Montag, 8. Juni 2015

Aus dem Leben - Ein echtes Must-Have

Bis zum Bibbern bleibt man im Wasser. Das ist eine Regel, die galt schon immer und die wird wohl auch immer gelten.
Bis die Lippen blau sind und die Zähne klappern. Punkt.

Kaum ist der Sommer da, wird den Kindern kalt. Vom soewiglangimWassersein!
Spritzen, Tauchen, Plantschen und natürlich auch Schwimmen. Vorwärts, rückwärts, oben und unten. Reinhüpfen, Arschbombe, Juche!

Meine Kinder sind jetzt in dem Alter, an das ich bereits Erinnerungen habe. Ich kann mich erinnern an die Sommerabende, draußen mit den Freundinnen. An Barbiepuppen, Völkerball und Raumschiff Enterprise um 18:30 Uhr.
Und ich liebe diese Erinnerungen. Und deswegen will ich, dass meine Kinder ihre auch erleben. Um sie dann einmal zu haben. Klar?
Und eine der wichtigsten, und das weiß jeder, das sind die blauen, bibbernden Lippen. Ein Must-Have im Album der Kinderglückseligmomente!

Viele Familien sind aber an den Wochenenden dermaßen mit Events und Action zugeplant, dass es einem nur so graut.
Heutzutage muss man. Und zwar viel. Nicht nur, dass der Nachwuchs neben der Schule oder dem Kindergarten Yoga, Geige und mindestens einen Kurs in einer lebenden Fremdsprache zu absolvieren hat, Nein, am Wochenende geht es dann von einer Familienfeier zum Konzertabo und vom Schwimmkurs zum Tennisturnier.

Hallo Leute! Geht’s noch? Kindsein bedeutet solange draußen mit den Nachbarkindern zu spielen, bis es dunkel wird (und zwar wetterunabhängig). Es bedeutet mit der besten Freundin und einem Eis von den Buben aus der Umgebung zu schwärmen. Oder Fussball zu spielen, bis man sich das Knie aufschlägt und trotzdem gewinnt. Es bedeutet nur nach Hause zu laufen, wenn einen der Durst oder der Hunger quält.

Wenn ich um mich schaue, scheint es als hätten die Leute verlernt einfach nur Familie zu sein. Zu Hause. Gemeinsam. Der Kern.
Ich bin versucht zu sagen: in guten wie in schlechten Tagen!

Gebt euren Kindern die Erinnerungen, die es wert sind!
Gebt ihnen die blauen Bibberlippen!

19 Kommentare

  1. Hallo Susanne,

    toll geschrieben :-)! Du hast soooo Recht! Auch ich erinner mich gerne daran zurück, wie ich wetterunabhängig bis zur Dunkelheit mit den Nachbarkindern draußen gespielt habe.
    Mein Sohn ist jetzt auch in dem Alter und ich finde es echt schade, dass es viele Kinder gar nicht mehr so "können" und sich Spiele für draußen auszudenken etc. Mein Sohn zieht es immer vor lieber mit seinen Kumpels draußen zu spielen, als mit Mama was zu unternehmen *kicher*. Und ich finde das auch gut so und auch wichtig!

    Wünsche dir einen guten Wochenstart,
    liebe Grüße,
    Kadi

    AntwortenLöschen
  2. Da hast Du sowas von Recht, liebe Susanne! Aber sowas von! Ich hoffe sehr, dass meine Kids später mal jede Menge solcher Erinnerungen haben werden.
    Ich erinnere mich auch gern daran, wie ich mit meinem Bruder bis Spätabends selbsterfundene Spiele im Garten gespielt habe. Meine Kids dürfen/können das auch. Und blaue Bibberlippen hatten sie gestern erst.
    glg, Carmen

