Montag, 6. Juni 2016

Die eine Frage die ihr euch stellen müsst, um euren Kasten mit der richtigen Kleidung zu füllen!

Was darf ein Kleidungsstück denn eigentlich kosten? Wieviel Kleidung braucht frau heutzutage im Kasten parat um allen etwaigen Lebenssituationen stilgerecht entgegenzutreten?
Wie häufig muss man etwas dazukaufen? Muss man überhaupt?
Oder macht man auf einen auf Minimalist, kauft sogut wie nichts mehr, näht sich, bei Bedarf, etwas selber und, wenn geht, upcycelt man sogar?
Wie ist das mit der Mode? Mit den Trends? Mit dem Spaß an der Kleidung?

Viele Fragen kann man sich stellen, wenn es darum geht, den frisch ausgemisteten Kasten Stück für Stück zu füllen.
Aber am Ende läuft es auf eine einzige Frage hinaus!

Beginnen wir aber am Anfang:
Kleidung kleidet. Sie zieht uns an, schützt uns vor Kälte und vor Sonnenstrahlung. Kleidung hat somit eine Schutzfunktion .. also ganz am Anfang quasi - noch in der Höhle.
Aber Kleidung kann vielmehr.
Bin ich angepasst, bin ich ein Revoluzzer, bin ich ruhig, bin ich laut, bin ich selbstbewußt, bin ich meiner unsicher ... all das kann man aus der Kleidung eines Menschen erkennen.



Kleidung ist eine nonverbale Kommunikationsform nach draußen. An alle anderen ABER auch an uns selber!
Jeder kennt das gute Gefühl, wenn man die richtig perfekten Lieblingsklamotten trägt. Es geht einem dann gut! Kleidung sendet auch nach innen, in unsere Richtung, Signale.
Es ist daher - so man daran interessiert ist eine gute Zeit zu haben -  nicht egal was man anhat.

Bitter für so manchen Kleidermuffel. Isaberso!

Wann man sich wohl fühlt bzw. was man anhaben muss, damit es einem gut geht, das, ja das ist eine total individuelle Sache. Da ist man solo. Auch wenn wir natürlich stark beeinflusst werden von außen, so ist es ganz am Ende eine Sache des Innendrin, des Ichmitmir. Man ist am Ende sein eigener Modezar.

Eines ist jedoch fix, man fühlt sich wohl, wenn das, was man trägt, einem entspricht. Wenn es einen spiegelt oder zumindest das wofür man sich hält.
Die Kleidung muss einem nicht nur passen, sie muss zu einem passen.

Und da liegt der Wurm der Würmer begraben.
Die Frage lautet nämlich nicht
"Was passt mir?",
nein, die Frage lautet
"Wer bin ich?"


Weiß ich wer ich bin, dann weiß ich auch, was mich kleidungstechnisch darstellt - nach außen, wie nach innen. Sehe ich dann in einem Laden ein Teil das gefällt, dann weiß ich im selben Moment, ob es zu mir passt. Oder eben nicht. Fehlkäufe sind dadurch extrem eingeschränkt.
Es ist tatsächlich so einfach.

Also
Zuallererst sollte man wissen wer man ist (bzw. wer man sein will) und dann ist die Sache mit dem Kleiderkasten überhaupt erst wirklich zufriedenstellend zu lösen.

Nun bin ich kein Therapeut und kann euch hier nicht per Blogpost zu eurer inneren Erkenntnis bringen, aber es gibt einen Weg, der hilft euch ein Bild zu bekommen wie es in euch gerne aussehen möchte .. also von der Modeseite her.

Macht euch ein Moodboard oder - so wie ich - eine Pinnwand auf Pinterest. Und wenn ihr etwas seht, dass euch gefällt, dann legt ihr dieses Bild dort ab. Wenn ihr das eine Zeit lang macht, dann wird unweigerlich eine Richtung erkennbar. Und ihr werdet euch wohlfühlen, wenn ihr auf die Sammlung dieser Bilder blickt.


Ich erkannte durch meine for the girls Pinnwand, dass ich Elegantes, Glamouröses mag aber eben auch eine saloppen, coolen, fetzigen Look. Gefällt mir! Hätte ich nicht unbedingt so gedacht, aber gefällt mir!

