Montag, 12. Mai 2014

Aus dem Leben - Von der Ruhe


Kinder können, egal wie klein, beachtlichen Lärm produzieren. Sobald sie aus dem Neugeboren-Dasein rausgewachsen sind und so richtig tief Luft holen können, geht es los. Zuerst weinen etwas später brabbeln sie. Anschließend beginnen sie zu sprechen und hat man derer mehrere, also Kinder, dann streiten sie auch gleich wortbeladen .. so in etwa die Reihenfolge.

Daher sind die Momente der Ruhe besonders. Besonders wichtig, besonders erholsam und auch besonders glücksspendend.
Nun ist allerdings Ruhe nicht gleich Ruhe. Es gibt da beträchtliche Unterschiede.

Spielen die Kinder/das Kind entspannt im Zimmer nebenan, muss es nicht immer wirklich geräuschlos sein, aber niemand wird bestreiten, dass es sich hierbei um eine Form der Ruhe handelt. Je nach Spiel hört man dann leises Singen, kleine entspannte Verkehrsunfälle, Stifte die auf Papier kritzeln oder zierlich, zarte Unterhaltungen à la „Komm nach Hause, kleines Pony! Ich hab’ schon das Abendessen vorbereitet!“

Spielruhe kann erstaunlich lange anhalten. Frau kann in dieser Situation mal eben den gesamten Haushalt schupfen oder tatsächlich entspannen (wichtiger Hinweis: jede Möglichkeit der Entspannung sollte grundsätzlich immer genutzt werden!). Gelegentlich muss man ein paar Legosteine voneinander trennen, oder eine HörbuchCD finden. Mehr ist nicht zu tun.
Sehr schön!

Eine für viele Mütter leicht verwirrende Ruhe ist jene, wenn die Kinder gar nicht im Haus sind. Sei es, dass sie in der Schule/dem Kindergarten sind, bei den Großeltern oder gar einfach mit dem Papa im Zoo. Oder so!
Für gewöhnlich wird diese Form der Ruhe im ersten Schreck genutzt um Dinge zu tun, die eben sonst nur unter Schwierigkeiten erledigt werden können. Staubsaugen, Betten beziehen oder ähnlich platzaufwendige Aktionen bieten sich an. Die Kinder-Entzugs-fortgeschrittene Mutter geht duschen und macht eine Beauty - Session oder womöglich einfach schlafen.
Denn, und hier liegt der Haken, die Natur hat es so eingerichtet, dass in jeder Mutter eine Uhr tickt. Ruhe ohne Kinder, okay, aber nach einer gewissen Zeitspanne, erhöht sich die „aufs-Handy-schauen“ - Frequenz und eine undefinierbare Unruhe macht sich breit. Erst fehlen sie einem, dann fragt man sich, wo sie nur so lange bleiben und am Ende macht frau sich womöglich sogar Sorgen. Wegen dem Zoo!!!
Sowas kann einem den freien Vormittag schon beträchtlich vermiesen.
Zum Trost sei hier erwähnt, dass frau sich darin trainieren kann. Diese Ruhe kann und sollte man unbedingt lernen.

Die zweifellos wunderbarste Ruhe ist jene des Schlafes. Nichts strahlt soviel Ruhe aus, wie ein Raum in dem die eigenen Kinder schlafen. Da geht auch die stärkste Supermum mal einfach nur so rein … um die Ruhe zu genießen. Das Atmen, den Geruch - das ist Leben. Das ist Ruhe! Das ist Glück!

Vorsichtig sollte man dabei aber immer sein  - wegen der Legosteinchen ;-)





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10 Kommentare

  1. ;) bitte deine herrlichen kurzgeschichten gesammelt, find ich jedes mal herrlich!
    glg andrea

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  2. Spielruhe? Ähm...ich würde sagen, die ist hier bei uns praktisch nicht existent! Bzw. Du hast die unheilversprechende Ruhe vergessen! Tritt hier nämlich wirklich einmal Spielruhe ein, heißt das meist, dass ich danach was putzen oder der Papa was reparieren muss! ;-)
    Ansonsten versuche ich natürlich auch, jede auch nur erdenklich kurze Ruhe zu nutzen...und das definitiv nicht zum Bettenbeziehen ;-)
    schönen Tag und genieß die Ruhe! Carmen

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  3. Ach Susanne - so wahr! :-)
    Und ich könnte mich jedes mal selber vefluchen wenn ich aus dem Fenster gucke wenn der Spaziergang mi Oma komisch lange dauert - wie kann ich nur!?
    Übrigens gibt es noch die Ruhe vor dem Fernseher, die in Notfällen - wenn auch nur mütterlich nervlicher Natur - die einzige selbst herbeiführbare Form der Ruhe darstellt. ;-)
    Ich meine - also meine Kinder - spielen nämlich nur dann in Ruhe wenn ich es nicht erwarte und auch oft wenn wir eigentlich gar keine Zeit haben. An einem "entspannten" Tag so wie gestern z. B. *seufz* funktioniert das wider Erwarten nicht.
    Alles Liebe
    Anna

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  4. Ach ja, ...
    Die Ruhe am Abend find ich am herrlichsten, dann mag ich gar nicht schlafen gehen - und wenn ich noch so müde bin...
    Stimmt, entspannen, wenn die Kinder aus dem Haus sind, ist gar nicht immer einfach.
    Meistens ist es ein Putzen gegen die Zeit oder so... ;-))

    LG, Claudia

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  5. Ich entdecke mich wieder ! Vielen Dank für die tolle Erzählung <3
    Liebe Grüsse
    Kerstin

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  6. ich lese deine Geschichten auch total gerne. Die bringen mich immer zum schmunzeln, weil es uns doch allen so geht. Gut diesmal fast. Ich kann die Ruhe genießen, wenn die Kids - warum auch immer - nicht zu Hause sind. Ich schaue da eher auf das Handy ums zu sehen wie spät es ist und wie lange ich noch habe.

    Es gibt aber auch eine verdächtige Ruhe. Wenn man von den Kids so gar nichts hährt, kann das schon mal dazu führen, dass man beim Nachsehen das Gefühl bekommt, hier reicht Aufräumen nicht mehr, da ist Renovieren angesagt. Es gibt also auch eine Ruhe, die nichts Gutes verheißt...

    lg dodo

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  7. ich muss carmen recht geben, die unheilversprechende ruhe fehlt! :-) aber auch andrea hat recht, diese deine lebensweisheiten gehören in einem sammelband verewigt! :-)
    lg kathrin - genieß die ruhe!

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  8. Ja, natürlich ist es möglich, dass deine Brut die "verdächtige Ruhe" so selten einsetzt, dass du sie hier glatt mal vergessen hast...

    Die Ruhe zu genießen wenn das Kind mal aus dem Haus ist, das müssen Mamas tatsächlich lernen. Ich hab viel geübt, schön langsam bin ich echt gut darin! :-)

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    1. Okay okay, ich sehe schon: ich muss da was klarstellen...
      die sogenannte "verdächtige Ruhe" ist nämlich keine .. es handelt sich hierbei um eine Stille!!!!
      :-))))))
      Ergo: deswegen habe ich es vergessen ;-)

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  9. Ich liebe deine Texte! So unterhaltsam und so auf den Punkt gebracht! Super!
    lg
    Anja

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