Donnerstag, 9. April 2015

This is not okay 4: Was kostet ein T-Shirt?

Ich stellte mir vor einer Weile mal die Frage: Was kostet ein T-Shirt? Der Zusammenhang war folgender: Was kostet ein T-Shirt, das ich für jemanden nähe würde.
Und wie ich es auch drehte und wendete, der Preis war entweder lebenserhaltend und damit sauhoch oder einfach nur ein Scherz auf meine Arbeit.
Denn man begeht intuitiv den Fehler sich am Preis eines Massenshirts zu orientieren .. obwohl es aufgeleger Schwachsinn ist. Mal ehrlich!

Und aus dieser Überlegung heraus, fragte ich mich, wen ich denn eigentlich bezahle, wenn ich mir so ein Massenshirt kaufe. Denn die Näherin kriegt ja offensichtlich von mir so gut wie nichts. Soweit ist die Sache ja schandhaft klar.



Ich habe euch drei T-Shirt Preis Grafiken aus dem Netz herausgepickt. (wenn ihr draufklickt werden sie größer .. leider nicht schöner!) Und ihr könnt damit ganz eindeutig sehen, dass in einem herkömmlichen Shirt viel steckt, bloß keine Anerkennung für die eigentliche Arbeit.

Jetzt mag man geschichtlich darüber diskutieren, wie das entstanden ist und wo man hätte etwas ändern können und vor allem kann man die allseits beliebte "Wer ist schuld"- Frage stellen. Persönlich halte ich das für erfrischend sinnlos. Was ich aber deutlich sehe ist: da gehört gehandelt. Und zwar von mir! naja, .. okay von euch auch ;-)

Alternativen:

Hier nun mal eine Lösungsbeispiel:
Ich bin bei meiner Recherche zu diesem Thema über ein Shirt-Juwel, wenn ich mir den Namen in diesem Zusammenhang mal erlauben darf, gestolpert.

Die Firma Switcher aus der Schweiz produziert Basic Shirts. Nix aufregendes. Polo Shirt, Rundhalsshirts, Shirts mit V-Ausschnitt. Weiß, Schwarz und ein paar klassische Farben sind vertreten. Für Damen und Herren und auch für Kinder.
Soweit so kennenwirdochalles, was Switcher auszeichnet ist folgendes: Man kann jedes Shirt in seinem gesamten Entstehungsweg nachverfolgen. Man kann sehen, wo wurde gefärbt, wo gewebt, wo genäht. Das nenne ich mal einen Einblick. Switcher hat Verträge mit Nähfabriken in Indien, die sich dazu verpflichten Existenzlöhne zu zahlen. Switcher arbeitet seit Jahren mit derselben Fabrik(en) zusammen und fördert die Näherinnen und deren Familien und Kinder in vielfältiger Weise. Und dabei lässt sich Switcher von der FairWearFoundation komplett kontrollieren.

Ach ja, die Baumwolle ist, wenn gekennzeichnet, Bio .. keine genetisch veränderte (wie ich lesen musste sind mittlerweile 80% der Weltanbaumenge von Baumwolle genetisch verändert... pffff)

Solche Firmen sind außergewöhnlich!
Und gehören gefördert bzw. beshoppt ;-)
Ich habe Shirts für meinen Mann und mich bestellt ... die pimpe ich mir dann noch etwas... das Ergebnis gibt es dann hier nachzulesen! :-)

Aufruf an euch
Switcher ist nur ein Anbieter, der vorbildlich handelt. An dieser Stelle möchte ich euch auffordern Firmen und Erzeuger, die fördernswert sind an mich zu mailen. Dann werde ich sie hier vorstellen und eine gesammelte Shop-Liste erstellen, dann kann man zwischendurch auch ganz ohne Mist dabei zu bauen shoppen gehen!

Let's change the game, Ladies! :-)
Have fun!





Mehr zu diesem Thema findet ihr hier!

Bildquellennachweis:
Bild 1: CleanClothes Bericht zum Firmencheck 2014
Bild 2: swissinfo
Bild 3: Beobachter

15 Kommentare

  1. Hallo Susanne
    Ein guter Bericht zu einem traurigen Thema. Denn sind wir ehrlich, der Kostenaufschlag für ein Shirt, für welches die Näherin fair bezahlt wird, könnten wir uns alle leisten (sofern wir denn wollten und unser Augenmerk auch darauf richten würden).
    In der Schweiz gibt es bei Coop die Naturaline Produkte, welche beim Grossverteiler angeboten werden. http://www.coop.ch/pb/site/common2/get/documents/coop_main/elements/naturaline/naturaline_bio_cotton_neu_2014_kbk/PDFs/CNL_infobrochuere_2015_d_lowres_rz.pdf
    Auch eine Riesenauswahl hat Hess Natur.

