Sonntag, 23. Juni 2013

Gedanken an der Haltestelle

Neulich stehe ich und warte auf die Bim. Und mir fällt auf, dass ich ruhig bin. Genauer gesagt fiel mir auf, dass ich nicht unruhig bin. Kennt ihr diese Unruhe? Dieses: Das muss ich noch machen? Die Kids brauchen noch...? Ui, die Zeit ist knapp? Was machen wir zum Abendessen? Hab' ich alles dafür daheim?... etc. etc.

Ich habe gelernt diesen inneren Stress völlig loszulassen. Das finde ich so unglaublich wunderbar! Er taucht schon noch auf und versucht sein Glück mit mir! Aber ich erkenne ihn, schau' ihm in die Augen und sag' ihm so Sachen wie: "Zur Not bestell' ich 'ne Pizza!"


Ich glaube das ist das wichtigste, das ich im letzten Jahr gelernt habe. Ich bin kein Sklave irgendwelcher Muss-Ziele mehr! Ich war anfällig dafür, wollte alles richtig machen - Buahahaha! - und ich war gut! Ich habe viele Dinge erfüllt, die gesellschaftlich ach so akzeptiert sind. Aber als ich dann am Boden lag, verzweifelt und völlig verwirrt, da hat mir die gute Bewertung in der Firma wenig geholfen. Oder die Anerkennung der Chefs. Helfen konnte nur ich mir aber gerade das konnte ich anfangs nicht. Auf mich zu schauen hatte ich nie "trainiert". Ich war nie so wichtig wie die Kinder, irgendein Projekt, ein Termin oder das Abendessen gewesen.

Ihr Lieben da draußen, lasst euch folgendes gesagt sein:
IHR SEID GANZ GANZ UNGEMEIN WICHTIG!
Lasst euch von keinem Stresskeim etwas anderes einreden. Es ist immer Zeit kurz zu verschnaufen. Zur Not gehen die Kids halt schmutzig ins Bett (Wow, dass ICH sowas mal sagen würde ;-)
Es ist euer Leben! Und ihr dürft es genießen! Ihr seid weder Rabenmütter noch Egomanen, wenn ihr mal nicht Vollgas für andere lebt - Ihr seid wertvoll und sonst nix!

Also Füße hoch, die Damen! Laßt mal 5 gerade sein! Ehrlich!

Wohin das Warten auf die Bim so führt ;-)

18 Kommentare

  1. Freu mich schon auf die Bim;-). Dieses Kapitel hab ich allerdings in einem anderen Zusammenhang lernen müssen, so fast genau vor 10 Jahren... Aber man muss immer wieder gut auf sich aufpassen, dass sie einen nicht wieder erwischen, die grauen Herren! Die elenden Zeiträuber ( >"Momo" von Michael Ende ).....
    LG
    Astrid

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  2. YES genauso! und ich als wienerin mit leib und seele, weiß auch noch wo du auf die bim gewartet hast :)
    glg andrea

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  3. Was für ein Plädoyer !!!
    Unterschreibe ich, sofort!!!
    Du hast so recht, wir Frauen, ob ganz jung oder schon Ü50 geraten immer in die Gefahr sich vor alle Karren spannen zu lassen!

    Öfter mal an die Haltestelle stellen!!!!
    ;-)
    LG, Monika

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    1. Jetzt im Nachhinein sehe ich erst das Wortspiel: HALTEstelle :-)
      super

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  4. Dem ist nichts hinzuzufügen!
    Wunderbar geschrieben! Das sollte man sich auf ein Plakat drucken und ganz groß in der Wohnung aufhängen: ICH BIN GANZ UNGEMEIN WICHTIG!! Danke dass Du deine "Warte-Gedanken" mit uns teilst! Ich warte viel zu selten auf die Bim ;-)
    lg, Carmen

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    1. Bei dir überhaupt!! 3 Jungs!!!
      Füße hoch!!!

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  5. Das kann ich so absolut unterschreiben ♥♥♥
    Diesen Weg müssen wir wohl alle gehen....

    Ganz liebe Grüße
    Bianca

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    1. Mein Mann hat beim Lesen des Posts nur gemeint: das könnte ihm nicht passieren.
      ich habe die Ruhe in Person geheiratet ;-)

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  6. Ja, genau, liebe Susanne. Und genau das versuche ich auch meinen Kindern weiter zu geben. Ich bin als Kind vor allem einem begegnet: hohen, sehr hohen Erwartungen. Aber so ein bisschen Rebell in mir drin hat sich immer insgeheim gedacht, da spiel ich nicht mit, bei Eurem Spiel, viel lieber tu ich das, was mir wichtig ist. Und so verdiene ich zwar grad ein wenig Taschengeld momentan (was in meiner Umgebung manchmal auf Kopfschütteln stößt), aber habe Zeit mit den Kindern. Und in dieser Zeit führe ich sie nicht von Kurs A zu Kurs B, sondern begleite sie bei den Tätigkeiten, die sie interessieren. Zum Beispiel, beim Hydranten am Spielplatz für eine Überschwemmung sorgen und ähnlichem. Ohne Applaus, ohne "gutes Zeugnis", dafür mit viel Spaß. So hoffe, ich, dass die beiden es nie verlernen, sich zu spüren.
    Alles Liebe, Katharina

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    1. Du wirst lachen! Ich habe loslassen und nichts tun von meinen Kindern wiedergelernt!!! :-)

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  7. liebe susanne!

    du sprichst mir aus der seele! auch ich musste in den letzten 2 jahren da durch und arbeite immer noch dran. wer weiß, wie oft wir gestresster weise schon am ring / in der westbahnstraße / oder auf d mariahilferstraße aneinander vorbeigehastet sind? alles gute weiterhin! :-)
    lg kathrin

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    1. Ja, ich denke man hört da nie wirklich auf dran zu arbeiten! Aber es zahlt sich ja aus!!! Viel Ruhe auch dir, liebe Kathrin

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  8. wie wahr, entschleinigen und genießen...
    alles liebe, eva

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  9. Liebe Susanne! Danke für Deinen Post, Deine Gedanken. Das Lesen tat mir gut, stecke grad selber im "Tempo für mich finden", beim Unterscheiden, was WIRKLICH wichtig ist für mich und was andere vielleicht erwarten. Es braucht Zeit, Geduld und Vertrauen - doch es geht Schritt für Schritt und immer wieder "Füße hoch". ;-)
    Alles Liebe, Martina :-)

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