Montag, 18. Juli 2016

Aus dem Leben - vom Stolz


Kinder sind Stress. Stress in einer Art und Ausprägung, wie man ihn sich, bevor sie in unser Leben traten, nicht vorstellen konnte. Sie rauben einem den Schlaf, schreien und stinken. Sie nehmen einem das Leben weg, die Karriere und das Geld. Man verliert alle seine Freunde, so die nicht auch gerade Kinder bekommen und nehmen einem über Jahre jedwege Kraft für Freizeit und Hobbies. Der Partner in Sachen Liebe wird zum Partner in Sachen Familien-Management. Es ist als würde man in ein U-Boot steigen und in die Tiefsee tauchen. Alles, einfach alles ist anders mit Kindern.
Aber.

Und da ist so ein großes Aber.
Hat man Kinder lernt man etwas kennen, dass einem ohne sie niemals möglich wäre.
Elternstolz.

Es war cool, als mein Sohn zu Laufen anfing, als er alleine mit einem Löffel essen konnte, als er seine ersten Worte verdrehte und ein 4-Teile Puzzle schaffte. Es war verwirrend lässig als er mit dem Laufrad die Straße runterdüste, als wäre es immer schon so gewesen und als er mir in Babysprache erklärte warum er jetzt noch nicht schlafen gehen müsse.
Mein Herz setzte kurz aus, als er erklärte „Mama, ich werde jetzt das erste mal mit dem Rad fahren. Willst du mitkommen?“ Ich lief ihm hinterher für etwa 10 Meter und dann fuhr er alleine. Zum einen war mir das unverständlich. Zum anderen war ich fassungslos. Er war so gelassen dabei! Mein Sohn.
Ebenso fassungslos bin ich bis zum heutigen Tag über die Tatsache, dass meine Tochter schwimmen kann. Einfach so! Abgeschaut! Das war’s! Cooles Girl, aber auch!

Als mein Sohn mit Skiern alleine einen Hang hinunterkurvte und meine Tochter winzigklein und pink mit 4 Jahren alleine Schlepplift fuhr, erlangte mein Stolz die körperliche Grenze. Soll heißen, ich musste hüpften und schreien um das zu ertragen! So wunderbar!
„Seht ihr die zwei da? Das sind MEINE KINDER!!!“

Das die kleine Miss von ganz alleine lesen kann, zieht mir immer und immer wieder den Boden unter den Füssen weg. Dass sie zeichnet und malt mit einer Hingabe, die mich Erblassen lässt und dass sie mit Pferdeschwanz aussieht wie ein kleiner wildgewordener Engel .. macht mich einfach nur mehr fertig!

Auf die Gefühle in mir, als der kleine Mister letzten Sommer "Die unendliche Geschichte" gelesen hat, hat mich die Uni nicht vorbereitet. Bis heute gehe ich deswegen auf Wölkchen.
Ich atme tief ein und fühle „die Welt ist in Ordnung“. *Kreiiisch!* wäre aber durchaus auch passend.
MEINE KINDER!

Niemals in meine Leben war ich so stolz auf irgendetwas, das ich getan oder geschafft hatte, wie ich es auf meine Kinder sein kann.
Mein Kinder sind laut, frech, kleine Besserwisser, systemtaub und trotzig. Sie sind klug, clever, konzentriert, wissbegierig, sportlich, wunderschön und intelligent.
Sie heranwachsen zu sehen und ihnen die Welt zu eröffnen, so gut ich halt kann, ist ein Projekt, das einfach alles in den Schatten stellt. Und das Glück, das ich dabei so ganz nebenbei abbekomme ist schlicht und einfach … unbezahlbar!
Das wollte ich einmal loswerden.

Sollte euch mal jemand fragen warum man Kinder haben sollte: Weil es einfach oberaffengeil ist!
Basta!