Weiters überlegt euch mal: Gibt es eine Filmfigur, die euch gut gefällt. Also richtig gut! In dem was sie trägt oder zusätzlich noch der Charakter.
In Filmen wird unglaublich viel Aufwand betrieben, wenn es darum geht einen Charakter darzustellen. Natürlich macht der Schauspieler da viel aus, aber ... die Kleidung, oh Mann, die Leute in Hollywood, die wissen, dass die Kleidung Bände spricht.
Also lasst euch inspirieren! Geht in euch und sucht sie euch raus, die Filmrollen, die ihr cool findet. Schaut euch an, was diese Frauen tragen!
Ich bin mir sicher, davon wird einiges auf eurer Pinnwand landen.

Rene Russo in "The Tomas Crown Affair" ist modisch eine der Sonnen in meinem System ;-)

So
ich bin zutiefst überzeugt davon, dass das der einzige Weg ist das Kasten-Kleidungs-Dilemma seriös und vor allem auch dauerhaft zu lösen. Klar wandelt sich der eigene Charakter. Frau wird ja besser mit der Zeit und die Kleidung wird sich dem anpassen, aber das Diktat der Industrie wird so gebrochen. Und zugleich findet man die Freude und wunderbare Zufriedenheit wieder, die Mode/Kleidung in einem eben auslösen kann.

Der Weg ist kein einfacher, denn wir wurden - also die meisten - ja so erzogen, dass uns die Selbstliebe so richtig schwer über die Lippen kommt. Und das obwohl wir alle wissen, dass das so nicht gesund ist.
Also, meine Damen, legt euch eine Bildersammlung an und fangt an euch langsam selber zu erkennen und akzeptiert das Ergebnis. Ihr seid alle, jede einzelne, wunderbar! Ohne Ausnahme!

Seit ich meinen Kasten geleert habe, erlebe ich ein Hoch, weil ich einfach jeden Tag ( j-e-d-e-n T-a-g) Sachen trage, die ich wirklich mag und die erstaunlich gut quer zueinander passen. Es ist geradezu schockierend wie lange ich Kleidung getragen habe, die mir gar nicht entspricht und wieviel Spaß und innere Zufriedenheit ich mir damit genommen habe.

Am Ende zählt aber die Erkenntnis und die Freude und die Umsetzung.
Ich blicke zuversichtlich in meine Kasten-Zukunft und hoffe euch ein wenig inspirieren zu können.
Wir nähen ja nicht nur um zu nähen.
Wir nähen ja auch um Freude am Tragen zu haben!






P.S.: Wichtig noch,
Lasst euch damit Zeit. Gut Ding braucht Weile und wenn ihr so wie ich schon jenseits der 40 seid, dann kommt es auf ein paar Monate auch nicht mehr an ;-)

PPS.: Hier noch ein Link für Mode an Plus-Size-Modells auf Pinterest. Auch Damen mit Fülle können richtig gut aussehen! Glaubt an euch!



Man braucht nicht viele Klamotten,
man braucht nur die richtigen!





Bildquellen-Nachweis:
Rene Russo in "The Tomas Crown Affair" - featherfactor.com
Modezitate - La femme fatale


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15 Kommentare

  1. Liebe Susanne,

    wieder ein wirklich toller Blogpost, den du da geschrieben hast. Am Besten gefällt mir der Satz: "Man braucht nicht viele Klamotten, man braucht nur die richtigen!"

    Danke für die tolle Inspiration :-)
    LG,
    Kerstin

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  2. Ach ja.... da muss ich ran!
    Viel zu viel türmt sich in meinem Schrank & auf dem Speicher....
    Anke

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  3. Ob's leichter wird jenseits der 40? Dann hab ich ja noch Hoffnung ;)
    Nee ganz im Ernst - bei mir verändert sich da grad ganz viel - auch durch deine Beiträge!

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    1. Bei mir hat sich auch viel verändert ... und es wird sich wohl noch ein paar mal verändern .. geht für mich okay so! Ich will mich aber wohl fühlen :-)

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  4. Ich bin ganz deiner Meinung! Ich habe mich auch seit paar Jahren gefunden und habe dadurch viel mehr Spaß an Kleidung und nähen und weniger Sachen im Schrank ;-) Schön geschrieben!
    Liebe Grüße,
    Lee

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    1. Danke! Ist schon cool, wenn man Freude dran haben kann!

