Freitag, 28. April 2017

rechnen wie die Grossen oder Was kostet dieses Outfit?

Heute in der Fashion Revolution Week tue ich etwas, dass mir schon lange unter den Nägeln brennt.

Ich will ausrechnen, was meine Mode kosten würde, würde ich ihren Preis nach den Prinzipien der Modehäuser dieser Welt berechnen.
Gewinn ist alles! Das zeigen die T-Shirt-Prozent-Bilder deutlich (es geht um die Prozentzahlenbilder aus diesem Post, bitte nachschauen). Aber wie absurd dieses Spiel ist, dass zeig ich euch heute.

Wenn sich der Preis eines Kleidungsstückes also so zusammensetzt, wie auf jenen Bildern, dann nehmen meine Kosten (Materialkosten, Bezahlung der Arbeiterin - das wäre dann ich - und die Fixkosten - die Maschinen etc.) zwischen 17 - 21 % des Endpreises ein.

Seit einer Weile setze ich ja unter jeden Näh-Post die Materialkosten und die Arbeitszeit. (z.B. hier oder hier) Mit diesen Angaben habe ich gearbeitet.

Wenn ich also einen imaginären Preis errechne, mit den Prozentzahlen,
wie die großen Firmen das machen:

Was kostet dann dieses Outfit?


Die Wirtschaftskammer empfiehlt in Österreich einen Arbeitsstundenpreis von 10€ für Näharbeiten, was, mit Verlaub, ein Hohn ist. Da ich schließlich nicht nur nähe, sondern auch entwerfe und somit keine reine Nähkraft bin, verrechne ich für mich 25 €.

Also gehen wir es an. Hier kurz die einzelnen Stückpreise. Gerechnet

Das Shirt:

Materialkosten: 22 €
Arbeitszeit: 2 Stunden

Somit kommt das Shirt auf - festhalten - 378,95 Euro. Wahooo! Ich bin heute spendabel und gehe runter (weil's besser klingt ;-) auf 370 Euro.
(Ich nehme den Mittelwert zwischen den oben erwähnten 17% und 21%, also 19%. Und von dem rechne ich dann auf die 100% rauf!)

Und nur für den Fall, dass euch meine 25 € Luxusgehalt stören. Mit den 10 € kostet das Shirt dann immer noch flotte 220 €

Die Jacke:

Materialkosten (inkl. Anteil Stickdatei): 21 €
Arbeitszeit: 3,5 Stunden

Abgerundet kommt die Jacke nach derselben Berechnung auf 550 €!



Der Rock:

Mein Favorit!
Materialkosten: 34 €
Arbeitszeit: 4,5 Stunden

Wie nicht anders zu erwarten hat diese Prachtstück auch einen Prachtpreis: 770 €
Hehehehe!


Die Legging leg' ich als Geschenk drauf. Die hat man sich verdient, wenn man den Gesamtpreis verdaut hat.

Was ich damit sagen will?

Nun, ihr näht ja selber, ihr kauft selber und einige von euch verkaufen auch. Als Marketing Manager bei X&Y, würdet ihr den Preis für eure Werke so berechnen, wie ich es heute getan habe. DAS ist der Gewinn auf den gerechnet wird.

Und natürlich ist das sehr verzerrt dargestellt. Wir nähen ja meist Einzelstücke und nicht in Masse. Und meine Rechnung ist eine simple Grundrechnung (meine Kosten x 100 durch 19). Aber es dient ja auch nur der Veranschaulichung. 

Diese Rechnung soll euch einzig und allein zeigen:

- Wie hoch eigentlich der Gewinn an einem handelsüblichen Kleidungsstück ist.

- Das Ausmaß der Bereicherung auf Kosten der Menschen, die diese Produkt herstellen.



Mir tut dieser Post ganz ungemein in der Seele weh.

Diese Gier, diese eiskalte Berechnung, gepaart mit der angelernten Blindheit, mit der die Konsumenten geschlagen zu sein scheinen, raubt mir die Worte.

Mein mamimade Outfit ist also ein Luxus-Outfit, der Sonderklasse.
Und das ist es auch! Ich habe das immer so gesehen.

Und das ist das einzige, was ich an dem Ganzen richtig und gut finde.





Meine Berechnungen folgen den Mittelwerten,
die ich aus diesem Post entnommen habe

Montag, 24. April 2017

Fashion Revolution Week 2017

Heute vor vier Jahren ist es passiert. Da starben 1127 Menschen für die billige Mode. Sie wurden gezwungen in ein Gebäude zu gehen um zu nähen, obwohl dieses am Tag zuvor evakuiert worden war. Andere Firmen, die in dem Gebäude ansässig waren, hielten ihre Mitarbeiter an diesem Tag lieber auf Abstand. Aus gutem Grund. Es waren beängstigende Mauerrisse aufgetreten. Das Gebäude war ohne statische Überprüfung einfach aufgestockt worden. Um 3 (!) Stockwerke.

