Montag, 30. Mai 2016

fair me - Boxershorts

Schritt für Schritt stellen wir um. Wenn der Bedarf an einem Kleidungsstück wächst, dann schauen wir zuerst einmal ob wir es fair, nach Möglichkeit auch bio - sprich GOTS zertifiziert, bekommen.

Mit den weißen T-Shirts, die mein Mann trägt, ist uns das gut gelungen.
Die Boxer Shorts waren ein deutlich größeres Problem und ich finde die "Lösung" vorerst mal nicht final zufriedenstellend.

Gefunden hätte ich ja, die eine oder andere Short, die uns auch gefallen hätte, und auch wenn der Preis ein hoher war, hätten wir es gerne probiert. Aber das ist man als Österreicher echt raus aus dem Spiel. Versandkosten um die 10 Euro rum und dazu keinerlei Rückversandmöglichkeit ohne, dass auch dabei Kosten anfallen. Zu riskant.

Klassische Boxershorts gab's im avodacostore und auch bei glore. Beide nicht billig, aber bio und fair. Wer also in D lebt und sowas sucht, hat gefunden.
2 Modelle, die mir gefallen hätten hier für euch.



Links recolution via glore.de und rechts Vatter auf vatter-fashion.com



Die günstigen Shorts kriegt man ab 19,90 und der Preis geht bis 39,90. Ein Richtwert für euch, falls ihr mit dem Gedanken spielt auch umzustellen.
Wie gesagt, 2-3 Stück hätte ich schon gerne getestet (bzw. mein Mann ;-) Aber potentielle 20 Euro Hin-und Retourkosten falls die Größe nicht hinhaut (ist ja schließlich die erste Bestellung) sind inakzeptabel.

Unangenehm aufgefallen ist mir zudem die hohe Fluktuation auf Seiten wie dem Avocadostore oder bei glore. Ich habe nämlich jene Modelle, die ich beim ersten mal Suchen vor gut 2 Monaten gesehen habe heute nicht mehr auf den Seiten gefunden. Ich finde das leider anstrengend. Denn, falls diese Hosen bei uns gut angekommen wären, dann hätte ich sie doch gerne wiedergefunden um nachzubestellen. Das ist noch nicht 100% optimal so.


So kommt es, dass ich am Ende die Boxershorts bei hessnatur bestellt habe. Da gibt es zwar nur ein Muster, was uns zu wenig ist. Wir wollen da schon ein wenig Abwechslung (also ich! ;-) Aber trotzdem starten wir mal mit 3 Stück in schwarz/weiß und warten ab, wie sich der Markt diesbezüglich entwickelt. Die Versandkosten bei hessnatur sind in Ordnung und man kann kostenfrei retournieren. Das war am Ende die Entscheidung!

Persönlich finde ich es ernüchternd, dass die Auswahl so gering war.

In Basics auf öko/fair umzustellen scheint mir für viele Menschen leichter machbar, als in der fancy/chic - Ecke. Zudem zahlt es sich aus in den Basics auf gute Qualität zu setzen. Was viel getragen wird bzw. so wie Boxershorts direkt auf der Haut, wird wohl der einen oder anderen auch den höheren Preis wert sein. 

Für Tipps und Hinweise (österreichtaugliche!) bin ich sehr dankbar und offen. Ich suche weiter und halte euch auf dem Laufenden!
Am Anfang scheint alles schwer!
Wir steigen um!



Freitag, 27. Mai 2016

Etwas Nettes fürs Wochenende 18 / 16

Okay, ich weiß, eigentlich müsste hier die Chewbacca - Mama lachen. Facebook hat ein neues Meist-gesehenes Video, aber sorry ich zerbrösele mich jedesmal bei dieser kleinen Compilation!
Deswegen: Cheers to our kids! Ein Hoch auf die Kleinen!
Enjoy!


Habt ein wunderbares WE
mit und gegen euer Kinder!
:-)


Donnerstag, 26. Mai 2016

Warum bloggt man, wenn man schon näht?

Letzten Samstag habe ich auf dem 1. Wiener Schneidereimarkt einen Vortrag gehalten. Thema: Bloggen und Nähen: Warum bloggt man, wenn man schon näht?
Da ich weiß, dass einige von euch den Vortrag gerne gehört hätten, habe ich mich gestern hingesetzt und ihn aufgeschrieben, bevor ich ihn vergesse.
Für euch ihr Lieben!
Ich hoffe ihr habt Spaß!
Eure Susanne



Warum bloggt man, wenn man eh schon näht?
Also wenn man ja schon ein Hobby hat. Warum hängt man da noch was dran?

Für mich haben sich, nach einigem Nachdenken, zwei Gründe, zwei Antworten herauskristallisiert. Eine kausale Antwort, eine für den Anfang, ein Grund, warum ich begonnen habe zu bloggen. Und, weiter voran in meiner Blogger-Timeline dann, ein zweiter Grund, ein ganz anderer. Deswegen blogge ich heute.

Also.
Warum bloggt man, wenn man schon näht.
Nun, ich für mich blogge, weil ich nähe. Ich habe zu bloggen begonnen aus dem Bedürfnis nach Feedback heraus. Feedback von Leuten, die das, was ich da nähe, einzuschätzen wissen. Die womöglich dasselbe auch tun.
Im Kindergarten hörte ich oft (hohe, verdrehte Stimme): „Echt? Das hast DU genäht? Pfoah!“.
Das war zwar sehr nett und erfreulich, aber es war nicht, was ich gebraucht habe. Ich wollte mehr Substrat. Ich wollte über das NÄHEN reden.

