingt bei uns im Haus regelmäßig klassische Musik. Weil ich meinen Kindern diese Welt offen halten möchte. Ich liebe es, wenn sie Musik hören. Egal was, egal wie laut. Ich möchte einfach nur, dass ihre Ohren sich nicht in Ignoranz verschließen, wenn Musik auf sie trifft, die nicht aus der Hitparade oder irgendeinem hippen Album stammt. Deswegen bin ich da bewußt aktiv.
Keine Ahnung, ob jemals ihre Seelen so tanzen werden, wie es die meine tut, aber die Möglichkeit würde ich ihnen gerne offen halten.

Projekt "offene Ohren"

Meine Herangehensweise:

Es ist für meine Kinder immer wichtig gewesen, wenn etwas - wasauchimmer - weltberühmt ist.
Der Eifelturm.
Berühmt.
Michael Jackson.
Berühmt.
Star Wars.
Berühmt.
Alles ist immer gleich ein wenig wichtiger und interessanter, wenn ich versichern kann, dass viele viele Menschen dieses Buch/Film/Musikwerk/Person kennen.

Also steige ich auf diesen Zug auf.
Berühmte Musikwerke, die man durchaus kennen sollte. Mit einem Hauch Zusatzinfo. Fun Facts. Videos. Gossip. Wasauchimmer!
Just for fun! No strings attached. Nur Ohren offen halten.

 Begonnen haben wir mit dem Halleluja aus Händels Messias. Ein Brüller!


Hier die Info, die ich dazugegeben habe (kindverständlich):

Damals, also 17hundertirgendwas, da gab's kein Radio, da hat man sich keine Musik zu Haus angehört, während man Lego gebaut hat oder so. Damals gab's Musik nur, wenn man sie gemacht hat. Selber. An einem Instrument, oder gesungen. Und natürlich gab es Leute, die auf der Straße gesungen haben. Irgendwie so wie heute auch, nur ungleich wichtiger, wenn man Musik mochte.
Und natürlich gab es Musik in der Kirche. Und das war dann nicht nur ein Typ mit 'ner Gitarre (ja, ich weiß, war keine Gitarre). In der Kirche war aber richtig große Show; ein Orchester und ein Chor. Das war quasi wie Disco!
In heilig halt.
Man stelle sich vor wie sehr das reingefetzt haben muss. Dieses "Halleluja", dieser Rocker! Die Mähr will es, dass König George II angeblich vor Begeisterung aufgestanden ist, als er es das erste mal gehört hat. Und weil niemand sitzt, wenn der König steht, standen alle auf. Bis heute hat es sich daher erhalten, dass in britisch angehauchten Gegenden des Globus die Besucher des Messias aufstehen, wenn das Halleluja erklingt.

Das hat ihnen, meinen Kindern, gefallen.
Aber noch besser fanden sie den Halleluja - Flashmob im Einkaufscenter.



2 Tage lang hat es hier im Haus regelmäßig ge"Halleluja"t, weil ich das so wollte und dann ist es passiert. Mein Sohn summte es bei der Autofahrt.
Bingo!


Halleluja Zusatzinfo:
Das Halleluja ist aus dem Oratorium "Messias" von Georg Friedrich Händel. Und ja, auf den Bildern sieht der Händel aus wie der Bach! Der Messias ist irre lang. Echt jetzt. Das Halleluja ist das 39. (!) Stück im Messias und dann ist es immer noch nicht aus!
Mehr dazu hier bei wikipedia - Messiah!


Lang habe ich gesucht.
Hier ein Scan eines Fotos von mir im Chor!
MeinGottistdaslangeher!

Mittwoch, 2. November 2016

margaret thatcher is 110% sexy

Festhalten, das wird einer meiner nerdigen Computer-Internet-Sicherheit-Posts. Aber wichtig! Definitiv. Also durchhalten. Ihr seid danach klüger und informierter.

Am Freitag den 21. Oktober gab es einen Hacker-Angriff auf die Firma Dyn (gesprochen Dain). Dyn ist ein Serveranbieter. Und zwar nicht irgendeiner. Ein verflucht Großer. Firmen wie Amazon, Twitter, Spotify und Paypal haben ihre Seiten auf Servern von Dyn liegen.
Der Angriff an besagtem Freitag kam in mehreren Wellen und legte über mehrere Stunden genannte Seiten lahm. Man kann sich vermutlich nur ansatzweise ausrechnen, was es amazon kostet über ein paar Stunden nicht erreichbar zu sein.