Aber für die Bekleidungsindustrie zählt - es tut weh - nur das Geld. Ein Menschenleben ist nichts wert. Kaum waren die Arbeiter im Gebäude brach dieses zusammen.

cc Rjan - Dhaka Savar Building Collapse
1127 Seelen, dazu 2438 Verletzte. Mir fehlen die Worte. Meine Fassungslosigkeit angesichts dieser Vernichtung von Menschen aus dem verabscheuungswürdigsten Grund, der mir einfällt - aus purer Gier - kennt keine Grenzen.

Viel hat sich am System nicht geändert seither. Was sich allerdings geändert hat sind die Kunden. Der Prozentsatz derer, denen es nicht mehr wurscht ist wo die neue Hose herkommt und wie der Mensch lebt, der sie produziert hat, steigt stetig. Die Menschen haben begonnen zu hinterfragen und Fragen zu stellen. Unangenehme Fragen.

Und darum geht es am Fashion Revolution Day bzw. der ganzen Fashion Revolution Week. Wir Konsumenten revoltieren und zeigen Wege auf, was man tun kann um dem Modehamsterrad zu entkommen, stellen Fragen à la #whomademyclothes und machen andere, die noch nicht darüber nachgedacht haben auf dieses Thema aufmerksam.

Letzte Jahr gab es Fotos von nähenden Bloggerinnen. Denn wir nähen noch, wir wissen diese Arbeit zu schätzen und die Rechte dieser Menschen sind uns nicht egal!
Dieses Jahr unterstützen wir, weil wir ja nähen und DIY-technisch einfach voll informiert sind, einander mit Tipps and How-to's. Diese Info soll auch Nicht-Nähern da draußen helfen ihre eigene Revolution zu starten; in ihrer Garderobe mit ihrer eigenen Kreativität!

Seid dabei: ihr könnt euch die ganze Woche verlinken.

#haulternative


Heute zeige ich euch, wie ihr einem Shirt, das euch zu langweilig erscheint ein zweites Leben ermöglicht. Ich habe mir ein weißes T-Shirt dafür hergenommen. Erst wollte ich es weiß. Ganz schlicht und dann - ups! - total fad, geht gar nicht. Wegschmeißen oder ewig im Kasten liegen haben, ist aber keine Alternative.
Und da erinnerte ich mich an ein Sujet, das ich auf pinterest gesehen hatte. (siehe Karl und die Tasche)
Hehehe! Der Scherz dahinter, ganz mein Ding.
Dazu das Plus: weniger Aufpepp-Arbeit ist kaum möglich ;-)
Stoffmalfarbe, einen Pinsel, ein paar lange Stecknadeln, ein Stück Karton und ein Sofa. Mehr braucht man nicht.

So geht's:

- Da der Stoff sich unangenehm verzieht, wenn man mit dem Pinsel darauf malt, muß man das Shirt fixieren. Ich habe mit einer Vielzahl von langen Stecknadeln mein Shirt auf das Sofa gepinnt. (Im Bild links zu sehen)



- Um zu verhindern, dass die Farbe den Stoff durchdringt und dann fleckenhaft am Rücken wiederauftaucht, empfiehlt es sich ein Stück Karton in das Shirt hineinzustecken.
Und ja, die Nadeln steckt ihr durch den Karton durch.

- Zur Farbe:
ich verwende handelsübliche Stoffmalfarbe. Man bekommt sie heute fast überall. Die Farbauswahl ist minimal. Es läßt sich aber alles gut mischen. WICHTIG: Achtet darauf Farbe, die für dunkle Stoffe geeignet ist, zu verwenden. Ihr werdet nämlich nicht immer auf weißen Shirts arbeiten.

- Tja, dann muss man einfach nur noch mutig sein.

- Nach dem Beschriften. Trocknen lassen. Für Eilige tut's auch der Fön. Danach kurz heiß drüberbügeln. Das war's!

Noch ein kleines Extra!

Für einen coolen Used-Look, empfehle ich das Bündchen am Hals (geht natürlich auch an den Ärmeln) aufzuschneiden. Man setzt dazu die Schere leicht unterhalb der Mitte an. Das "hintere" Stück Stoff ist damit etwas länger als das Vordere.  (im Bild oben rechts zu sehen).

