Freitag, 29. April 2016

Etwas Nettes fürs Wochenende 15 / 16

Ich kann nicht erkennen ob es daran liegt, dass man als Mensch nach menschlichen Zügen in Tieren sucht, oder ob hier tatsächlich gelacht wird.
Entzückend anzusehen ist es allemal.



Ich wünsche euch auf jeden Fall ein Wochenende voller Lachen!

Montag, 25. April 2016

How to Fashion Revolution - 5 Tipps

Fashion Revolution. Wie macht man das? Warum? Wie ist das jetzt mit den billigen Shirts und wie ist es mit den teuren?
Nun ja, um ganz ehrlich zu sein. Gehst du in ein Einkaufscenter, du wirst vermutlich kein einziges Kleidungsstück finden, dass nicht unter menschenunwürdigen Bedingungen entstanden ist. Und zwar völlig unabhängig ob billig oder teuer.
Menschenunwürdig in so vielfältiger Hinsicht, dass mir das Grausen kommt. Es beginnt bei der Baumwolle (siehe mein Baumwoll-Video für mehr Info), geht über die Webereien und Färbereien bis hin zu den Nähfabriken, in denen Unmenschliches verlangt wird, für einen Lohn, der schlicht keiner ist.
Ein T-Shirt, egal ob um 5 oder 50 Euro, hat in seiner Entstehung beinahe ein Weltreise hinter sich (angebaut hier, gewebt dort und am Ende wieder ganz woanders vernäht), Wasser vergiftet, Menschen ausgebeutet, Kinder vom Schulunterricht abgehalten und, wie im Fall von Rana Plaza, Menschenleben zerstört. Kostbare einzigartige Menschenleben!

Für ein Shirt!

Soweit der ganze Kaas. (Käse)
Ich könnte noch Bücher füllen mit der Verachtung, die ich für diese Industrie des Scheins und Möchtegerns empfinde. Ich denke, ihr wisst was ich meine.


Was also tun?

Es gibt sie mittlerweile zu Hauf'. Die FairFashionBlogs. Irgendein 20jähriges Wesen hat umgestellt. Auf fair, auf bio. Sie trägt größe 34 oder 36, lebt mit ihrem Freund zusammen und empfiehlt der Reihe nach kleine, feine Designerlädchen, wie sie sie ja gar nicht so selten gibt.
Ich finde das gut und beachtenswert. Aber an meiner Realität geht das vorbei. Sowas von.

Ich bin Mutter. Für mich persönlich auf bio und fair umzustellen ist maximal dahingehend eine Herausforderung als mir die Zeit schlicht fehlt, ausführlich zu recherchieren, wenn ich ein paar Socken brauche. Aber an sich, bin ich voll dabei, beim Umstellen (siehe meine fair me Serie - weißes T-Shirt, Daunenjacke, Sommeroutfit).

Geht es aber um meine Kinder, dann sieht die ganze fair/bio Welt doch ganz anders aus. Das Angebot ist mehr als spärlich, wenn du Hosen suchst für einen 10-jährigen. Cool bitte, nicht ethno.
Mindestens einmal im Jahr muss man seine Kinder komplett, K.O.M.P.L.E.T.T., neu einkleiden! Eine Herausforderung!
Dazu kommt der Faktor Geld. Fair Gehandeltes ist nämlich nicht billig. Und selbst wenn du deinen Kindern keine 15 Shirts in den Kasten legen willst, schränken die Kosten die Möglichkeiten ein. Wenn du zudem mehr als ein Kind im Jahr ausstatten musst, dann mal Gute Nacht. ;-)
Grausame Realität.

Wäre ich dazu noch eine Mutter ohne meine Essensprobleme, dann hätte ich vermutlich nicht die freundliche Standardkleidergröße, die ich jetzt habe, sondern gehörte zur rundlicheren, "müttlicheren" Sorte. Das faire Angebot diesbezüglich habe ich auch noch auf keinem Blog gesehen, der im Anschluß  in einer Frauen-Zeitschrift hochgelobt wurde (warum eigentlich?)

Ich finde das falsch. Im Familien-Leben auf fair und bio umzustellen ist mehr als schwierig. Selber nähen ist, statistisch gesehen, keine Lösung. Viel zu wenig Leute nähen. Um wirklich etwas zu verändern, muss man viele Leute erreichen. Würden z.B. 90% der Männer ihre weißen T-Shirts fair  kaufen (ein Angebot, dass es reichlich gibt, bio und preislich akzektabel - Beispiel hier nachzulesen) .. na dann BoAHA!

Das ist das Ziel. Viele müssen jeweils ein bißchen etwas ändern!
Also




1. Stell dir die Frage: Was BRAUCHE ich?

Hör auf impulsiv zu kaufen. Wenn du eine Jeans brauchst, gehe und kaufe dir eine Jeans - Es gibt sie fair und auch bio. Reichlich. Aber kaufe dir nicht eine Jeans, 5 Tops, 2 Jackerln und ein Kleid.

