Freitag, 29. Juli 2016

Aus dem Leben - Vom Fasching


Ich hab’s ja nicht so mit dem Verkleiden. Steht bei mir nicht in der Bedienungsanleitung. Nö. Nix Kostümmodus.
Ganz klar.

Umso mehr verwundert mich welch Eifer sich da in meinen Kindern offenbart. „Warum nur?“, „Wieso immer ich?“, soll ich mich schon mal gefragt haben.
Die kleine Miss benötigt nicht einmal Fasching um sich in eine Fledermaus zu verwandeln, oder eine Elfe, oder einen Piraten oder wasweißichwasderKuckucknochalles.

Zugegeben, es steht ihr. Also diese Verwandelei. Ich bin ja nicht ganz unvoreingenommen, aber meine Tochter kann alles anziehen. Die sieht immer Zucker aus. Und wie sie dann immer glücklich durch die Gegend hüpft! Schon irgendwie verwirrend zwar, aber an sich sei mir alles, das zu kritischen Tageszeiten und in explosiven Entwicklungsphasen zum Geradehängen des Haussegens beiträgt inniglichst willkommen.

Also diesmal Hicks. Nein, niemand hat Schluckauf! Danke der Nachfrage. Hicks ist der Junge, der auf Ohnezahn durch die Gegend fliegt.
Mehr Verstörendes will ich dazu nicht sagen.
Und dazu der Chef vom CERN.
Ja genau, gestern abend saßen demnach bei mir am Tisch der Chef vom CERN und ein kleiner Wikinger mit Metallbein.
Alles selbstgebaut versteht sich. Kostüm und Kind. Und der Chefausweis. Klar?

Zum Glück,
Psst! Bitte ganz leise!,
geht ja der Schminkkelch an mir vorüber. So sehr meine Kinder wandelbar sind, so selten bemalen sie sich. Oder wollen bemalt werden.
Verkleiden ist ja schon eigenartig, aber sich noch einen Schmetterling oder einen Tiger ins Gesicht zu malen … wo man doch mitten in einer Großstadt lebt … ist eine sich mir nicht erschließende Art der Selbstverwirklichung.
Daher beschränke ich mich maximal postgeburtstagspartysch mit der Abwaschung ebensolcher Werke. Und ihr könnt mir glauben: Vergnügen schaut anders aus.

Ach ja Vergnügen. Es gibt da was am Fasching, das hat mich im Sturm erobert. Vor langer Zeit schon und es ist bis heute unter den TopTen meiner beliebstesten jährlich Wiederkehrenden Traditionen. Zusammen mit der Marillenknödelzeit hat der Krapfen einen fixen Platz in meinem Herzen. Und auch bei meinem großen Mister. Beim Nachwuchs sowieso.

Krapfen und die Welt ist in Ordnung!
Yesssss!
Und natürlich hatten wir gestern auch einige davon. Der Wikinger, der Chef vom CERN und ich!

Mittwoch, 27. Juli 2016

Aus dem Leben - Das Hustensaft Paradoxon

In unserer Küche steht eine Flasche Hustensaft. Die steht da, weil, wenn ich sie wegräume in die Apotheke, jemand in unserer Familie zu husten anfängt.

Das kann ich beweisen.
Im Herbst hatte ich zweimal den Drang aufzuräumen, und habe die Flasche dorthin gestellt wo sie eigentlich gehört. Sofort begann der Countdown zu laufen. Es dauert zwischen 3 und 10 Tagen und entweder eines der Kinder oder ich begann zu husten.

Also im Herbst stand der Hustensaft gezählte 12 Tage an seinem richtigen Platz.
Danach wieder dauerhaft in der Küche.

Im Frühjahr habe ich dann, quasi als Bestätigungsversuchsreihe, den Hustensaft absichtlich weggeräumt um die Erfahrungen aus dem Herbst zu kontrollieren. Mein Wissenschaftlerherz trieb mich dazu. Und Zack! Es wurde gehustet. Ich glaube es war der kleine Mister. Ich war ganz begeistert. Ich musste sogar Hustensaft nachkaufen, da die Flasche leer war. Ich fühlte mich ein wenig wie Madam Currie bei der Entdeckung der Röntgenstrahlen. Naja, in etwa!

