Freitag, 16. Februar 2018

gesehen KW 7 / 2018 - vom Platz dazwischen

Um etwaigen Größenwahn der Menschen mal in Relation zu setzen ... nein, nein. Dagegen scheint ja leider kein Kraut gewachsen.
Aber superduperlässig ist sie schon, diese Seite die einem zeigt, wieviel Platz/Raum/Space da ist. Alle Karten des Sonnensystems, die ihr kennt, vernachlässigen nämlich einen wesentlichen Aspekt .. den Raum, der zwischen den Planeten liegt. Diese Seite hier, zeigt euch das in anschaulicher Art und Weise.

Der Klick aufs Bild führt euch ins Sonnensystem!

Nehmt euch etwas Zeit und scrollt euch da mal durch .. durch unser Sonnensystem und für die hartgesottenen unter euch; ihr könnt auch mit Lichtgeschwindigkeit reisen (dauert aber dann länger ;-)

Enjoy!

Dienstag, 13. Februar 2018

Kostüm - Professor Minerva McGonagall

Harry Potter nimmt seit einigen Monaten einen beträchtlichen Teil in meinem Leben ein. Das liegt daran, dass meine Kinder - naja und ein wenig auch wir Eltern - ziemlich tief drin stecken. In der ganzen Geschichte.
Die kleine Miss liest sich die Saga gerade zum ersten mal durch. Begleitet vom Rest der Familie, der - mich ausgenommen - erschütternd genau weiß, was wieso wann passiert.
Dazu kam das Hörbuch. Ein 32 Stunden Hörbuch (allein Band 5) läßt sich nunmal in einen geballten Schulalltag nicht so einfach in 2 Tagen durchhören.

So kam es, dass es faschingstechnisch für unsere Verkleidungsqueen kein anderes Thema geben KONNTE.



Habe ich erwähnt, dass ich nicht gerne Kostüme nähe?
Wobei, warum das so ist, erschließt sich mir selber nicht. Meine Kostüme sind jedes Jahr wieder genial (ich poste sie für gewöhnlich nicht .. hm). Die kleine Miss ultimativ happy. Sie trägt sie regelmäßig über das ganze Jahr immer und immer wieder. Nähtechnisch ist die Angelegenheit auch ein Traum. Ich vernähe nicht, säume nicht (HA! welch kurioser Gedanke) und überhaupt .. ich glaube, ich nehme nicht einmal den richtigen gefärbten Faden.


Dieses Jahr also Professor McGonagall. In ihrer Alltagskleidung bitte, nicht in dem Mantel, den sie im Band 4 auf dem Ball trägt. Nein, der war nicht gewünscht. Ich erwähne das hier, weil im Netz, wenn man sie googelt eben dieses Bild besonders häufig auftaucht und weil sich auch angebotene Kostüme daran orientieren.

Das wollte die kleine Miss aber nicht.

Minervas Alltags-Schul-Look ist super einfach gemacht.


Meine Mini-McGonagall trägt einen Sommerrock (ich habe denselben - hier nachzulesen) inside-out, dazu einen schwarzen Rolli. Den habe ich extra genäht.
Der Mantel besteht aus 4m (!!) billigen superelektrischen Stoff, den ich in zwei 2m Teile zerschnitten habe, man legt dann je ein Teil über einen ausgestreckten Arm, rafft den ganzen Kram irgendwie zurecht und näht dann hinten im Rücken die beiden Teile mit einer Naht zusammen. Das war's.
Die Brosche am Hals, ist ein Teil aus einem billigen Bohemian Ohrring, mit ein paar Stichen händisch angenäht. Der Hut ist gekauft


Das Meisterstück ist aber der Zauberstab. Ein Stück Holz, etwas Modelliermasse und Acrylfarben.

Expelliarmus!