Dazu muss man wissen, mein Bildungsweg besteht aus einem neusprachlichen Gymnasium, einem Pharmazie-Studium und einer Online-Marketing-Ausbildung. Nähen kommt da nirgends vor.
Ich hatte null Ahnung vom Nähen, als ich damit begonnen habe. Null. Und eine 99 € - Nähmaschine.
Ich gehöre zu den Menschen,  die „absteppen“ gegoogelt haben. Und wenn man Sachen wie „absteppen“ googelt, dann kommt man früher oder später über eine Schritt-für-Schritt - Anleitung oder ein How-to-Video auf einen Näh-Blog.
Das war schon vor 8 Jahren so.
Ich wusste also, dass es diese Leute gibt, die, wie ich, die Kleidung für ihre Kinder nähen. Von denen wollte ich Feedback.
Also habe ich mit dem Bloggen begonnen. Denn, genauso wie man sich das Nähen im Netz beibringen kann, geht das auch mit dem Bloggen. Alles da. Kann jeder lernen.

Jetzt weiß ich ja, dass hier einige Blogger im Publikum sind und die wissen ja genau, wovon ich rede, aber einige wissen vielleicht nicht ganz sicher, was ein Blog ist. Deswegen hier jetzt eine Mini-Einführung.

Ein Blog ist eine Website im Internet. Eine Art Online-Tagebuch. Ich fotografiere ein Teil, das ich genäht habe, füge etwas Text hinzu, und du kommst dann auf die Seite und wenn es dir gefällt, dann kommentierst du. In der Nähbloggerszene ist es üblich, nicht zu kommentieren, wenn es einem nicht gefällt. Wir sind sehr freundlich zueinander.
Wenn du dann nach ein paar Tagen wieder vorbeischaust, habe ich womöglich schon das nächste Teil gepostet. Das siehst du jetzt an erster Stelle und der Post von letztens ist nach unten gerutscht. Am Ende hast du eine lange, lange Schlange an Posts. Der aktuellste ist immer der erste. Das ist ein Blog.

Es gibt wohl ein paar 100 Mio Blogs. Zu jedem nur erdenklichen Thema.
Es gibt IT-Blogs ... „Wie knacke ich mein iPhone?“, politische Blogs, Blogs mit Legobauanleitungen, Blogs zum Thema Zigarren rauchen. Alles da. Keine Grenzen.
Die großen Themen, also die Themenbereiche, wo es Blogs gibt, die dann in den Zeitschriften erwähnt werden und von denen wir hören, dass sie ganz viel Geld damit verdienen, sind Food, Fashion, Lifestyle und Interior Design.
Da gibt es Blogs, die haben Millionen Leserinnen, und ja, die machen richtig Geld damit.

Und da ist sie schon: die Frage, die jeder Blogger einmal beantworten muss.
„Kann man mit Bloggen Geld verdienen?“

Nun, ich bin Online-Marketing-Manager. Klar kannst du mit Bloggen Geld verdienen. Es gibt grundsätzlich zwei Wege. Entweder du hast einen Shop und verkaufst etwas oder du machst Werbung.
Egal, welchen Weg du gehst oder welche Kombination du dir zusammenstellst, es wird dir nicht viel bringen, wenn du 5 Leser hast.
Auch mit 500 Lesern kannst du noch nicht viel anfangen. Ab 5000 kannst du dir eine Art Zubrot verdienen. Genug zum Leben wirst du machen können ab 50.000, besser 500.000 Lesern.
Und da liegt der Wurm begraben, denn 500.000 Leser oder 50.000, die muss man erst mal haben.
Weiters ist die gesamte deutschsprachige Nähblogger-Community gar nicht so groß. Die schwankt wohl, je nach grundsätzlicher Definition (Ab wann ist man noch/schon ein Nähblogger?) zwischen 5.000 bis zu 10.000 Blogs.
Daher ist das mit dem Geld nicht so einfach. Nur zur Info.

Die Nähblogger-Community, von der ich rede, in der ich mich bewege, ist eben die deutschsprachige. Das hat zur Folge, dass, was ich auch poste, meine Leser zu ca. 80% aus Deutschland kommen. Die Sprache ist die Grenze, nicht das Land. Aber, bei genauerer Beobachtung, kann man deutsche und österreichische Blogs im Moment auch ganz gut unterscheiden. Der „klassische“ deutsche Blog  wirkt sehr professionell. Hat ein Design, ein Layout, das klar ist, mit Struktur. Der Trend geht Richtung Kommerzialisierung.
Der österreichische Blog ist deutlich schmuddeliger, nicht ganz so chic, aber sehr kreativ. Viel mehr bio und Upcycling. Im Moment findet man hier mehr Inspiration. Aber die Bloggerszene ist nichts Fixes. Das bewegt sich ständig.
Neu dazugekommen sind im letzten Jahr junge Bloggerinnen. Also Frauen zwischen 20-26. Die gab’s früher nicht.
Für mich, als Online-Marketing-Mensch, ist das sehr interessant, denn der Zugang dieser Frauen zu den Online-Medien ist ein ganz anderer. Die schießen Facebook, Instagram & Co. aus der Hüfte. Man merkt das.
Es wird sehr interessant zu beobachten, wie sich die in die Gruppe einfügen bzw. wie die von der Gruppe aufgenommen werden über die Jahre. Es bleibt alles in Bewegung.