2. Wenn du kaufst, schau ob du es fair bekommen kannst.

Bleiben wir bei der Jeans. Du brauchst eine. Dann gehe online. Suche fair produzierte Jeans. Probier' es aus! Du wirst vermutlich fündig werden. Brauchst du etwas, das es nicht fair gibt, dann kannst du immer noch losmaschieren und es draußen kaufen. Das gilt vor allem auch für Kinderkleidung und Damengrößen, die nicht so einfach zu bekommen sind und natürlich für Schuhe.
Gewöhne dir an zuerst zu schauen, ob du es fair finden könntest.

Anmerkung: Wenn du "faire Kinderkleidung" googelst, wird das registriert. Man kann auf Google abfragen, welche Suchbegriffe wie oft gegoogelt werden und so feststellen, ob es einen Bedarf dafür gibt. Firmen machen das. Wenn ihr also aktiv sucht, wird das registriert.

3. Zahl' soviel, dass es schon ein bißchen weh tut!

"Wir wissen von allem den Preis, aber von nichts mehr den Wert!" - ja, so ist es. Kaufe dir GOTS zertifizierten Stoff und nähe dir die Jeans selber. Stundenlohn mit Versicherung, Pensionsanteil, Maschinenkosten etc. etc. Du wirst nicht unter 100 Euro kommen. Niemals. Also gehe den Schritt. Such dir die Jeans, die dir gefällt und zahle, was sie wert ist. Auch wenn's weh tut. Besonders dann. ;-)

4. Buy less, choose well

Vivan Westwood hat das gesagt. Das Ziel ist ein Kasten mit den Sachen drin, die du trägst. Und nicht ein Kasten voller Sachen, die du nicht trägst.
CHOOSE WELL!
(muss man auch üben - ihr werdet noch ein paarmal daneben greifen und Dinge kaufen, die dann doch nicht eure Farbpalette sind, oder euch doch nicht stehen .. Training meine Damen! Trainning! ;-)

5. Achte darauf, wem du dein Geld gibst.

Soll heißen: kaufst du die Jeans in der Boutique um die Ecke (die Dame dort zahlt Steuern) oder online bei a*** (zahlt keine Steuern). Kaufst du dir eine maßgeschneiderte Jeans und hältst so einen Schneider am Leben, oder sponsorst du die großen Ketten.
Es ist dein Geld.
Ich weiß, manchmal muss es schnell gehen und die Tochter braucht akut Strumpfhosen. Da hat man keine Wahl und läuft zur Ausbeuter-Kette. Das muss auch erlaubt sein.

Es geht darum das eigene Verhalten zu ändern und Schritt für Schritt zu erleben, dass man tatsächlich umstellen kann. Auch wenn man Größe 46 trägt und 3 Kinder hat. Ein paar % kriegt man hin. Und zwar leichter als man denkt!
That's Fashion Revolution!


Und falls ihr glaubt, ihr seid mit eurem Anliegen alleine, dann blättert durch den Katalog oder seht euch all die nähenden Damen in diesem Post an. (Die Beiträge dazu findet ihr hier Katalogbeiträge und hier - FashionRevolutionBeiträge) Jede einzelne von ihnen ist mit dir auf deiner Seite! Wir alle arbeiten daran - an der Fashion Revolution!

Und wir geben nicht auf!
Nur, dass ihr's wisst!
:-)






Hier noch kurz ein Wort an die Teilnehmerinnen: Danke! Es tut so gut zu wissen, dass es euch gibt und dass ihr eure Ohren und Herzen offen habt. 

Freitag, 22. April 2016

Etwas Nettes fürs Wochenende 14 / 16

Es ist wohl mittlerweile Jahre her, dass ich ihn das erste mal gehört habe. Neil Gaimans Rede, eine wunderbare Rede, ist Inspiration, Weisheit, Charme und Frechheit in einem! Danach fühlt man sich!



Make Good Art!
:-)


Mittwoch, 20. April 2016

Nicky Jacke - Mischief managed! - free download

Es ist nun mal wie es ist. Man kann einen 11-jährigen Mini-Wissenschaftler nicht in kunterbuntes Hippie-Material reinnähen. Geht nicht.
Cooles Understatement ist gefragt. Aber weich bitte!
Also Nicky. Gewünscht war blau. Ich wollte GOTS. Davon gab's grau. Also Nicky und Grau. "Faaaad!", tönt es aus meiner Colorwoman - Ecke. Coolia rekelte sich nur kurz und schob die Wortkreation "Discret Pepping" in den Raum.
Ergo Fake-Covernähte.
Ergo versteckte Kapuzennaht.
Ergo Spruch-Farb-Plotterei innen ... hihi ... eigentlich Potterei ;-)


Dazu noch das obligate Geheimfach.
Hat richtig Spaß gemacht!
Und weil ihr ja auch hauseigene Zauberer daheim habt, gibt's die Plotterei zum Download.
Nur falls ihr schnell was braucht und nicht wisst wie ihr heimlich hinkommt ;-) ;-)





Schnittmuster aus einer Ottobre (allerdings ist mir die Kapuze viel zu groß!)



Nachlesen zum Fashion Revolution Day!
Sie haben genäht, wir nähen noch!


