Dienstag, 11. Oktober 2016

Freiheit 2.0 - Design your life

Ich weiß ja nicht wie es bei euch so war/ist, aber über die Jahre haben sich verschiedene social-Media-Kanäle einen Raum in meinem Leben erschlichen und mir Zeit und ich muss leider auch zugeben einiges an Freiheit geraubt.
Sei es auf facebook, instagram am Handy oder ganz klassich die lieben, alten e-mails. Ich bin viel online. Ich fand: zu viel. Und das wo ich ja nicht mal auf what’s app bin - eine Dauerbeschussanlage, wie ich feststelle, wenn ich mich mit einem what’s apper auf eine Sachertorte treffe.

Die Newsletter Massen

Vor ein paar Wochen habe ich begonnen das Schritt für Schritt zu ändern. Begonnen habe ich damit bis auf eine Handvoll Ausnahmen alle Newsletter abzubestellen. Gute Güte, was ich Newsletter bekommen habe! Es ist mir gar nicht so sehr aufgefallen. Ich habe sie ja durch die Bank ignoriert. Manchmal gelöscht, manchmal einfach nur übergangen. Aber jetzt wo ich mir die Mühe mache sie alle abzubestellen, jetzt sehe ich wie viele das eigentlich sind/ waren.
Mittlerweile lösche ich seit 4 Wochen und immer noch tauchen Newsletter auf, die eben erst jetzt aufpoppen. Shocking!
Ergebnis soweit: deutlich systemberuhigtes mail-Eingangsfach. Angenehm! Sehr angenehm! Was reinkommt ist an mich. HUCH!

Facebook ist gar nicht mal so super

Als nächstes auf meiner Veränderliste stand meine facebook-Konsum. Vorab: mein Verhältnis zu fb ist sehr gespalten. Ich nutze zwar gerne die Möglichkeit mit Leuten in Kontakt zu bleiben, die ich sonst wohl komplett aus meinem Leben löschen müsste, allerdings ist mir der Rattenschwanz an „Nebenwirkungen“ (Filter-Blase, Datensammelei) sehr zuwider.
Bis vor kurzem habe ich via fb vor allem Zeitung gelesen. Handverlesene 20 Zeitungen und Magazinen hatte ich geliked, die mich die letzten 3 Jahre auf dem Laufenden gehalten haben. Vor ca. 2 Monaten hat sich das aber geändert. Irgendein Update der Timeline hat meine News-Liste gelöscht. Weil ich nicht gleich eine neue Liste erstellen wollte, war ich ein paar Wochen genötigt via Timeline Nachrichten zu konsumieren. Und das hieß natürlich sich völlig dem Algorithmus auszusetzen. Das Ergebnis: ein unglaublicher Schrott.
Ich habe ganz intuitiv begonnen die Zeitungen wieder direkt über deren Homepages bzw. via feed zu lesen. Die fb-Timeline meide ich zur Zeit wie die Pest. Das Ergebnis: ich bin weniger auf fb. Deutlich weniger. Und wenn ich dann dort bin, ist mir eher fad. Da ist für mich viel Qualität den Bach runtergegangen. Aber ich habe da noch ein paar Fun-Seiten geliked und natürlich ein paar Blogs, die mir wichtig sind. Der Rest fällt einfach fb zum Opfer.
Warum ich nicht ganz aussteige?
Nun, zum einen habe ich halt ein paar alte „Havara“, an deren Leben ich nur mehr via fb teilhabe, zum anderen habe ich für mamimade eine fb-Seite und für Aktionen wie „This is not okay“ und auch den Katalog der Nähbloggerinnen ist fb von relevanter Bedeutung. Ich möchte fb benutzen, nicht fb mich. Das ist das Ziel.

DAS BESTE PROJEKT, AN DEM DU
JEMALS ARBEITEST, BIST DU!

Die Zeit und vor allem die Ruhe, die ich dadurch genieße, sind mehr als wertvoll. Ich bin ja, wie wir alle, ständig im Wandel. Im Moment entdecke ich die Qualität der Zeit wieder. Also qualitätsvolle Zeit für mich oder meine Family. Ganz wurscht.  Ich genieße mein Leben deutlich mehr. Dieser Rückzug zu mir selber, diese Distanz zu der Online-Scheinwelt, das ist pure Medizin für die Seele. Und zwar heute - in dieser so dichtgepackten Welt voller Extreme. In einer Zeit, in der man vor lauter Sorgen und Informationen schon mal geneigt ist das Wesentliche zu übersehen.
Das eigene Leben.