Wie man es auch immer betrachtet, es gibt viele, viele verschiedene Blogger innerhalb der Nähblogger-Community und daraus ergibt sich für mich die zweite Antwort auf die Frage, warum man bloggt.
Für mich.
Also,
stellt euch vor, alle Menschen in eurem Leben sind ein Stück Sachertorte. Ich bin Wienerin. Ich mag Sachertorte.
Also da gibt es einen Haufen Teig-Leute. Teig ist gut. Dann gibt es Marmelade-Leute und Schoko-Leute. Wer Glück hat, hat auch ein paar Schlagobers-Menschen in seinem Leben.
Ich für mich mag die Schoko-Marmelade-Schicht am liebsten. Nicht nur Schoko, nicht nur Marmelade. Ich mag die Schoko-Marmeladinger. Das sind jene Menschen, die speziell für mich sind. Schoko-Marmeladinger mit Schlagobers - das sind meine besten Freundinnen. Das sind jene Menschen, bei denen ich einen Satz beginne und sie ihn beenden. Jene Menschen, die an meinem Hallo, wenn ich bei der Tür reinkomme, schon alles wissen, das mir gerade auf der Seele liegt.
Klar?
Also.
Das wird jetzt ein bissi persönlich, aber da müsst ihr jetzt durch.
Ich habe meine eigene Art zu texten. Das muss nicht jedem gefallen, aber ich für mich spiele gerne mit Worten. Ich verdrehe sie, kreiere auch mal was Neues. Wenn ich also einen Post schreibe auf meinem Blog - ihr müsst euch das gemütlich vorstellen: Homewear, Haare unsortiert, null Make-up - also wenn ich da sitze und einen Text zu einem Bild verfasse, dann kommt das einfach aus mir raus. Und ab und dann, wenn ich halt ein Wort verdrehe, dann kichere ich glücklich in mich rein.

Die Schoko - Marmeladinger unter meinen Leserinnen jetzt, die kichern, wenn sie meinen Post lesen, an derselben Stelle. Und wenn sie mir das schreiben - per Kommentar oder Mail - dann ist meine Welt ultimativ in Ordnung. Absolut. Erfüllt.
Sie kichern an derselben Stelle - ein unbezahlbares Gefühl.

Ich habe durch das Bloggen Frauen kennen gelernt, die ich in meinem „normalen“ Leben niemals getroffen hätte. Ich habe durch das Bloggen mehr Schoko-Marmelade auf meiner Sachertorte.
Für mich gibt es zurzeit keinen besseren Grund, um zu bloggen.

Und damit ihr seht, dass es nicht nur rosarot zugeht in der Bloggerwelt, jetzt ein harter Themenwechsel.
Eine Sache liegt mir nämlich sehr am Herzen, seit ich selber Kleidung nähe. Und das ist die so genannte „fashion industry“, die Bekleidungsindustrie.
Jene Industrie, die seit Jahren die Preise am Markt so stark nach unten drückt, dass Kleidung noch nie so billig war wie heute. Trotzdem macht diese Industrie jedes Jahr nachweislich Milliardengewinne.
Wie das möglich ist, wissen wir alle. Es liegt daran, dass diese Industrie produzieren lässt in Ländern, in denen Frauen 60, 70 Stunden pro Woche arbeiten müssen. Jeden Tag. Und dabei verdienen sie gerade so viel, dass es zum Sterben nicht reicht. (Pause)

Diese Frauen wehren sich sehr wohl. So gut es halt geht. Sie protestieren und schreien in ihrem Leid, aber die Industrie denkt sich: „Lasst sie nur schreien, die sind am anderen Ende der Welt. Wir hängen bei uns ein paar bunte Plakate auf und schon hört niemand mehr diese Schreie!“ (Stille. Pause)

Ich kann diese Schreie nicht abstellen und ich will es auch nicht. Aber was soll ich denn schon tun? Alleine. Ich Wiener Mama! Ich bin nicht der Typ, der sich ein Totenkopfschild malt und damit vor der H&M-Filiale auf- und abtrabt.
Ich lese Bücher.
Harry Potter Band 4, Mad Eye Moody sagt zu Harry Potter: „Play to your strength!“ - Nutze deine Stärke!

Ich bin eine Nähbloggerin. Ich kenne andere Nähbloggerinnen. Ich weiß, dass wir einiges gemeinsam haben. Sie kichern an derselben Stelle wie ich. Womöglich weinen sie ja auch an derselben Stelle.
Also habe ich „This is not okay“ gestartet. Eine Serie mit Information zu dem Thema. Und es kam etwas zurück. Und ich habe wieder geschrieben und es kam wieder etwas zurück.
„Play to your strength!“
Was tun Nähblogger?
Nun, wenn sie sich ein Outfit genäht haben, dann ziehen sie es an, stellen sich hin (Pose) und sagen: „Schatzi, machst du ein Foto von mir?“

Was, wenn wir einen Katalog veröffentlichen? Einen digitalen Katalog, wir sind ja alle online. Ein Gegenstück zu den Katalogen, die regelmäßig in unseren Briefkästen liegen.
Was, wenn auf jeder Seite dieses Katalogs eine Bloggerin zu sehen ist? Eine richtige Frau, kein 17-jähriges Model.
Was, wenn jede dieser Bloggerin nur selbst genähte Kleidung trägt oder fair produzierte. Und das inkludiert die Schuhe.

Dieser Katalog ging letzten Herbst online. So sieht er aus (ich halte die Druckversion hoch) Auf jeder Seite eine Bloggerin. Dabei steht, weil das bei uns so üblich ist, das verarbeitete Schnittmuster, und unten ist der Link zu ihrem Blog.
Klickt euch durch, aber ich sage gleich, es dauert. Es haben knapp über 300 Damen an dieser Protestaktion teilgenommen.

300 Frauen, 300 Outfits, 300 Beiträge zum Thema.

Warum ich blogge?
Ich blogge, weil ich nähe,
und weil ich Sachertorte mag!

Danke


Meinen Bericht vom Markt findet ihr hier: 1. Wiener Schneidereimarkt

Dienstag, 24. Mai 2016

Schneidereimarkt - von der Zeit, den Menschen und den Farben

Schneidereimarkt der Erste. Niemand weiß, was kommt. Helga hatte eine Idee. Helga hat organisiert. Aber was das sein sollte, wusste man vorher nicht so recht.
Kein Feschmarkt. Den gibt's ja schon. Viel kleiner. Nicht viele, viele Standln, mit viel viel Zeugs (nix gegen den Feschmarkt, da gibts viel Schönes). Nein, nicht so. Ganz anders.
Eine kleine, handverlesene Auswahl. Qualität statt Quantität. Zeit statt Geld quasi. Liebe zum Handwerk und nicht Prozente, Prozente.