Ich kann also mit Fug und Recht behaupten, dass unser Hustensaft Husten nicht nur mildert/kuriert sondern sogar verhindert! Wie man das medizinisch erklärt ist mir ein Rätsel. Herumstehender Hustensaft hält Husten fern. Es ist im Übrigen, das habe ich auch festgehalten, egal ob er neben der Brotdose oder hinter der Abwasch steht. Auf die Effektivität hat das erfreulicherweise keine Wirkung. Die Küche verlassen ist allerdings Tabu.

In einer kurzen Umfrage habe ich festgestellt (ich habe meine Freundin gefragt), dass auch in anderen Haushalten das Hustensaft Paradoxon bereits aktenkundig ist.
Wenn wir also dieses Schema in statistisch relevanten Zahlen auf die Bevölkerung umrechnen. Dann hat nicht weggeräumter Hustensaft mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die eine oder andere Bronchitis verhindert. Weiterführend die Verschreibungen von Antibiotika reduziert und so nicht nur zur Kostenreduktion im Gesundheitswesen beigetragen sondern, was natürlich viel wertvoller ist, zur allgemeinen Volksgesundheit.

Die Chaotin in mir lehnt sich entspannt zurück, überkreuzt die Beine und sagt: „Tja, da hast du’s! Aufräumen ist nicht gesund!“
Nun so generell möchte ich mich ihrer Meinung da noch nicht anschließen, aber ich gebe zu, dass die Datenlage erdrückend ist.

Ich halte jetzt meine Augen offen. Womöglich liegen ja irgendwo in unserer Wohnung noch geheime Heilmittel - Paradoxien herum. Wer weiß!

Montag, 25. Juli 2016

Aus dem Leben - die Verlängerung

Die Kolumne über das Leben mit Kindern

Manchmal ist das Familienleben wie die Verlängerung in einem Achtelfinale der Fussball-WM. Wenn es in die Verlängerung geht, wird es hart. Für alle Beteiligten.
Im Familienalltag ist die Verlängerung die halbe Stunde vor dem Abendessen. Jede Mutter kennt diese Situation gut.

Die Mannschaften sind bereits erschöpft. Die Spieler haben schon ein ganzes Match intus. Sie sind gelaufen, haben gestürmt, verteidigt und waren auch gut organisiert im Mittelfeld. Ihre Paraden im Tor muss man gar nicht erst erwähnen. Sie haben alles gegeben.
Ihre kleinen Sportlerkörper verlangen nun nach einer Mahlzeit (Nudeln, Mami? Nein, heute nicht!) und dem Physiotherapeuten, denn auch der stärkste Sportler braucht eine Kuschleinheit nach einem langen Match.
Aber bis dahin geht es eben nochmal 30 Minuten.

Die Foulhäufigkeit nimmt auffällig zu, ungerecht Empfundenes wird lautstark kommentiert.
Wird gefoult, folgt großes Theater. Schreie, auf dem Boden wälzen, Tränen und schmerzverzerrte Gesichter gehören ebenso dazu, wie das obligatorische Schielen nach dem Schiedsrichter und das Fordern nach Bestrafung der gegnerischen Mannschaft.
Ernsthafte Verletzungen sind in dieser Phase extrem selten. Für den Schiedsrichter ist die Situation allerdings eine Herausforderung, denn schließlich hat auch er/sie eine komplette Matchlänge durchgekämpft. In den Töpfen köchelt es und die Erdäpfel wollen noch geschält werden. Da es im echten Leben keine Zeitlupenwiederholung gibt und den Aussagen der beteilgten Spieler nicht wirklich viel Glauben geschenkt werden kann, vermahnt man am Besten beide Spieler, trillerpfeift und lässt weiterspielen.

Als erfahrener Schiedsrichter rate ich zutiefst von Elfmetern in der Verlängerung ab. Die Mannschaft, die diesen nämlich kassiert, läuft dann Gefahr vor lauter (hungerbedingtem) Ärger das Abendessen zu bestreiken. Was folgt ist das Übliche: in allen Medien wird nur über den fiesen Schiedsrichter berichtet. Shitstorm everywhere quasi, vor allem im Kopf des Schiedsrichters.
Daher keine Elfmeter bitte.

