Mittwoch, 10. August 2016

Aus dem Leben - Aufräumen oder Der Apfel fällt nicht weit .. oder so


In Kinderzimmern herrscht an sich eine ganz natürliche Entropie. Ausräumen ist offensichtlich genetisch bedingt, wegräumen ein gesellschaftlicher Zwang.

Denn mal abgesehen vom klassischen Lego-Tret-Schmerz, wird es irgendwann auch der liebevollsten Mutter zuviel, jedes itziwitzi-Teilchen suchen zu müssen, nur weil es eben nicht dort ist, wo es eigentlich sein Plätzchen hat. Ergo Zwang.
Ich liebe ja Barbie Schuhe. Sind ja sooooo  fancy die Dinger. Aber wo sich die immer rumtreiben? Irre!
Der Mister seinerseits lässt Bücher rumliegen. Das wirkt zwar durchaus intellektuell, worauf ich ja an sich voll abfahre, aber wenn dann unter jedem Polster und unter jedem Blatt Papier noch 1-2 Bücher zum Vorschein kommen, Grenze.

Apropos Blätter.
Hat jemand ein Kind daheim, das zeichnet bzw. malt? Wir haben so ein Exemplar im Set. Und ich übertreibe wohl nicht, wenn ich behaupte, dass sie in den letzten Monaten so um die 800 Blatt Papier bemalt hat. Alle extrem wichtig versteht sich. Braucht jemand eine Wohnung tapeziert??
Wir haben viele Stifte. Braucht man! Klar. Hebt man also ein Blatt Papier hoch, dann liegen darunter 2 Bücher, 3 Stifte und ein Barbie Schuh. Sowie das obligate Lego Teilchen.
Ach ja, die LEGOTEILCHEN!
Lego an sich, find ich ja super. Bin ja selber ein Lego-Kind. Und ich freue mich ja auch, dass der Konzern seine Krise überlebt hat, aber warum ist das Zeug einfach überall? Es ist als würde es bei nicht ordnungsgemäßen Verschluss der Box einfach herausdünsten und sich dann an allen nur erdenklichen Orten wieder materialisieren.
In der Schachtel mit den Haarspangen, Lego, im Bett, Lego, unterm Bett, Lego, in der Kinder-Küche, gekochtes Lego, am Schreibtisch, ein Legodinosaurier, zwischen den CDs, Legofigürchen. "Warum?", frag’ ich mich. Und lass die Frage gleich wieder los. Bringt nix, ist so.

Wirklich schlimm ist die kleine Teilchen Kombi Lego-Playmobil-PollyPoket-Barbie.
Diese kann nur mehr von echten Spielzeugprofis überhaupt sortiert und weggeräumt werden. Sprich in dem Fall von der kleinen Miss.
An sich räumt sie ja auch brav auf, wenn man es ihr so 14-15 mal gesagt hat. Das Problem dabei liegt in der Natur der Dinge. Denn kaum treffen sich Polly und Legomädchen fangen sie logischerweise an zu plaudern, müssen sich dringend was erzählen und dann fahren sie mit dem Auto gemeinsam zu den anderen, denn das Gerücht geht, dass Barbie Ken heiraten wird. Naja, und kurz nach der Hochzeit kommt die Mama rein und macht einen auf Spielverderber, aber auch!

Ich verspreche, dass die Hochzeitsfeier ordnungsgemäß stattfinden kann, wenn nur vorher die Bügelperlen weggeräumt werden, samt der 67 fertigen BügelperlSchmetterlinge, Blumen und Katzen. Oder gehen die auch auf die Feier? Währenddessen ist der kleine Mister in eines der Bücher, die er wegräumen wollte, versunken.

Der Seufzer in meinem Herzen zerreist mich förmlich, bis ich bei der Flucht aus dem Kinderzimmer  über meine herumliegenden Nähsachen stolpere und ich spontan noch ein Bündchen annähe, bevor ich in die Küche kochen gehe.

We are family!





