Donnerstag, 10. März 2016

Mein Kasten und Marie Kondo - magically clean

Es war Februar da habe ich beschlossen meine Kasten auszumisten/auszuleeren/neu zu organisieren.


Gründe gab es mehrere:
- ich hatte unterschwellig das Gefühl, dass, OBWOHL mein Kasten gut gefüllt war, ich nicht wirklich viel anzuziehen hatte
- Ordnung ist in meinem Leben nicht alles, aber mein Kasten tendierte immer zu leichter Unüberschaubarkeit
- das war unpraktisch
- ich wollte wissen, was ich den eigentlich brauche. Also falls ich mir etwas nähen oder kaufen wollte. Was würde ich denn brauchen?

Dann bin ich auch noch über Marie Kondos Magic Cleaning gestolpert und zusammengefasst könnte man sagen sie vertritt die Meinung,

- dass wir alle nie aufräumen gelernt haben
- dass wir zuviel Zeugs haben
- dass, wenn wir ausmisten würden, also richtig, nachher allen Dingen ein spezieller Platz zugewiesen werden sollte, damit
- man eigentlich nie wieder aufräumt, sondern Dinge nur mehr an ihren Platz legt.

Hehe!
Ich habe das mal so sickern lassen. Um währenddessen festzustellen, dass so manches bei uns im Haus keinen Platz hat und ständig von A nach B gelegt wird. Und wieder retour. Einiges davon ist sinnvoll. Das brauchen wir. Anderes wiederum ist völlig "für'n Hugo". Niemand braucht es. Es ist einfach nur da und macht vor allem mich (räumt sonst noch wer auf hier?) wahnsinnig ... zumindest zeitweise.

Also beschloß ich mal meine Kasten zu "kondoen".
Das heißt:
alles raus aus dem Kasten. Alles. Alle Kisten mit Winter/Sommersachen. Das ganze Zeug, das sich dazwischen findet und vor allem auch dahinter ;-)


Nachdem ich also alles auf unser Bett geworfen und ich den Kasten gereinigt hatte (Schock!), habe ich, so sagt Marie, jedes einzelne Stück in die Hand genommen und nachgefühlt ob es mich glücklich macht. Ob es ein Lieblingsstück ist, ob es einen Platz in meinem Leben hat.

Krass. Ziemlich hysterisch. Ganz mein Ding.

Anfangs war ich ein wenig hilflos, habe daher nach Dingen gegriffen, bei denen es klar war, wo sie ihre Zukunft hatten. Aber es dauerte nicht lange und ich war drin. Es wurde deutlicher, einfacher, ich habe mich quasi warm gelaufen.
Mir fällt es nicht schwer mich von Dingen zu trennen. Aber ein paar Teile waren schon darunter, da wusste ich "das wird nicht leicht!".
Als ich solch ein Teil dann in meiner Hand hatte, war ich vorbereitet und dachte mir: "Du bist ein Teil meiner Vergangenheit! Ich werde dich nie wieder anziehen! It was wonderful meeting you! Thanks! Bye!"

Nach etwa einer Stunde begann ich die ersten Sachen wieder in den Kasten zu räumen. Sie bekamen jetzt ihren neuen, fixen Platz und ja, ich hatte dabei gleich ein paar meiner Lieblingssachen an! (Davon steht im Buch nix, aber he, ehrlich die Lieblingshose des Sommers, das Käppi .. kannichanders?? oder besser Will ich? :-)


So habe ich 3,5 Stunden lang an meinem neuen, luftigeren Kasten gearbeitet. Das ist nun auch schon wieder fünf Wochen her.

Wie lebt es sich für mich jetzt? 

- Ich habe richtig viel Zeug weggegeben. Ich war erbarmungslos. Fehlen tut mir nichts.
- Der Kasten war danach nicht offensichtlich leer. Es gab/gibt allerdings enorm viel Platz. 
- Es ist ein sehr angenehmes, nein, es ist ein geiles Gefühl, wenn man Sachen nicht zusammenstopfen muss. Wenn man immer die Übersicht hat.
- Auf einmal liegt keine Kleidung mehr von mir rum! ICH RÄUME NICHT MEHR AUF! bzw. ich muss nicht mehr aufräumen! Krass! Unfassbar!
- Ich weiß wo was ist!
- Langsam spüre ich jetzt auch, was ich noch brauche. Was mir fehlt. Was mir eben auch schon vorher gefehlt hat!
- Gekauft habe ich noch nichts.
- Eigentlich habe ich dasselbe Zeug an wie vorher!