Wer also eine Lagerhalle mit sich gegenseitig konkurrierenden Anbietern gesucht hatte, lag falsch. Das war bald klar. Zu klein war er, der erste Schneidereimarkt.
Überschaubar. 2 große Räume, 2 kleine Hallen, wie man es auch nennt, groß ist anders. 

Und trotzdem hat mir der Schneidereimarkt mehr Zeit abverlangt, als alles, was ich bisher in dieser Richtung gesehen hatte. Es scheint wahrlich absurd, aber ich habe für die - gefühlt - 25 Standln volle 2 Tage Zeit benötigt (und mir auch genommen!)
Zeit zum Schauen, Anfassen, Reden, Kennenlernen, Fragen stellen, Zuhören (ja, ich habe auch mal zugehört! Schwer vorstellbar, isaberso! ;-). Zeit zum Vorträge lauschen und lernen, Zeit zum eine-Kleinigkeit-Trinken, Zeit zum hinsetzen-müssen, ins Narrenkastl schauen, Eindrücke sickern lassen. 


Man könnte es auch im-Moment-leben nennen. Sehr philosophisch ich weiß und nicht alle Menschen sind solche Gefühlskilos, wie ich. Aber wenn man lange genug, in dieser Auswahl kreativer Menschen weilte, dann konnte man sie spüren - die Liebe zu dem, was sie da tun.

Und da sind wir auch schon bei den Menschen.
Okay, ihr wisst es ja alle schon. Also, wir nähenden Blogger, wir kreativen Näh-Mamas, wir sind ein eigen Volk. Und wenn wir einander treffen und kennenlernen, dann ... schauen wir in eine Art Spiegel und erkennen uns in unserem Gegenüber abschnittsweise wieder. Und das macht ganz viel Spaß.
Tja.
Wie ich festgestellt habe - okay, ich hatte es zuvor schon geahnt ;-) - sind auch Stoffe verkaufende Frauen und Leute, die Scheren schleifen hervorragende Spiegelkumpani. Auch in ihnen brennt ein kleines, verrücktes Flämmchen, vielleicht in einer anderen Farbe, aber da brennt was. Das zählt.


Der Schneidereimarkt war für mich ein voller Erfolg. Die wunderlich traumhafte Birgit (Loewin.g) kam extra angereist und hat mich für 2,5 Tage meiner Familie und meinem Haushalt entrissen. In der kleinen Marktwelt haben wir dann ganz wunderbar koexistiert. Nebenher und miteinander. Und wir haben Menschen kennengelernt.
Menschen, sag ich euch!
Da geht einem das Herz auf!
Das beginnt mit der Familie Lorenzi, die mindestens in der 3. Generation Scheren und Messer, schleift, verkauft und früher auch selber hergestellt hat. Zu jeder Schere auf ihrem Tisch (da lagen locker 200!) wissen sie etwas zu erzählen. Geschichten über die Menschen, die sie erzeugen. Geschichten über, warumwiesoweshalb diese Schere so aussieht, wie sie aussieht. Niemanden ließen diese Menschen kalt, alle waren gefangen von ihrer Freude an einer guten Schere. Naja, und wenn ich ehrlich bin, wenn meine Schere happy ist, dann bin es auch ich. Irgendwie!
(Die Familie Lorenzi schleift übrigens auch Scheren, die man per Post zusendet, falls man zu weit weg wohnt! Just for info)


Die Lorenzis sind Scherenmenschen ;-), aber die uns bekanntere Sorte ist wohl die der Stoffmenschen.
Den Stoffsalon kannte ich ja. Alexandra ist sowieso ein Sonnenschein mit ihren Bio-Stoffen und ihrer Kaffe Fassett Farbwahnsinns-Ecke ein leuchtender Fixstern auf meinem Stoffe-Firmament.

 
Neu dazu kamen:
Karlotta Pink. Ines, so heißt Karlotta ;-), ist nicht nur eine warme, hinreißende Kreative. Nein, sie verkauft Stoffe aus Indien, Afrika und Australien .. glaubt mir, sowas habt ihr noch nicht in Händen gehalten. Farben aus einer anderen Welt (weil's wahr ist ;-), Muster, die allesamt eine Geschichte haben. Ich flipp' hier gleich aus. Ehrlich. Ich weiß ja, es besteht eine geringe Wahrscheinlichkeit, dass ihr dafür gar nichts über habt, aber .... nägelkau-augenpoppengleichraus .... Ines und ihre Stoffe sind ein Wahnsinn!


Okay, ich muss mich beruhigen.
Einatmen
Ausatmen
Die hatte ich im Vorbeifahren aus der Bim ja schon mal gesehen. Bei guatestoffe kriegt ihr diese unfassbar bunten Stoffe, die man aus Südamerika, genauer Guatemala, kennt. Sie sind von fester Qualität und können auch als Hängematten verwendet werden. Geben aber auch sicher gute Geldbörsen, Handtaschen oder wasweißichnoch ab. Bunter geht es eigentlich nicht mehr.
 
Veronika strickt, soll heißen, sie hat mehrere Strickmaschinen. Pro Saison entwirft Veronika eine Kollektion an Mustern und man kann dann - ich finde das ja mehr als genial - in der Farbe, die man möchte und in der Menge, die man braucht bei ihr anfertigen lassen.
Ich habe mir 1,20m schwarze Merino-Seiden-Strick bei ihr bestellt. Da habe ich einen Plan. Die Stoffe von Veronika fallen atemberaubend, sind von aller-allerhöchster Qualität und ... nix und. Das ist einfach wunderbar, dass es so etwas gibt!
Zudem ist Veronika krass cool und eine junge Selbständige, die sich da etwas Tolles traut. Hut ab!