Montag, 18. April 2016

Kinder und Internet - Teil 7

Letzte Woche habe ich euch die Filterblase erklärt. Es gibt viele "Gefahren" im Netz. Die Filterblase ist wohl jene, die den Intellekt der Menschen und auch den der Kinder stark beeinflussen kann. Und zwar nicht wirklich zum Guten. Es sei denn das Ziel ist ein braver, steuerbarer Konsument. ;-)

Grundsätzlich kann man, wenn einem die Datensammlerei und all das gegen den Strich geht tatsächlich nur nicht ins Netz gehen. Wenn man sich wie ein Geist im Netz bewegen möchte, sollte man sich durch ein paar nerdige Fachzeitschriften wühlen, Tor Browser nutzen und seine Identität aktiv verhüllen. Ist aber ziemliche Action.
Der Rest kann sich nur durch die Reduktion der eigenen Daten als deutlich unattraktiver darstellen. Das tun gut 25% der User im Netz.


Wie kann man das machen?

Datenschutz-Einstellungen

Nun geht mal in euren Browser. Und zuvor: Welchen benutzt ihr denn überhaupt? Safari gehört zu Apple, IE zu Microsoft und Chrome zu Google. Wenn ihr einen großen guten Browser haben wollt, der nicht einem Großkonzern gehört, dann empfehle ich euch firefox. Ist zwar auch kein kleiner Player mehr, aber auf jeden Fall die unabhängigere Variante.
In den Einstellungen eines jeden Browser gibt es dann auch die Sparte Datenschutz. Klickt euch da mal durch. Es zahlt sich aus.
In firefox kann man hier schon die Drittanbieter (Was ist das? - hier nachlesen) rausklicken. Easy. Probiert aus, was noch gut für euch funktioniert. Geht man auf volle Pulle Datenschutz, kommt man meist schon auf der 2. Website, die man am Tag aufruft, in Schwierigkeiten. Ihr müsst das für euch testen.

Ad-Blocker

AdBlocker, lang Advertisment-Blocker, sind Zusatzfunktionen eures Browsers. (kann man leicht runterladen und installieren.) Sie unterdrücken Werbebanner aller Art. Soll heißen ihr habt dann keine Werbung mehr, egal auf welcher Seite ihr seid. Ursprünglich wurden AdBlocker geschrieben, weil die Werbebanner sehr lästig geworden waren, mittlerweile liegt ihre Hauptfunktion in der Unterdrückung der Datenübermittlung an Drittanbieter.
Durch einen AdBlocker werdet ihr für Drittanbieter (die immer zu Hauf' hinter jedem Banner stecken) komplett unsichtbar. Ihr existiert nicht!

Nachteile:
Es gibt Seiten, die man mit einem AdBlocker nicht aufrufen kann. (Das lustigste Beispiel ist die Bild-Zeitung.) Und manchmal funktionieren Shops nicht einwandfrei. Solltet ihr einen AdBlocker installieren, dann bedenkt das. Man kann einen AdBlocker stets sehr einfach für eine Seite bis auf Widerruf deaktivieren. So kann man auch vertrauenswürdigen Seiten (ja, die gibt es) erlauben Werbung zu schalten. Denn Werbung bedeutet für den Seitenbetreiber Geld. AdBlocker kosten Online-Zeitungen ein Vermögen.

Solltet ihr eure Kinder an eurem Computer arbeiten lassen, dann macht ein AdBlocker insofern Sinn, als ihr dadurch zum einen eure Kinder keiner Werbung aussetzt, während sie irgendetwas für die Schule arbeiten und zum anderen unterdrückt ihr dadurch eine Hauptmöglichkeit, das Verhalten eurer Kinder im Netz erkennbar, speicherbar und benutzbar zu machen.

AdBlocker für firefox
AdBlocker für Safari
gibt's aber wirklich überall.


Cookies löschen

Nun ja. Cookies löschen ist schon eine harte Variante. Es kann aber auch zwischendurch richtig gut tun. Man haut ja dabei alle raus, die sich auf dem eigenen Computer breit gemacht haben. In Firefox kann man zum Beispiel einstellen, dass bei Schließen des Programms alle Cookies gelöscht werden.
Löscht man die Cookies und besucht danach eine Seite nochmals, kann sie einen nicht wiederkennen und somit nicht aktiv eingreifen indem sie uns vorschlägt, was wir denn noch so alles sehen sollten (bzw. kaufen). Sie weiß nicht, was wir zuvor angeschaut haben. Die Filterblase wird dadurch etwas weiter quasi.

Nachteil
Ihr seid nach einer cookie-Löschung immer ausgeloggt. Überall. Es ist wie nach einem Software - Update. Man muss überall frisch rein.  Das kann nerven, wenn man nicht passwortsicher ist. Macht einem aber auch zeitgleich bewußt, wen wir alles offen in unsere Karten schauen lassen.
Denn wo wir sonst im Netz rumsurfen ohne eingeloggt zu sein, sind wir "anonymisiert". Soll heißen, wir sind eine IP-Adresse. Die unseres Computers. That's it!
Sind wir eingeloggt, dann sind wir unsere e-mail Adresse, unser Name, unsere Adresse, unsere Kreditkartennummer (mit allem was da dann noch dazugehört), unser Geb.Datum, unsere Freundesliste, unsere likes und shares und zwar alles seit wir diesen account haben, dann sind wir wir!
Ausloggen und cookie löschen und zack man ist nur mehr eine IP-Adresse.