Man könnte sich mit dem Trainer kurzschließen (ebenfalls die Mutter) und ein Motivationsgespräch führen evtl. unter zur Hilfenahme eines „Beruhigungs“-Kekses für beide Mannschaften. Der Blutzucker dankt. Auch dem Schiedsrichter sei ein Keks gegönnt.
Nicht selten ist allerdings der Trainer selber auch schon gereizt und brüllt nur wild hüpfend herum. In diesem Fall ist der Schiedsrichter leider auf sich allein gestellt und sollte sich ernsthaft überlegen die Erdäpfel ungeschält abzurösten.

Nach dem lang ersehnten Schlusspfiff verbietet der Schiri leider den Leiberltausch. Aber die Runde durch die Fankurve wird gestattet, so die Spieler das gleich mit Tischdecken verbinden.
Am Ende sitzen beide Mannschaften mit dem Schiri und dem Trainer bei Tisch und besprechen mit vollem Mund die wesentlichen Szenen des Matches.
Gelegentlich macht man dabei schon mal ein paar Selfies für die Follower. Denn auch die Großeltern fiebern mit den Mannschaften mit.
Aber sonst sind wir ganz normal!




Anmerkung für meine deutschen LeserInnen: Erdäpfel = Kartoffeln :-)

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Freitag, 22. Juli 2016

Aus dem Leben - Frohe Ostern



















Dieses Wochenende war ich wieder mal ein Hase. Ich entwickele da mittlerweile richtig Spaß dran, kleine Schokoeier und -hasen im Garten zu verstecken. Zu schwer mache ich es nicht, denn in der Aufregung sind meine Kinder quasi blind. Schokokarotten können ihnen direkt vor der Nase baumeln - gesehen werden die trotzdem nicht. Also außer von mir und meinem Mister, die wir dann schmunzelnd am Rande des Szenarios stehen und uns erfreuen an dem wirren Herumgelaufe im Garten.

Nein, wir sind nicht gehässig. Das ist unser Moment. Den Rest des Tages reißen die Kinder dann das Zepter wieder an sich.

Denn haben sie erstmal den Garten geplündert ist es mit dem elterlichen Grinsen vorüber. Dann will die heiße Ware natürlich vernichtet werden. Wenn da nicht die Mama wäre, die der Sache einen mengenbeschränkenden Riegel vorschiebt. Also nur 4 Schokoeier und die Ohren vom Hasen. „Und bitte, trinkt danach etwas!“ und „Hände und Gesicht waschen auch!“

Erfolgt keine mütterliche Mengen-Beschränkung, so kann der österliche Schokokonsum schnell zum Schokoschock führen. Keine Sorge, den Kindern geht es blendend dabei. Den Schock kriegen die Eltern!
Die Menge der gewonnenen Energie verläuft nämlich keineswegs linear zu der, der gegessenen Schokolade. Nein, es handelt sich ganz eindeutig um eine exponentielle Kurve. Deutlich erkennbar steigt die Geschwindigkeit, die  Bewegungsenergie und die Lautstärke. Und zwar so schnell und so gewaltig, dass bei den Eltern eine Art Schockzustand ausgelöst werden kann. Gefolgt in vielen Fällen von einer Fluchtreaktion. Oder besser gesagt dem klassischen Fluchtkampf.

Fluchtkampf nennt man jenen unentspannten Zustand, in dem Eltern zwischen Pflichtbewusstsein und überlebensnotwendiger Flucht hin und her gerissen werden/sind.
Der Fluchtkampf tritt vor allem zu Ostern, ausgelöst vom Schokoschock, gehäuft auf.

Die beste Medizin dagegen ist (festhalten): Schokolade. Womöglich gepaart mit Koffein. Ist man nämlich selber im Schokohoch erfahren, durch simple Selbstanpassung an das Niveau, die Lautstärke und auch die Geschwindigkeit eine überraschende Reduktion. Genauso ergeht es dem Coolness-Faktor, aber was soll’s; wir haben Kinder. Punkt. Wir waren schon cool!

Und jetzt her mit dem Tennisball. Ich bin dran mit Hinterhoffussball!
Frohe Ostern nochmal!