    Vielleicht findest du auch hier etwas: http://www.getchanged.net

    Liebe Grüsse aus der Schweiz
    Diana

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    1. Hab's mir gerade mal kurz angeschaut... das liest sich super! Danke für den Hinweis!
      GLG

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  2. Deinen Linktipp finde ich super wertvoll und echt eine gute Alternative!!!
    Ich danke dir ganz herzlich dafür - und verfolge deine Posts mit Interesse weiter!!
    Liebe Grüße
    Veronika

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  3. Vielen Dank für diesen Post und die Behandlung des Themas im Gesamten.
    Den Link schaue ich mir mal genauer an.

    Viele Grüße
    Paola

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  4. hut ab, meine liebe! ich finde das ganz toll, wie du das Thema aufbereitest! mein mann ist derzeit gerade auf der suche nach fair produzierten Jeans, falls wir auf etwas stoßen sollten, wirst du sogleich informiert. ich liebäugle sehr mit der Firma deerberg, vielleicht magst du dir das ja mal anschauen? allerdings muss ich mich erst noch tiefgreifender informieren....
    busserl, kathrin

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    1. Unbedingt rüberrücken! Jeans sind heiße Ware!!! .. gar nicht lustig!

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  5. Super Beitrag Danke! Erschreckend wie wenig die bekommen und wo das Geld so bleibt.

    Wenn ich was sehe mail ich es dir!

    Sonnige Grüße
    Katrin

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  6. Wow, du hängst dich da rein!!
    Danke dafür und weiter so.. ;-)
    LG, Claudia

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  7. Liebe Susanne, Deine Serie finde ich super!! Wenn jeder nur ein klein wenig bereit wäre zu geben, wieviel könnten wir da ändern... Die Grafiken finde ich super interessant und die Idee mit der Sammlung von fairen Herstellern bzw. Händlern super!! Mach weiter so!
    Liebe Grüße
    Johy

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  8. Die Grafiken hauen einen um! Klasse recherchiert! Die Shirts wurden schon bei den Zürchern beauftragt...
    Bin gespannt auf weitere Posts von dir zum Thema.
    GGLG
    Astrid

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  9. toll, dass du das thema faire bekleidung aufgegriffen hast! ich achte bei kleidern mehr und mehr darauf, dass sie aus natürlichen materialien hergestellt sind, wenn möglich mit bio-zertifizierung. bei switcher hat es mir zu viele sachen aus polyester, nylon usw.
    gerne kaufe ich in der schweiz kleider von unica fairtraide (leider muss der laden im nachbarort bald schliessen...) daneben bestelle ich oft bei hessnatur, grüne erde oder gudrun sjöden. bei outdoorsachen mag ich gerne fjällräven oder kleider aus recycelten materialien.
    grundsätzlich trage ich die sachen dann gewöhnlich bis sie fast auseinander fallen ;-)
    ♥ monika

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  10. Danke für deine Zusammenstellung! Eine LinkListe wäre toll!
    Liebe Grüße,
    Kathrin

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  11. Ich finde deine Aktion "this is not okay" spitze!!! Einerseits weil wir es alle wissen und teilweise nicht wahrhaben wollen und ignorieren; andererseits weil du nicht nur Missstände aufzählst und mit dem Finger drauf zeigst, sondern du konkrete Lösungsvorschläge bietest !! Vielen Dank dafür!!!
    Lg Karin
    (kenne nur schon in Kommentaren bereits erwähnte wie online hess Natur und grüne Erde - zweitere hat auch einen Shop auf der Mariahilferstrasse Wien. )

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  12. Danke für diesen erneuten tollen Bericht!
    Eigentlich weiß man dies ja alles, aber wenn man es nochmals so richtig vor Augen geführt bekommt, ist es doch nochmal etwas ganz anderes!
    LG kristina

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  13. Hallo Susanne!
    Kompliment zu deiner Serie und der Aktion, an der ich mich auch noch beteiligen werde. :-)
    Es ist immer wieder erschreckend, wie wenig diejenigen verdienen, die das Produkt letzendlich hergestellt haben und unter was für miserablen Bedingungen sie dies tun müssen. Sicher gibt es auch immer mehr Menschen, die sich fair gehandelte Produkte nicht leisten können, aber trotz allem sollten alle ihr Einkaufsverhalten überdenken und im Kleinen schon versuchen, verantwortungsvoller zu handeln.
    Hier in Düsseldorf gibt es das Label "Wunderwerk", die meiner Meinung nach auf dem richtigen Weg sind.
    Vielleicht magst Du dir das ja mal genauer anschauen...? Ansonsten ist auch "Manufactum" eine gute Adresse für nachhaltige Produkte aller Art. Dort wird auf Nachhaltigkeit schon lange geachtet und bei den Textilien sind ca. 90 % in Europa hergestelllt. Im Moment zwar noch sehr klassisch, aber das wird sich in Zukunft ändern :-)

    Ganz liebe Grüße!!
    Doro

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Ich freu mich immer narrisch, wenn ihr euch Zeit für einen Kommentar nehmt!

 
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