Für die Kinder sollte gelten: ausloggen. Immer! Die Privatsphäre der Kinder ist heilig. No joke. Würde jemand auf der Straße meinem Kind nachlaufen und alles aufschreiben und notieren, was es sagt, tut und anschaut, würde ich persönlich diese Person hinter Gitter bringen, oder in die Klapse oder beides ... grrr.
Im Netz ist es genauso! Sie kleben den Kids an den Sohlen. Macht euch das bewusst. Man kann die Menge der Information, die sie über die Kinder erhalten durch Ausloggen, Ad-Blocker und Cookie löschen deutlich reduzieren.
Keine Sorge, die wissen dann immer noch beängstigend viel, aber es gibt zig-Tausende, über die sie mehr wissen und auf die werden sie sich stürzen. Die sind leichte Beute.

Suchmaschinen

Das habe ich ja letztes mal schon angedeutet (nachlesen hier). Google ist die beste Suchmaschine der Welt. Die machen ihren Job echt 1A.
Hebt euch google für die tricky Dinger auf, die ihr sucht im Netz und den Rest der Suchen macht ihr über Seiten, die sich dabei nicht dafür interessieren, was ihr heute zum Frühstück hattet. Glaubt mir, ihr werdet überleben.

Den Kids kann man im Browser eine andere Suchmaschine fix einstellen. Die meisten werden das kaum merken. Suchen sie direkt auf youtube (Kids machen das sehr häufig) sind sie ja sowieso auf Google. (Youtube gehört Google, falls das wer nicht weiß.)
Es ist die Menge der Information, die man einem einzigen Unternehmen schenkt, die man ändern kann. Und das kann man ruhig den Kindern erklären.


Okay, viel mehr hau' ich euch heute nicht auf den Tisch.
Ich will euch nicht sagen, was ihr davon machen sollt/müsst und ob überhaupt. Ich möchte euch die Freiheit geben das selber zu entscheiden. Es ist völlig okay, wenn man eingeloggt ist auf Facebook und Google, den ganzen Tag, während man am Computer arbeitet. Man sollte aber wissen, was das bedeutet. Ich mache regelmäßig die Erfahrung, dass viele Eltern (und auch nicht-Eltern ;-) das völlig falsch einschätzen.
Deswegen schreibe ich das hier.

Also lest euch nochmal alles in Ruhe durch und überlegt euch, wie ihr das seht. Für eure Kinder seid ihr bis zu deren Volljährigkeit mitverantwortlich. Das gilt auch fürs Internet!



Mehr aus dieser Serie:

Kinder und Internet - Teil 6 / Die Filterblase
Kinder und Internet - Teil 5 /Algorithmen
Kinder und Internet - Teil 4 / Online Marketing
Kinder und Internet - Teil 3 / Drittanbieter
Kinder und Internet - Teil 2 / Cookies
Kinder und Internet - Teil 1 / Intro

Freitag, 15. April 2016

Etwas Nettes fürs Wochenende 13 / 16

Also wie der gute Grissemann die Fashion-Blogger einfach so im sitzen verarscht ist schon höchste Kunst. Faszinierend ist dabei wie viel besser und inspirierender er dabei ist als so manche, die das ernst meint!


Got it?
Viel Spaß beim Waschen!
:-)

Donnerstag, 14. April 2016

Bleistiftrock geht immer

... dachte ich mir.

Nach dem Kleid-Desaster der letzten Nähversuche für mich, brauchte ich etwas, das zumindest die reelle Chance hat, von mir auch getragen zu werden. (Kleid-Desaster blau, Kleid-Desaster rot)

Da ich für mich zur Zeit "ordentlich" nähe, habe ich mich also (endlich mal) abgemessen und ein gekauftes Schnittmuster umgebastelt (seufz, mag ich gar nicht), sodaß der Outcome (man kann's gar nicht anders sagen) fast schon passt.

Und weil ich bei diesem Rock hier ständig darunter leide, dass er beim Gehen die Beine raufwandert (total uncool), habe ich diesmal einen Unterrock (huch!) eingenäht. Mal sehen ob ich mich so zufrieden kriege. (ich hab's ja nicht immer leicht mit mir ;-)


Ganz glücklich bin ich immer noch nicht (echt? wieso jetzt?), aber immerhin fühle ich mich nicht verkleidet. (isjaschonmalwas)

Ich habe es noch nicht ausprobiert, aber vermutlich gefällt mir der Look richtig gut mit meinen Sommer-High-Heels (keine Kunst darin sieht ja alles super aus!)

So und bevor ich jetzt noch mit mir zu Diskutieren anfange, verlinke ich mich einfach und wünsche euch noch einen schönen Wochenausklang!
(Feigling!)

