Montag, 3. Oktober 2016

Aus dem Leben - von Listen, die das Leben schreibt

Im Wartezimmer
Und irgendwann hört das Zittern auch wieder auf. Frau hat ja zwei Kinder ausgetragen und zur Welt gebracht. Der Körper kennt Schmerzen. Ist aber dann doch ein wenig her (9 Jahre letzte Woche!) Insofern war frau ja nicht mehr im Training, als sie plötzlich schmerzverzerrt am Boden lag, kaum noch Luft kriegend. Scheiße auch!
Und weil man ja nicht weiß, was da los ist, schwirren im Kopf die ganzen Horrorszenarien herum. In reißerischen Schlagzeilen beinahe. "Nein, Schatzi, ich sterbe nicht!", sagt man also dem Sohn der in kindlich, liebevoller Panik neben einem kniet und denkt sich dabei "Ich glaub' nicht. Sicher kann ich es aber nicht sagen!"

Tja. Gestorben bin ich nicht. Ist nämlich "nur" eine Gallenkolik gewesen. Anerkannt schmerzhaft, wie mir jeder versichert hat, dem ich seither davon erzählt habe und der diesbezüglich eine Autorität darstellt (Rettungsleute, Ärzte und Menschen, die auch schon mal eine Gallenkolik hatten).

 3 Gallenkoliken innerhalb von 48 Stunden. Hattrick.
Mein Sohn hat sich beruhigt und meinereiner tingelte von Arzt zum Ultraschall zum nächsten Arzt und jetzt also zur Blutabnahme, Lungenröntgen und internistischen OP-Freigabe.
Yepp! Ich bin also demnächst um ein Organ leichter.

Weil ich doch neulich davon geschrieben habe, von der Lebensliste (heiraten, Kinder kriegen, Haus, Baum etc.), kommt mir ja jetzt so der Gedanke, dass da ja keinerlei Gebrechen/Krankheiten/Leidenswege draufstehen.

Aber auch dafür gibt es doch eine Liste im Leben. Mandeloperation, Liebeskummer, gebrochener/s Arm/Bein, Akne, Kaiserschnitt, auf ein Legosteinchen steigen, Herzinfarkt, Menopause bzw. Prostata-Geschichte etc. etc.
Und natürlich das grande Finale, das einzig sichere in unserem Leben - der Tod. Das Ende.

Ich habe mich also unbewußt dazu entschlossen auf dem Ankreuzerlzettel des Lebens "Gallenstein" auszuwählen. Wußte ich nicht. Is aber so.
Somit warte ich jetzt auf den OP-Termin und lebe bis dahin kontinuierlich auf DEFCON 3. Immer ein bissi nervös, immer ein bissi ängstlich, aber eigentlich beschwerdefrei. In jeder Handtasche ein krampflösendes Zäpfchen .. mein neues Tampon quasi.

Während mir die Familie den einen oder anderen Handgriff im Haushalt abnimmt, überlege ich fieberhaft, was ich denn alles im KH brauche für 3 Tage. Laptop, Kopfhörer, Stricksachen, Buch, Handy ...

Huch! Und schon wieder eine Liste.
:-)

27 Kommentare

  1. Um Nachhinein gesehen: kündigt sich das schleichend an oder ist das von jetzt auf gleich akut?
    Ich wünsch dir jedenfalls alles Gute für die OP!
    Alles Liebe Babsy

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    1. Nö nix schleichend. Beim mir halt. Gleich mit voller Faust zugeschlagen .. ;-)

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  2. Ach herrje! Das klingt ja gar nicht gut! Hoffentlich kriegst bald einen OP-Termin!
    Mit Gallenkolik-Erfahrung kann ich nicht aufwarten, aber mit Nierenstau dank Eierstockzyste. Auch nur mäßig witzig. Das einzige "Unterhaltsame" daran war, dass ich auf der Seite gar keinen Eierstock mehr hatte :o

    Ich nehm ins KH immer noch meinen E-Reader mit - da hab ich einen Zugang zur Onleihe und kann ggf. Bücher "nachfassen" Strickzeug ist auch immer dabei.
    Das mit den 3 Tagen erscheint mir allerdings schon recht kurz. Kann es sein, dass sie gesagt haben "am 3. Tag können Sie nachhause gehen"? Das zählt nämlich erst ab dem Tag der OP - da war ich beim 1. Mal auch falsch drauf eingestellt.

    Ich wünsch dir alles Gute und halte dir die Daumen,
    lg
    Babsi

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    1. Danke, Babsi. Mal schauen wie das KH 3 Tage zählt. Ich werde Socken stricken .. das dauert länger bei mir ;-)

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  3. Ach herje. Du Arme! Ich wünsche dir, dass es dir bald besser geht und die drei Tage im Krankenhaus schnell vergehen. Ich habe übrigens auch gard ein Hakerl auf der Liste gemacht. Mein erster Knochenbruch in meinem Leben. Also humpel ich seit zwei Wochen durch die Gegend und hoffe, dass das Haxerl bald wieder ganz ist. Aber ein befreundeter Arzt hat gemeint, man geht davon aus, dass man jedes Jahrzehnt irgendetwas Gröberes aufreißt. Tja, dann hätte ich das jetzt kurz vorm 40er wohl auch erledigt. Kurz vom 30er war das auch schon so. Keine Ahnung ob, da was dran ist, aber wenn, sollten wir vielleicht froh sein, dass es "nur" ein gebrochener Fuß und eine Gallenblase ist und nix Schlimmeres.
    Liebe Grüße und alles, alles Gute
    Anja

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    1. Gebrochen habe ich bisher noch nicht angekreuzelt. Gute Besserung wünsch' ich!