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25 Kommentare

  1. Diesmal treibst du mir die Tränen in die Augen....Ja, so ist es....
    ( Das Erleben lässt sich wiederholen, wenn einem diese Kinder Enkerln schenken - nur dann ohne die am Anfang beschriebenen Folgen)
    Ich drück dich!
    Astrid

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  2. Hallo Susanne,
    ich musste beim ersten Absatz noch schmunzeln und dann *bäng*
    getroffen (mitten ins Herz), ja stimmt!
    Kinder sind unbeschreiblich toll und du hast es geschafft, dieses unbeschreiblich zu beschreiben.
    Sehr schön geschrieben, Gänsehaut!
    Hab einen sonnigen Tag!
    Lg
    Stefanie

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  3. Letzte Woche gabs Vorspielabend in der Musikschule. Muss ich da *kurz mal zwinker wegen der feuchten Augen* noch mehr sagen?

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  4. Tolle Liebeserklärung, wunderbar geschrieben. Kann ich unterschreiben :-)
    liebe Grüße von Mama Petra

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  5. Wunderschön!
    Der erste Absatz hat mich zwar kurzfristig etwas aus der Ruhe gebracht, steht mir doch das stinken, schreien, schlaflose Nächte wieder bevor, aber der Rest... der Rest ist unbezahlbar und oberaffengeil ;-)
    glg, Carmen

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  6. ... puh! genau so. punkt. und mein lieblingswort neben all den anderen wahrheiten, die hier drinenn stehen: "systemtaub" *gggg* oh ja!

    weißt du, welche geschichte ich allen schwangeren, die es wissen oder nicht wissen wollen, erzähle: ein tag im leben mit meiner baby-tochter: sie kränklich, ständig am nölen, unausstehlich, zickig, den ganzen tag hindurch vom aufstehen bis zum abend. kaum geschlafen, ein einziger kampf. ich am ende meiner nerven, frustriert, total fertig. dann. kurz vorm einschlafen - endlich gegen 20 uhr am abend: ein himmlisches lächeln strahlt mich aus dem bettchen an und ich schmelze dahin. möchte nichts missen, sie ist MEIN KIND, so süss, so unbezahlbar. dieses lächeln macht alles wett. jede anstrengung, jeden schlechten tag. und so ist es tatsächlich geblieben. schön.
    lg kathrin

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  7. genau so ist es!
    Danke für deine tollen Worte!
    Lg Kristina

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  8. oberaffengeil - ja das trifft's ziemlich!

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  9. so genial in worte gefasst ♥
    glg andrea

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  10. Unglaublich! Du schaffst es immer wieder, all die Dinge die chaotisch und unpoetisch in meinem Herzen ruhen in eine wunderbare poetische Form zu bringen, bei der man einfach nur denken und fühlen kann, "ja, genau so ist es und so wunderschön gesagt". Danke für deine Worte, sie sind Balsam für die Seele!
    lg
    Anja

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  11. Tolle Worte. Ich hab schon wieder einen Kloß im Hals :-)))
    Lg sandra

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  12. Genau so ist das!!!
    Viele Grüße Saskia

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  13. Genau auf den Punkt gebracht!
    Liebe Grüße
    Johy

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  14. Mein Sohn (2) hat am Wochenende zum ersten Mal auf einem Pony gesessen. Ich musste hüpfen um nicht zu weinen... Das versteht ihr, stimmt's? ;)

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  15. die Ironie im elternsein besteht doch darin, dass kinderlose immer nur das sehen, was du vor deinem ABER geschrieben hast. ich sage immer: irgendwann werdet ihr es verstehen und euch in den ars** beißen, dass ihr nicht eher Eltern geworden seid.
    das härteste an dem "Job" ist nicht körperlich. es sind diese unendlichen Emotionen und Gefühle, die einen andauernd übermannen und die man nie so für möglich gehalten hatte.
    ich liebe es und wollte immer eine mami sein.

    <3 <3 <3 <3

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  16. genau so isses - und es hört nicht auf. Meine ist fast erwachsen - bringt mein Elternherz aber noch immer zum platzen vor stolz.
    <3
    Gusta

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  17. Besser kann man es nicht sagen. Andere Kinder, dieselben Gefühle. Ich drück Dich, Du Liebe! Gabi

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Ich freu mich immer narrisch, wenn ihr euch Zeit für einen Kommentar nehmt!

 
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