Mittwoch, 27. Juli 2016

Aus dem Leben - Das Hustensaft Paradoxon

In unserer Küche steht eine Flasche Hustensaft. Die steht da, weil, wenn ich sie wegräume in die Apotheke, jemand in unserer Familie zu husten anfängt.

Das kann ich beweisen.
Im Herbst hatte ich zweimal den Drang aufzuräumen, und habe die Flasche dorthin gestellt wo sie eigentlich gehört. Sofort begann der Countdown zu laufen. Es dauert zwischen 3 und 10 Tagen und entweder eines der Kinder oder ich begann zu husten.

Also im Herbst stand der Hustensaft gezählte 12 Tage an seinem richtigen Platz.
Danach wieder dauerhaft in der Küche.

Im Frühjahr habe ich dann, quasi als Bestätigungsversuchsreihe, den Hustensaft absichtlich weggeräumt um die Erfahrungen aus dem Herbst zu kontrollieren. Mein Wissenschaftlerherz trieb mich dazu. Und Zack! Es wurde gehustet. Ich glaube es war der kleine Mister. Ich war ganz begeistert. Ich musste sogar Hustensaft nachkaufen, da die Flasche leer war. Ich fühlte mich ein wenig wie Madam Currie bei der Entdeckung der Röntgenstrahlen. Naja, in etwa!

Ich kann also mit Fug und Recht behaupten, dass unser Hustensaft Husten nicht nur mildert/kuriert sondern sogar verhindert! Wie man das medizinisch erklärt ist mir ein Rätsel. Herumstehender Hustensaft hält Husten fern. Es ist im Übrigen, das habe ich auch festgehalten, egal ob er neben der Brotdose oder hinter der Abwasch steht. Auf die Effektivität hat das erfreulicherweise keine Wirkung. Die Küche verlassen ist allerdings Tabu.

In einer kurzen Umfrage habe ich festgestellt (ich habe meine Freundin gefragt), dass auch in anderen Haushalten das Hustensaft Paradoxon bereits aktenkundig ist.
Wenn wir also dieses Schema in statistisch relevanten Zahlen auf die Bevölkerung umrechnen. Dann hat nicht weggeräumter Hustensaft mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die eine oder andere Bronchitis verhindert. Weiterführend die Verschreibungen von Antibiotika reduziert und so nicht nur zur Kostenreduktion im Gesundheitswesen beigetragen sondern, was natürlich viel wertvoller ist, zur allgemeinen Volksgesundheit.

Die Chaotin in mir lehnt sich entspannt zurück, überkreuzt die Beine und sagt: „Tja, da hast du’s! Aufräumen ist nicht gesund!“
Nun so generell möchte ich mich ihrer Meinung da noch nicht anschließen, aber ich gebe zu, dass die Datenlage erdrückend ist.

Ich halte jetzt meine Augen offen. Womöglich liegen ja irgendwo in unserer Wohnung noch geheime Heilmittel - Paradoxien herum. Wer weiß!

11 Kommentare

  1. ich kann das absolut bestätigen. am besten stehen in der küche gut sichtbar 3 verschiedenen hustensäfte herum... einmal für reizhusten, und zwei zum lockern.... die kinderlein reagieren ja so unterschiedlich... conclusio: ein apothekerschrank gehört in die küche!
    busserl, kathrin

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  2. Hach, welch Erkenntnisgewinn am späten Morgen! Hustensaft gibt es bei mir gar nicht im Haushalt, aber Dauerhusten. Aber ich weiß ja, wo die Apotheke ist und Chaos in der Küche schafft der Herr K., da fällt so eine Flasche nicht auf...
    Besonders liebe Grüße nach Wien! Die (Groß-)familie dämpft momentan empfindlich die Reiselust...
    Astrid

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  3. Ich kann deine These bestätigen, allerdings nicht mit Hustensaft, sondern bei uns ist das Corpus bronchitii der Pari boy. Der muss den ganzen Winter über dekorativ mit kabelsalat im Wohnzimmer rumstauben, ansonsten: Bronchitis! Weggeräumt und entstaubt werden darf er erst ab Mai (Studie läuft seit 7 Jahren).
    Glg Carmen

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    1. Es geht nichts gegen einen wissenschaftliche Studie ... :-)

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  4. Hihi, du kleines Genie!! Kannst du mir bitte auch so eine wissenschaftliche Erklärung für das Beseitigen von Bügelwäsche liefern?
    Schon vorab mehr als dankbar, Alles Liebe Babsy

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    1. Bügelwäsche .. ich schau' nach im Buch der Familienwissenschaften :-)

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  5. Oh das kenne ich auch... obwohl ich konnte die Spirale durchbrechen... ja ECHT! ... Weil im Sommer stehen die Ohrentropfen, da wo sonst der Hustensaft steht 8-)
    LG birgit

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  6. Nachdem ich gestern vier erfolglose Versuche hatte, hier zu kommentieren, probier ich es heute noch einmal, denn das Phänomen ist einfach zu schön auf den Punkt gebracht. ;-)
    Bei uns funktioniert es bestens mit L.s Kopfschmerz- Mittel, jahrelang erprobt. Und diese Woche konnte ich etwas Neues zur Versuchsreihe hinzufügen: eine Spontanheilung hartnäckiger F-Halsschmerzen durch auffällige Platzierung eines ekligen Antibiotikums ganz vorne im Kühlschrank. Echt jetzt! Vorher durch nix in den Griff zu kriegen, aber seit das AB im Kühlschrank steht - WEG!!!
    Faszinierend.
    Liebe Grüße
    Anneliese, aus dem Zug ;-)

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  7. Ich hab in der Küche ein extra Utensilo mit allem möglichem rumstehen - angefangen von Kopfschmerztabletten bis hin zu Globolis und Pflaster (schließlich ist die Küche der gefährtlichste Ort im Haus). Immerhin kommt man da schneller hin als ins Bad *zwinker*. Hilft - hier braucht nur selten jemand Medizin *lach*
    Nun hab ich sogar ein zweites für den Hund angelegt - Studie läuft noch ;)
    Liebe Grüße
    Gusta

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