Montag, 6. Oktober 2014

Aus dem Leben - Das Spielplatzdilemma

Familienkolumne Blog

Nun, ich bin ja keine Spielplatz-Mama. Ich weiß ja nicht wie ihr das so macht, aber wir haben einen Garten und einen angrenzenden Hof und das kommt .. kam mir persönlich ganz enorm entgegen.
Ich finde Spielplätze nämlich grundfade.
Also sehr.

Damals, es scheint so lange her, als sie noch klein waren. Meine Kinder. Da waren wir immer wieder mal am Spielplatz. Und jedesmal war ich froh, wenn wir wieder weg waren.

1. Entweder es ist kalt oder es ist heiß.
Im Winter habe ich es auf einem Spielplatz, na runden wir großzügig auf, 15 Minuten lang ausgehalten. Bei unter Null Grad Celsius nur 10 Minuten. Natürlich habe ich mich warm angezogen, doppeltes Paar Socken, superdicke Fäustlinge, Fellmütze. Das ganze Programm. Ich habe mich bewegt, bin raufgeklettert auf Gerüste und bin gehüpft beim Schaukel-antauchen. Mir wurde trotzdem kalt. Und wenn mir die Wärme mal ausgeht, dann geht kurz danach auch die Geduld.

Im Sommer verhielt es sich da genau umgekehrt. Irgendwie waren die Bäume nie dort wo ich war und ich konnte meist nicht dort sein wo die Bäume weilten.
Zugegeben meine Stimmung war länger besser als im Winter, aber nach maximal einer Stunde war ich in sommerlicher Hitze gar.

2. Spielplätze sind für Kinder
Ich werde demnächst - also sehr bald (Zaunpfahlgewinke!!) - 43 Jahre alt. Ich gehöre also schon länger nicht zur Kernzielgruppe von Spielplätzen. Spielplätze bieten im Allgemeinen und auch im Speziellen eigentlich nie Dinge, die ich toll finde. Ein weiches Sofa, WLAN - Anschluss, Nähmaschinen, Stoffballen zum Angreifen und Ruhe.
Mir wird, um es in der Sprache meiner Kinder ganz klipp und klar auszudrücken, FAAAAAD! Ich habe gelesen, gestrickt, ich habe mich sogar mit den anderen Mamas unterhalten. Aber das ist alles am Spielplatz nicht so super, wie zum Beispiel im Kaffehaus.

3. Spielplätze sind nicht zu Hause
Das klingt jetzt nach allumfassender Logik. Aber hat man kleine Kinder, dann wandert man zum Spielplatz ja förmlich aus. Was man da alles mitnehmen muss um den Eventualitäten des Leben die Stirn bieten zu können, passt meist nur mit Mühe auf, unter und an den Kinderwagen.
Gottbehüte man vergißt etwas und überhaupt:
die Geldbörse und der Schlüssel sind immer ganz unten!
Kommt man abends erschöpft nach Hause benötigt man dann einen Umsiedlungstrupp, der einem beim Kinderwagenabladen hilft.

4. Die Anderen
Das Baby neben dem Meinen wirft mit Sand auf meinen Nachwuchs und die Mutter dazu ruft verzückt: „Och, wie süüüüüß!!“ Eine weitere Mutter versicherte mir, dass ihre Gleichaltrige aber doppelt so große und dreimal so schwere Tochter, die im Hintergrund gerade ein Kind von der Schaukel schubst „..ja, so ein Sensibelchen..“ sei.
Kurz es gibt am Spielplatz einfach Leute, die sich außerhalb meines Verständnis-Spektrums bewegen. Das stört mich an sich ja nicht. Ich weiß, dass da draußen Leute sind die Unfug machen und glauben und leider auch verbreiten, aber wenn mir so jemand in der Sandkiste gegenübersitzt. Danke! Ohne mich.

Nennt mich verrückt oder praktisch oder glücklich im Besitz eines Gartens. Aber ich bin keine Spielplatz-Mama.





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11 Kommentare

  1. Da gehöre ich auch dazu. Aber für die Kids sind sie einfach super. Leider ist unser Garten für die Kids nicht mal annähernd so toll wie ein Spielplatz.
    So lange ich mit Freundinnen am Spielpaltz rumhänge geht das, weil unsere Kids beschäftigt sind, wir am Abend nicht 1 Stunde damit verbringe alles wieder zu Hause herstellen zu müssen und wir uns gemütlich unterhalten können. Und lieber treffe ich mich am Spielplatz, als es toben mindestens 5 Kids in meinem Haus. Da ist spätestens nach 5 Minuten Verwüstung angesagt und ich könnte schreien...