Dorothee Redelsteiner
Der einen oder anderen sagt die Nobel-Kinder-Designer-Marke Takito womöglich etwas. Ich habe das Logo wiedererkannt. Auch wenn ich nicht sofort ein Bild dazu im Kopf hatte. Dorothee ist Takito, es war ihr Label. Sie ist die Designerin von unzähligen wunderbaren Kinderoutfits. Das Label hat sie aufgegeben. Zuviel Streß. Die Modebranche ist nicht nett. Schon gar nicht zu den Kreativen in ihr. (anderes Thema)
Dorothee hat kistenweise kleine Trallalas bei sich im Atelier rumstehen, die sie extra für ihre Kollektionen hat herstellen lassen. Bänder, Applikationen, Glitzer, Schnallen & Co. Alles Dinge, die es nirgends gibt und die sie am Schneidereimarkt genau den Leuten verkauft hat, die das tun, was sie getan hat. 
Malt euch das schrägste, schrillste, perfekte kleine Detail aus, dass ihr für eure gekürzte Jeans brauchen könntet - Dorothee hat es!
Mehr sag ich dazu nicht mehr.

Oh doch! Dorothee ist der Hammer!
 

So.
Noch ein Satz zu den Vorträgen. (Und das ist wahrlich nur ein Anriss.) Da hat sich ein Mann auf der Bühne ausgezogen (Sorry, Martin, muss man so schreiben) um uns klarzumachen, welche Wirkung Kleidung auf uns hat und wie ebendiese entstanden ist. Also in der Geschichte.  Linda gab Tipps dazu, wie man sich die eigene Garderobe bewußt und verantwortungsvoll zusammenstellen kann. Von der Farbe bis zum Stil. Ja, klar und ich war schließlich auch da und habe gesprochen.
Und weil ich nämlich weiß, dass einige meinen Vortrag gerne hätten, werde ich ihn in den nächsten Post niederschreiben ...

So, ich weiß, dass ist nur ein Hauch von dem, was ich erlebt habe. Da war ja noch Stephanie von So! Pattern - meine neue Liebe. Also neben Ines und Dorothee und Alexandra und überhaupt. Und Helga und und und .. seufz!

Daher meine Meinung ganz klar:
wenn Helga sich aufrafft und einen weiteren Schneidereimarkt zum Leben erweckt. Dann nehmt euch Zeit. Viel Zeit! Genießt es, lasst euch fallen .. ihr werdet von Menschen aufgefangen werden, die euch teilhaben lassen an der Liebe zu dem, was sie tun!

Gibt's was Schöneres?





Wirrer Artikel?
Es ist 1.27 Uhr und mein Kind hat sich zweimal übergeben, während ich das hier geschrieben habe. Ich liebe das Leben! Gute Nacht ihr Lieben

Freitag, 20. Mai 2016

Etwas Nettes fürs Wochenende 17 / 16

Neulich wurde ich gefilmt, als ich mich morgens aus dem Bett gequält habe. Ich kann mich zwar nicht ganz erkennen (okay, ich trage kein Make-Up), aber ich bin mir ganz sicher: DAS BIN ICH!


Schlaft euch besser gut aus an diesem WE!
Ich werde einen Blogger-Vortrag halten am Schneidereimarkt.
Da komme ich vermutlich leichter aus dem Bett ;-)
Enjoy

Donnerstag, 19. Mai 2016

Eine Mädchen Garderobe - Choose well!

Ein Kasten voll mit nichts zum Anziehen. Wer kennt das?
Ein Kasten voll mit Zeugs, für das man Geld ausgegeben hat. Mal mehr, mal weniger! Und trotzdem ist frau nicht zufrieden. Und so mancher Kasten ist gar nicht klein.

Ich will nicht, dass meine Tochter lernt oder eben besser NICHT lernt, ihre Garderobe und die Kleidungsstücke darin bewusst zusammenzustellen und ihren Wert zu schätzen (und zwar den Wert für sie!)

Ergo habe ich neulich mit ihr ihren Kasten durchforstet um ihr zu zeigen, wie sie ihre Kleidungsstücke zusammenstellen kann. Das macht zum einen Spaß, hilft bei den Überlegungen am Morgen ("was ziehe ich an?") und hat uns gezeigt, dass wir im Moment nicht mehr allzuviele Teile benötigen.
(Was wiederum unnötige Stoffkäufe reduziert!)

Ihr könnt in diesen Outfits die Shirts herumtauschen und es wird fast immer was Passables dabei herauskommen.

Hier für euch
aufgelegt von der kleinen Miss!




So sollte sie eigentlich gut in den Sommer kommen.
Wir überlegen jetzt mit welchen Tops wir aus diesem Set dann eine Sommergarderobe machen können. Und wie wir einen eventuellen Hitzesommer mit ein paar Essentials meistern könnten.
Aber eines nach dem anderen.
Gut Ding braucht Weile!


Garderobe:

Shirts:

Jacken:

Röcke:

gekauft Pepe Jeans

Leggins mamimade


Buy less
Choose well
Vivienne Westwood!



Dienstag, 17. Mai 2016

Softshell, the jacket and me

Ich habe mich gewunden. Ich wollte es nicht machen. Wirklich wirklich nicht. Es hat mir einfach nicht gefallen. Ja, ich weiß, es ist praktisch. Dazu wasserdicht und so. Jaja. Mir wurscht.
Softshell. Sowas von nicht meine Wellenlänge!

Nun ist es passiert.
Ich wurde genötigt, gezwungen. Ich musste. Ich wollte nicht. Aber es hatte die richtige Farbe und wurde dringend benötigt.
Also habe ich zum ersten mal mit Softshell gearbeitet.

Okay.
Zugegeben.
Die kleine Miss sieht cool aus.
Die kleine Miss ist ultimativ happy.
Sie liebt ihre Jacke.
Seufz!