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Mittwoch, 20. Juli 2016

Aus dem Leben - Die Fragestunde


„Was ist eigentlich wichtiger, Mama, so eine Papstwahl oder die olympischen Winterspiele?“
Jaja! So ist das. Da sitzt man nichtsahnend am Steuer der Familienschüssel, versucht sich ordnungsgemäß an den anderen Verkehrsteilnehmer zu erärgern, da  kommen von hinten die Fragen.
„Wie hoch ist so ein Kran eigentlich?“
„Wieviel Benzin passt in einen LKW?“
Aus ist es mit dem Pflichtärger. Meine Gehirnwindungen räkeln sich und strecken sich. Das war das WarmUp. Beim Autofahren da hilft mir mein Sohn regelmäßig mein Hirn vor dem frühzeitigen Ruhestand zu bewahren.
„Wieso sind hier nur 2 Fahrspuren?“
„Weil hier nicht mehr Platz ist!“.
„Wieviele Schrauben sind in einem Auto?“
„Das kommt auf das Auto an“.
Der Finger pickst quasi durch die Scheibe auf das Auto neben uns. „Dieses!“
„Musst du Opa fragen!“
Alles kann ich nicht wissen. Opa darf auch. -  Uh, hier ist das Benzin günstig, wir sind aber eh noch voll...

„Wieviele Seiten hat das dickste Buch der Welt?“
„Das kommt auf die Schriftgröße an, mein Schatz, und auf die Größe der Seiten, nicht wahr?“
Einsichtiges Schweigen.
„Wieviel ist eine TrillionBillionMilliarde?“
„Äh! Viel.“
„Wieviel?“
„Wieviel, was?“
„Na in Zahlen!“
„Eine eins mit... - Denkpause - 25 Nullen!“ Ich weiß, glatt gelogen, aber, he, ich sitz im Auto. Und irgendwie ist dauernd rot! Links einordnen, sonst fahr‘ ich noch an der Auffahrt vorbei.
„Warum sind in einer Fussballmanschaft immer 11 Spieler?“
„Eigentlich, mein Herz, sind es 10 + 1. 10 Feldspieler und ein Tormann!“
„Stimmt. Warum?“
„ Weiß nicht, ist wohl geschichtlich irgendwie so entstanden. Außerdem, wenn sie in der Halle spielen, dann sind es glaub ich gar nicht 11.“
„Aha!“
Ruhe. Autobahnauffahrt.

„Wo kommt Fussball eigentlich her?“
„Ich glaub‘ aus England!“
„Hm!“
Einordnen, beschleunigen.
„Ist so eine WM berühmt?“
„Wie meinst du: berühmt?“
„Na, ist das urwichtig auf der Welt?“
„Hm, für viele Leute schon. Es arbeiten ja auch viele Menschen um den Sport Fussball herum und die leben ja dann davon!“
Die Sonne blendet mich, Klappe runter.
„Mami?“
„Ja, mein Schatz!“
„Wie funktioniert so ein Atom?“
Seufz! Hoffentlich fließt der Verkehr zügig. Das Periodensystem so nebenbei könnte meine spontane Kreativität doch zu sehr fordern. Aber es geht munter weiter:
„Wie viele Länder gibt es auf der Welt?“
„Sind nächste Woche wieder Wahlen?" und: "Wieso nicht?“
„Wie stark ist ein Laser?“
„Können wir einmal einen Vulkan anschauen gehen?“
Hilfe! Wo bleibt die Abfahrt!!
Es erstaunen mich regelmäßig zwei Dinge. 1. wie viele Fragen mein Sohn in schwache 13km reinpacken kann und 2. wie matt einen 13km machen können.

Als wir bei Oma und Opa ankommen liegt mein Hirn kommatös am Boden, es ist leicht grünlich und sehnt sich nach der Ruhe einer Wellnessoase. Auf eine Tasse Kaffee bleib ich spontan NICHT, ich muss dringend Waschmittel kaufen. In RUHE!

Ach übrigens: die Papstwahl.
:-)

Montag, 18. Juli 2016

Aus dem Leben - vom Stolz


Kinder sind Stress. Stress in einer Art und Ausprägung, wie man ihn sich, bevor sie in unser Leben traten, nicht vorstellen konnte. Sie rauben einem den Schlaf, schreien und stinken. Sie nehmen einem das Leben weg, die Karriere und das Geld. Man verliert alle seine Freunde, so die nicht auch gerade Kinder bekommen und nehmen einem über Jahre jedwege Kraft für Freizeit und Hobbies. Der Partner in Sachen Liebe wird zum Partner in Sachen Familien-Management. Es ist als würde man in ein U-Boot steigen und in die Tiefsee tauchen. Alles, einfach alles ist anders mit Kindern.
Aber.