Schuhe: fair
Rock: selber genäht, Stoff: Stoffprinzessin
Shirt: Ausbeuterware ca. 8 Jahre alt
Jacke: Ausbeuterware gut und gern 17 Jahre alt



Am 24. April jährt sich das Unglück von Rana Plaza!
Wer mit uns daran erinnern will, liest nach und macht mit!

Montag, 11. April 2016

Kinder und Internet - Teil 6

Ganz allgemein kann man sagen, dass das Internet Fluch und Segen gleichzeitig ist. Zum einen hatten wir noch nie Zugang zu so viel Information und Services. Es ist heute in Europa praktisch jedem Menschen möglich kostenlos (mal abgesehen von den Kosten für einen Computer/Handy und der für einen Internetzugang) an Information aller Art zu kommen.


Das Internet bzw. die Anzahl der Seiten darin ist so enorm, dass es uns mittlerweile unmöglich ist einen echten Überblick darüber zu haben. Ich nehme mal an, dass die Einzigen, die tatsächlich alles wissen, die Computer von Google sind.
Denn sie klappern mittels kleiner Programme (crawler genannt) mehrmals am Tag das gesamte Netz ab. Das gesamte Netz! Google speichert alles aus dem Netz ab. Alles. Das geht soweit, dass, falls ihr eure Seite versehentlich löscht, ihr, naja mit etwas Glück, sie von Google wiederbekommen könntet (den kompletten html-code wohlgemerkt).

Was bedeutet diese unglaublich Fülle denn jetzt für uns. Als User. Als Mama und Papa. Naja, es bedeutet, dass wir in einer Blase leben. Der sogenannten Filterblase.

Letztes mal habe ich es ja zum Thema Algorithmus bereits angedeutet. Wir könnten zwar auf alles im Netz zugreifen, tatsächlich ist dem aber nicht so.
Denn, wenn wir einfach so im Netz unterwegs sind werden wir ausnahmslos die gesamte Zeit bevormundet. Das nennt man die Filterblase!

Klickt ihr auf das obere Bild, dann kommt ihr auf eine, wohl etwas krass formulierte, aber durchaus realistische Erklärung zur Filterblase.

Vorteile der Filterblase:

Ursprünglich war die Idee eine gute!

- Suchmaschinen:
Du findest was du suchst, nicht was es zu finden gibtBeispiel:. du suchst einen ganz bestimmten Stoff. Hast diesen neulich schon wo gesehen. Aber vergessen wo oder auch wann. Würde Google deinen Websiteverlauf und dein Verhalten im Netz nicht kennen, wäre die Chance, dass du deinen Stoff findest gleich Null. Es gibt einfach zu viele Stoffe. Deine Blase hilft dir den Stoff zu finden.

- Facebook:
Mit wievielen Leuten bist du über Facebook befreundet? Wieviele Seiten hast du geliked? Sagen wir mal 100 und 200 (und es sind vermutlich eher doppelt so viele) Wenn jede Seite, jeder Freund nur einmal am Tag eine Statusmeldung  abgibt, dann hast du 300 Meldungen zu lesen. Erfahrungsgemäß findest du mindestens 150 davon total uninteressant. Deine Blase filtert diese für dich heraus.

- Netflix:
Also wenn ich girly-Stimmung habe, dann Cameron Diaz, dann "Love actually", dann "my big fat greek wedding" .. wenn ich die aber schon gefühlte 200mal geschaut habe, was dann? Klar, die Blase weiß, was für ein Gefühlsschinken als nächstes auf meiner Liste stehen wird.

- Allgemein:
Gehe ich ins Netz, dann bin ich nicht im Internet per se. Es handelt sich viel mehr um "mein" Internet. Es fühlt sich tatsächlich ein wenig an wie mein Wohnzimmer. Das ist der Verdienst der Blase.

Nachteile der Filterblase:

- Suchmaschinen:
Suchmaschinen sind Suchmaschinen. Das ist nur die halbe Wahrheit. Google ist ein Datensammler in noch niemals dagewesenem Ausmaß. Metternich erbleicht vor Neid. Wer mittels Google sucht und dabei noch in seinem Google Account eingeloggt ist, der läßt sich tief in die Seele blicken. Google macht mit dem Wissen über dich Geld. Durch die Werbung, die geschalten wird. Im letzten Jahr 16.346 Mio Dollar. Nicht Umsatz, Gewinn! (Quelle: Wikipedia)

Ausweg: andere Suchmaschinen (Vorschläge hier) verwenden.  Es gibt Suchmaschinen, die suchen ohne deine Daten zu kennen. Sie machen das ganz bewußt so. Wenn einem die Qualität der Suchergebnisse nicht gefällt, kann man zumindest die Anzahl der Suchen via Google so reduzieren und so sein Datenprofil verwässern.

