Montag, 4. Mai 2015

Aus dem Leben - HÜ


HÜ - eine Buchstabenkombination die ich gedacht hatte hinter mir gelassen zu haben.
Aber so leicht kann man sich irren. Kriegt man Kinder, dann kommen unweigerlich irgendwann auch die Schule, die Lehrer und die Hausübungen wieder.

Aber dieses mal ist alles ein bißchen anders. Man muss sie nicht unbedingt selber machen, die doofen Rechnungen. Die Geschichten für die Aufsätze erfindet jemand anderes. Und geprüft wird man auch nicht mehr.

Und trotzdem ist man total mittendrin. Es beginnt harmlos mit ein paar gekritzelten Buchstaben, die einem unter die Nase gehalten werden. Mit Additionen im Zahlenraum kleiner Zehn und Städtenamen auf der Europakarte. Man wähnt sich sicher.
Irrtum.
Ehe man sich’s versieht, dividiert der Nachwuchs zweistellig, rechnet mit Hektar und Ar und wirft mit Dativ und Genitiv um sich.

Die Tatsache, dass all die Mühe, die wir ja irgendwann in all das schon mal gesteckt haben, trägt jetzt Früchte. DAFÜR haben wir all das also Zeug gelernt, damit wir die HÜ unserer Kinder verbessern können. Ich persönlich habe seit der Schule nicht mehr mit Hektar gerechnet.
Das wäre mir aufgefallen!

So kann es jetzt also passieren, dass ich am, für mich zu kleinen, Schreibtisch meiner Kinder sitze und vor mich hin rechne. Ich bin gewachsen, meine Gehirnwindungen sind jetzt größer, deswegen denke ich langsamer. Also so kommt es mir zumindest vor. Ich kontrolliere die Aufgaben meines Sohnes und inspiziere die Zierleiste, die meine Tochter gezeichnet hat.
Lese entzückende Kinderaufsätze und korrigiere Rechtschreibung, Punktuation und Fälle. Gute Güte im Deutschen kann man aber auch wirklich viel falsch machen.

Ich leide, wenn ich einen Fehler sehe. Nicht weil es falsch ist, sondern weil ich es meinem Kind sagen muss, das mich gerade superstolz anstrahlt. Das Wetter ist schön, sie wollen raus und da sitze ich jetzt also, zusammengekauert auf diesem Kindersessel und soll so Sachen sagen wie „Das schau’ dir nochmal an!“ oder „Zuerst noch die Fehler ausbessern, dann kannst du raus!“

Ich mag Hausübungen nicht, hab’ sie nie gemocht, werd’ sie niemals mögen!
Hektar!
Ehrlich!

3 Kommentare

  1. ......du sprichst mir aus der Seele! Wir sind hier zwar von Hektar meilenweit entfernt , also erst bei Buchstaben und Zahlenraum 20. Nicht zu vergessen Lese- Hü , das ist erst anstrengend (für beide) - das hab ich bisher wohl auch gut verdrängt..... aber Hü bei schönen Wetter grenzt an Folter ...
    Lg Karin

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  2. nur noch 9 wochen schule, nur noch 9 wochen schule, nur noch 9 wochen schule.... dazwischen liegen aber noch je eine deutsch-, eine englisch-, eine matheschularbeit, zwei probeschularbeiten (je eine mathe und deutsch), ein SU test, musik-test, geo-test, bio-test.... brrrr. noch endlose 9 wochen schule....
    busserl, kathrin

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  3. Heute bin ich etwas zwiegespalten: ich hab herzlich gelacht (wie ja fast immer bei deinen Erzählungen) und andererseits hats mir leicht den Magen umgedreht, denn genauso wie du es schilderst, ist es auch hier. Zwar ist der Schnecki ja noch in der Schulstufe, in der ich micht - wie du so treffend schreibst - auf der sicheren Seiten wähnen kann, aber trotzdem mag ich sie jetzt schon nicht, die Hausaufgaben. Und ich weiß ja aus eigener Erfahrung, das wird nicht besser!
    Außerdem ist es eben so schwer, den Mittelweg zu finden. Auf wieviele Fehler mache ich aufmerksam? Ich habe mir angewöhnt, mich ganz stark zurück zu nehmen, denn seine Lehrerin soll ja sehen, wo er steht.
    Ich weiß aber auch, dass das spätestens nach der Volksschule nicht mehr gewünscht ist :-(
    Alles Liebe und durchalten, Babsy

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Ich freu mich immer narrisch, wenn ihr euch Zeit für einen Kommentar nehmt!

 
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