Es bleibt einem eben nichts erspart. Und wenn das Ding funktioniert, das Kind zudem ausnehmend beglückt erscheint, wer bin ich, die dann noch meckert ...  seufz.
Aber schwer fällt es mir schon.
Das Nicht-meckern.

Gelernt habe ich allerdings etwas Neues.
Diese Zipptaschen.
Google hat es mir beigebracht .. und burdastyle.
Hier für interessierte noch das Video!



Und, für alle jene, die es bereits bemerkt haben: ich werde in der nächsten Zeit am Ende eines Nähposts immer ein paar Angaben zu Arbeitszeit und Material machen.
Ihr wisst schon!
Die Wert/Preis Geschichte!
Steter Tropfen und so.
:-)
Schnittmuster Jacke: Burda Parka Schnitt 9486
Schnittmuster Jeans: Canelita von Bienvenido colorido (farbenmix)



Arbeitszeit: ca. 5 h
Materialkosten: ca. 40 €
Anzahl der benötigten Maschinen/Geräte: 5 (inkl. Computer)


Wir wissen von allem dem Preis,
aber von nichts mehr den Wert!



Freitag, 13. Mai 2016

Etwas Nettes fürs Wochenende 16 / 16

Die Piefke und die Ösis! Eine lange Geschichte. Angeblich haben wir ja dieselbe Sprache. Das darf per se aber gerne bezweifelt werden.
In diesem Video sitzen sich zwei junge Herren gegenüber, die außer ihrer Ähnlichkeit tatsächlich gar nicht so viel gemeinsam haben.
Anzumerken sei allerdings soviel - der Österreicher ist ein Wiener und sollte als solcher nicht repräsentativ für alle Dialekte in diesem unserem Land herhalten.
Er wienert nämlich ganz gewaltig. Inklusive Körperhaltung und so. Ich meine ja er ist schon ziemlich falcoesk ;-) (ist es das, was den Deutschen an den Wienern so taugt? Dieses nasale, dazu das leicht Theatralische in den Bewegungen ... was meint ihr?)
Auf jeden Fall sehenswert.


Also rastet euch schön aus an diesem in Österreich langem WE!
Baba!


Mittwoch, 11. Mai 2016

Yoda Shirt - So eines will ich auch!

Ich habe mir doch im Winter ein Sweater genäht. Ein Star Wars Sweater. Der kam bei allen gut an. Vor allem bei der kleinen Miss und ihren Klassenkameraden.  Die glänzenden Kinderaugen waren so eindeutig, dass es mich nicht überrascht hat, als mir meine Kleine neulich gestand, dass sie unbedingt auch so ein Yoda - Shirt braucht.

Gut. Ist ja auch verständlich!
Da diese Art der Darstellung einen dunklen Hintergrund braucht (schwarz auf Weiß funktioniert hier nicht), gibt es ein grünes Shirt.

Dazu noch etwas Gold-Glitter.
Total der Rocker, der gute Yoda!

Schnittmuster: KleinFanö
Plotterdatei: mamimade & das Netz




Arbeitszeit: ca. 2 h
Materialkosten: ca. 20€
Anzahl der benötigten Maschinen/Geräte: 5 (inkl. Computer)


Wir wissen von allem dem Preis,
aber von nichts mehr den Wert!

Dienstag, 10. Mai 2016

Flower Power Peace Shirt

Shirts werden im Moment hier dringend gebraucht. Weil nix mehr passt. Meine Kinder sind keine Babies mehr, ergo gibt es keine Bambi oder Koala Stoffe hier. Nö. Hier gibt's nur mamimade. Mit ein bissi Glitzer maximal. Wir sind nämlich schon ... naja groß ist doch noch übertrieben ;-)

Wie immer zur Zeit habe ich mich in geplotterter Stoffmalfarbe ergangen ;-) (einige der Blümchen sind BEGLITZERT aber eben nicht alle ... ;-) ;-)
Schlicht zwar aber ... naja, mit ein bissi specials halt!
Mussfrauja!


Schnittmuster: KleinFanö
Plotterdatei: zurechtgebastelt mit Anregungen aus dem www


Arbeitszeit: ca. 2 h
Materialkosten: ca. 22€
Anzahl der benötigten Maschinen/Geräte: 5 (inkl. Computer)


Wir wissen von allem dem Preis,
aber von nichts mehr den Wert!

Montag, 9. Mai 2016

Kinder und Internet - Spiele und die Zeit

Wieviel Zeit darf ein Kind vor dem Bildschirm verbringen? Freut euch, da gibt es einiges an Literatur dazu. Viel Spaß beim Durchackern ;-)

Scherz beiseite. Ich denke die Beantwortung dieser Frage ist Geschmackssache. Insofern berichte ich jetzt von meinen Erfahrungen. Ihr seid eingeladen euch ein paar Gedanken-Anregungen mitzunehmen.


Unsere Kinder hatten ihren ersten Game-Kontakt über ein Nintendo. Ich glaube der kleine Mister war damals fünf. Er spielte Käptn Sharky und derlei Rätsel-Lern-Spiele. Damals hatten wir die Regel aufgestellt, dass man 2x am Tag je 20 Minuten spielen darf - wobei galt: nicht am Morgen (also unter der Woche - damals war morgens „vor dem Kindergarten“) und nicht nach dem Abendessen.
„Nach dem Abendessen“ bezieht sich vor allem darauf, dass sie doch gerne mal abends im Bett spielen hätten wollen. Da die Bildschirme zum einen aber sehr hell sind (hoher Blaulichtanteil macht das Hirn glauben es sei Tag und führt zu Hormonausschüttungen, die einen dann schwerer einschlafen lassen) und zum anderen einige Spiele einfach dem zur-Ruhe-kommen entgegen gearbeitet hätten, war nach dem Abendessen Schluß.

