Montag, 19. November 2018

Ein Shirt peppen oder Ach, die Farbe wandert

Ich bin mit Ausmalen fertig, Fotos werde ich demnächst hier zeigen.

Ab jetzt wird wieder genäht und gepeppt.
Auf ganz schnell wollte ich mal eben ein Kaufshirt mit ein wenig "Girl Power" versehen.
Ich habe am Computer kurzerhand den Schriftzug zurechtcomputert und brav geplottet und entgittert.

Ich stellte mir die Sache zunächst in Bügelfolie in pink vor. Aber Bügelfolie auf einer weiblichen Brust .. das spannt manchmal und "zerrt" an den Buchstaben. Deswegen dachte ich: "Ich mache in Farbe - die ist dehnbar!"

Ich konnte nicht widerstehen und habe mir die geplotteten Buchstaben gleich aufs Shirt geklebt! ;-)

Zudem hatte ich noch so ein Fläschchen in Pink im Haus, das ich auf einem Bloggertreffen mal geschenkt bekommen hatte.

Aber

es kommt alles anders als frau denkt. Diese Sprühfarbe, das hatte ich so natürlich nicht bedacht, ist deutlich flüssiger als die Farbe aus den Gläsern und ... sie wandert dadurch in den Stoff rein.

Und so wurden aus meine schicken, schlanken Buchstaben, die ich mir vorher sorgfältig ausgesucht hatte, kugelrunde, Graffitibabies.

Das Absurde daran: Alle finden es super so! (Auch die Nachbarskinder!)

Also lerne ich daraus: Ärgern ist völlig sinnlos. Das Shirt geht so eh!
Und für euch:
Wenn ihr Buchstaben wollt, die so aussehen, so auf aus-der-Form,
dann nehmt einfach flüssigere Farbe!

Man lernt ja bekanntlich nie aus!


Freitag, 16. November 2018

gelesen KW 46 - J.K. Rowling ... echt jetzt?

Ich sitze hier auf dem Sofa, das Wohnzimmer fertig ausgemalt, müde. Es ist nach Mitternacht und ich  starte ein Video auf YouTube. Ein Interview, das Oprah mit J.K. Rowling geführt hat.
Und nicht mal eine Minute im Interview.

PENG! Der Feminismus erschlägt mich. Oder sollte ich es anders ausdrücken: Die Welt der Männer schnalzt mir um die Ohren.

Photo by Sarah Ehlers on Unsplash
Worum geht es?
Joanne K. Rowling hat eigentlich kein K. in ihrem Namen. Das K. steht für Kathleen, den Namen ihrer Lieblingsoma und wurde eingefügt um nicht ihren Namen auf das Buchcover schreiben zu müssen. Joanne Rowling sollte dort nicht stehen.
Warum?
Der Verlag nahm an, dass das Buch (wir sprechen hier vom Band 1 Harry Potter) generell junge Burschen ansprechen würde. Und  man nahm eben weiters an, dass es hinderlich sein könnte, wenn die Autorin eine Frau ist.

Also wollten sie die Initialen verwenden. Joanne hieß und heißt aber eben nur Joanne. Und da hat sie sich ihre Oma dazugeholt.

Damit man sie abkürzen kann und die Leute glauben der Autor sei ein Mann.
1997





Mir kommt das G'impfte hoch! Es ist wirklich hoch an der Zeit, dass das ein Ende nimmt. Kein Mann würde sich das in die andere Richtung bieten lassen.


Hier das Video für euch - an genau der Stelle, die mich gerade geflasht hat.
Gute Nacht!

Mittwoch, 14. November 2018

Movie Time - First Man / Aufbruch zum Mond

Normalerweise erzähle ich euch nicht von Filmen, die gerade aktuell im Kino laufen. Dieses mal ist das anders. "First Man" läuft gerade. Solltet ihr euch überlegen den Film zu sehen. Hier mein Feedback.


Die Handlung ist hinlänglich bekannt. Es geht um Neil Armstrong, den ersten Menschen auf dem Mond. Insofern verrate ich nicht allzu viel. Er schafft es, er kommt auf den Mond.

First Man ist kein klassischer Hollywood Blockbuster. Es handelt sich dabei mehr um eine Art Dokumentations-Spielfilm, hochkarätig besetzt. Dazu kommt, dass Neil Armstrong nicht der klassische Held ist. Da gibt es keine coolen Sprüche, kein charmantes Lächeln, nichts derart.
Neil Armstrong ist und war wohl auch ein unfassbar nüchterner, technisch orientierter Draufgänger (dazu gleich noch mehr). Er gibt jetzt als Filmfigur nicht allzuviel Charmantes her.
Aber das macht nichts - wenn man das vorher weiß - denn die eigentliche Geschichte handelt davon, wie unfassbar verrückt man sein muß, sich in so eine kleine Metallschüssel zu zwängen, auf die Spitze einer riesigen Rakete um sich in die Luft schießen zu lassen.

