Montag, 29. Juni 2015

Aus dem Leben - Hinter den Bügelbergen bei den ... oder so

Bügelwäsche tendiert ja bekanntlich zur Bergbildung. Im Gegensatz zur Natur ist dazu gar kein Kontinentalplattenzusammenstoß vonnöten. Bügelwäscheberge speisen sich mehr oder weniger direkt von der Wäscheleine. Und da eine Familie, das haben langjährige Studien direkt hier im Haus bewiesen, mit an Eifer grenzender Kontinuität daran arbeiten Schmutzwäsche zu produzieren, wird ein Bügelberg im Normalfall auch gut mit frischem Bergmaterial versorgt.

Je nach geltenden Regeln im Haus, entsteht etwas zwischen einem Hügel oder einer Hochgebirgskette. Besonders beachtliche Exemplare bringen logischerweise jene Haushalte zustande, in denen einfach alles unters heiße Eisen muss und zudem eine überdurchschnittliche Anzahl von Personen wohnen. Beachtlich und durchaus furchteinflössendes Ausmaße können hier erreicht werden.
Neben der nicht zu unterschätzenden Fläche, die so ein Berg beansprucht um stabil zu sein, hat er zusätzlich auf die meisten Hausfrauen eine durchwegs stressfördernde Wirkung.
Das andere Ende des Spektrums ist da schon wesentlich freundlicher fürs Gemüt. Ein überschaubarer, handlicher und zudem leicht verschiebbarer Hügel aus ein paar Hemden und Blusen. Der Vorteil des kleinen Berges liegt auf der Hand: man kann ihn leicht unten im Kasten verstecken, wenn Besuch naht.

Um Bügelberge abzubauen braucht frau, und das ist ja das eigentliche Problem an der ganzen Sache, Zeit! Ein klassisches Paradoxon: je mehr Leute den Berg speisen ergo je größer der Berg desto deutlich weniger Zeit. Es wirkt wie ein schlechter Scherz und genau genommen ist es das auch.
Gebügelt wird demnach abends vor der Glotze. Bei den Meisten. Sich tagsüber zufällig öffnende Zeitfenster reichen nur in den seltensten Ausnahmefälle aus um eine Bügelstation aufzubauen und im Anschluß einen erwähnenswerten Anteil an Bergmaterial abzubauen. Der Abend wiederum bietet stundenlang Serienmaterial, dessen Qualität so vernachlässigbar ist, dass es geradezu sinnvoll erscheint diese Bildberieselung dazu zu nutzen sich nebenbei abbauend zu betätigen (Anmerkung: aber nur, wenn frau nichts zum Stricken hat!).

Montag ist Serienabend in diesem Sender, mittwochs in einem Anderen. Das veranlasste mich mal darüber nachzudenken:
Ob die Sender wissen, wozu sie da dienen?
Und wenn ja, machen die das absichtlich?
Und wenn ja, warum?
Fragen über Fragen.

Dem hauseigenen Berg ist das allerdings alles völlig wurscht. Wie seine Schwestern und Brüder draußen in den Alpen oder im Himalaya ruht unser Bergchen (er ist eher klein) in sich, mit sich und in Frieden. Und wenn ich nichts dagegen tue, dann tut er auch nichts. Er ist. Er bleibt. Stetig.




Meine Bügelserie ist im übrigen The Mentalist.

4 Kommentare

  1. :-)) Du triffst voll ins Schwarze!
    Auch ich gehöre zu den Fernsehbüglerinnen... kann mich da aber nicht auf einen bestimmten Tag festlegen.
    Gebügelt wird, bevor der Berg umfällt! ;-)

    GLG; Claudia

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  2. ich glaube, es gibt nichts, das mich mehr kalt lässt, als der bügelberg. den gibts bei uns einfach nicht. falten werden einfach ignoriert oder am körper gebügelt. basta. außer es steht eine feierlichkeit an, dann darf das bügeleisen ran. ca. 10 minuten vorm weggehen... :-)
    busserl, kathrin

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  3. Ein Problem, das einmal nciht meines ist Hehehehehe...Schadenfreude steigt in mir hoch wie ein Vulkan! Ich bin stolze Besitzerein eines Trockners. Und das schon seit Jahrhunderten. Ha!

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Ich freu mich immer narrisch, wenn ihr euch Zeit für einen Kommentar nehmt!

 
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