- Facebook:
Bin ich ein "Gutmensch", dann sind in meiner Timeline lauter Berichte von den Qualen der Flüchtlinge, von der Ungerechtigkeit, der menschliche Katastrophe eben. Bin ich ein "Rassist", dann türmen sich bei mir Berichte von Asylmissbrauch, Gewalt und der Ungerechtigkeit mir gegenüber. Facebook hat unbestritten dazu beigetragen unseren Demokratien tiefe Risse beizufügen. Schlicht dadurch, dass die Menschen überzeugt sind, sie hätten einen Eindruck von der Wirklichkeit - und das gilt für beide Seiten. Tatsächlich wird ihnen nur gezeigt, worauf sie höchstwahrscheinlich am ehesten klicken. Eine Radikalisierung von Meinungen durch Algorithmen. Menschen können sich ihre - tatsächlich verfälschten - Wahrnehmung nicht so einfach entziehen.
Die Blase in Facebook ist meines Erachtens eine für unsere Staaten sehr gefährliche.

Ausweg: Vermeidet einfach die Timeline. Geht in eure Gruppen und erstellt Listen z.B. eine Liste mit all den Nähbloggern, denen ihr folgt, oder, so wie ich, eine Liste mit den Zeitungen, denen ihr folgt. In der jeweiligen Liste sind dann alle Beiträge aller Seiten oder Freunde, die ihr zu dieser Liste hinzugefügt habt. Kein Algorithmus rechnet da jemanden weg. Wenn wir die 300 Beiträge vom Anfang nehmen, dann sind alle 300 in einer solchen Liste zu sehen, egal ob Gutmensch oder Rassist.
(hier findet ihr wie das geht - Facebook Freunde Liste)


- Netflix:
Früher - in meinem vor-den-Kindern-leben - bin ich leidenschaftlich gerne und viel ins Kino gegangen. Leinwand, Popcorn - mein Ding! Ab und zu war ich, damals war das was ganz Neues, in einer Sneak Preview im Apollo. (kurze Erklärung - Sneak Preview: Man ging ins Kino, kaufte sich eine Karte und man wusste nicht, was für ein Film einem gezeigt werden würde. Es war einzig nur klar, dass der Film aktuell noch nicht lief. Meist kam er erst 3-4 Wochen danach tatsächlich in die Kinos) Warum erzähle ich das?
Nun, in der Sneak Preview habe ich ein paar Filme gesehen, die mich vom Hocker gerissen haben, die ich heute liebe, die ich mir aber freiwillig niemals angesehen hätte. No Joke. Niemals.

Die "Leute, die diesen Film sahen, haben sich auch den angeschaut" - Methode ist schlicht die 100%ige Scheuklappengarantie. Man wird praktisch niemals einen Film sehen, der einem zwar gefiele, der aber nicht in das eigene klassische Beuteschema passt. Eine Erfahrung, ein Bereicherung, die man niemals haben wird.
Die Gefahr, dass der eigene Geist/Intelekt klein bleibt ist enorm.

Ausweg: Filmempfehlungen von Freunden einholen, im DVD Regal derselben stöbern. Ein bißchen Blase ist in Sachen Film durchaus okay, aber glaubt mir. Der frische Wind einer neuen Erzählweise erweitert das Leben.

- Allgemein:
Die Filterblase ist ein wenig wie Schokolade. Alles ist einfacher und angenehmer mit Schokolade. Bloß gesund ist es nicht.
Der Mensch läßt sich gerne einlullen, tendiert dazu den leichteren Weg zu gehen. Und, ja leider, dann ist er auch so richtig gut steuerbar. Geistig frisch zu bleiben ist in einer fremdgesteuerten Blase nicht möglich.

Ausweg:
1. man sollte von der Filterblase wissen und sie auch erkennen und anerkennen. Ihre Gefahren und die Schokoladenseite. Das ist der halbe Weg.
2. Wer einmal das Netz ganz ohne Blase erleben will, lädt sich Tor runter. Ein Browser für naja, Nerds und schräge Leute ;-). (kriegt man hier)
Tor verschleiert wer ihr seid. Eure IP-Adresse, euren Standort. Tor warnt vor ungewöhnlicher Cookie-Aktivität und Seiten, die dir, computertechnisch, echt an die Wäsche wollen. Blase gibt es da keine. Amazon weiß nicht wer du bist und zeigt dir auf der Startseite nur sein wichtigstes Projekt - den Kindle, Google sucht einfach mal drauf los (wobei, die haben 100% irgendeinen Algorithmus für "datenlose" Suchen) und auch sonst stehen alle Seiten vor einem weißen unbeschriebenen Blatt. Durchaus eine Erfahrung.
Loggst du dich allerdings ein, Facebook, Bloglovin etc. dann läßt du deine Maske fallen, zumindest solange du eingeloggt bleibst. 
Aufgrund seiner strengen Privacy-Schutzmaßnahmen gibt es Seiten, die im Tor-Browser nicht voll inhaltlich funktionieren. Nur zur Info. Nicht wundern.
Dauerhaft würde ich den Browser nicht unbedingt verwenden, aber zum Ausprobieren und Erfahrung sammeln .. ist es schon eine gute Sache.