Die Sache entwickelt sich jetzt in Ruhe weiter. Wenn sich zeigt, was ich brauche, werde ich es entweder - wenn möglich - selber nähen oder - wenn möglich - bio/fair kaufen.

Ich werde in meinem Leben keine Kleiderbügel mehr kaufen müssen! :-)

Und ja, ich habe alles ausgemistet:
auch Handtaschen und Schuhe, Skibekleidung, Badeanzüge.
Mützen .. Himmel hatte ich viele Mützen!

Generell ist mir Maries Ansatz ein wenig zu blauäugig. Es so durchzuziehen, wie sie es empfiehlt - also für einen kompletten Haushalt - ist in meinen Augen als Mutter einer Familie nicht ernsthaft umsetzbar. Es sei ihr verziehen ;-). Sie ist noch keine 30!
Aber als Inspiration und zur persönlichen Variation kann man sich durchaus anregen lassen.

Eine (Selbst)Erfahrung ist es allemal!
:-)




Wieviel Kleidung braucht frau wirklich?



9 Kommentare

  1. Da sagst Du was! Eine gute Anregung, mal alles! aus dem Schrank zu räumen und nicht einfach drüberschauen und rausnehmen, was man nicht mehr möchte. Das werde ich auch so machen - habe gerade 12 kg abgenommen und werde die zu großen Sachen konsequent weggeben, da möchte ich nicht mehr reinwachsen *lach*.
    liebe Grüße!

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  2. im zuge unserer umbauarbeiten und übersiedlung des schlafzimmers haben wir (äh: ICH) unseren begehbaren schrank ausgemistet... ich sag dir eines: NIE WIEDER ein begehbarer schrank! der paradiesische apfel ist ein schmarrn gegen die versuchung, die da vor deiner nase wedelt! was ich da alles rausgezogen habe, ... glaubst du nicht! ich habe es zwar sicher nicht so konsequent umgesetzt wie du, aber ich habe unmengen entsorgt (und mein mann dann wieder ein paar shirts aus den spendensackerln rausgezogen - augenroll) und ich genieße die "leere" in den einzelnen fächern. und wenn es zu voll wird: muss ich ausmisten, ganz klar. nie wieder begehbare bekleidungs-messi-wahnsinn!
    bussi

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  3. Das hört sich nach einem grandiosen Plan an! Das muss ich auch ausprobieren - zumindest erst mal mit meinem Kleiderschrank. Da geht es mir grad nämlich wie dir vor dem Ausmisten. Schlimm... Aber sich zu Trennen kann so befreiend sein. Frühjahrsputz im Kleiderschrank also. Danke für deinen gelungenen Post!

    Liebe Grüße,
    Katja

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  4. Hallo Susanne!
    Well done! Vor ein paar Monaten habe ich meinem Kleiderschrank eine Radikalkur verordnet. Seitdem hat alles seinen Platz und ich finde auf Anhieb alles was ich brauche. Suchen fällt aus :-).
    Das von Dir erwähnte Buch kenne ich nicht, mir hat "7 Tage für ein aufgeräumtes Leben" von Fräulein Ordnung sehr weitergeholfen und tut es immer noch.
    Herzliche Grüße, Désirée

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  5. Vor einem ¾ Jahr habe ich auch mal meinen Kleiderschrank ziemlich radikal ausgemistet, ( ich kann das eigentlich nämlich auch recht gut). Ich war echt etwas entsetzt, dass er nicht wirklich leerer geworden war. Okay, er war nicht mehr total vollgestopft , aber Platz für Neues war auch nicht wirklich! Ich merke aber, es könnte mal wieder an der zeit sein, einigen Dingen Lebewohl zu sagen.
    LG Kristina