Es ist ja nicht so, dass ich nicht gerne im Netz wäre, aber wenn ich mir das Gesamtbild meines Lebens ansehe, dann nehmen all die Online-Möchtegern-Wichtigkeiten einen völlig überzogenen Platz ein in meinem Leben. Nahmen ihn ein.

Daher "erarbeite" ich mir jetzt einen Plan, wie ich das in Zukunft machen möchte, denn wie Nigel Marsh so schön in seinem Vortrag zur Work-Life-Balance sagt (durchaus sehenswert):

IF YOU DON'T DESIGN YOUR LIFE,
SOMEONE ELSE WILL DESIGN IT FOR YOU.

Also désigne ich zur Zeit nicht nur Kleidung,
auch mein Leben.
Cool!


Ich war mitten am Grübeln für diesen Post, da bin ich über Svenjas Blogbeitrag gestolpert.
Sie entdeckt ihre Freiheit auch gerade neu. Man sieht, frau ist nie alleine! :-)

10 Kommentare

  1. So wie zu fast jedem Thema, bin ich auch hier hin- und hergerissen. Seit über einem Jahr habe ich FB fast komplett aus meinem Leben gestrichen, ich schaue nur regelmässig, ob ich Nachrichten bekommen habe.

    Der Vorteil: ich ärgere mich viel weniger über den Blödsinn, den einige so teilen. Da fehlt mir die Härte, liebe Freundinnen, die im richtigen Leben eigentlich ganz vernünftig und cool sind, einfach so zu löschen. Aber lesen mag ich es auch nicht. Und dieses Gestreite in diversen Gruppen, puh. Energiesauger ohne Ende, liest man aber trotzdem, wenn man in den Gruppen aktiv ist. Also besser gar nicht erst schauen.

    Andererseits: ich bekomme echt viel nicht mehr mit. Aktionen, Veranstaltungen, neue Stoffe, Schnitte. Manche Dinge vermisse ich nicht besonders, über neue Stoffe und Schnitte stolpert man eh irgendwann auch anderswo, bei Veranstaltungen ist es meistens dann schon zu spät, weil sie auf den Blogs eher als Nachbesprechung auftauchen, als als Ankündigung. FB wird einfach als Marketingplattform am ehesten gepflegt und bespielt und über Insta und Blogs bekommt man viel weniger mit, finde ich.
    Oder ich mache etwas falsch. Auch möglich....

    Bussi
    Claudia

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    1. Veranstaltungen. Hm, du bist ja eine, die häufiger wohin geht. Stimmt! Ich bin da ja viel zu faul! ;-) Mich täte das wohl nicht so treffen.

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  2. What´s app verweigere ich. Es war einfach noch nciht nötig. Es gibt wohl 20 Gruppen in die ich passen würde. Aber wer mir was mitteilen mag, kann auch sms oder mail schreiben.
    Facebook habe ich ganz am Anfang als fein empfunden. Ich habe ein paar Freudninnen, die weit verstreut in der Welt leben. Facbook ist da ein super Medium um ein kleinwenig in deren Familien drinnen zu bleiben. Aber mittlerweile besteht Facebook irdenwie nur mehr aus Werbung. Und durch die ganzen Filter kommen Nachrichten von Freunden die mir wichtig sind nciht immer zu mir. Ich schau da immer weider mal rein, wenn Zeit ist, aber nix muss.
    Mit Mail-Newsletter mach ich das so: Sobald er kommt schiebe ich ihn zum Spam. Was zur folge hat täglich bekomme ich einige Mails im Postfach und sicher 10-15 im Spamordner. Dem Postfach widme ich mcih täglich, den Spamordner überfliege ich alle paar Tag und lösche meist alles in Bausch und Bogen.
    Und Istagram - so sehr es mich reizt - rühr ich nciht an. Ich weiß, dass mir das MEdium Spaß machen würde, aber meine zeit ist echt begrenzt. Es ist mir eifnach wichtiger bei Blogs, die ich schätze, ordentlich zu kommentieren - und das braucht eh viel Zeit. Im Grunde schon zu viel. Tut aber trotzdem gut.