Als Abschluss noch kurz ein paar Worte.
Das Internet hat sich gewandelt, es wandelt sich stetig und zwar schnell und man merkt es immer erst "zu spät". Es ist kein ungefährlicher Ort, aber, und das ist mir wichtig, "ohne Internet" halte ich nicht für eine gangbare Alternative.
Für mich ist Information und Verantwortung der Weg, den man gehen muss. Man, wir alle, müssen erkennen, dass "Augen zu und Spaß haben im Internet" eine verantwortungslose Einstellung ist. Ihr, als Eltern, müsst euch dieser Aufgabe stellen. Ihr müsst euch einen Kopf machen über gewisse Dinge, Einstellungen im Kopf und im Browser ändern, Informationen einholen und jedes mal aufhorchen, wenn ein Thema im Netz heiß diskutiert wird.

Ihr solltet eine Einstellung zu den Dingen haben, eine Meinung, denn, und jetzt kommt's, wenn ihr achtlos und naiv im Netz herumtappst, dann werden eure Kinder das auch tun. Und was daraus alles noch entstehen kann, ist nicht abschätzbar. Für niemanden.
Das einzig sichere ist, dass das Netz nicht vergißt, und dass ein Kunde, den ich von seiner ersten online-Minute an beobachtet und geführt habe, die Art Vorstellung ist, die den geldgierigen Seiten im Netz feuchte Träume beschert.
Online muss man erwachsen agieren, sonst hat man keine Chance zumindest teilweise selbstbestimmt darin zu agieren.

So, mir raucht jetzt der Schädel. Ich mach' jetzt mal gründlich Pause!
Ich hoffe, ihr seht jetzt nicht lauter Sternderln.
Oder Blasen ;-)


Mehr aus dieser Serie:

Kinder und Internet - Teil 5 /Algorithmen
Kinder und Internet - Teil 4 / Online Marketing
Kinder und Internet - Teil 3 / Drittanbieter
Kinder und Internet - Teil 2 / Cookies
Kinder und Internet - Teil 1 / Intro


Kinder und Computer

Freitag, 8. April 2016

Etwas Nettes fürs Wochenende 12 /16

Einfach nur schön!



What a wonderful world!
Never forget it!



Donnerstag, 7. April 2016

Zweiter Versuch am Kleid und die Erkenntnis daraus

Ich wollte auch so ein Kleid haben, wie sie alle ständig nähen. So ein rosape - Teil. Das überall dazu passt, in allen Farben geht. Davon, so dacht ich, kann frau mehrere im Kasten haben. Ich wollte das auch. Ich war bereit Arbeit hineinzustecken, den Schnitt bei Bedarf anzupassen, Stoffe zu investieren und auch, sehr unüblich für mich, mehrere Versuche zu machen.
Ich finde diese Kleider sehen gut aus.
Wie ich jetzt weiß; nicht an mir.

Okay, das ist kein Fishing for Compliments.
Ich weiß, das Kleid passt mir. Ob es mir steht ist wohl Ansichtssache. Worüber ich ich mich aber nicht hinwegtäuschen kann, ist, dass ich in dem Kleid nicht ich bin.



Ich trage solche Kleider nicht bzw. solche Kleider werden von mir nicht getragen. Diese Kleider und ich. Das funktioniert nicht! Wir leben nicht im selben Mode-Universum. Wir mögen einander, aber es ist wohl so wie mit dem Fußball und mir. Ich schaue gerne Fußball. Aber selber spielen? Wirklich nicht! Total skurriler Gedanke.

Also schließe ich dieses Kleid - Kapitel vorläufig einmal. Danke sehr! Es war nett dich getroffen zu haben. Da ich aber meinen Kasten eben erst von einem Haufen Schrank - Leichen befreit habe, werde ich auch dir Adieu sagen. Aus dem Kleid wird ein Shirt. In Kurzarm.

Ich finde für mich selber zu nähen ist gar nicht so einfach.
Da bin ich Kinder-näh-verwöhnt!
:-)



Schnittmuster:
oben Frau Liese von Schnittreif
unten Rosape Ein Schnitt vier Kleider
GOTS Jersey von Lillestoff




Am 24. April ist es 3 Jahre her, dass die Nähfabrik Rana Plaza eingestürzt ist.
Wir gedenken der Frauen, die dabei ihr Leben verloren haben.


Montag, 4. April 2016

Kinder und Internet - Teil 5

Nachdem ich mir eine österliche Pause gegönnt habe, geht es jetzt weiter mit dem Internet und wie das so läuft - online.

Was hatten wir denn bisher.
Also da waren die Cookies. Jene kleinen Codestückerln, die Seiten, die ihr besucht (und die unsichtbaren Dritten), bei euch am Computer ablegen.  So kann man die Leute im Netz leicht wiederkennen und sie ihrem immer genauer werdenden Profil zuordnen. Man kann viel Geld sparen und zugleich viel Geld machen, wenn man diese gesammelten Daten gut nutzen kann.

All das lässt sich mit einem Ad-Blocker leicht beträchtlich einschränken. Nicht so einfach ist das mit dem geheimnisvollen Wort Algorithmus.


Algorithmus? Hab ich doch schon mal gehört (und gleich verdrängt ;-)
Wikipedia schreibt zum Algorithmus folgendes:
Ein Algorithmus ist eine eindeutige Handlungsvorschrift zur Lösung eines Problems oder einer Klasse von Problemen. Algorithmen bestehen aus endlich vielen, wohldefinierten Einzelschritten. Somit können sie zur Ausführung in einem Computerprogramm implementiert, aber auch in menschlicher Sprache formuliert werden. Bei der Problemlösung wird eine bestimmte Eingabe in eine bestimmte Ausgabe überführt.