Sorry, die Bilder sind extrem unscharf. Aber wie sich herausstellt ist Professor McGonagall keine Meisterin im Stillstehen!! :-)


Montag, 12. Februar 2018

Stadt und Land im Februar Teil 3 - auf 2 Rädern

Die Autos haben wir jetzt durch. Autos machen Lärm, sind superpraktisch, wenn man größere Einkäufe erledigen will/muss und stehen den Rest der Zeit im Weg rum. (soweit meine Meinung) In der Stadt stehen eindeutig zu viele Autos rum. Das kann ich superscharf daran erkennen, dass man in regelmäßigen Abständen keinen Parkplatz mehr findet.
Es ist ganz klar. Ganz simple Volksschulmathematik. Zu viele Autos.


Die Stadt Wien hat, wie so viele andere Städte, erkannt, dass man und frau auch ganz gut mit Fahrrädern überall hinkommen könnten. Sorgt man auch noch für ein Netz an sicheren Radwegen, besteht die berechtigte Hoffnung, dass man einen Teil der Bevölkerung vom Auto weg hin zum Rad leiten kann.

Naja, und was soll ich sagen. Das hat durchaus funktioniert. Ich kann mit dem Rad an manche Orte schneller und einfacher als mit jedem anderen Verkehrsmittel. Ich habe ein gutes Rad und ein -superwichtig- Hochsicherheitsschloß dazu!



Ich habe nur ein Problem mit dem Fahrrad und das habe genau genommen nicht einmal ich. Ich wohne in einem klassischen Wiener Altbau und in diesem gibt es keinen vorgesehenen Flecken, an dem man sein Rad unterbringen kann. Es gibt eine Einfahrt, die man öffnen kann damit eine Kutsche reinfahren kann (kein Scherz), aber es gibt - auch im Hof - keine Möglichkeit ein Rad unterzustellen.
Man könnte sein Rad zwar einfach in den Hof stellen, kriegt dann aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Schwierigkeiten mit dem, zu jeder guten Hausgemeinschaft gehörenden, grantigen Bilderbuch-Pensionisten (wir haben auch ausgeglichene Pensionisten im Haus, nur um das klarzustellen).
Das wär' doch was zum Thema "Nachbarschaft" bei Stadt und Land. :-)

Ergo stopfen alle im Haus ihr Fahrrad in einen Raum, der weder dafür gedacht war, noch den Anforderungen gerecht wird. 15 Räder auf knapp 5m2. Ein Traum.

Nicht bei uns, aber es zeigt die Problematik
Man kann bei uns aber auch mit einem Rad der Stadt Wien fahren oder neuerdings mit chinesischen Bike-Sharing Modellen. Die funktionieren per Handy-App und stehen wirklich überall rum (Ich glaube, sie stören mich. Ich bin mir aber nicht sicher. Ist noch eine zu kurzfristige Sache! Ich warte noch ab; von wegen Meinungsbildung und so!)

Ich sehe viele Leute auf dem Rad. Wirklich. Und zwar nicht nur die Jungen oder die Hippen. Okay, ein bißchen eine Grund-Hippität ist wohl allen Radfahrern eigen. In Wien. Allerdings sehe ich auch Kinder mit Migrationshintergrund und Tendenz zum Übergewicht auf dem Rad. Vor allem auf den Sharing-Bikes.



Das Radwegenetz ist in meiner unmittelbaren und weiteren Umgebung beachtlich gut ausgebaut und ich komme, wenn ich radle, mehr mit Touristengruppen in Konflikt als mit Autofahrern.
Ganz allgemein höre ich über Radfahrer nur Negatives. Alle schimpfen über die Radfahrer und wie irre gefährlich die sind.

Ich sag's mal so:
Ich fahre gerne Auto, ich fahre gerne Bim, ich fahre auch gerne mal mit dem Rad
und zu Fuß bin ich wirklich auch gerne unterwegs.
Und ganz grundlegend kann ich erkennen, dass IMMER DIE ANDEREN SCHULD SIND!

