Montag, 19. Januar 2015

Aus dem Leben - Vorsicht ekelig!


"Seit ich ein Kind hab’, ekelt mir vor überhaupt nix mehr!" - singen Christoph und Lollo. Und, Oh, wie sehr wir Mütter wissen, wovon da gesungen wird.

In einer Welt, in der Achselhaare verpöhnt sind, Dreck unter den Fingernägeln ein No-go und beinahe jedes körperliche Bedürfnis nur unter vorgehaltener Hand geflüstert wird, passt das Leben mit einem Kleinkind ins Skript wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge.

Denn Kinder sind Natur pur. Ungephotoshopped und ganz ohne Duftkerze! Das lernt man. Und zwar ziemlich schnell!
Wer schwache Nerven oder noch kein Kind hat, liest womöglich besser gar nicht weiter.

Es geht dabei ja gar nicht um den Mief, der aus der Windel dringt, wenn sich diese nach einer Fleischmahlzeit füllt. Nein! Es geht um jenen Fall, bei dem sich ein kleiner Hosenscheißer (Hehehe!) den Rücken hochkackt. Unterwegs. Sonst machts ja keinen Spaß!

(hier gehört eigentlich eine kleine Schweigezeile hin!)

Es geht um den Schrecken der Wortkombination Magen-Darm-Infekt. Ich weiß noch nicht recht wieso, aber dieserlei Erkrankungen brechen ausnahmslos nach Mitternacht aus. Sie füllen zuverlässig mehr als eine Waschmaschine und bringen die Mutter-Disziplinen Schockaufwachen, einarmiges-Bettabziehen und schlaftaumelndes-Kind-waschen besonders gekonnt zur Geltung. Die Bilder, die sich den Eltern hierbei ins Gedächtnis brennen sind geruchsintensiv und verstörend. Da hilft kein Photoshop mehr. Keine Chance!

Das Schaudern überkommt einen auch, wenn der Nachwuchs das erste mal Tiere mit nach Hause bringt.
Ja, die Kleinen. Die Grauslichen. Die am Kopf! Brrrr! Das Wort Laus alleine verändert bei allen, die ich kenne, die eigene Körperwahrnehumng. Und zwar immer zum Nervösen, Unangenehmen hin.
Mein Sohn hat sich mal so ein Viech hochinteressiert im Mikroskop angesehen.
Danke!

Gegen die großen Ekeleien verblassen die Alltagsgrauslichkeiten beinahe völlig. Aber auch Kleinvieh macht Mist, wie eine alte Mütterweisheit besagt!

Was Kinder so alles mit Essen machen. Wie sie Mahlzeiten, die ihnen nicht munden aus demselben mit der Zunge rausschieben, wie ihre kleinen, süßen und immer feuchten Finger die Welt entdecken, wie sehr sie sabbern, wenn die ersten Zähne kommen und wie sie „Bäuerchen machen“ - mit ein bißchen Inhalt.

Wenn sie noch nicht Nase putzen können und eine grüne Kruste eine Brücke zwischen Nase und Oberlippe bildet oder wenn stets ein fixer Prozentsatz einer Mahlzeit unter dem Tisch und damit immer auf der eigenen Sockensohle landet.
Und zu guter letzt, wenn sie einem unbedingt aufs Klo folgen … tja, all das verdrängt man wieder.

Aber vergessen tut man es nicht.


11 Kommentare

  1. *kicher* ich hab zwar keine eigene Kinder, aber hatte 2 Jahre das Vergnügen in einer Kita und einer Schule für 'besondere' Kinder. Und bei 7 Jährigen kommt nochmal ne ganz andere Menge zusammen beim Windel wechseln :D (Mir wurde eingebläut es heißt pfleeeegen Svenja! Nicht Windeln wechseln - pfleeegen ;) )
    Der große Spaß bei Läusen fing dann an, als wir sie im Sommercamp hatten. Ein Traum, 80-100 Kinder zu kontrollieren und die Schlafsäcke zu behandeln :D
    Danke für das Grinsen im Gesicht, selbst an einem Montag Morgen :)

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  2. wieder einmal: AMEN! genau so und nicht anders... ich kann dir geschichten erzählen... nein. verdrängt! :-)
    busserl, kathrin

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  3. Wie wahr, wie wahr!!!!!
    Das hast du wieder sehr anschaulich und herrlich geschrieben!!!
    LG Kristina

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  4. Ohhh, ja! SO ist es ;-)

    Schöne Woche wünsch ich euch
    LG Catrin

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  5. wie anschaulich - und das ganz OHNE Bilder ;-)

    LG Bärbel

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    1. Die besten Bilder entstehen im Kopf... wobei ... uuuuuhhh!

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  6. Ich wollte heute das Mittagessen eh ausfallen lassen, danke, dass du es mir so leicht gemacht hast! *lol*

    Glg
    Claudia

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  7. Also, ich sag dir mal was. das geht noch schlimmer!!!
    Als Mutter der eigenen Kinder ist schon so einiges grauslich.

    Stell dir vor du bist Lehrerin und hast gut 20 so Prachtexemplare vor dir.
    Händewaschen nach den Klo? Freiwillig nie!
    Niesen! IMMER schön in Richtung der Lehrerin.
    Taschentuch danach? Wozu? Es gibt ja den eigenen Ärmel.
    Pausenbrote findest du nach 9 Uhr überall. Am Mathebuch - eigenes oder das des Nachbarn, Bankfach, im Regal wo die Deutschsachen stehen, auf den Gängen, neben den Schultaschen... Ganz beliebt bei mir sind übrigens Aufstriche. Die machen nicht nur Fettflecken wie Butter, nein! Sie machen Fettflecken mit Farbe! Du weißt, wie sehr ich Farbe mag! Besonderen Spaß macht das Auffinden zwei, drei Tage alter Brote. Wenn sie sich schon so in eine Richtung wellen. Du weißt sicher wovon ich spreche...
    Hab ich eigentlich schon erwähnt, dass ich heuer schon zwei mal angekotzt wurde? Bettdecke find ich da echt noch verkraftbar. Aber mit der Turnhose und notdürftig gewaschenen Schlapfen den Vormittag zu bestreiten ist nicht soooooo lassig. Ich überlegen ernsthaft eine Wechselgewand-Sackerl in der Schule zu deponieren...
    Kinder im Volksschulalter verlieren auch gerne mal die Zähne. Und sie erwarten totale Bewunderung dafür. Selbstverständlich verpacke ich sie dann auch noch liebevoll. Die Eltern daheim müssen ja nochmals jubeln.
    Wusstest du eigentlich, dass Läuse am Kopf auch Auswirkungen auf die Psyche des Kindes haben? Die setzten so ein Kuschel-gen in Gang! Aktueller Laus-Kinde umarben mich besonders gerne, streicheln bewunderen über meinen Pullover, setzten sich im Kreis neben mich und lehnen ihren Kopf ganz gern mal an meine Schulter beim Vorlesen...

    Lange Rede kurzer Sinn:
    Ich bin Leherin UND Mutter.
    Mich haut nix mehr um.
    G A R N I X !

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    1. nach dieser schilderung hast du und deine ganze zunft meine aufrichtige bewunderung. so habe ich das noch nie gesehen! :-)
      lg kathrin

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Ich freu mich immer narrisch, wenn ihr euch Zeit für einen Kommentar nehmt!

 
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