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  3. Ich hab ja jetzt viel Zeit, denn auf einmal habe ich keine zeitintensiven familiären Verpflichtungen mehr. Auch das ist eine Aufgabe, der man sich stellen muss :-)

    Ich bin auch viel online. Aber vor allem aus Gründen der Recherche & Information, auch besonders für meine Great-Women-Posts & die eher polit. Statements im Blog. "Konsumierend" bin ich eher in der Bloggerwelt unterwegs, bin aber immer öfter angeödet, weil immer mehr gute Blogs aufgeben und die Nähblogs sich nur noch als Werbeplattformen für Schnitte & Stoffe gerieren. Ist nicht schön, was da so abläuft, auch was die fehlende Reaktion auf Kommentare anbelangt. Bekomme ich nicht irgendwann mal einen Gegenbesuch, fliegt der Blog aus meiner Liste.
    Instagram habe ich für mich still gelegt, Twitter ist auch nichts für mich ( und wird nur wg. Raif Badawi genutzt ). Und Facebook gibt mir gar nichts.
    What's App benutzen wir nur im allerintimsten Familienkreis, um nötige Informationen schnell auszutauschen bzw. um etwas vom Leben der Tochterfamilie in M mitzubekommen.
    Newsletter habe ich auch abbestellt bzw. werden abgemeldet, wenn sie ankommen.
    Mir machen vor allem die Informationsmöglichkeiten des Netzes Spaß, bin aber auch manchmal erschüttert, welche kruden Veröffentlichungen zu finden sind, welche Verschwörungstheorien und bösartige Ansichten. Das schafft mich immer wieder.
    Ich wünsche dir viel Erfolg mit der Arbeit an dir selbst!
    LG
    Astrid

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    1. Ja, deine Blogsituations-Analyse macht mich nachdenklich! Ergeht mir sehr ähnlich.

      Das Netz und die ganze hasserfüllte Kommentiererei in den sozialen Netzwerken, aber oft auch einfach direkt unter Zeitungsartikeln tut der Menschheit meines Erachtens gar nicht gut. Es ist schauderhaft.

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  4. Es ist gut und wichtig, immer wieder alles kritisch zu betrachten. Einerseits finde ich die Möglichkeiten des Netzes großartig, andererseits muss man auch aufpassen, dass man sich da nicht auffressen lässt. Also machst Du doch alles richtig.
    LG
    Magdalena

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    1. Danke Magdalena! Ich denke frau ist besser sehr wachsam, wenn es um die eigene Zeit geht!

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  5. Liebe Susanne,

    ja so wie dir ergeht es mir auch (immer wieder). Dann ziehe ich mich aus vielen Kanälen zurück und rücke sie wieder an den ihnen angestammten kleinen Platz in meinem Leben zurück oder schmeiße sie aus selbigen.
    Aber es ist dem aus manchen Gründen nicht so leicht zu entkommen, oder anders: Es macht einiges unglaublich einfacher.
    Whatsapp oder besser als Alternative: Threema, nutze ich gerne und brauche es auch um (Gruppen) Nachrichten zu schreiben und mich schnell auszutauschen. Facebook ist meines Erachtens für mein Leben nicht notwendig, aber ich habe eine Gruppe dort und so lange diese existiert, bleibe ich wohl dort.
    Instagram ist eine heikle Sache, da man sich darin komplett verlieren kann. Andererseits macht es aber auch extrem Spaß. Ich denke, es ist wie Twitter (was mir gar nichts gibt): Wenn man sich nicht dem Follower-Vergleichs-Wahn hingibt sondern macht, was einem Spaß macht, ist es ok. Wenn man beginnt, sich über Likes, Sternchen oder Herzen zu definieren, sollte man schnell Abstand gewinnen.
    Als ich im Frühling drei Wochen zu 95% offline war, erkannte ich: die Welt dreht sich auch ohne Internet und siehe da, nicht eine einzige wirklich relevante Email hatte mich erreicht.

    Zu Email nur kurz: Ich besitze eine Müll-Adresse. Dort kommt alles hin, was sich so ansammelt an Werbung etc wenn man sich mal irgendwo angemeldet hat. Egal ob Shops, Seiten, politische/umweltschutz/menschenrechts-Vereine. Alles landet dort. Und diese Adresse rufe ich nie mit meinem Mailprogramm ab, sondern gehe gezielt dort hin, einmal die Woche vielleicht, um Rechnungen oder Versandbestätigungen abzurufen.
    Auf meinen Rechner landen nur private Emails die wirklich für mich sind, denn für solche Kontakte habe ich eine andere Mailadresse :)

    Grüße
    Janine

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    1. Wir nutzen innerhalb der Familie Threema. E-mail hat sich mittlerweile wunderbar beruhigt. Ab und zu platzt noch eine Newsletter rein.
      Eine Schrott-E-Mail-Adresse haben wir auch, die checke ich aber nie ... wozu auch ;-)

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