Mehr sag' ich dazu nicht!
:-)









Freitag, 9. Februar 2018

gelesen KW 6 / 2018 - SpaceX und der van Allen Gürtel

Bingo! Science Stuff! Ich liebe es, wenn mal was anderes in den Nachrichten als der übliche Weltuntergang. Und besonders liebe ich es, wenn dabei das Weltall eine Rolle spielt.
:-)

Die Firma SpaceX hat ihre neue Trägerrakete getestet. Eine Trägerrakete, die wiederverwendbar sein soll. Also demnach nicht ins Meer stürzt, wenn sie leergebrannt ist, nein, diese Trägerrakete fliegt einfach wieder zurück und landet dann. Soweit der Plan.
Dies war der Test.
Und wie man in mehreren Videos nachsehen kann, hat das auch atemberaubend geklappt. Ganz ehrlich, wenn euch das kalt lässt, wie die beiden Booster mehr oder weniger zeitgleich nebeneinander landen, dann seid ihr hier falsch ;-)


Raketenstart etwa ab Minute 21
Wahnsinnslandung der Booster etwa ab Minute 29


Okay. Testflug Trägerrakete. Für gewöhnlich, so habe ich gelesen, werden bei Tests nur Betonblocks oder derlei nach oben geschossen. Denn falls was passiert, eh klar. So ein Satellit ist ja schließlich nicht Massenware. Ergo Betonblock.

Ist man ein millionenschwerer Nerd, dem auch noch die Firma Tesla gehört, dann schießt man sein Cabrio ins All. Das ist zwar für so manchen ein wenig verstörend, ich für meinen Teil finde das so viel mehr menschlich und so viel mehr .. zum Schmunzeln. Zur Zeit schwirrt um die Erde eben jetzt ein rotes Cabrio .. und hier geht es auch gleich weiter.

Diese Cabrio hat ja Computer und so an Bord. Zudem sitzt es ja auf dem Spitzl von der Trägerrakete. Naja und wenn man schon mal Messgeräte aufs Geratewohl nach oben senden kann, dann will man doch auch messen wiewaswo ... klar.

Soweit, so Cabrio. Dieses Auto fliegt jetzt um die Erde und zwar in einem Orbit, der es in sich hat. Für gewöhnlich fliegt alles, was irgendwie funktionieren soll in einem Radius um die Erde, der sehr klein ist. Sprich ein paar hundert km (ISS - 400 km).
Wer nahe genug am Mutterschiff dran bleibt, kann zum Schutz gegen alle möglichen Strahlungen das Erdmagnetfeld nutzen.
Sehr praktisch.
Überlebensnotwendig.

Weiter:
Mars ist das Ziel. Mars ist wirklich weit weg (also in Menscheneinheiten gedacht) und naja, da kommt diese ganze Strahlungsgeschichte jetzt wie so ein Spielverderber daher.
Und weil seit den Trips zum Mond auch schon ein Zeitl vergangen ist und wir dieses Mal dann auch Computer mitschicken werden, die mehr als 50 MB RAM haben (oder waren die komplett mechanisch damals... ich glaub's ja fast) also da nutzt man jetzt dieses rote Cabrio und läßt es ein paar Runden im Van Allen Gürtel drehen.

Der Van Allen Gürtel ist echt eine Scheißgegend, wenn man sich's nicht auf Radioaktivität steht. Ehrlich.
Da kann man sich in manchen Gegenden schon die mehrfache natürliche Jahresbelastung auf der Erde in einem Tag abholen. Was das mit einem Menschen anstellt, wissen wir gar nicht so genau. Dass es uns nicht gut tut, steht allerdings fest.

Die lila Gegend (Van Allen Gürtel) ist wenig lebenswert.