Und da ist so ein großes Aber.
Hat man Kinder lernt man etwas kennen, dass einem ohne sie niemals möglich wäre.
Elternstolz.

Es war cool, als mein Sohn zu Laufen anfing, als er alleine mit einem Löffel essen konnte, als er seine ersten Worte verdrehte und ein 4-Teile Puzzle schaffte. Es war verwirrend lässig als er mit dem Laufrad die Straße runterdüste, als wäre es immer schon so gewesen und als er mir in Babysprache erklärte warum er jetzt noch nicht schlafen gehen müsse.
Mein Herz setzte kurz aus, als er erklärte „Mama, ich werde jetzt das erste mal mit dem Rad fahren. Willst du mitkommen?“ Ich lief ihm hinterher für etwa 10 Meter und dann fuhr er alleine. Zum einen war mir das unverständlich. Zum anderen war ich fassungslos. Er war so gelassen dabei! Mein Sohn.
Ebenso fassungslos bin ich bis zum heutigen Tag über die Tatsache, dass meine Tochter schwimmen kann. Einfach so! Abgeschaut! Das war’s! Cooles Girl, aber auch!

Als mein Sohn mit Skiern alleine einen Hang hinunterkurvte und meine Tochter winzigklein und pink mit 4 Jahren alleine Schlepplift fuhr, erlangte mein Stolz die körperliche Grenze. Soll heißen, ich musste hüpften und schreien um das zu ertragen! So wunderbar!
„Seht ihr die zwei da? Das sind MEINE KINDER!!!“

Das die kleine Miss von ganz alleine lesen kann, zieht mir immer und immer wieder den Boden unter den Füssen weg. Dass sie zeichnet und malt mit einer Hingabe, die mich Erblassen lässt und dass sie mit Pferdeschwanz aussieht wie ein kleiner wildgewordener Engel .. macht mich einfach nur mehr fertig!

Auf die Gefühle in mir, als der kleine Mister letzten Sommer "Die unendliche Geschichte" gelesen hat, hat mich die Uni nicht vorbereitet. Bis heute gehe ich deswegen auf Wölkchen.
Ich atme tief ein und fühle „die Welt ist in Ordnung“. *Kreiiisch!* wäre aber durchaus auch passend.
MEINE KINDER!

Niemals in meine Leben war ich so stolz auf irgendetwas, das ich getan oder geschafft hatte, wie ich es auf meine Kinder sein kann.
Mein Kinder sind laut, frech, kleine Besserwisser, systemtaub und trotzig. Sie sind klug, clever, konzentriert, wissbegierig, sportlich, wunderschön und intelligent.
Sie heranwachsen zu sehen und ihnen die Welt zu eröffnen, so gut ich halt kann, ist ein Projekt, das einfach alles in den Schatten stellt. Und das Glück, das ich dabei so ganz nebenbei abbekomme ist schlicht und einfach … unbezahlbar!
Das wollte ich einmal loswerden.

Sollte euch mal jemand fragen warum man Kinder haben sollte: Weil es einfach oberaffengeil ist!
Basta!





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Donnerstag, 14. Juli 2016

Best of "Aus dem Leben" für euch - Bloggerurlaub für mich

Ich mache eine Online - Pause. Facebook lasse ich links liegen. Instagram ebenso. Ich bin dann mal Mama total. Der Blog wird euch allerdings 3x die Woche unterhalten.
Als ich mich nämlich neulich so durch meine Blogger-Vergangenheit gelesen habe, kam mir die Idee euch mit einer Repost - Serie zu verwöhnen. "Aus dem Leben" - Wochen für euch. Montag, Mittwoch und Freitag gibt es hier jetzt "The Best of".
4 Wochen lang.
Ich empfehle einmal die Woche vorbeizuschauen ... es ist einfach zu unterhaltsam. Und ich bin immer noch der Meinung: gerade wenn um uns herum alles so groß, so wichtig und so schwer ist (ja, ich rede von der Politik und all den Geschehnissen in Europa und der Welt) - dann, ja genau dann, darf man das Lachen nicht verlernen!