    AntwortenLöschen
  3. Ach Susanne, Du sprichst mir aus dem Herzen. Spontanes Verabreden, einfach nur so zum Spielen, das ist mittlerweile ein hochkomplexer Vorgang, ohne Terminkalender der potentiellen Verabredungspartner praktisch nicht zu leisten. Unsere Kinder haben keine regelmäßigen Termine, außer einmal die Woche Schwimmen. Darauf habe ich bestanden – Schwimmenlernen – damit ich beim blaueLippenProduzieren nicht immer direkt daneben stehen muss. Ansonsten können sie 6 Tage die Woche frei entscheiden, was sie wo mit wem spielen wollen. Sie gelten vermutlich als bedauernswerte, vernachlässigte, im späteren Leben zum Scheitern veruteilte Exoten, wirken auf mich aber ausgesprochen zufrieden und tiefenentspannt. Was wiederum zu meiner Entspannung eine Menge beiträgt. So verbringen wir die Sommerabende im heimischen Garten oder im Biergarten oder wo es sonst noch schön ist.
    Ich wünsche Euch einen wunderschönen Sommer, mit ganz viel lauen Abendstunden und bestem Badewetter. Herzliche Grüße, Martina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Martina,
      euch auch viel Sommer, viele Abende und reichlich Badewetter ... und den einen oder anderen warmen Sommerregen!
      :-)

      Löschen
  4. Ich bin auch keine Freundin von viel Programm, hauptsächlich, weil ich zu faul dazu bin. Deshalb gibt's bei uns nur an zwei oder drei Wochenenden im Jahr was davon.
    Aber ich verstehe wirklich nicht, warum du Leute, die an was anderem gemeinsam Spaß haben, mit "Hallo geht's noch" anblaffst. Ich hab gerade gehört, dass das kränkt.
    Liebe Grüße
    Anneliese

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Anneliese,
      niemanden will ich kränken. Ich erlebe in letzter Zeit bloß sehr häufig, dass es Familien gibt, die tatsächlich nur in ganz seltenen Fällen (um das Wort nie nicht zu strapazieren) kein Programm haben. Und wenn ich mir die Gesichter der Kinder anschaue, wenn sie aufgmascherlt zum nächsten Event ins Auto steigen, während ihre Freunde ein Juchhe am Spielplatz haben ... sorry. Das ist ein Freizeitmodell, das ich nicht unterstütze. Und glaub mir, auch wir haben Termine und wir nehmen sie gelegentlich auch wahr ;-)
      Lies dir gerne auch die anderen Kommentare durch. Ich glaube nicht, dass ich zu heftig geschrieben habe.
      GLG Susanne

      Löschen
  5. Naja kommt halt immer darauf an was man mit solchen Posts bezwecken will.

    Will Frau sich über andere Modelle auslassen und sieht ihren Weg als
    den einzig richtigen oder will sie eine Diskussion anregen.

    Ersteres finde ich anstrengend und hat für mich etwas von früher am Schulhof ;) nur dass es heute nicht mehr um die Schuhe oder die Hose geht sondern um Kindererziehung. Gleich hart gebattled wird hier und dort.

    Ich bin kein Fan davon, auch wenn ich ebenso kein Fan von Dauerprogramm bin. Aber hinter Dauerprogramm stecken genauso bemühte Mütter wie bei der anderen Fraktion und darum geht es.

    Deine Wortwahl hatte schon eher was
    von Ersteren. Ich weiß nicht ob es so gedacht war, wenn nicht findest du mein
    Feedback vielleicht hilfreich.

    Alles Liebe
    Verena

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hm, ich dachte ich hätte aufgerufen dazu, den Kindern den Spaß zu gönnen, den wir damals hatten. Es steckt sicher Kritik in meinem Aufsatz, aber eben auch ein Aufruf .. keine Verurteilung.

      Danke für deinen Input. Ich hatte befürchtet, dass das so manche(r) in die falsche Kehle kriegen könnte. Es war mir aber wichtig!