Und DAS kriegt man in dem Film mit.


Es ist womöglich hilfreich wenn man "The Right Stuff" (Der Stoff aus dem die Helden sind) kennt. Dieser Film erzählt bereits die Geschichte der amerikanischen Luftfahrt, und wie aus ihr die Raumfahrt entsteht. Vom ersten Überschallflug bis zum Ende des Mercury-Programms. Da lernt man schon die Typen kennen, die willens waren, krass verrückte Dinge zu machen, "nur" um der Erste zu sein.
Es wird einem helfen, diese Typen wiederzuerkennen in "The First Man". Es wird es leichter, verständlicher machen zu akzeptieren, wieso . die . das . überhaupt . machen!

Die Art in der der Film erzählt ist, die Kameraführung und die Szenenauswahl ist, ich muß es zugeben, abschnittsweise ein wenig anstrengend. Es ist stets irgendwie trocken, irgendwie ... ohne Zuckerglasur. Real fast.
Die Kameraführung hilft einem die ganze Geschichte quasi ein wenig wie im Alltag zu erleben. Alles wird ziemlich unglamourös erzählt. Das Sterben der Kollegen, das Sterben der Tochter. Alles passiert irgendwie. Eigenartig umkommentiert. Man fühlt sich ein wenig hineingesaugt und dann alleine gelassen. Aber das ist wohl auch die Intention. Ich wußte das vorab und es hat mich dann nicht so erschlagen, wie meinen Mann. Der Arme fand sich plötzlich ganz verdattert auf dem Mond wieder! ;-) (Bussi, Schatzi)

Und
es rüttelt und wackelt, es scheppert, es knarzt und kracht .. jedesmal, wenn sie fliegen, starten etc.
Und
das zerrt an den Nerven. Echt. Vertrautenerweckend ist was anderes.

Aber
all diese filmischen Mittel, die holen einen auch ab, die ziehen einen rein in den Film. Und wenn man danach rausgeht, dann kann es schon ein wenig dauern, bis man wieder auf der Erde ist.

Und tief durchatmet.

Würde ich den Film noch 5x schauen?
Nein.
Hat er mich beeindruckt!
Ja. Doch. Ziemlich.

Vielleicht hilft euch das ja!

Montag, 12. November 2018

Nachhaltigkeit - die g'schissenen Plastikflascherln sind überall

Frau weiß ja, dass die Sache mit den Plastikflascherln eine mühselige ist. Im Sinne, alles wirklich alles kommt im Plastikflascherl daher. Vom Essig bis zum Shampoo. Reinigungsmittel genauso wie Waschmittel.

Mir war das zwar bewußt, so richtig niedergeschlagen hat es mich aber erst, als ich ein neues Waschmittel in der Bio - Ecke gesucht habe. Ich ging zu meiner üblichen Drogerie-Filiale und stand vor einer Wand an Plastikflaschen (und Plastiksackerln!). Es gab 3 Bio-Öko-Trallala Anbieter. Alle flüssig, alle im Plastikflascherl.
Ich war, wie man bei uns sagt, verdutzt. Erstaunt. Ungläubig. Wo ist denn der Bio-Öko Gedanke, wenn ich ihn in eine Plastikflasche packe, die für den Einmal-Gebrauch gemacht ist?

Photo by Jon Tyson on Unsplash
Ich erinnerte mich an früher. Da gab's Waschmittelpulver in riesigen Kartontonnen. Die konnte man im Anschluß dann super verwenden .. um Lego darin aufzubewahren. Oder so.
Ich wollte zwar keine Tonne (mein Bad ist winzig), aber Karton schien mir doch eine logische Alternative als Verpackungsmaterial. Also für Pulver.
Insbesondere wenn frau bedenkt, dass Flüssigwaschmittel zusätzliche Inhaltsstoffe enthalten, die die Umwelt gar nicht gut verträgt und, nicht zuletzt noch, dass die allermeisten Waschmaschinen nicht unbedingt für Flüssigwaschmittel konzipiert wurden. Sprich, die "verkleben" womöglich irgendwann. Ich sag' nur Schleim, Schleim, Schleim. Brrr.

Ich habe dann im Bio-Supermarkt ein Pulver im Karton gefunden und das verwende ich seither. (Anmerkung: inklusive einer Kartondosierungshilfe!)