Wir lesen uns. 
Habt einen wunderbaren Sommer!
Wir chillen mal eine Runde.


PS: Ich werde in meinem Bloggerurlaub euren Blogs sehr wohl folgen.
Nur mit mehr Genuss! :-)

Montag, 11. Juli 2016

Der Katalog der Nähbloggerinnen Backstage - ein Rückblick

HA!
Und es hat sich wieder bewiesen. Wenn die Sommerferien anfangen und die Kids daheim bleiben, reduziert sich meine me-Time (nähen, bloggen & Co.) auf 0. Vielleicht sogar ein wenig drunter.

Und dabei hatte ich mir alles so schön ausgedacht. Naja, maunz maunz bringt ja bekanntlich nicht viel.
Also heute hier mit Verspätung mein Post für euch.
Ist nämlich ein spezieller.

1 Jahr Katalog der Nähbloggerinnen

Am 23. Juli jährt sich der Aufruf zur Protestkatalog-Teilnahme (nachlesen und nachschauen hier lang). Und da dachte ich mir, ich schreib mal ein wenig dazu. Und zwar ganz auf Backstage. Nix Message, nix Sinngebendes, just Gossip. So von Frau zu Frau. You and me. Hinsetzen! Kaffe! Das dauert!



Vorgeschichte

Ich weiß nicht mehr, wann ich die Idee hatte, ist ja im nachhinein auch wurscht. Mir war nur klar. Diese Idee muss ich gut erklären. Das kann frau sich nicht so aus den Fingern saugen, wenn ich das in geschätzten 1000 Wörtern erkläre.
Also habe ich den Vorschaukatalog gebastelt und die Idee in einem Video erklärt. Ich hatte mich vorher bei einem Grafiker erkundet, auf was ich achten müsse um brauchbare Fotos zu bekommen. Ich war bereit.

Für den Preview - Katalog bin ich in die Rolle des Fotografen geschlüpft. Ich hatte mich mit jeder Bloggerin einzeln getroffen und durfte sie ablichten. (Kathrin, Anneliese, Andrea und Michaela - tiefe Verbeugung)


PS: die Idee mit den Outtakes im Video hatte mein Mann. Mir wäre das ja zu peinlich gewesen. Ich habe mich da nur vor der Kamera "warmgeredet", bin ja kein youtuber, bin Blogger. Unterschied. (Link direkt zu den Outtakes - for you!)

Online

Als der Teilnahme-Post online ging, war das ein Riesenspaß. Ich hatte mir vorgenommen online zu sein, auf Kommentare möglichst zeitnah zu reagieren und eventuell auftauchende Fragen gleich zu beantworten. Und zwar nicht nur auf dem Blog, sondern auch auf Facebook. Action pur!
Bereits nach ein paar Tagen waren die ersten Beiträge online und verlinkt. Meine persönlich Vorgabe war jeden Beitrag zu lesen und zu kommentieren. Jede Teilnehmerin möglichst sofort zu kontaktieren und ihr Bild per mail einzufordern (ich hoffte auf 100 Teilnehmerinnen), die Bilder in Helligkeit und Kontrast möglichst auf ein Niveau zu bringen (ist am Ende dann für das Betrachter-Auge sehr viel angenehmer so) und alles fein säuberlich in Ordner abzuspeichern.
Und natürlich hatte ich eine LISTE!

Ende der Teilnahmefrist

Das ging auch alles ganz gut. Bis zur hm, vielleicht 140ten Teilnehmerin. Es waren Ferien, ich hatte die Kids daheim. 2 Wochen waren wir sogar auf Urlaub. Alles kein Problem. Die Frist neigte sich dem Ende. Das letzte RUMS (vor Teilnahemeschluss) stand an und ich wusste von ein paar Freundinnen, dass sie dann ihren Beitrag posten wollten. An diesem Donnerstag verlinkten sich im Laufe des Tages mehr als 60 Teilnehmerinnen. Das war anmailtechnisch nicht zu machen. Ich plante mir 30 pro Tag ein. Aber da am Freitag, Samstag und auch am Sonntag jeweils nochmal soviele Damen verlinkten, geriet ich mächtig in Rückstand. Die meisten hatten mehrere Bilder gepostet und ließen mich eines aussuchen. Am Sonntag war dann Schluss. Stand 284 Verlinkungen. Dazu kamen dann noch ein paar Damen, die per mail teilnahmen.