Mittlerweile sind wir deutlich größer geworden und zwischen Abendessen und schlafen gehen liegen schon mal ein paar Stunden. Im Bett spielen ist aber immer noch ein No-Go.

Wieviel Zeit ihr frei gebt, bleibt euch überlassen. 20 Minuten (am Handy gestoppt) war aber lange Zeit ein guter Richtwert.

Bis sich die Spiele änderten und wir immer wieder Konflikte hatten, weil am Ende der 20 Minuten regelmäßig sofort die Frage kam „Kann ich das Level noch fertig spielen?“ mit dem äußerst dringlichen Nachsatz „Büüüüütte!“
Nun, ich ganz Spiel-Laie, habe zu Beginn dann häufig Ja gesagt. Meine Kleine-Kind-Spiel-Erfahrung hatte mich gelehrt, dass nach weiteren 3-5 Minuten die Sache zu einem Ende kam.

Tja
Andere Spiele, andere Levels. Es hat ein paar „Diskussionen“ gebraucht, bis ich erkannte, dass sich unsere Spiele-Welt verändert hatte. Meine Kids sind keine Baby-Gamer mehr.
Die Spiele verlangen jetzt deutlich mehr. Was zum einen ja okay ist, zum anderen die Lage nicht wirklich erleichtert.
Ich musste mir erklären lassen, dass es häufig so ist, dass, wenn man ein Level nicht ordentlich abschließt, alles was man die 20 Minuten zuvor aufgebaut und erreicht hatte, verloren geht. (Diese Erklärung erhielt ich im übrigen von meinem spielenden Ehemann. Der ist hier nämlich Experte ;-)

Okay. Das ist fies. Wenn ich das aufs Nähen umlege, verstehe ich das Dilemma gut! ;-)

Wir haben daher für unseren Großen - er ist 11 (und ein halb!!) die Regeln geändert.
Er darf so lange Spielen, wie er will. Es müssen allerdings folgende Kriterien eingehalten werden.
- HÜ muss gemacht sein
- Lernen muss erledigt sein
- nach HÜ oder Lernen müssen 30 Minuten vergehen (sonst löscht der flackernde Bildschirm das ganze Gelernte!)
- wenn das Wetter passt, muss auch reichlich Zeit im Freien verbracht werden
- nicht am Morgen
- nicht vor dem Schlafen gehen

Da wir das als ein erworbenes Recht und etwas Freiheit und Eigenverantwortung betrachten, musste er auf der Pflicht-Seite einige Dinge im Haushalt übernehmen (extrem praktisch! ).

Ich kann nur soviel sagen. Die Spielezeit ist gar nicht so sehr angestiegen, wie ich befürchtet hatte. Wenn sie davor etwa bei 50 Minuten lag, sind es jetzt wohl am Wochenende bei Schlechtwetter 90 Minuten. Unter der Woche, mit Schule und draußen sein, weiß ich gar nicht ob er überhaupt auf 50 Minuten kommt.

Weiters hat diese Freiheit zu einer deutlichen Entspannung im Alltag geführt. Nicht zuletzt weil mein Sohn - ganz eindeutig - glücklich ist, sich die Dinge selber einteilen zu können. Und er macht das erstaunlich gut!

Man sollte seine Kinder nicht unterschätzen!
:-)






Die Serie zum Thema Kinder und Internet mit Schwerpunkt
"Was da so läuft, das man so gar nicht richtig weiß!"

Kinder und Internet - Teil 1 / Intro
Kinder und Internet - Teil 2 / Cookies
Kinder und Internet - Teil 3 / Drittanbieter
Kinder undInternet - Teil 7 / Was kann ich tun?

Dienstag, 3. Mai 2016

Dragonheart Shirt

"Bitte ein Shirt in blau, Mama!"
"Mit einem Tier drauf!"
"Geht es auch mit Drachen? Das wär super, Mama!"

I love being the best Mum in the world!
:-)


"Cool ist das neue girly!",  sag ich nur ... ;-) Die Zeit des süßen, kleinen Mädels an meiner Seite ist vorüber. Ich finde meine Tochter schlicht hipp! (Aber dann bin ich womöglich doch ein wenig voreingenommen ;-)
Und ja, der Rock ist ein Doppelupcycling - maybe you remember (nachschauen Upcycling Skirt)
Die Jacke kann man hier (Alpenfleece-Jacke) etwas genauer sehen.
Wir sind Frühjahrs-ready!

Schnittmuster Shirt: V-Raglan Ki-ba-doo
Jacke: Bandito von farbenmix


Arbeitszeit: ca. 2 h
Materialkosten: ca. 25€
Anzahl der benötigten Maschinen/Geräte: 5 (inkl. Computer)


Wir wissen von allem dem Preis,
aber von nichts mehr den Wert!





Montag, 2. Mai 2016

Kinder und Internet - Games, Apps & Co.

Die ersten 7 Teile meiner Serie habe ich den Dingen gewidmet, die im Hintergrund ablaufen, wenn euer Kind am Computer sitzt. Abläufe, von denen irgendwie alle wissen, die sie aber dann doch nicht so recht verstehen und daher nicht wirklich einschätzen können.

Heute fange ich an mit den Dingen am Computer, die ihr vermutlich bereits kennt und die auch "einfacher" zu verstehen und zu ändern sind.


Online Games, Apps, ob am Tablet oder am Computer oder auch einfach unterwegs am Smartphone. Kinder spielen.

Grundsätzlich sei zum Spielen am Computer folgendes gesagt. Wir schreiben 2016. Kinder spielen heute am Computer. Das gehört dazu. Sich davor zu verschließen, halte ich für kontraproduktiv. Eure Kinder werden mit Spiele-Apps in Berührung kommen. Früher oder später.
Daher ist es notwendig sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und sich ein wenig Gedanken zu machen.

