Montag, 11. August 2014

Aus dem Leben - von den Buben

Buben sind anders als Mädchen. Aus der Sicht der Mutter

Männer sind super. Aber Männer sind auch so gewaltig anders. An sich fand ich das ja immer gut. Bis ich Mutter eines Sohnes wurde und ich diese ganze Geschlechtergeschichte von einer ganz anderen Seite zu betrachten lernte/lernen musste.

Ich teile mit meinem Sohn den Hang zu Geschichten, die Liebe zur Naturwissenschaft und noch vieles mehr. Aber es gibt Seiten an ihm, die verstehe ich nicht. Gar nicht.
In für mich völlig unnachvollziehbarer Weise hat mein Sohn zu absurdesten Zeiten enorme körperliche Energie. Auch an Tagen an denen er einen Halbmarathon intus hat. Als er 2 Jahre alt war, da habe ich dann mit ihm rumgerauft. Jetzt geht das nicht mehr.
1. raufe ich an sich nicht so gerne und
2. glaube ich nicht, dass ich die Kraft hätte die volle-Wucht-Attacke eines 9-Jährigen abzuwehren ohne dabei Verletzungen zu erleiden.

Da muss dann mein Mann herhalten und wenn ich mir das so bei anderen Familien anschaue, dann besteht wohl eine der Kernkompetenzen von Vätern im Raufen und Rangeln. Also zumindest in der Kleinkindphase.
Überhaupt finde ich meinen Mann im Umgang mit meinem Sohn sehr hilfreich. Er dient nämlich quasi als Übersetzer. Er sagt dann Dinge wie „Der muss raus!“ oder „Das ist ganz normal!“ „Das machen Buben!“
Das macht mich zwar nicht verstehen und erkennen, aber es beruhigt.

Ich hielt mich in den ersten Mutterjahren ja für eine schlechte Mami. Denn meine Begeisterung kleine Holzzüge auf Holzschienen herumzuschieben war enden wollend. Ich dachte mir: „Du bist keine gute Mutter, denn du spielst nicht gerne mit deinem Kind!“
Bis meine Tochter auf die Welt kam und ich mit ihr irgendwann Puppen spielte. Da fiel es mir wie Kuchen vom Puppengeschirr. Ich bin ein Mädchen! Ich spiele nunmal nicht gerne mit Zügen!
Buben spielen nämlich grundlegend anders.
Sie backen selten Kuchen in der Sandkiste. Die, die ich kenne, bauen einen Stausee, eine Kugelbahn oder besonders hohe Türme oder tiefste Gräben. Je hoch, je tief desto gut.
Autos mit denen gespielt wird, haben Unfälle. Spektakuläre Unfälle.
Wird etwas gebaut, kann es Dinge wie schießen, Schutzschilde aufbauen, sägen, schneiden, Feuer speien etc.
Gezeichnet wird, wenn überhaupt, technisch. Es handelt sich meist entweder um Schatzkarten, Baupläne oder Spielfelder (die verbesserte Version von Menschärgeredichnicht und derlei).

Die Spielphasen unter Buben verlaufen je nach „wiegutkennichdich“ entweder 2-phasig:
1. Phase: Planung und
2. Phase: lautstarke Umsetzung von Phase 1.
Und wenn sie einander noch nicht kennen, wird mal eben eine kleine Rangordnungsphase eingeschoben. No big deal!

Aber Buben sind nicht nur wild und laut. Nein, sie sind, das fällt einem aber erst auf, wenn man ein Mädchen hat, geradlinig.
Um nicht zu sagen: atemberaubend geradlinig.

Ein kleiner Mann darf etwas nicht - Ärger.
Er darf etwas - Freude.
Er hat Hunger - er isst.
Er ist müde - er schläft ein. (überall)

Das macht die Handhabung angenehm einfach. Und wenn ich das jetzt so als erwachsenes Mädchen lese, dann kann ich auch ein wenig erahnen wie verwirrend das Leben mit einer Frau für einen Mann manchmal sein muss.
Wie auch immer: Buben sind wirklich anders als Mädchen!
Und das ist super so!