Jetzt wisst ihr Bescheid ;-)
Ein Algorithmus ist ein bißchen wie eine Brotbackmaschine, eine Wunder-Brotbackmaschine.
Oben füllt ihr ein, was ihr so wisst über den Menschen um den es geht und unten kommt dann sein Lieblingsbrot raus. (ohne jemals Info zu Brot einzugeben wohlgemerkt!) Oder das ideale Paar Schuhe, das diese Person höchstwahrscheinlich in diesem Sommer brauchen wird, oder sowasinderArthalt.

Ein Algorithmus ist die mathematische Formel, in die man menschliches Verhalten fassen kann. (Allerdings immer nur für eine einzige Sache - Brot z.B.). Es sind Vorhersagen, ein bißchen wie beim Wetter. Eine mathematische Kristallkugel. Bloß ohne die obligate Zigeunerin. Aber nicht minder mysteriös!
Algorithmen sind im Netz überall. Ihre Aufgabe ist es, aus dem irre großen Angebot im Netz, herauszufiltern, was gerade am Besten zu uns passt.

Beispiel Google Suche:
Ein Banker und ein Umweltaktivist suchen auf Google alles zum Thema Erdöl. Der eine findet BP-Aktienkurse, der andere die Exxon Valdez Öltanker-Katastrophe ganz oben auf seiner Ergebnisliste.

Man findet nicht, was es zu finden gibt (so wie in einem Lexikon - annodazumal) Sondern man findet, was (in dem Fall) Google glaubt, dass man sucht. Man findet was der Algorithmus einen finden lässt.
Das macht einen Unterschied.
(Lest euch die drei Sätze gut durch - der Unterschied ist ein feiner!.. und er hält einen auf lange Sicht dumm!)



Algorithmen an sich sind durchaus hilfreich. (Selbständig im Netz zu suchen wäre enorm aufwendig!) Woran Kritik angebracht scheint, ist, dass wir nicht wissen, welche Daten von uns durch welchen Algorithmus geschoben werden.
Das ist bedenklich. Und ausnehmend bevormundend.

Soweit so Basis-Algorithmus-Info.
Ein Gedanke zum Grübeln jetzt noch in Bezug auf die Kinder.
Ihr entscheidet, was eure Kinder essen, in welche Schule sie gehen, wann sie schlafen, was sie anziehen etc. (alles sehr idealisiert versteht sich .. schmunzeln). Ihr seid die Erziehungsberechtigten. Aber was euren Kindern im Internet gezeigt wird, darauf habt ihr keinen Einfluß.

Wenn ein Kind an einem Computer sitzt, ist das im Verhalten von den Datensammlern sehr schnell zu erkennen. Und es gibt ohne Zweifel einen Haufen Kinder-Algorithmen. Das bedeutet, wenn euer Kind etwas sucht, dann findet es ... ja, was denn jetzt eigentlich?
Nach welchen Kriterien werden denn die Suchergebnisse eurer Kindern ausgewählt? Wer entscheidet das? Welches Ziel wird mit der Auswahl verfolgt?



Alles Fragen auf die man keine Antwort erhält.
Die Firmen geben für gewöhnlich die gesammelten Daten nur sehr widerwillig Preis (man kann sie aber einfordern - in Europa zumindest). Die Algorithmen selber werden wie Staatsgeheimnisse behandelt. Niemand weiß, wie Facebook seine Timeline füllt oder wie Google Suchergebnisse sortiert. Es gibt Leute, die kennen sich gut damit aus und sie bemerken meist innerhalb von Stunden wenn ein Algorithmus geändert wurde, aber wirklich wissen tun es nur eine Handvoll Eingeweihter.

Frei ist man im Netz nicht. Und zu Gesicht bekommt man für gewöhnlich nur, was andere für einen ausgewählt haben. Frei nach dem Motto - "Käufer, die das hier gekauft haben, haben sich auch noch hierfür interessiert!"
Denkt mal darüber nach! Besonders darüber, was das für einen jungen Menschen bedeutet! Das ist der Preis, den wir im Internet zahlen.


Ich denke man sollte sich dessen bewußt sein!
Besonders wenn man Kinder hat. 


Nun könnte man einwerfen: "Wenn du mir den Algorithmus zeigst, verstehe ich exakt Null Komma nix davon!" Klar. Ich bin auch keine Mathematikerin. Aber da draußen im Netz, da gibt es sie, die Menschen, die einen Algorithmus lesen, wie unsereiner ein Schnittmuster.
:-)

Ich mag diesen Vergleich.
Wissen ist der halbe Weg, vermutlich sogar mehr als der halbe! 



Mehr dazu:

Kinder und Internet - Teil 4 / Online Marketing
Kinder und Internet - Teil 3 / Drittanbieter
Kinder und Internet - Teil 2 / Cookies
Kinder und Internet - Teil 1 / Intro


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