Donnerstag, 15. September 2016

Wir haben doch 2016 oder Wo sind die Mädels?

Stellt euch vor ihr lebt in einer Welt, in der jeder Mensch mit einem Computer arbeitet, Roboter viele Tätigkeiten übernommen haben, eure Wohnung vieles von alleine erledigt (seufz). Wie das alles auch nur im Ansatz funktioniert ist euch ein Rätsel. Ihr habt nie programmieren gelernt. Ihr seid reine Anwender. Wenn irgendeine Kleinigkeit nicht funktioniert, seid ihr nicht diejenigen die mit ein paar Klicks oder dergleichen alles wieder ins Laufen bringen.
Ihr wisst nicht, wie man bestimmte Funktionen abschaltet um zum Beispiel eure Privatsphäre zu schützen. Oder Extrafunktionen aktiviert, die Strom sparen helfen. Was nicht in der Bedienungsanleitung zu finden ist, ist für euch nicht existent. Ihr müsst eine Hotline anrufen und ein Programm erklärt euch dann wiewaswo.

Ich rede nicht von heute, ich rede von in 20 Jahren.

Weiter mit meinem Gedankenexperiment.
Die Programme, die hinter all dem stecken haben Menschen geschrieben - zumindest den kreativeren Teil davon. Ein gut ausgebildeter Prozentsatz der Menschen die in dieser zukünftigen Welt leben kann zumindest ein wenig programmieren oder wie man heute ja eigentlich sagt "coden".  Die allermeisten kennen zumindest die Basics und verstehen so oft einfach die Probleme, die ein System haben könnte. Einfach weil sie wissen wie Programme aufgebaut sind.

Ihr nicht. Ihr versteht von alledem Nüsse. Nada. Leeres Blatt Papier. Ihr steht draußen. Ihr seid der perfekte Anwender. Euch kann man alles erzählen. Ihr könntet es nicht mal ändern, wenn ihr wolltet.

Ach ja.
Ihr seid weiblich!


Ich war gestern mit meinem Sohn in einer Programmierkurs-Schnupperstunde, nachdem meine Kinder im Sommer ein Minecraft-Camp besucht hatten. Auf diesem Camp war meine Tochter das einzige Mädchen. Und in der Schnupperstunde gestern saß nicht ein einziges weibliches Wesen. Laut Kursleiter beträgt der Anteil der Mädchen knapp unter 8%.

ALARM!
Liebe Mädelsmamas, die Zukunft liegt klar und deutlich vor euch. Und sollte eure Tochter irgendwann am Handy oder Tablet rumspielen (WINKMITDEMZAUNPFAHL), dann ist sie genau dort, wo all die Burschen auch sind.
Es geht nicht darum ein nerdiger Computerfreak zu werden. Es geht um Grundverständnis, um Basics. Computer funktionieren anders als Menschen und es kann hilfreich sein, zu wissen wie. Nie kann man Kindern etwas leichter vermitteln, als zu der Zeit, in der für sie das Zeug  sowieso das Nonplusultra ist! Vielleicht wollt ihr doch aus zukunftsgründen die Ponyreiten/Ballett-Barriere durchbrechen!
Laut Kursleiter ist im Alter von 7-10 praktisch zwischen den Burschen und Mädels kein Unterschied!
Bitte denkt mal drüber nach!
Wir haben 2016 und es sitzt nicht ein Mädel in dem Kurs!
Oder sehe das nur ich so?



11 Kommentare

  1. Ich bin eine Jungsmama, aber stimme dir absolut zu! Vergangenen Winter war ich mit meinem Sohn (dmals grad 8) bei einem Kurs zu Robotik/ Lego Mindstorms. Von 10 Kindern waren tatsächlich 2 Mädels bei uns dabei. Zu wenig!!!
    Liebe Grüße
    Janny

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  2. Oft denke ich, Mädels haben es momentan leichter, weil sie alles dürfen (raufen bis Prinzessin) und Jungs noch zu sehr in ihrer Rolle bleiben "müssen" (ja nicht zu weiblich). Aber das zu lesen schockiert und zeigt auf, dass auch die Mädels noch sehr viel Aufholbedarf haben!!!

    Danke fürs Bewusstmachen!!!