      Löschen
  6. Liebe Susanne,
    Ich muss auch sagen, etwas provokant geschrieben.
    Ich bin kein Verfechter des Terminplanens für Kinder.
    Aber oft geht es nicht anders, denn die meisten sind arbeiten und das nicht daheim. Jeder hat andere Arbeitszeiten oder Termine, die nicht unbedingt der Freizeitgestaltung dienen.
    Es ist eben auch nicht mehr jede Mama frei verfügbar.
    Und ich sehe mich auch nicht als Freizeitgestaltung bzw Langeweile beseitiger meiner Kinder egal ob unter der Woche oder am Wochenende.
    Wochenende ist allerdings auch die einzige Zeit wo wir zu viert etwas unternehmen können. Ein Wochenende im Monat ist aber meistens fürs nichts tun reserviert.

    Meine sind erst 3 und noch nicht 7 also fällt das über Jungs reden noch aus.

    Ich weiß nicht auf welchem Bauernhof in welchem kleinen Dorf du wohnst, dass du dir in der heutigen Zeit noch vorstellen kannst deine Kinder im Volkschulalter ohne Handy bis zur Dunkelheit allein draußen herum geistern zu lassen.

    Das Problem ist nicht dass ich kein Vertrauen zu meinen Kindern habe oder ihnen manches nicht "gönnen" würde zu entdecken, das Problem ist die Umwelt, der ich nicht vertraue.
    Ich vertraue nicht den "depperten" Eltern, die ihre Kinder um 10 vor 8 mit Eiltempo vor der Schule aus dem Auto "schmeißen".
    Ich vertraue nicht den Hundebesitzern, die ihre braven Hunde nicht an die Leine nehmen.

    Ich vertraue meinen Kindern.

    Aber meine Mutter hat mir vorige woche erst erzählt, als ich eben über dieses Thema mit ihr geredet habe, dass meine Kinder eben nicht alleine in den Wald "können", dass auch wir nicht allein waren. Wir haben nur nicht gemerkt, daß als wir unser fort gebaut haben auf unserer Waldinsel, immer wieder ein Elternteil nachsehen gekommen ist ob alles okay ist.

    Waren unsere Eltern auch schon Helikopter-Eltern?

    Unsere Kinder werden ihre eigenen Erinnerungen haben, welche das sind werden wir erst in 20 Jahren wissen.

    Vielleicht freuen sich viele dann dass die Mütteri ihnen die Freizeitmöglichkeiten geboten haben, denn ich bin sicher die wenigsten Mütter sind "freiwillig" den ganzen Sonntag auf dem Fußballplatz

    Lg Claudia

    AntwortenLöschen
  7. beide Daumen hoch! Ich bin so froh, dass wir da ganz entspannt unterwegs sind und auch eine Freundeskreis haben, der das auch so sieht.
    lg
    Anja

    AntwortenLöschen
  8. Passt!!
    Unterschreibe ich von A-Z.......
    Herzlich Martina

    AntwortenLöschen
  9. Bin ganz bei dir und find deine "Kritik" durchaus angebracht - vielleicht werden die einen oder anderen wach??
    LG, claudia

    AntwortenLöschen
  10. Jajajajajaja!!!!!!!!!!
    Du hast so recht! ich bin auch so eine Rabenmutter, die ihre Kinder (okay, der Kleine ist noch zu klein) einfach mal machen lässt, die nichts davon hält die Minis schon zum Baby-Yoga zu schicken,...
    Lasst die Kinder einfach mal Kinder sein!

    Davon ab: Wunderfeinen Blog hast du da, ich bin gerade dabei ihn nachzulesen. Und bei "this ist not okay" werde ich auch noch mitmachen, versprochen!

    Line

    AntwortenLöschen
  11. Ja was war die Welt doch früher noch in Ordnung. Mir ist das genauso in Erinnerung, aber die heutigen Eltern kann ich auch verstehen. Naja n bisl zumindest ; )

    AntwortenLöschen

Ich freu mich immer narrisch, wenn ihr euch Zeit für einen Kommentar nehmt!

 
© Design by Neat Design Corner