Follow on Bloglovin

8 Kommentare

  1. Hallo Susanne,
    Dein Beitrag hat mir am frühen Morgen ein Lächeln (nein - mehrere) auf das Gesicht gelockt :-))
    Nach fünf (jetzt) erwachsenen Jungs, einem zwölfjährigen Pflegesohn - und einer kleinen Pflegetochter von zwei Jahren, kann ich nur sagen, j a: Buben s i n d definitiv anders als Mädchen! Sogar diejenigen, die "mehr der typisch weiblichen Anteile" in sich haben ;-)
    Nur beim letzten Punkt wegen des Einschlafens mussten wir (leider) auch andere Erfahrungen machen. Nicht jeder unserer Jungs schlief ein, wenn er müde war. Ein paar "Und ich bin stärker als der Schlaf" waren auch dabei...
    Liebe Grüße und eine gute Woche wünscht Dir
    PummelchenKreativ

    AntwortenLöschen
  2. Ja, und das sind sie von der ersten Minute an. Ich bin immer wieder erstaunt, was so der unterschied zwischen meine beiden ist, und dass das sicher nichts anerzogenes ist. Ich habe jetzt weniger Probleme mit meinem Bua zu spielen, zumal ich unter Buben aufgewachsen bin und mir das Puppenspielen eher fremd ist. Daher bin ich recht erleichtert, dass mein Madl auch nicht so unbedingt Puppen spielt, sondern leidenschaftlich zusammen mit den Legosteinen den größen Kamin bauen.
    lg dodo

    AntwortenLöschen
  3. Wie immer bringst du's genau auf den Punkt. Wir haben auch ein Mädchen (fast 5) und nen Jungen (1,5), die sich (meist) total lieb haben, aber unterschiedlicher nicht sein könnten. Meine Tochter ist zwar kein super girly-girly Mädchen, aber der Sohnemann könnte nicht mehr Junge sein. Auto ist das mit Abstand wichtigste Wort. Beim Autospielen lässt er sich von nichts ablenken, außer es fährt draußen ein Auto vorbei. Das muss man dann schon kurz anschauen ;) Ich weiß ehrlich gesagt auch nicht was so faszinierend daran ist immer wieder massig Autos in Staus zu gruppieren (denn das macht er), aber ihm dabei zuzuschauen macht Spaß. Hab mal irgendwo gelesen, dass Mutter-Sohn-Beziehungen ganz anders sind als Mutter-Tochter udn das stimmt. Gerade das Unbekannte ist wohl auch das Interessante...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hihi! Grossartig!
      .. es sei denn es fährt ein Auto draußen vorbei...
      :-))

      Löschen
  4. Liebe Susanne,
    du beschreibst ziemlich genau meine Erfahrungen! Besonders anstrengend finde ich, dass der Sohn kaum müde zu bekommen ist, ohne ordentlich Bewegung und Aktion am Tag gehabt zu haben. Aber es ist und bleibt spannend, die Unterschiede bei den Kids zu beobachten:-)
    Alles Liebe,
    Gina

    AntwortenLöschen
  5. Oooooooh jaaaaa!!!!
    ...und auf das "anders" bin ich gespannt ;-)
    glg, Carmen

    AntwortenLöschen
  6. Ach, SO ist das. Aha, aha. Das mit der Geradlinigkeit wird mich noch eine Weile beschäftigen, das ist jetzt gerade ein sehr wertvoller Input für mich gewesen. DANKE!
    Ansonsten hab ich als Kind nicht mit Puppen gespielt, sondern im Sand Parkhäuser und Ritterburgen gebaut, da kann ich also nicht so gaanz mitreden, aber wild und laut bin ich auf gar keinen Fall, nö.
    Und in einem reinen Frauenhaushalt aufgewachsen.
    War cool zu lesen!
    Liebe Grüße
    Anneliese

    AntwortenLöschen
  7. gut so. anders aber gut. und immer wieder erstaunlich für mich als mama.
    lieben gruß
    dania

    AntwortenLöschen

Ich freu mich immer narrisch, wenn ihr euch Zeit für einen Kommentar nehmt!

 
© Design by Neat Design Corner