    LG Anja

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  3. Ich sehe das ganz genauso wie du. Es ist sicher nicht jedes Mädchen Technik-interessiert und Mathe-begabt, aber genauso wenig ist das jeder Junge. Trotzdem nehmen Jungs viel häufiger an solchen Veranstaltungen teil oder wählen entsprechende Kurse in der Schule. Sie bekommen viel seltener zu hören: "Physik-Leistung? Das kannst du doch nicht." Und wenn sie dann nicht so gut abschneiden, ist das halt so, bei Mädchen "war das ja eigentlich schon vorher klar".
    Ich hoffe, ich kann bei meiner kleinen Maus das Interesse frühzeitig wecken und sie auch motivieren an Veranstaltungen mit Jungs-Überschuss teilzunehmen. Noch ist sie erst drei, da habe ich noch Zeit und Hoffnung ;-). Mein Sohn ist sechs. Bis jetzt konnte ich allerdings auch ihn nicht mit Informatik-Spielen und Aufgaben locken...

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  4. Mein Sohn geht in ein gutes, naturwissenschaftliches Gymnasium: 20% Mädchenanteil in der Schule. Außer im Chor, da ist es 50/50. Die Mädels gehen in die neusprachlichen Gymnasien. Ich habe zuerst Geisteswissenschaften studiert, und jetzt erst was Technisches. Unsere Tochter hingegen kann mit Tablet und Handy umgehen (wir sind aber auch zugegebenermaßen eine Nerd-Familie...). Manchmal sitzt sie des Abends beim Papa, sortiert Leuchtdioden, während er irgenwas lötet. Ich bin sicher, sie wird auch löten lernen. Man muss es einfach bis zu einem gewissen Grad vorleben. Ohne Role Models im Alltag wird das fürchte ich nichts! lg, Gabi

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  5. Das ist echt erschreckend. Meine Tochter ist super gut in Informatik. Allerdings ist sie das einzige Mädchen mit diesen Leistungen in ihrer Jahrgangsstufe. Manchmal glaubt sie, dass das am Verständnis, am Gehirn, liegt, dass so wenige ihrer Mitschülerinnen dieses Technik-Zeug verstehen. Trotzdem bemüht sie sich ihren Mitschülerinnen zu helfen. Find ich klasse, denn sie erklärt es ganz anders als der Lehrer und dann verstehen die Mädels das.
    Liegt wohl auch ein bisschen an der "Quelle" wie das rüber gebracht wird, damit sich mehr Mädchen dafür interessieren.
    Liebe grüße
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  6. Oh je, das ist erschreckend - aber leider nicht erstaunlich...ich war vor 30 Jahren schon das einzige Mädchen, das sich mit Begeisterung in der Computer-AG in der Schule am Programmieren in basic versucht hat. Meine Tochter hat derzeit glücklicherweise noch Interesse an allem. Hallo Computer,wir kommen!
    LG Saskia

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  7. Ja, ich finde das auch traurig. Nur geht es für mich auch nicht, mein technisch desinteressiertes Kind in einen Programmierkurs zu stecken.
    Die Große findet das alles unterirdisch langweilig und nutzt digitale Medien quasi gen null. Der Mittlere nutzt sie sehr gerne. Und die Jüngste ist mega heiß drauf. Vielleicht besuchen die beiden dann mal so einen Kurs. Informatik an sich hat hier zumindest jedes Kind als Schulfach.
    Ponyreiten und Ballett sind aber sicher nicht daran Schuld. Das ist zu einfaches schwarz/weiß Denken. (Ich nehme an, du meinst das eh überspitzt :-))
    Grüße
    Janine

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  8. Na klar hast du da recht, aber es liegt nicht an den Mamas alleine. Ich kann ja mein Mädel nicht an den Haaren hinzerren, wenn sie das eben gar nicht interessiert. Gerade habe ich den Versuch gemacht "Hey, magst nicht einmal einen Computerprogrammierkurs gehen" Antowrt:"Nein Mama, ich will Spanisch lernen, das weißt du doch!?!"
    Ich mag Computer, ich habe seit 1991 meinen eigenen (damals selbst zusammengebauten) PC (Nein, DEN hab ich nimmer), kann programmieren, etc. .. aber niemanden, wirklich NIEMANDEN in der Familie interessiert das - auch nicht meinem 15jährigen .. sie benutzen die Dinger, aber das wars schon... den Rest macht Mutti ganz alleine
    :D
    Birgit

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  9. Unsere Tochter studiert Informatik an der ETH in Zürich. Unter 125 Bachelor-Studenten sind 10 Frauen. Gerade hat sie eine Arbeitsstelle neben dem Master-Studium angefangen. Der Chef freut sich: die erste Frau in der Firma, die programmiert und nicht das Telefon bedient.
    Ernüchternd: Frauen interessieren sich laut Studie gar nicht für Informatik!!
    Herzlichst
    yase

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Ich freu mich immer narrisch, wenn ihr euch Zeit für einen Kommentar nehmt!

 
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