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17 Kommentare

  1. Diesen Text musste ich grad mal laut vorlesen - echt gut und witzig geschrieben! Liebe Grüße. :)
    Das mit der Papstwahl war auch der Hammer. :)

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  2. Herrlich!
    Wunderbar geschrieben - und wie schön ehrlich der letzte Satz :-)
    liebe Grüße von Petra

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  3. Entropie ist sooo ein schönes Euphemismus :-))
    Immer fröhlich aufräumen (lassen),
    Kathrin

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  4. Hach, zum Glück geht es nicht nur uns so....
    Danke :-)
    Kerstin♥

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  5. Wo kann ich unterschreiben!?
    LG Janine

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  6. du schreibst einfach sooo wunderbar! danke!
    und auch ich muss immer wieder feststellen, dass das mit dem aufräumen oder besser nicht-aufräumen wohl auch bei uns genetisch bedingt ist. tja, was soll man machen...

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  7. Hahaha :-)
    Oh ja und wenn ich so in mein NÄhzimmerchen schaue dann muss ich auch eher mal ganz still sein. ;-)
    Barbies haben wir noch nicht, aber so Playmobil-Elfenteile mit winzig kleinen Blüten die ständig abfallen und dann auch überall sind. Ach ja und nicht zu vergessen: MURMELN! Und dazwischen Ü-Eier-Inhalte...
    Öhm ja und eben auch im Wohnzimmer Nadel, FAden und Schneiderkreide...tüdeldü
    GLG Anna

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  8. Ja, wir haben es auch so gemütlich, bloß, dass bei uns auch noch die Frau Hund mithilft und überall halbe Kauknochen versteckt. ; )
    Liebe Grüße
    Karin

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  9. Ach, so herrlich - es scheint bei euch genauso zu sein, wie bei uns!! :-)))
    Das tut gut...
    LG, Claudia

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  10. Liebe Susanne, wieder so ein herrlicher Post aus dem Alltag einer Wiener Familie! :-D
    Dir sollte eine Zeitung eine Kolumne geben ( Kenn mich allerdings mit den Wiener Blättern nicht so aus...
    Aber so was wird doch sicher auch im Kaffeehaus gern gelesen!?).
    LG
    Astrid
    P.S. Bist du in der Karwoche in Wien?

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  11. Ganz genau so gehts bei uns jeden Nachmittag zu! und *räusper* der Eigenanteil der Schreiberin an Klump ist auch hier erheblich...
    Asttrids Idee ist super! Kolummne! Das brauchst du!

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  12. Ich beherberge hier 3 malende Kinder, Tonnenweise Lego, mindestens genausoviel Playmobil und ja... auch Bügelperlen. Von allem anderen Krimskrams reden wir lieber gar nicht. Nur von Polly Pocket und Barbieschuhen bin ich verschont.
    Spielzeug hat definitiv ein Eigenleben und das Bestreben, sich im gesamten Wohnbereich auszubreiten ;-)
    glg, Carmen

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  13. Hm, vielleicht haben die im "Kurier" oder im "Standard" ja wirklich noch Platz für dich?
    Das wär doch ein ganz netter Ort für deine erfrischenden Gedanken. :-)
    Zum Thema selbst - es gibt noch Hoffnung, Susanne! Ich hab gelesen, dass bei dir die Legomaxerln noch IM GANZEN herumkugeln??? Mich frisst der Neid, aber ehrlich jetzt. Seit Lego diese fiesen Sammelbeutel erfunden hat, ist meine jahrzehntelange Lego-Liebe nämlich auf eine ziemlich harte Probe gestellt. Meine Mädchen sammeln diese Beutelfiguren sehr begeistert, heben die Dinger aber selbstverständlich ZERLEGT auf und man findet die einzelnen Elemente natürlich überall im Haus, waaaaaah. Siehe Schmerzfaktor ... und was du sonst noch so dazu geschrieben hast. ;-)
    Hab einen schönen Tag!
    Liebe Grüße
    Anneliese

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  14. Liebe Susanne,

    du hast so einen schönen und lustigen Schreibstil, das ich sicher wiederkommen werde - muss! Außerdem sprichst du mir direkt aus der Mutterseele. Herrlich. Nur das meine Söhne nie Bücher rumliegen lassen würden. Sie stecken gar nicht erst die Nase hinein. Leider.
    Würde mich freuen öfter von dir zu lesen. Bei mir oder bei dir :-)

    Liebe Grüße aus Berlin
    Doreen

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