Und Tadaaa! ein ganz neues Shirt. Müll vermieden und Spaß gehabt!
Dazu empfehle ich eine geflickte Lieblingsjeans und ein gut gekühltes Ginger Ale :-)

Faire Schuhe von Ethletics, faire Weste von hessnatur.

Ich bin kein Fan der kaputten Jeans aus dem Geschäft. Ich meine, frau sollte eine Jeans ihr ganzes Leben lang kennen!
Und die Narben, die sie trägt (die Jeans), sollten von Abenteuern stammen, die man gemeinsam erlebt hat.
Da kann man schon einen großen Beitrag leisten. Also mit dem Selber-die-Jeans-kaputt-machen. Das is mit Sicherheit die umweltfreundlichere Variante.

Und wenn sie dann mal so aussieht, wie die Teile, die heute in den Geschäften hängen, dann schmückt man sie noch einmal. Für die letzte Runde, für die Pension quasi und trägt sie mit Achtung und Freude. Das ist auch eine #Haulternative.
Soweit meine "Ode an die Jeans"!
(wie ich meine Jeans aufpeppt habe, könnt ihr hier lesen)


Jetzt seid ihr dran!
Ihr habt die ganze Woche Zeit (bis Sonntag Mitternacht)
Zeigt den Leuten, wie man sich aushelfen kann in Sachen Mode.
Seid ein Teil der diesjährigen
Fashion Revolution!



Freitag, 21. April 2017

Gelesen, gehört und gesehen KW 16: Bakteriophagen

Heute wird es wissenschaftlich. Es geht um Bakterien, genauer um bakterielle Erkrankungen. Wie ihr sicher wisst, sind die einzige wirklich wirksamen Medikamente gegen Bakterien (so sie der Körper nicht selber abwehren kann!) Antibiotika.
Wir kennen alle die Geschichte, in der Alexander Fleming per Zufall das Penicillin entdeckt hat. Grandios!
Lebensrettend für unglaublich viele Menschen seither.

Das weiße ist das lebende Bakterium. In dem Punkt in der Mitte lebt nichts.
In dem Fall aufgrund der Phagen

Durch den kontinuierlichen, falschen Gebrauch von Antibiotika treten immer häufiger Bakterien in Erscheinung, die Resistenzen entwickelt haben. Soll heißen: die Antibiotika wirken dann nicht mehr. Und das ist insofern bedrohlich, da es nur eine beschränkte Anzahl von Antibiotika gibt. Wenn dann irgendwann wirklich gar kein Antibiotikum mehr hilft, dann, ja dann, sind wir den Bakterien ausgeliefert. Laut Wikipedia sterben in Afrika minütlich (!) 250 Menschen an bakteriellen Infektionen von resistent gewordenen Stämmen.

Gar nicht lustig.

Aber es gibt da noch etwas. Eine Art der Behandlung, die vor den Antibiotika auch in Europa verbreitet war und die jetzt allmählich wieder die Kurve in unser kollektives Gedächtnis kratzt.

Bakteriophagen.

Ein bissi schaut's ja aus wie ein Roboter.  CC
Bakteriophagen sind die natürlichen Feinde der Bakterien. Quasi der Eisbär zu den Robben. Nie gehört? Und doch: logisch. Denn hätten Bakterien keine Feinde, warum haben sie dann nicht längst die Weltherrschaft an sich gerissen?
Eben.
Phagen, so nennt man sie kurz, sind Viren. Gelten allgemein nicht zu den Lebewesen (aber das ist eine andere Geschichte) und man findet sie in Tümpeln, stehenden braunen, leicht ekligen Gewässern. Phagen sind sehr spezifisch. Soll heißen, sie fressen immer nur eine, eine ganz spezifische Sorte Bakterien. Beinahe jedes Bakterium hat also einen ganz eigenen Eisbären.
Das ist medizinisch betrachtet sehr gut, denn das reduziert unerwünschte Nebenwirkungen.

Das Kleine sind Phagen, das Große ist ein Bakterium.  CC

Trotzdem sind Phagen so gut wie unbekannt bei uns und zudem aufgrund mangelnder Studien, die ihre Wirksamkeit beweisen nicht zur Behandlung am Menschen zugelassen.
Das Zentrum der Welt wenn es um Phagenforschung und Phagenmedizin liegt in Tiflis / Georgien. Es gibt dort ein Institut, das seit 1923 durchgehend an und mit Phagen arbeitet. Und was sie vorweisen können, ist durchaus hochinteressant und womöglich eine Rettung für den Rest der Welt.

