Donnerstag, 2. April 2015

This is not okay 3: Let's change the game

Letzte Woche habe ich euch die Aftenposten Sweatshop Videos gezeigt. Mir ist wichtig folgendes dazu zu sagen: die Videos habe ich benutzt um euch das Problem durch sie näher zu bringen. Die meisten Berichte zu dem Thema sind nämlich viel schwerer zu verdauen.
Diese Videos jedoch schaffen es, einen an diese schwere Kost auf „softe“ Weise heranzuführen. Ohne, dass man gleich in Schuld erdrückt wird. Das war mein Ziel!

Ich will mich nämlich bei diesem Thema nicht mehr schuldig und zudem noch machtlos fühlen. Denn diese Gefühlskombination hilft mir (und den Näherinnen) nicht weiter. Sowas blockiert. Und ich will doch handeln. Klar?
Okay, dann zur Sache!

Wir haben alle in den letzten Jahren mehrfach miterlebt, dass man gemeinsam sehr wohl Dinge verändern kann. Das Internet macht es möglich.
Und ich will etwas ändern. Gemeinsam mit euch!  Zunächst in unseren Gefühlen und in unseren Köpfen und am Ende dann hoffentlich auch für die Näherinnen, wo auch immer die sitzen: in Asien, in Afrika oder sogar in Europa.

DAS DILEMMA DER GEFÜHLE


Es ist doch so: Schuld und Ohnmacht, das ist wahrlich keine sexy Kombination, wenn es darum geht Dinge zu ändern.
Also muss man diese Gefühle
1. einmal wahrnehmen um sie
2. dann loszulassen zu können.

Denn, wenn ich mich wieder in meiner Kraft fühle und ich mir meiner Macht als Kunde bewußt bin, dann kann ich alles.

DIE IST - SITUATION


Ich kann als Mutter und CEO des Haushalts mit dem dazugehörigen Budget nicht so einfach alles auf 100% Öko umstellen. Das geht zum einen finanzell nicht und zum anderen ist der Stil der meisten Öko-Bio-Fair-Bekleidungs-Hersteller nicht vergleichbar mit dem, was der Mainstream so bietet. (Bitte versteht das nicht als Kritik am Stil der meisten Öko-Marken!!)
Also bin ich genötigt immer wieder dann doch in die KettenModehäuser zu gehen, um dort einzukaufen.

Punkt 1: Das ist auch okay so! Ich bin zutiefst überzeugt, dass eine komplette Blockade dieser Läden und Marken (und, oh, es sind sooo viele) nichts bringt, weil es einfach nicht genug Leute gibt, die das durchziehen wollen oder auch können.

Aber

Punkt 2: All diese Marken und Ketten verdienen ihr Geld nicht mit den Handschuhen, den Unterhoserln oder den paar T-Shirts, die wir gerade brauchen. Nein, ihren Gewinn machen sie damit, dass die meisten Leute reingehen um ein Teil, das benötigt wird zu kaufen und dann mit einem riesigen Sackerl voll wieder rausgehen.
Darauf haben sie sich spezialisiert.
Das ist ihr Auftrag.

This is not okay - DIE IDEE


Was würde nun aber passieren, wenn wir ruhig und in dem Wissen unserer Kraft nur mehr kaufen, was wir für richtig halten und/oder brauchen.

Und was, wenn wir anschließend ausrechnen, wieviel Geld wir nicht ausgegeben haben?

Was, wenn wir ein Foto machen von dem, das wir nicht gekauft haben, es posten auf instagram, twitter, facebook oder auf unserem Blogs und mit dem #thisisnotokay versehen

Was, wenn wir dazuschreiben „60 €, die ich nicht ausgegeben habe“?