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  6. Super Susanne ... und es ist sowas von befreiend... wir haben ja beim Treffen drüber geredet, als wir obendrein lustigerweise beide gerade beim Pyjama nähen waren.
    Ich habe auch ausgemistet... gute 3 Wochen lang... das GANZE Haus... meine Kleidung, Kinderkleidung, Geschirr, Bücher, Spielzeug, CDs, DVDs, Dekoartikel, Stoffe, Bastelzeug, ganze Möbelstücke (die jetzt nicht mehr gebraucht werden, weil leer) ... ich habe alles und ich meine ALLES in die Hand genommen, brauche ich das noch, werde ich mir etwas daraus machen (und wenn es nur Glücksgefühle beim Betrachten sind) oder nicht... jedes nicht kommt weg... es gib noch ganz wenige Vielleichts, denen gebe ich noch bis zum Sommer eine Chance..
    Lustigerweise habe ich nach 2 Wochen sogar den Rest der Familie angesteckt - mein Sohn hat sich über seine beiden "Gammelschubladen" hergemacht, meine Tochter sogar über ihre Kuscheltiere... und mein Mann, man höre und staune hat sich von T-Shirt Stapeln befreit, die er vor acht Jahren (völlig sinnlos) hierher übersiedelt hat und nie gebraucht.
    Wir haben ja echt ein großes Haus, aber das heißt doch echt nicht, dass man alles aufheben soll, weil man es für später eventuell mal brauchen könnte.
    Es gibt Leute die brauchen das jetzt! Ich habe die Dinge an den Kreislauf zurückgegeben, aus dem ich in Zukunft mehr schöpfen möchte... gerade im Dekobereich, werde ich mir die Sachen in Zukunft vom Flomarkt holen... dann kann ich sie auch getrost wieder dahin zurück geben... dann haben viele Leute mehr von etwas, es muss nicht weggeworfen oder neue produziert werden...
    Gelassenheit kommt von Loslassen und ich merke echt, wie wir mir das ein gutes befreiendes Gefühl gibt.
    Herzliche Grüße aus meinem leeren Haus ;-)
    Birgit

    Leider hat zwischendurch mein Rücken gemeint er macht nimmer mit, dann wurden alle krank und so bin ich noch nicht ganz fertig.... aber ich muss jetzt mal nähen... zum einen ist mein Bügelbrettüberzug im Eimer und zum Anderen hab ich nix zum Anziehen und brauche Seelenfutter.

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  7. Schön, dass du glücklich bist.
    Wiklich.
    Gönne dir den Flow von Herzen.
    Aber ich bin bei diesem Satz Ausgestiegen:

    ...man eigentlich nie wieder aufräumt, sondern Dinge nur mehr an ihren Platz legt...

    Der passt nciht in mein Leben :-)
    Theorie und Praxis sind hier nciht deckungsgleich.
    Bei mir hat alles einen Platz.
    Ich bin echt gut im Ordnen und Plätze zuweisen.
    Aber sowas von einer Niete beim Zusammenräumen.
    Ich bin einfach faul.
    Stinkfaul.

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  8. Toll!! ..trennen fällt ja nicht immer leicht! Ich habe vor Jahren meinen Kasten auch im großen Stil entmistet. ..ganz ohne Anleitung oder sonstiger Inspiration aus dem Netz... das gab's da noch nicht so, wie jetzt. (Es war weit vor den Kids , also ist so 12- 15 Jahre schon her). Mein Anlass war ein ganz banaler - ein neuer Kleiderschrank und das mein Freund auch Platz im selbigen beanspruchte.....Seitdem gibt's wenige Kleidungsstücke die ein nutzloses, weil ungetragenes Leben fristen müssen. Einige wenige dürfen aber bleiben, von denen kann ich mich nicht trennen, ja aus reiner Sentimentalität! Einige mehr sind vor zwei Jahren dazu gekommen, als meine Mama starb, aber auch die werden langsam weniger. Ich miste jetzt in unregelmäßigen Abständen klein Weise aus. Wenn ich genervt bin, weil ein Fach unübersichtlich wird, behebe ich das. Auch mit dem Kram der restlichen Familienmitglieder, einzig mein Mann (derselbe im Übrigen wie damals) hat ein Vetorecht. Das nutzt er auch bei den Kindersachen. ...und trotzdem macht es mich narrisch , denn das hört irgendwie nie auf!!Ein endloses Dilemma. Kaum passt es an einem Ende, in einem Fach ,quilt auch schon mindestens ein weiteres über..grrrr.
    ..aber das ist wohl so...
    Lg Karin

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  9. Was für eine Inspiration! Ich bin gestern über Deinen Artikel gestolpert, heute ist das Wetter schlecht, da musste gleich der Schrank dran glauben. Heute Mittag eventuell die Küche...Ich habe dabei gleich Bilder gemacht, damit ich auch einen Artikel drüber schreiben kann ;-)... Und danach schau ich mal, ob ich ein Bild für den Fashion Revolution Day machen kann, leider ist die Nähmaschine derzeit kaputt! LG, Sabine

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Ich freu mich immer narrisch, wenn ihr euch Zeit für einen Kommentar nehmt!

 
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