Bernhard und das Einsammeln

Für den vorab völlig absurden Fall, dass tatsächlich viele Damen teilnehmen würden - also mehr als 150 - hatte ich im Hinterkopf mir professionelle Hilfe dazuzuholen. Einen Grafiker, jemanden, der die ganze Bildbearbeitung und das Erstellen des Katalog-pdfs übernehmen würde. Die Kontaktaufnahme zu den Teilnehmerinnen konnte ich nicht auslagern. Das musste ich machen.
Bernhard Schimmel kenne ich noch aus meiner Online-Marketing Zeit. Ich kannte seinen Stil und ich wusste, dass wir gut kommunizieren. Ich stellte ihm die ganze Idee vor und er war sofort bereit mich/uns alle in seinen durchaus engen Terminkalender hineinzuquetschen.
Während wir also ausheckten wiewaswo-Layout, sammelten sich auf meinen Computer eure Bilder in Ordner zu je 10 Stück.

Die Bilderflut

Eine sehr schmunzelige Erkenntnis in der Abwicklung, war jene, dass eure Bilder ja einen Namen hatten, der nunmal gar keinen Aufschluß darüber gab, wer denn da drauf ist. IMG0014, thisisnotokay.jpg, DSC12989 so hießen sie. Alle. Und wenn es auch nicht nach viel Arbeit klingt, so seid versichert, das ist eine Fitzelei. Denn die mails mit den Bildern kamen ja quasi nach dem Zufallsprinzip rein. Die Bilder sollten organisationstechnisch die Verlinkungsnummer haben. So sollte eine korrekte Zuordnung möglich werden.

Die Sache mit den Namen

Die zweite Schmunzel-Erkenntnis ist jene, dass die meisten von uns mit mehreren Namen ins Spiel gingen. Der Name des Blogs, der tatsächliche Name, die mail-Adresse (und die enthält häufig weder den Blognamen noch den echten) und als Deko-Gusto-Stückerl noch den Facebook-Namen.
Mehrmals habe ich mich ertappt, dass ich mit ein und derselben Person über mehrere Kanäle kommunizierte ohne es zu bemerken.
Peinlich? Ja. Vermeidbar? Kaum.

Die Pärchenbildung

Eindeutig mein Lieblingsteil. Ich bin old school, also manchmal. Es war mir wichtig euch optimal zu präsentieren. Soll heißen ihr solltet auf eurer Doppelseite mit einer Dame erscheinen, die euch nicht alt oder wasweißichwas furchtbar erscheinen lässt. Klar? Das Gegenüber (also doppelseitentechnisch) hat Einfluß auf das eigene Bild. Fakt.
Hat man 20 digitale Bilder spielt man sich die 10 Pärchen cool am Desktop zusammen. Bei knapp 300 geht frau dabei die Übersicht abhanden. Also wurdet ihr ausgedruckt. Im Copy Shop (mein Drucker hat nur kurz gewinselt).
Im Anschluss war es notwendig jedes Bild mit seiner Nummer zu versehen. Also habe ich meine beste Freundin gefragt ob sie Lust hat 300 Damen zu beschriften. Sie hatte.
Es hat gut 3 Stunden gedauert und war sehr unterhaltsam. Man unterschätzt schlicht wie viele ihr tatsächlich ward und wie blind man vor genau dem Bild, das man sucht, steht ohne es zu sehen. (das obige Video zeigt mein Wohnzimmer :-)
So schick sortiert habe ich meine andere beste Freundin heimgesucht und zusammen haben wir kurzerhand für jedes Töpfchen ein Deckelchen gesucht. Wir waren nach 5 Stunden noch nicht fertig. Okay wir schon, ihr nicht ;-)

Ödes

Die Pärchen in eine Reihenfolge zu bringen war dann vergleichsweise harmlos. Der totale Killerpart war das Einklopfen aller gesammelten Informationen in ein Excel-Sheet und zwar computerlesbar. Damit das Programm dann anhand der Liste alle Bilder mit dem dazugehörigen Text (Schnittmuster) und dem korrekten Link versieht. Automatisch.
Ich habe mich mit Schoki motiviert und in erstaunlich kurzer Zeit sicher mein Lebenspensum an RETURNBOLDHose:/BOLD getippt. Erledigt.