Versteht mich nicht falsch, wer ein Shirt braucht, soll sich eines kaufen oder zwei… was man halt braucht. Nur eben einfach nicht mehr als das. Lasst so viel ihr könnt zurück. Ihr sollt euch dabei aber nichts versagen. Es soll locker von der Hand gehen.  Euer Kleiderkasten wird es euch danken ;-)
Und wenn viele Leute xx% weniger Geld ausgeben dann schaut bei der Jahresendpräsentation im Management die Erfolgskurve nicht mehr nach oben.
Bingo!


GEMEINSAM


Ich bin eine Mama. Ich kaufe ein für 4 Leute. Ich weiß, was meine Familie wann braucht.
Es ist April! Meine Kinder sind gewachsen und ich weiß bei vielen von euch stehen sie auf der Liste: die Schuhe, die Übergangsjacke und die neuen Hosen.

Geht einkaufen! Aber kauft einfach nicht mehr als nötig!
Kauft was ihr braucht!
Und reibt ihnen anschließend unter die Nase, was ihr NICHT gekauft habt!
Teilt ihnen die Summe des nicht ausgegebenen Geldes mit!
Fühlt euch stark dabei!
Wir sind die Kunden!
Sie wollen UNSER Geld!
Erzählt euren Freunden davon!
Gemeinsam sind wir viele!

Ich gehe morgen Socken kaufen!
:-)


11 Kommentare

  1. Liebe Susanne!

    Irgendwie beruhigt Dein Beitrag doch ein wenig mein etwas angeschlagenes Gewissen. Ich bin (und war schon immer) eine Brauchichdaswirklich-Käuferin.Viel Geld haben diverse Modeketten mit mir nicht gemacht. Ich kaufe für mich oder die Kinder wirklich nur dann Sachen, wenn wir sie wirklich brauchen und dann auch (meist) wirklich nur das (bei den Bubensachen war es bisher zumindest so. Ob ich mich bei den Mädelssachen auch so bremsen kann, weiß ich noch nicht ;-) ). Außerdem bin ich immer froh, wenn ich für die Kinder Kleidung "vererbt" bekomme oder ich Kleidung an Freundinnen weitergeben kann. Blöd ist nur, dass meine 2 Großen mitlerweile praktisch die selbe Größe tragen, bei Kleidung und bei Schuhen!! (von wegen weitervererben, ich brauche nun alles doppelt, da hat der 3jährige später eine Menge Auswahl, wenn es die beiden anderen bis dahin nicht zerstört haben!) Wieviel ich dadurch bisher gespart habe, wäre echt interessant! :-) Auch Kleidung wegzuwerfen fällt mir unglaublich schwer. Lieber flicke ich oder mache noch was daraus.
    Alles Liebe, Carmen

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    1. Das finde ich super wie du das machst. Ehrlich! Meine Kinder tragen gerne mamimade. Insofern kaufe ich erstaunlich wenig. Aber ab und dann halt muss ich (Socken, Winterjacken etc.) und dann merke ich schon, wie in mir der Kampf losgeht: "15€ für eine Shirt... wir könnten schon eine Reserve brauchen" dann die Antwort "um 15€ gibt es kein Shirt! Lass das lieber liegen!" .. und das nervt mich allmählich.
      Ich brauchte ein konkretes Konzept, wie ich umgehe mit dem Bedarf auf der einen Seite und der Verantwortung auf der anderen. Ich werde das jetzt so machen, mal sehen, wieviel Geld ich im April NICHT ausgebe! :-)