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  5. Da ich schon zu der Oma-Generation gehöre, habe ich mich gefragt, ob das alles überhaupt ein Thema für mich ist. In etwa glaube ich das aber schon. Bei mir merke ich, dass ich immer gelassener werde und prinzipiell den Tragekomfort an die erste Stelle setze, aber ich merke auch, dass ich schon Präferenzen für einen bestimmten Stil habe. Je älter ich werde, desto bestimmter werde ich und lustig ist, dass ich gerade ausmiste. Also, schauen wir mal.
    LG
    Magdalena

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  6. Treffer versenkt! Ich bin ein Modemuffel. Meine Pinterest-Sammlung "Kleidung zu nähen" füllt sich zwar schon seit einem Weilchen, aber mit Deinem Beitrag merke ich gerade, dass diese Sammlung eigentlich eingeschränkt ist auf das, was ich mir (derzeit) zutraue zu nähen. Legere Alltagsklamotten. Danke für die Inspiration - ich werde erweitern auf das, was mir auch außerhalb meiner (eingebildeten) Comfort-Zone gefällt!
    Interessant, was da bei Dir an Glitzer und Stöckel auftaucht, oder?
    Das ist alles sehr spannend. Zum ersten Mal in meinem Ü40-Leben beginne ich mich wirklich für Mode zu interessieren... Oder besser gesagt: Für Stil. Schön, diese Weiterentwicklung. Nicht stehenzubleiben. Ganz abseits von allen Strömungen und sonstigen Überlegungen zum Thema Reduktion und Nachhaltigkeit. Und irgendwie witzig, dass es da grad eine ganze Menge Frauen gibt, die dieselben Gedanken umtreiben. Wie liebe ich die Bloggerinnen-Szene für dieses Austauschen, die gegenseitige Inspiration und den gegenseitigen Ansporn. Hab einen schönen Abend, liebe Susanne! Gabi

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    1. Ja, ich finde auch, dass da viel Glitzer und Pomptralala auf meiner Pinnwand ist .. überraschend, aber ich mag das. Das hat mir die Pinnwand gezeigt... :-)

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  7. Mode ist überbewertet, vor allem im jugendlichen Alter. Ich mag mich nur noch wohlfühlen. Und das kann ich auch beim Anschauen wirklich, wirklich schöner Kleidung auf meinen Pinterest Boards ( die ich mir eh nie hätte leisten können ).
    Komisch: Heute hatte ich mein schlammfarbenes Kleid an, obwohl ich die Farbe nicht mag. Hast wohl abgefärbt :-D
    Grüße nach Wien!
    Astrid

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  8. Die Kasten - Zukunft :D ... also mein Kasten blick immer in eine tolle Zukunft, denn er ist mein Hort für Geschenke und Erinnerungsstücke (selbst die werden regelmäßig aussortiert) aber er muss sich um Kleidung keine Gedanken machen...
    Aber - das kommt immer - Frau hat einen Schrankraum, und das WAR der Hort für Kleidung. Wer Platz hat, der sammelt... FURCHTBAR... ABER... ich hab ausgemistet sehr rigoros... und immer wieder kommt ein Teil weg "Na, Frau, das kannst echt nimmer anziehen (zu alt, zu dick, zu dünn- was auch immer)" ... hinein kommt nur mehr wenig... was ich mag, was mir passt, was ZU MIR passt...
    Du sprichst mir aus der Seele, aber das weißt ja eh
    Bussi
    Birgit

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  9. Ein toller Post und die Sache mit der Pinwand taugt mir und wird sicher in die Tat umgesetzt. Mein Problem bei diesen Dingen ist dann immer nur, dass es mich dann oft echt grantig macht, weil ich keine Ahnung habe, wo ich diese Dinge dann käuflich erwerben könnte. Die links von Pinterrest führen ja oft ins Leere :-(
    Alles Liebe Bbasy

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Ich freu mich immer narrisch, wenn ihr euch Zeit für einen Kommentar nehmt!

 
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