Die NASA hat jetzt SpaceX gebeten ein paar Tests zu machen wie es denn dem Auto und den Computern  nach ein paar Tagen in dieser Strahlungszone geht.
Also da geht's nicht drum, ob der Lack unter der extremen Bestrahlung leidet, mehr darum ob der Computer noch weiß, dass er immer stets fragen sollte "sind sie sicher, dass sie dieses File löschen wollen?"

Ich für meinen Teil habe darüber nachgedacht, was ich denn ins All schicken würde wollen. Also, dieses Auto wird dann Richtung Mars geflogen werden und dort vermutlich bis auf ewig um denselben herumkreisen, wie ein ewig Parkplatzsuchender ... ;-)
Wenn ich Auto auch besser finde als Betonklötze, so ist es doch ein wenig Midlife-Crisis behaftet und wie soll denn ein zufällig vorbeikommender Alien, die Selbstironie erkennen?

Meine Nähmaschine geb' ich nicht her, die scheint mir halt auch ein wenig zu klein. Spontan denke ich an so einen Luftmatratzeninsel-mit-Palme. Klar, die müsste man verstärken, von wegen Zerplatzen oder so, aber Luftmatratzeninsel fänd' ich cool.

Was würdet ihr raufschicken?


Info dazu:


Und zum Spaß auch

Montag, 5. Februar 2018

Stadt und Land im Februar Teil 2 - die Öffis

Ganz kurz und vorab: wenn ihr ganz runterscrollt findet ihr die Verlinkungen der weiteren Teilnehmerinnen. Und ich sage es aus vollem Herzen: DA IST REICHLICH LESENSWERTES dabei! Ich werde regelmäßig, geplant ist wöchentlich, posten, weil ich das halt mal so machen werde und ich werde an das Ende jedes Posts alle Verlinkileins reinkopieren, somit braucht ihr nie suchen nach dem zu euch passendem Post. Klar?
Gern geschehen!

Nachdem ich ja letzte Woche die 4rädrigen Blechkisten im Fokus hatte, sind heute die ÖFFIS dran.
Und zwar hier bei mir. Mitten in Wien
Die nächste Bim-Station ist von mir keine 100 m entfernt. Die nächste U-Bahn Station vielleicht 250 m. Weiß ich meine Strecke mit U-Bahn, Bim und Bus gut zu planen, sind die Öffis von der Zeit her nicht leicht zu schlagen. Zumindest von niemandem mit mehr als 2 Rädern.


Ich fahre gerne Bim. Da ich stets fahre, nachdem alle im Büro sind, kann ich es genießen. Da ist dann ausreichend Platz. Leer ist die Bim für gewöhnlich aber nie. Fahre ich nach dem Morgenstau, dann fahre ich gemeinsam mit einer illustren Mischung aus meist recht schicken Pensionisten, ein paar abgekämpften Kleinkindmamas mit Kinderwagen, einer Riege von smartphonefixierten Studenten und NATÜRLICH der üblichen Zahl an Pflichttouristen.

Ich kenne meine Strecken, die ich regelmäßig fahre und wo ich auch hinmuß, es dauert nie wirklich lange. U-Bahn fahre ich auch häufig, allerdings nicht so gern. Der Grund: ich bin eine aus-dem-Fenster-Schauerin. Das geht übertags eben besser als unten.


runter zur U-Bahn, rauf zur Oper
Bim fahren ist auch eine wunderbare Gelegenheit die Mitmenschen zu studieren. Immer wieder fallen mir Dinge auf, die ich einfach mag.

Beispiel - abends an einem Theater vorbeifahren:

Hihi, es ist ja an sich klar, was dann kommt. Fährt man abends an einem Theater oder der Oper vorbei, dann kann es leicht passieren, dass sich die Abend- und Nachtmischung an Bimnutzern plötzlich rapide verändert.
Dann steigen nämlich ein paar Bims hindurch stetig Leute ein, die 1. schick angezogen sind (Perlenkette und Lidschatten für die Damen, die Herren frisiert und mit Mantel .. ich erwähne frisiert, weil es auffällt, dass sie frisiert sind! ;-) 2. die im Schnitt älter sind, als der Rest, der zu dieser Zeit unterwegs ist und die 3. in den allermeisten Fällen diesen Gesichtsausdruck haben, den man eben hat, wenn man gerade aus einem Konzert oder einer Musical-Aufführung kommt. Egal welche Musikrichtung. Man ist auf eine eigene Art high.