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  2. Liebe Susanne!
    Ich finde deine Aktion super! Ich bin schon seit Jahren in der glücklichen Lagen kaum mehr Kleidung einzukaufen, weder für mich noch für meine Kids. Bei den Kids ist es so, dass wir sehr viele Sachen von lieben Freunden vererbt bekommen und so wirklich nur ganz wenige Stücke ergänzen müssen. Diese nähe ich teilweise selbst oder wir kaufen sie eben sehr bewusst. Bei mir selbst ist es so, dass ich mich noch nie für Modetrends begeistern konnte, daher kaufe ich dann Kleidung (oder nähe sie) wenn ich ein neues Stück brauche und nicht weil die neue Frühlings-, Herbst- oder sonst was Mode in die Geschäfte kommt.
    Ich bin sehr davon überzeugt, dass wir unser Kaufverhalten immer überdenken und hinterfragen sollten. So ist bei mir oft so, dass ich mir Zeit lasse, bevor ich etwas kaufe. Da ist einmal der Wunsch/oder der anscheinende Bedarf. Gut. Dann lasse ich mal eine Zeit vergehen und überprüfe dann ob der Wunsch oder der Bedarf noch vorhanden ist. Ist dem so, dann kann gekauft werden.
    Ich gebe zu, mir kommt entgegen, dass ich nicht gerne einkaufen gehe. ;-)
    lg und viel Erfolg für deine Aktion,
    Anja

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    1. Bingo!
      Für mich ist das schwieriger. Ich mag gute Mode. Und ich habe bis heute noch nicht recht geschafft etwas für mich zu nähen, mit dem ich vollinhaltlich klar komme. Wenn ich ab heute auf diese oben erklärte Version einkaufen gehe, dann kann ich meinen Beitrag leisten.
      Wir haben in unserem Bekanntenkreis im Übrigen keine größeren Kinder und erhalten so auch keine weitergegebene Kleidung.
      Und obwohl ich viel nähe, brauch' ich dann Sachen, die ich einfach nicht nähen kann oder will.
      Dafür hab' ich jetzt eine Strategie!
      :-)

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  3. Die Idee finde ich ja grandios: #thisisnotokay plus verlinkung zum jeweiligen Kaufhaus - tolle Sache! Da mache ich auf jeden Fall mit. Ich bin schon großteils auf "faires Gewand" umgestiegen oder mache vieles selber (und ich brauch wirklich nicht viel mehr zum ANziehen als ich derzeit im Schrank habe), aber bei Socken, Strumpfhosen und Unterwäsche tu ich mich auch sehr schwer!
    Liebe Grüße Steffi

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  4. Ja. Genau so ist. Ich brauche keine 275753467 Shirts pro Saison. Sondern vielleicht ein zwei neue.
    Und: Es gibt bereits erschwingliche Klamotten, die auch GOTS zertifiziert sind.
    Liebe Grüße
    Suse

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  5. Das klingt gut, Susanne! :-)
    Ich werds versuchen!
    Liebe Grüße
    Anneliese

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  6. Klingt fein! Ich werde mich auf jeden Fall an der Nase nehmen! Schuhe sind mal wieder nötig, aber d liegen sowieso in einer Preisklasse, da geht dann nichts mehr extra mit und bei drei Kindern kommt schon was zusammen. D armen kleinen müssen pro Jahreszeit meist mit einem Paar auskommen... Aber natürlich gibt es immer wieder etwas, das mit heim kommt, auch wenn grad kein Bedarf ist, weil es das gerade im Doppelpack günstiger oder nimm 3 Zahl 2 gibt.... Ich werde aufmerksam sein! Danke! Bussi

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  7. Ich schließe mich meinen Vorrednerinnen an und finde Deine Aktion super. Ich werde auf jeden Fall mit sparen, zumal ich eh nur noch wenig kaufe. Wir lieben selbstgenähtes und bekommen auch viel gebrauchtes geschenkt was dann gegebenenfalls aufgepeppt oder recycled wird. Lg Nadine

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  8. ok - probieren wir es! :-) Bist Du sicher, dass Du Socken brauchst? Ist doch bald warm dann brauchst Du keine Socken! *lach*.

    Schöne Ostertage!
    Henrike

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  9. Ich habe gerade eine Kiste Sachen von meiner Kollegin bekommen - einen Berg upgecycled und kaufe wirklich nur noch das nötigste - mir stinkt es nämlich auch. Man kann ja noch nichtmal sagen - boykottiert den Billigladen und kauft Markenprodukt xy - die sind ja noch schlimmer - die könnten das zahlen wollen aber eben nur NOCH MEHR Gewinn rausholen :-( LG

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