Prinzipiell ist neben einer schadhaften Software, die man irgendwie auf ein Gerät bringt, der Weg einen Server außer Gefecht zu setzen jener ihn mit massenhaften Anfragen zu überlasten. Und massenhaft heißt hier echt massenhaft. Ein Server dieser Größenordnung geht nicht in die Knie, wenn 1000 Leute gleichzeitig shoppen. Klar soweit?

Warum ich diesen Angriff aber erwähne; weil er besonders war.
An dieser Stelle kommt unser Alltag ins Spiel.
Dieser Hackerangriff bediente sich einer Heerschar netter Komplizen aus alltäglichen Geräten, die in unseren Haushalten stehen und die mit dem Internet verbunden sind. Im "Internet der Dinge" kann man ja heutzutage Kühlschranke, Zahnbürsten und weiß der Kuckuck noch was ans Netz anschließen.
Aber so exotisch muss man gar nicht werden um zum Hacker-Mittäter zu werden.
Viele Leute haben ihre Fernseher ans Netz angeschlossen, andere tragen Fitnessarmbänder, die verbunden sind und vom WLAN-Router, der SAT-Schüssel und der Webcam will ich gar nicht erst anfangen.
10 Millionen solcher Geräte wurden geknackt, denn auch sie haben einen IP-Adresse und somit kann man sie per web kontaktieren. Das haben die Hacker gemacht. Sie haben einfach alles kontaktiert, was sie finden konnten und dann die gängigsten Benutzernamen und Passwörter ausprobiert (Autsch! Das tut weh!). ... bitter.

10 Millionen Geräte in etwa konnten sie so rekrutieren und per Mausklick dann alle auf einmal auf die Server von Dyn loslassen. Anfragen in Endlosschleife von 10 Mio Geräten. Jackpot!

Könnt ihr erahnen, was ich euch damit sagen will? Okay, wir wissen amazon war down, Paypal und twitter auch. Aber wir wissen nicht wer das war und wir wissen auch nicht wozu es gedient hat. War es ein Staat, der einem anderen ein Haxerl stellen wollte. Oder war es das organisierte Verbrechen, das seine Schutzgelderpresserflagge bei ein paar großen Konzernen ins Fenster stellen wollte. Frei nach dem Motto: wir können das beliebig lange machen, wenn ihr nicht ... ehschonwissen.
Wie auch immer. 10 Mio Geräte waren daran beteiligt (und nein, es gibt keine Liste, welche genau).

Was könnt ihr tun um zu verhindern, dass quasi die Mafia euren Router verwendet um Schutzgeld zu erpressen? Oder China die USA. Oder whatever?

Nun, ihr könnt euch gescheite Passwörter zulegen. So einfach!
Das Internet entwickelt sich ständig weiter und während wir gemütlich online-shoppen und Zeitung lesen, haben alle anderen ihre Hausaufgaben gemacht. Die Sicherheitsdienste, die Guten und die Bösen. Die vor allem.  Für die sind wir ein ahnungsloser Haufen an Nutzern. Perfekt!

Ein gutes Passwort macht einen zwar nicht unbesiegbar, aber dann doch so uninteressant in der Masse an leicht-knackbaren-Zugriffen, dass man bei böser Absicht eben links liegen gelassen wird.
Und mehr will man ja schon gar nicht ...

Hier ein kurzer Ausschnitt aus einem Interview mit Edward Snowden zum Thema Passwort. Und ja, Snowden ist so ein trockener, supertrockener .. ächz ... Mathematiker. Menschlich total ... öd und interessant gleichzeitig. Egal, von Passwörtern versteht er was.



Ich denke das kann man sich zu Herzen nehmen. Für all die Bequemlichkeiten, die das Netz so bietet, kann man sich ja wohl eine Handvoll echter Passwörter überlegen.

Und danach kann man sich entspannt zurücklehnen.
(Okay! Eventuell notiert man sich das wo ... auf PAPIER.)
Nur mal so
I thought you should know
:-)

 
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