Da steigen also ein paar frisierte Herren mit ihren Perlenketten-Damen dezent high in eine Bim voller Mittzwanziger ein, die ihrerseits gerade dabei sind, auszudiskutieren in welche Bar sie als nächstes einfallen werden.
Ich könnte Johlen vor Grinsen.

Beispiel - die zwei Busse

Grundsätzlich gilt für Busse in Wien das Faszinosum, dass sie gerne knapp hintereinander kommen. Aufgrund des Verkehrs ergibt sich das offensichtlich immer wieder. Die Intervalle zwischen ihnen sind nicht so groß und dann ... kommen sie sich halt mal näher.
Trotzdem fahren 80% der Busmitgenommenen dann immer mit dem ersten Bus. Der zweite ist häufig so leer, dass man ihn als fahrendes "Ätsch" an die gequetschte Masse in Bus 1 betrachten kann.
Tja.

Ich muss mal einen Post schreiben über die Mistkübeln in Wien! 
Natürlich habe ich eine Jahreskarte. Kostentechnisch unschlagbar und superbequem. Ich kann überall einsteigen, muss nie an den Fahrschein denken. Nie wieder ohne!
Und natürlich bin ich auch schon häufiger mal Schwarzgefahren. Also vor ewig. Längst verjährt. Wie gesagt; Jahreskarte. Schwarzkappler nennt man in Wien die Kontrolleure, die hie und da mal auftauchen und einem, auch wenn man Jahreskartenbesitzerin ist, ein wenig den Puls hochschnellen lassen. (Bin wohl in meiner Studentenjahren konditioniert worden .. wobei da hatte ich ja eine Studentenkarte ... seufz! wasweißich)

Die Anzeigen, die mag' ich!

Wichtig und ganz im Konzept für die Zukunft sind Car Sharing Optionen. Soll heißen, es gibt mittlerweile mehrere Anbieter und man kann, wenn man denn Mitglied ist, um erstaunlich wenig Geld das bißchen Autofahren, das man in der Stadt halt ab und dann braucht.
Es gibt sogar ein Jahreskarten/CarSharing Paket.
Laut dem Newsletter von Car2Go beträgt die durchschnittliche Fahrt eines ihrer Autos maximal 10 Minuten und kostet dabei so um die 3,50 Euro. Und der Großteil der Autos steht nicht länger als 30 Minuten irgendwo rum, bevor es wieder einen neuen Fahrer hat und unterwegs ist.

Ich bin mir zwar nicht ganz sicher, ob die Leute es über die Jahre annehmen werden, allerdings denke ich schon, dass zumindest für einen Teil der städtischen Bevölkerung das autofreie Leben geschrieben steht. Man braucht es nicht wirklich. Zumindest nicht für immer.

(Kleinkindphase oder Vielkopffamilie kann ich mir schwer vorstellen im Carsharing)



Erwähnenswert ist noch, dass sich die Distanzen zwischen den Stationen original wienerisch finde.
Ich habe mal ein Semester in London studiert und mich völlig verheddert, weil ich die Zeiten und die Distanzen komplett falsch eingeschätzt habe.
In Wien ist es nämlich so:
Man sieht, wenn nicht gerade eine Kurve dazwischen liegt, die nächste Station beinahe immer. Die liegt nämlich so nah, dass, wenn man die Bim oder den Bus verpasst (also so richtig unangenehm knapp vor der Nase), dann kann man mit ein wenig Ampelglück (auch die Bim muss stehen bleiben) und ausreichender Fitness ziemlich problemlos zur nächsten Station sprinten und dann die eben verpasste Bim dort besteigen.
Easy.
In London wäre das unmöglich.