Persönlich halte ich es für besser, wenn man selber aktiv in dem Thema ist und nicht reaktiv. Soll heißen, es ist besser, ihr gebt das Thema vor und nicht der Nachwuchs. Es ist besser, ihr führt das Thema Computer-Spiele ein und am Besten gleich eine Handvoll grundsätzlicher Regeln dazu, als dass euch euer kleiner persönlicher Haudegen eines Tages mit einem Haufen Fachausdrücke und einer Bitte-installieren-Liste aus dem Spiele-NeinDanke-Tiefschlaf reißt.
Hinterherhinken ist nämlich anstrengender. Davon bin ich überzeugt.


Als Eltern gilt es grundsätzlich folgende Themen/Gesichtspunkte im Auge zu behalten:

1.) WAS spielen die Kinder

Spiel ist nicht gleich Spiel. Nicht jedes Kind, das am Computer spielt, versaut sich gerade die jugendliche Psyche mit einem Ego-Shooter. Und ja, es gibt Spiele, die sollten auf keinen Fall gespielt werden, wenn die Spielerin jünger als das empfohlene Mindestalter ist.
Aber es gibt auch einen Haufen Spiele, die nicht nur Spiele sind, sondern gleichzeitig ausnehmend lehrreich. Das Angebot reicht vom ABC-Spiel am iPad über naturwissenschaftliche inspirierte Tierweltapps bis hin zu Spielen, in denen man unauffällig programmieren lernt - nebenher quasi.
Das Angebot ist reichhaltig, vielfältig um nicht zu sagen absolut unüberschaubar.

Nun gilt:
Ihr kennt euer Kind am Besten. Ihr wisst, wieviel Musik und Action es verträgt (das macht einen beachtlichen Teil möglicher Belastung aus). Ihr wisst wieviel Spielestress eure kleine Prinzessin verkraftet bzw. sogar braucht (denn manchmal geht’s halt rund. Selbst am Ponyhof).

Worauf ich hinaus will? Klar, oder? Ihr solltet testspielen. Warum? Nun ja, es ist langfristig absolut wünschenswert, wenn ihr euch als Vertrauensperson und Könner bei euren Kindern etablieren könnt. Schließlich geht es auch darum, dass, falls mal etwas schiefgeht (vom total zerstörerischen Computerabsturz, bis zum Mobbing im Kinder-Chat), ihr diejenigen seid, an die sich euer Kind wendet.
Um dieses Ziel zu erreichen solltet ihr - unter anderem - eine gewisse Grundkompetenz besitzen.
Ihr müsst dafür nicht html programmieren, es geht im Wesentlichen darum nicht wie die Kuh vor dem Scheunentor zu stehen, wenn Fehlermeldungen oder spielerische Herausforderungen zu meistern sind.
Testspielen hat den Vorteil, dass ihr einerseits seht, was genau euer Kind da vorgesetzt bekommt und andererseits ihr die eine oder andere spielerische Hürde selber mal meistern könnt/müsst oder auch nicht ;-)

Erinnert euch an eure Kindheit und wie wichtig es war, das jemand wusste, wie man den Rubik-Würfel hinkriegt. Und Eltern, die das wussten, waren beyond cool. 
Die Games und Apps heute sind der neue Rubik Würfel.


Also spielt. Zunächst mal um zu testen. Gebt ihr ein Spiel nach dem Testen frei, dann spielt es auch mal mit den Kids (wenn es ein Multi-Player-Game ist). Aber Vorsicht, ihr könntet daran Gefallen finden.

Ist euer Kind aus der Baby-Anfänger Stufe raus und wünscht sich ein ganz bestimmtes Spiel, dann geht ins Netz. Lest nach, was für ein Spiel das ist. Schaut euch die Community dazu an. Sind das Teenies oder sind das 20-jährige? Wie fühlt sich das an? Passt das schon für euer Kind? Geht auf Youtube und checkt die Videos, die dort zu dem Spielnamen auftauchen. (es gibt zu jedem Spiel eine Horde Youtuber. Es ist verrückt, aber man kann sich so ein Bild machen. Wer das so spielt und um welche Sorte Spiel sich es handelt)

Und natürlich: ladet das Game runter, legt einen Account an und schaut euch an was das ist. Spielt! Vereinbart eine Zeit (Tage, 1 Woche etc.), die ihr Zeit habt das Spiel zu testen.


Kinder sind sehr unterschiedlich. Daher kann man kaum generelle Empfehlungen geben. Achtet auf Altersbeschränkungen! Die sind schon nicht schlecht. Bleibt offen, wenn Neues auf euch zu kommt und beobachtet euer Kind! Und gegebenfalls reagiert. Manchmal muss man ein Spiel auch löschen oder „auf nächstes Jahr“ verschieben.

Eines noch:
meiner Erfahrung nach ist ein beträchtlicher Haufen an Game-Apps grenzenlos stupide und öd. Ich meine: die sind richtig fad!
Will die kleine Prinzessin aber unbedingt digital Hunde frisieren oder dergleichen, dann lasst sie das tun! Es ist für die Kids auch wichtig zu wissen, dass nicht jedes Spiel der totale Hammer ist und Spannung und Action auf 27 Levels bietet. Ihr werdet erleben, dass derlei Öd - Apps nach kurzer Zeit zu digitalen Staubfängern werden (hihi!). Kinder haben auch das Recht scheinbar unnötiges Zeugs zu spielen. 


Nächste Wochen geht es um die Zeit, die vor dem Bildschirm verbracht wird.
Bis dann!


Mehr aus dieser Serie:

Kinder und Internet - Teil 7 / Was kann ich tun?
Kinder und Internet - Teil 6 / Die Filterblase
Kinder und Internet - Teil 5 /Algorithmen
Kinder und Internet - Teil 4 / Online Marketing
Kinder und Internet - Teil 3 / Drittanbieter
Kinder und Internet - Teil 2 / Cookies
Kinder und Internet - Teil 1 / Intro


 
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