Hoppalas

- Automatisch eingefügte Textfelder waren in der erste Version manchmal an unpassenden Stellen (mitten im Gesicht oder knapp drunter)
- Der Copy-Shop hatte euch spiegelverkehrt ausgedruckt. Das hatte zur Folge, dass ihr nach dem in-Pärchen-ordnen rechts links vertauscht ward. Das musste ich beim Eintippen der korrekten Reihenfolge dann beachten.
- Ich hatte euch in Pärchen eingetippt. Im Layout gab es zu Beginn aber eine Einzelseite. Ergo waren nach dem ersten Durchlauf alle Pärchen ex, weil eben genau um ein Bild „verrutscht“. (Nervenzusammenbruch)

Das Drama

Man kann erahnen, dass ich viel zu tun hatte. An dieser Stelle muss ich erklären, dass ich zum Zeitpunkt des Ausdruckens beim Copy-Shop nicht alle Bilder hatte. (Anmerkung das war dann gut 2 Wochen nach Ende der Teilnahmefrist) - bis heute noch nicht alle Bilder habe. Von einigen hatte ich zwar ein Bild, aber nicht in ausreichend guter Qualität. Da ich ein Bild erhalten hatte, hatten die Damen in meiner Liste unter „Bild“ ein Hakerl. Ich war einzig via mail mit ihnen in Kontakt.
Irgendwann musste ich dann aber den nächsten Schritt gehen und das nachfragen sein lassen. Ich wollte sobald ich also fortlaufend ein Bild erhalten hätte, diese dann einfach daheim ausdrucken und in den weiteren Prozess aufnehmen. Das hat dann nicht bei allen geklappt.
An dieser Stelle sind mir ein paar Damen verloren gegangen. (Knirsch) Und, was ich noch viel schlimmer finde, es gab keine Liste von ihnen. Ich wusste nur: Es sind nicht alle im Katalog - sehr wahrscheinlich! Ich wusste nicht ob eine oder acht. Es aus den mails herauszufitzeln hätte viel zu lange gedauert. Ich war ja mit den nächsten Schritten beschäftigt und irgendwann kam ja dann auch der Punkt an dem, selbst wenn ich ihr Bild erhalten hätte, einfach nicht mehr hätte einfügen KÖNNEN.  Furchtbar war daher, dass ich sie nicht vorwarnen konnte. Somit haben sich dann am Tage der Veröffentlichung einige Damen nicht im Katalog wiedergefunden.Unvorgewarnt. Sehr enttäuscht.
Ich gebe an dieser Stelle ehrlich zu, dass ich mich lange, sehr lange nicht freuen konnte über den fertigen Katalog. Ich hatte stets diese mails vor Augen aus denen die Enttäuschung drang.
Furchtbar.
Eine Dame war sogar voll und ganz unschuldig. Sie ist mir - keiner weiß wo - einfach durch die Finger geflutscht. Ich habe ihr Bild. Es ist nicht im Katalog.
Ich möchte mich an dieser Stelle nochmals entschuldigen bei den betroffenen Teilnehmerinnen. Es war niemals meine Absicht irgendjemanden zu verletzen. Es tut mir leid. Aufrichtig.

Das musste ich mal niederschreiben.

Zahlen

Falls ihr euch die Frage stellt, ob wir damit jemanden erreicht haben, hier ein paar Zahlen.

Die Statistik besagt, dass bei ausreichender Leserzahl ein bestimmter Prozentsatz zum Nachdenken und ein geringerer Prozentsatz zu einer Verhaltens- bzw. Denkveränderung angeregt wird.
Ich weiß, dass wir das bei einigen Leserinnen erreicht haben.
BINGO!
Ich denke wir können zufrieden sein. Fürs erste. Da ist noch Luft nach oben. ;-) Aber This is not okay ist ja nicht vorbei.

Soweit der Gossip, das Backstage, all die Dinge, die ihr ja nicht wirklich wissen könnt, aber womöglich wissen wollt. Also ich tätats wissen wollen. Nämlich!
Deswegen!

Wenn es weiter geht, so hoffe ich, seid ihr alle dabei!



Wir kommen ja eigentlich gerade erst in Schwung!
Näherinnen für Näherinnen!



 
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