Ich mag die Öffis.
Eigentlich.









Freitag, 2. Februar 2018

gelesen KW 5 / 2018 - Whataboutism

Schon mal gehört? Whataboutism.
Nein? Nun womöglich kennt ihr den Ausdruck nicht, aber erlebt oder vorgeführt wurde es euch schon. Mit Sicherheit. Der Whataboutism erfreut sich zur Zeit nämlich einer außergewöhnlichen Beliebtheit.


Was ist Whataboutism?

Als Whataboutism bezeichnet man die Methode Kritik abzuwehren indem man auf Fehler oder Missetaten des Kontrahenten hinweist.
Das Oxford Dictionary beschreibt ihn als eine" Technik um Vorwürfe und schwierige Fragen abzuwehren indem man im Gegenzug selber Vorwürfe erhebt und so das Thema wechselt."

Diese rhetorische Finte ist vermutlich so alt wie die Menschheit, ihre ersten Lorbeeren werden aber in die Zeiten der Sowjetunion gelegt: "The Gulag? What about Vietnam?"



Seht ihr? Der Gegenüber wird mundtot gemacht. Da niemand von uns frei von Schuld ist, ist es sehr einfach zum Gegenangriff überzugehen. Das Geniale daran sind folgende Aspekte:

1) Die Glaubwürdigkeit meines "Gegners" wird zerstört. Seine moralische Integrität zerbröselt. Denn: "wie kann mir jemand einen Vorwurf zu  XXX machen, wenn seine Leute doch selber YYY."
Klar? Damit nehme ich ihm quasi rückwirkend das Recht überhaupt eine Anschuldigung gegen mich zu erheben

2) Das Thema ist praktisch immer vom Tisch. Also das ursprüngliche Thema. Mein Gegner und auch wenn anwesend, Moderatoren haben Schwierigkeiten mein "Argument" aus dem Weg zu schaffen.


Whataboutism ist sehr beliebt unter Politikern.
Es ist, und das möchte ich auch ganz klar aussprechen, aber ein Rhetorikmittel für Schwächlinge. Warum können sich manche Menschen ihren Fehlern nicht stellen. Manchmal sind es ja verhältnismäßig kleine Dinge. So nach dem Motto "früher haben sie aber das gesagt und jetzt sagen sie praktisch das Gegenteil". Wir und auch unsere Politiker sollten lernen, dass sich Zeiten und Meinungen ändern können.
Nicht alle Meinungen wohlgemerkt, aber gewisse Dinge entwickeln sich. Das wissen wir doch alle.

Wo diese Art von Verwirrungstaktik noch sehr häufig zu finden ist, sind die Kommentarebereiche im Internet.
Sehr häufig findet man, werden in einem Artikel unangenehme Dinge über einen Politiker berichtet, gleich ein "und was ist mit DEM da? Über den berichtet ihr gar nicht!"

Als würde das beschuldigen von Mensch B, Menschen A von einer eventuellen Schuld befreien.
Schwach.



Warum ich das hier schreibe? Haltet die Augen und die Ohren offen. Fühlt euch ermächtigt ab und dann zu erkennen, wenn eure Gedanken von jemandem in eine andere Richtung gelenkt werden. Das muss nicht heißen, dass der eine oder der andere mehr Recht hat, aber es zeigt doch recht deutlich, worüber manche eben nicht reden wollen oder .. auch können!

Sprache ist Macht!
Whataboutism ist ein eindeutiger Missbrauch dieser Macht!

Ach ja, die Bilder sind alle violett ausgewählt, weil
Pantone ultra violet zur Farbe des Jahres 2018 ernannt hat.
Das wollte ich euch schon länger mal mitteilen.
:-)
Habt ein wunderbares Wochenende!


 
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