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  4. Uh, das volle Leben. Gute Besserung, und halte deinen Humor fest, der ist Gold wert, wenns eng wird
    Machst gut, und gute Erholung!
    Herzlichst
    yase

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    1. Solange ich keine Schmerzen habe, nehme ich fast immer humorvoll ... fast ;-)

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  5. Ja, das Leben...ist nicht immer rosa. Meine Liste ist leider voller unschöne Sachen und Tabletten und Schmerzen jeden Tag meine Begleiter...ist Sch....
    Ich hoffe du bekommst bald deinen Termin und kannst wieder frei aufatmen und das Leben genießen.
    Gute Besserung,
    Lee

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    1. Ach herrje!
      Was sagt man denn da? Ich hoffe, das vergeht!! Sehr, hoffe ich das!

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  6. Der PlusPunkt ist: danach keine Angst mehr vor der nächsten Gallenkolik haben zu müssen!
    Ich wünsche dir alles Gute,
    Kathrin

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  7. Liebe Susanne!
    Nur nicht klein-kriegen-lassen, hoffe, dass du die OP schnell und vorallem gut hinter dich bringst und du bald wieder fit bist, alles, alles Gute!

    Bei deinem Humor kannst du das Ganze ja als Miniurlaub vom Alltag sehen, kein Kochen, kein Aufräumen, keine Verletzungen durch Legosteine...
    Schöne Grüße Fia

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    1. Ich hoffe ja auf gute KH-Küche ... wobei ... das ist womöglich ein wenig naiv!

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  8. Oh, das ist gar nicht schön!
    Hoffe du hast bald deinen termin und du kannst dem ganzen ade sagen.
    Ich habe jetzt als Patientin nicht so die erfahrung mit krankenhausaufenthalten, nur 2 Kaiserschnitte, aber da war ich mit baby beschäftigt. Ich würde vor allem was zum Lesen mitnehmen. Stricken hört sich auch gut an. Aber ich denke, soviel zeit wirst du gar nicht haben. Man ist heutzutage ja so schnell wieder raus. Und die zeit vor ort ist mit terminen voll: Voruntersuchung, Vorgespräch, op, Nachuntersuchung und dann heisst es in der regel ja schon wieder tschüss.
    Ich wünsche dir auf jedenfall alles gute, vor allem bis zur op ohne weiter vorkommnisse.
    Lg kristina

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    1. ... also Streß will ich im KH nun wirklich keinen haben ... ;-)

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  9. ohweh! da kann ich mich den anderen nur anschließen und dir gute Besserung wünschen und die Daumen drücken für die OP.
    Strickzeug und Bücher würden mir schon reichen - okay, das Handy noch :)
    liebe Grüße
    Manu

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  10. Puh! Irgendwann, so geht es uns allen, hörst du das erste Signal..(.inzwischen sind es bei mir schon ein paar mehr ). Aber damit kann man gut weiter leben. Eben bewusster.
    Ich wünsche dir alles, alles Gute für die OP!
    Herzlichst
    Astrid

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    1. Ja, ich denke auch, dass es dann einfach so ist. Bewußt mit dem eigenen Körper umzugehen, ist ja jetzt an sich nicht das Schlechteste.

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  11. Oooooookay. Klingt nicht so als ob ich das auf meiner Liste bräuchte. Habs eh nicht soooo arg mit den Listen wie du. Vielleicht vergisst mich das leben in dem Punkt ja. Vielleicht ists so wie ich ein bisserl schlampert?

    Alle Liebe!

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  12. Oje, das klingt sehr unangenehm. Ich drücke die Daumen, dass es rasch und möglichst wenig unangenehm vorbeigeht!
    (Wann ist denn dein Termin!)
    Alles Gute!
    Anneliese
    P.S. Auf der Liste fehlt das Ladegerät. ;-)

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  13. Ja, ich kenne solche Listen. Gallensteinentfernung habe ich hinter mir und ich hoffe, es tröstet Dich: anschließend ging es mir viel, viel besser. Alles Gute!
    Magdalena

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  14. was machst du denn für sachen, bitteschön! liebe susanne, ich weiß ja nicht, ob du das weißt, aber man muss nicht überall dabei sein, gell?!
    seufz. ich wünsch dir einen baldigen termin und rasche genesung! drück dich!
    busserl, kathrin

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  15. Stricken im Krankenhaus kann ich sehr empfehlen, das ist ein guter Plan! Einerseits hat man dort die Zeit dazu (sofern man nicht völlig fertig die ganze Zeit schlafen muss), und andererseits vergeht damit die Zeit wie im Flug. Häkeln geht auch, oder Sticken mit der Hand. Der Ablenkungs-Effekt vom Leiden ist großartig. Die Leut (Krankenschwestern, Ärzte/Ärztinnen, Besucher/innen) schaun zwar ein bisserl komisch, wenn man fröhlich werkelt, während man doch eigentlich leiden sollte, in einem Buch oder einer Zeitung blättern oder - am besten - fadisiert in die Luft schauen. Aber das ist Dir (und mir) ja wurscht, nicht wahr?
    Ich wünsch Dir, dass Du diese Episode rasch hinter Dich bringen kannst und es dann bis zum nächsten Kreuzerl wieder ein (langes) Zeiterl dauert! Liebe Grüße von der Gabi (die auch schon ein paar Sachen auf der Liste der Negativ-Dinge abgehakt hat)

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  16. Ach ja, übrigens: Großartig, wie da "auf ein Legosteinchen steigen" und "Herzinfarkt" so ganz selbstverständlich als Ärgernisse nebeneinander stehen. :-)

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