Aber
seit diesem Moment habe ich den Plastikflaschenwahn. Bist du deppart, die Scheißerchen sind wirklich überall.
Eine für mich schockierende Ecke diesbezüglich machte sich im Badezimmer auf. Ich bin da ein klassisches Weib. Wenn meine Haare länger sind, dann habe ich Flascherln, Flascherln und ja genau Flascherln. Shampoo, Conditioner, Haarspitzenfluid, Styling-Pump-Spray sind dann Standard. Mich hat der Schlag getroffen.
Dazu Duschgel, Peeling und Body Lotion.
UND DAS NUR FÜR MICH.
*********** (bitte reichlich Gefluche einfügen)

Es ist so um die 2 Jahre her, da war das noch genau so.

Photo by John Cameron on Unsplash
Heute ist das anders. Zunächst haben wir die Familienflüssigseife gefunden, mit der alle gerne duschen. Zack, waren wir von vier auf eine Flasche runter. Was da plötzlich Platz war in unseren winzigen Dusche!
Dasselbe haben wir dann mit den Shampoos gemacht. Wobei es da ein paar Schwierigkeiten gab und gibt. Dazu beim nächsten mal mehr.
Im Sommer verwendet aber die gesamte Familie ein Shampoo. Aus einer riesigen Nachfüllpumpflasche.

Dadurch, dass ich mir mein Küchenputzmittel und den Weichspüler ja seit einer Weile selber mache (hier und hier nachzulesen), fällt mir ehrlich auf wieviel weniger Plastikflascherln ich einkaufe und vor allem eben auch wegwerfe. Es ist geradezu erschütternd.

Ich arbeite weiter daran. Wie geht es euch damit? Seht ihr sie auch überall? (die Flaschen)
Wie putzt ihr daheim?
WC Reiniger habe ich noch keinen eigenen. Ich mag den Geruch von dem Gekauften.
Hat da wer einen Tipp für mich?



Freitag, 9. November 2018

gelesen KW 45 - die alten Damen im Gefängnis

Wir werden ja zum Glück alle älter. Und im Vergleich auch noch gesünder älter. Das finden zwar alle gut, aber was das für ein Land bedeutet, wenn ein großer, wenn nicht sogar der größte Teil der Bevölkerung unter "alt" zu verbuchen ist, tja, was das bedeutet, dass lernt Japan gerade.

Und ich meine in Angesicht der ziemlich sicheren Zukunft, dass unsere Alterspyramide in eine paar Jahrzehnten so aussehen wird, wie die von Japan heute, halte ich es für klug auf dieses Land zu schauen und sich zu wappnen. Zu wappnen dahingehend, dass Dinge auf uns zukommen, die wir wahrlich so nicht kommen sehen.


So weit so vorab.

Japan hat 126 Mio Einwohner. Und zur Zeit ist beinahe jeder 3. davon über 65 Jahre alt. In Japan werden mehr Windeln für Rentner verkauft als für Babys. Nur um das Bild mal in Perspektive zu rücken.
Neulich hat Japan ein komplett unerwartetes Problem entdeckt. Acht Jahre lang hat die Polizei gebraucht um einen Einbrecher, den "Ninja von Heisei", zu fassen. Und als sie ihn endlich hatten, da war er doch prompt kesse 75 Jahre alt.
Dass ihre Bevölkerungspyramide kippt war den Leute wohl klar, in welche Richtung sie kippen könnte, hat die Leute jetzt aber doch überrascht.

Daraufhin warf man einen Blick auf die Gefängnisse und deren Insassinnen! Und man staunte wohl nicht schlecht als man feststellte, dass jede 3. weibliche Gefangene älter als 65 ist. Viele von ihnen sitzen wegen wiederholter kleiner Diebstähle ein. Sie klauen so lange bis sie ins Gefängnis kommen.
Denn dort wollen sie hin.

Diese Damen haben häufig eine ausreichende Pension. Geld ist nicht das Problem. So erzählten sie der Dame, die sie interviewte. Nein, sie sind einsam, haben keine Aufgabe mehr, haben kaum Freunde. Im Gefängnis fühlen sie sich sicher und können entspannen.


Skurriler Nebeneffekt dabei: Das Gefängnissystem steht durch diese unvorhergesehene Veränderung vor enormen Herausforderungen. So sind nicht nur die Kosten für die Gesundheitsversorgung enorm gestiegen, es werden jetzt eben auch Wärter gesucht, die pflegerische Qualitäten besitzen. Alte Leute können nicht immer alleine Baden oder aufs Klo gehen. Auch ist der Umgang mit Demenzkranken etwas, das man als Gefängniswärter erst mal lernen muß.