    Was ich allerdings nicht ausstehen kann ist, wenn mich fremde Mütter mit ihren Müttergeprächen nerven. Und beim Kinderturnen ist es nicht anders...

    lg dodo

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  2. Unsere Kids sind eigentlich auch immer ganz glücklich im Garten oder rund um das Haus. Wir haben im Ort zwei Spielplätze, aber selbst wenn wir dort hingehen, kommt man nicht in die Verlegenheit mit jemanden reden zu müssen, weil man eigentlich immer allein dort ist. Dies ist allerdings wieder spieltechnisch für die Kids blöd, bzw. muss man dann oft als Mama herhalten beim Wippen usw. und kann nicht gemütlich auf der Bank sitzen. Also auch nicht das Gelbe vom Ei.
    lg
    Anja

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  3. Hahaha.
    Das hast du wieder so herrlich geschrieben, und es stimmt so.
    Wobei ich mit der grossen quasi auf dem spielplatz gewohnt habe. Da waren aber wirklich auch sehr nette leute. Jetzt ust sie aber um alter und geht alleine auf den spielplatz, wobei meist doch eher die strassen bei uns zum spielen bevorzugt werden. Tja, und die kleine, die muss sich im garten vergnügen, da ich wohl all meine energie für den Spielplatz bei der grossen verschossen habe. Und ich Spielplätze mittlerweile ganz grauenhaft finde....
    Lg kristina

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  4. ...mir stellt sich eher die Frage - gibt es so etwas wie eine geborene Spielplatzmama??? Beissen wir nicht alle dem Kleinvolk zuliebe in diese sauren Apfel???
    ...denn ganz ehrlich selbst mit der besten Freundin an der Seite wird am Spielpplatz nie ein gemuetliches Tratscherl stattfinden. Packeselsgleich gehandicapt , zwischen staunen und Panik obgleich der todesmutigen Turnuebungen des Kleinvolkes muss man froh sein, wenn man einen Satz beendet ohne unterbrochen zu werden, geschweige denn ohne Luftanhalten (wg. Stunts des eigenen Kleinvolkes)....
    Gibts wirklich jemand der sich dem gerne aussetzt und es geniesst???
    Lg Karin

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  5. Guten Morgen!
    Wir sind in unserer früheren Doppelhaushälfte von Nachbarn gefragt worden, warum wir unseren Garten so verschandeln - durch eine Doppelschaukel auf der Wiese! Diese war genau 80 qm groß, es stand zusätzlich noch ein Fußballtor drauf und auf dem Beet standen noch eine Rutsche, ein Sandkasten, ein Kinderspiel - und das Hasenhäuschen. 500 m weiter ist die Lochmühle (Freizeitpark) in der wir freien Eintritt hatten und so haben die anderen sieben Parteien auf Spielgeräte im Garten verzichtet. Mit dem Ergebnis, dass die Nachbarskinder am liebsten bei uns waren - und der Frage der Nachbarschaft, warum wir klein-Lochmühle bei uns aufbauen. WEIL WIR HIER ZU HAUSE SIND - eben! Und da bin und war ich auch immer am liebsten :-) Kann dich bestens verstehen. Natürlich war es cool, hin und wieder umsonst in den Park zu können, aber zu Hause ist es doch am schönsten *lach*
    liebe Grüße von Petra

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  6. *kicher* jawohl so ist das!

    LIEBE GRÚSSE Anja

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  7. Jaaa, du hast in jedem Punkt recht! Und Klos gibt es dort auch nie irgendwo, dafür Horden von Tagesmüttern mit ihren Meuten...
    Gott sei Dank gehen meine Mädels längst alleine zum Spielen raus, ich bin damals richtig aufgeblüht, als ich da nicht mehr mit musste. ; )

    Ich wünsche dir eine schöne Woche fernab von irgendwelchen Spielplätzen!
    Herzlich
    Karin

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  8. Du sprichst mir aus der Seele! In jedem einzelnen Punkt! Am lautesten "jaaa, genauso ist es" hab ich bei Punkt 4 gerufen. Konntest du mich hören?
    Und eigentlich habe/hatte ich am Spielplatz nie die Ruhe zu lesen oder zu stricken, weil mir vorkommt, immer wenn wir mal dort waren, waren auch die Punkt 4-Kinder samt Müttern dort...
    Alles Liebe Babsy

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  9. Ich bewundere Astrid Ka immer für ihre zufreidenen Spielplatzbeschreibungen mit dem Enkelkind. Dein Punkt drei steht irgendwie ganz oben auf meiner Was-soll-ich-da-bloß-Liste. Bei uns in der Gegend sind nicht mal Kinder gerne am Spielplatz. Eine Rutsche, eine Schaukel, ein Klettergerüst. Aus. Total unlsutig. In den Gärten nd den Straßen dazwischen spielen sich bei uns die Kindernachmittage ab. Und ich bin daheim, das ist wohl das beste dran.

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  10. Ja, ihr habt's recht: Als Mama hab ich es auch eher so erlebt ( und wir hatten damals wirklich keinen Garten und keinen Zugang zum Hinterhof des Hauses, also musste ich dorthin ). Als Oma ist das für mich eine meditative Veranstaltung, da denk ich über vieles nach, und wenn ich dazu keine Lust hab, fotografier ich ein bisschen. Es ist komischerweise immer Zeit für mich... Ach ja: Und Druck, dass ich dies & das zu Hause noch machen muss, hab ich auch keinen mehr, weil ich das ganze Gerödele nicht mehr so ernst nehme bzw. Ja nur noch für mich Sorgen muss ( der Herr K ist in vielerlei Hinsicht schon sehr selbständig )...
    Alles Liebe!

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  11. Ich bin auch froh, Gartenbesitzerin zu sein!
    Inkl. Schaukel und Rutsche und Co.
    Bin bei jedem deiner Punkte einer Meinung mit dir - und, es gibt ganz selten ein Klo am Spielplatz... ;-)

    Wann darf ich dir denn gratulieren?? ;-)
    LG, claudia

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