Japan hat alle Hände voll zu tun, die Gefängnisse umzubauen um sie altersgerecht zu machen. Kosten, die man sich womöglich ersparen hätte können, wäre man vorbereitet gewesen auf eine "alte Bevölkerung".

Aber ich werfe hier nicht mit Steinen. Ich behaupte mal ganz naiv, dass wir keineswegs besser vorbereitet sind und wer weiß, was ein riesiger Haufen alter Europäer treibt, wenn ihm fad wird. Womöglich sehen wir einander ja alle mal im Gefängnis. Denn, wir werden es sein, von denen ich hier schreibe!

Habt ein schönes Wochenende!


gelesen im:
Stern - Lieber im Knast als allein (17. Oktober) gelesen auf Blendle.com (Bezahlartikel)
Wikipedia - Demografie Japans

Donnerstag, 8. November 2018

Movie Time - Vergiß mein nicht

Lustig, im Original heißt der Film "Eternal Sunshine of the spotless Mind" was soviel heißt wie "im fleckenlosen Geist scheint die Sonne immer".
Und beide Titel passen zum Film. Obwohl das Original einem dabei noch etwas Grips ob der Hintergründigkeit abverlangt, wohingegen die Deutsche Version mit hausbackener Romantik spielt.
Und dabei ist der Film viel nur nicht hausbacken.


Vorab, wenn ihr es heute unaufgeregt, geradlinig und mit nicht zuviel Tiefgang braucht (man hat ja auch solche Tage), dann macht einen Bogen um diesen Film.
Paßt man nämlich hier nicht auf, kennt man sich schnell nicht mehr aus. Die Zeitlinien kreuzen sich mehrfach, dazu spielt es ab und dann im realen Leben und dann wieder im Hirn, sprich in den Erinnerungen der männlichen Hauptrolle.
Dazu ist das Bild stets gleich unaufgeregt, soll heißen, man kann nicht immer alles gleich erkennen. Die Tiefe dieses Films (so man sie erkennt. Das kann dauern.) liegt in den stillen Bildern, die allesamt irgendwie ein wenig traurig sind und dabei ganz nah an einen selber rankommen. So habe ich es empfunden.

Aber worum geht es?
Kurze Inhaltsangabe:
Joel wurde von seiner Freundin verlassen. Er ist völlig fertig, heartbroken und dann erfährt er, dass Clementine (die gerade eben Ex) ihn aus ihrem Gedächtnis hat entfernen lassen. (Ja, in dem Film ist so etwas möglich. Man geht zum Hirnmanipulator und läßt die Person inkl. aller Erinnerungen auslöschen. Herzschmerz Ade!)
Völlig verstört beschließt er es ihr gleichzutun und geht zum Doktor.
Der Film erzählt was sich in Joel's Gefühlswelt abspielt WÄHREND sein Gedächtnis gelöscht wird. Es wir erzählt wie Stück für Stück all die Momente ausradiert werden, die ihn und Clementine ausgemacht haben.
Mehr sag' ich nicht.

Joel wird gespielt von Jim Carrey. Ich mag Jim Carrey eigentlich nicht so. Diese irre Komik von ihm ist mir oft zu viel, aber in diesem Film spielt er diesen nervenzerfetzend schüchternen, ruhigen Typen ... einfach nur supergut. 
Clementine wird von Kate Winslet gespielt. Sie hat in beinahe jeder Szene eine andere schrille Haarfarbe, was dem Charakter von Clementine eben durch und durch entspricht. Clementine ist laut, unruhig, fordernd, anstrengend lebendig, wunderbar.
Eigentlich passen die beiden nicht zusammen. Zero.
Und doch ...


Das wahrlich berührende in diesem Film ist aber folgendes:
Aus einer Kritik
Der Film zeigt Liebe/Beziehung wie wir sie alle kennen. Schwierig, anstrengend und doch wunderbar. Das ist die Stärke dieses Films. Diese Romantik TROTZ der harten Realität. Seufz!


Gebt euch diesen Film mal! Er könnte euch gefallen!
Wir haben ihn mittlerweile mehrmals geschaut. Beim ersten mal auf zwei Abende verteilt. Wie gesagt, gemütlich ist der Film nicht. Also von der Erzählweise her, vom Setup, aber er ist ... ich sag' es mal so, ein Kunstwerk.



PS: Der Film hat 2005 den Oscar für das beste Original Drehbuch erhalten. Gerechtfertigt wie ich meine.
PSS: Jim Carreys Performance in diesem Film gilt allgemeinhin als seine Beste ever. Und ich kann dem zustimmen. Kate Winslet ist sowieso traumhaft.
 
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