Es gibt eine große Scheu der aktuellen Medizin aktive Viren in den menschlichen Körper ein- oder aufzubringen, aber genau das machen die Mediziner in Tiflis. Menschen mit resistenten Bakteriuminfektionen werden dort behandelt und ein beachtlicher Teil davon wird geheilt oder wenn nicht, dann ihr Zustand doch deutlich verbessert.

Spannende G'schicht!


Gelesen:
Focus online
Berliner Zeitung

Gehört:
WDR

Gesehen:
Lebensretter Ostblockviren - ein Weg aus der Antibiotikakrise mit Phagen

Donnerstag, 20. April 2017

Magisches Motto - Kontrast

Ich wollte mitmachen und habe die letzten Monate einfach verpasst. Einfach. Den April aber, den hab' ich.
Das Motto war Kontrast. In jeder Art. Und um ehrlich zu sein, wollte ich einfach nicht mit Licht und der Kamera spielen. Ich wollte mit dem Bildmotiv spielen.
Aber was?

Und dann war ich wieder mal unterwegs - ehschonwissen - im Burggarten und da gibt es etwas, das ist voller Kontrast.


Da das Gebäude des österreichischen Parlaments grundsolide an das 21. Jahrhundert angepasst wird (es kriegt Internet und so ;-) müssen die Parlamentarier und alle die da drumherum arbeiten ausziehen. Baustelle.

Und weil weißderKuckuckwarum es kein anderes Gebäude gibt, das die Aufgaben des Parlaments übernehmen kann, hat man kurzerhand ein paar grauschwarze Blöcke aufgestellt. Zwei davon stehen am Heldenplatz und einer steht in einem Hofwinkerl im Burggarten. Ganz versteckt. Der kuschelt sich da richtig rein.

Und das hat schon ganz viel mit Kontrast zu tun.
- schwarz versus weiß bzw. eher hell versus dunkel
- trocken, kubisch versus superduperverschnörkselt
und last but in no way least
- Demokratie versus Monarchie


Hehe!
Ich mag das!



Dienstag, 18. April 2017

KIDS in FASHION - Kinder machen Mode

Habt ihr auch ein Kind daheim, dass mitredet, wenn ihr für es näht? "Bitte kein Pink!", "Ich will einen Drachen drauf, aber einen coolen!" und "Das ist schön kuschelig, das will ich auch!", sind die Dinge, die ich regelmäßig in Variationen zu hören bekomme.

In letzter Zeit bin ich, vor allem bei der kleinen Miss, dazu übergegangen, sie anzuweisen doch bitte aufzuzeichnen, wie sie sich das gewünschte Teil denn in etwa vorstellt.
Wenn man das genau betrachtet, dann sind wir in unserer Vorgehensweise ausnehmend professionell. Und cool. Cool sind wir immer! Das ist uns wichtig.


Und dann entdeckt uns Kids Fashion. Ich schreibe das so verkehrt rum, weil ich angeschrieben wurde, weil ich davon vorher nix wußte. Niente.
Also was ist Kids Fashion?
Die Stadt Wien genauer die Wiener Jugendzentren veranstalten einmal im Jahr einen Designwettbewerb zu dem Kinder aller Altersgruppen gezeichnete Modeideen einreichen können (bis 29. Mai!!). Genau genommen ist dieser Entwurf-Wettbewerb aber eben nur ein Viertel des Modekuchens, der einem da serviert wird.


Zu Beginn stehen die Entwürfe. Teilnehmen kann alles zwischen 4 und 21 Jahren. Zeichentalent irrelevant. Es geht um die Kreativität. Aus den tausenden Einsendungen wählt eine Jury dann Stücke aus, die dann im Zuge einer Modewerkstatt im Sommer von Schülerinnen der Modeschule realisiert/genäht/zusammengebastelt werden.


Dann, weil das gehört halt dazu, gibt es für ambitionierte Schönheiten einen Modelwettbewerb. Wer einmal im Leben auf dem Steg laufen will, kann sich hier versuchen. Aber Vorsicht, es handelt sich um Haute Couture nicht um ready-to-wear! (Hehehe!)

Und zu guter Letzt gibt es dann im Oktober eine Modeschau oder wie man zu neudeutsch sagt eine Fashionshow. So richtig mit PompTrallala. Voll die Gaudi!


Wie mir dieser kreative Wahnsinn bisher entgehen konnte? Keine Ahnung. Ich lebe zwar mitten in der Stadt, ich nähe, bin modisch interessiert, mein Kind zeichnet täglich 5m2 zu, aber wie dem so ist - nie gehört, nix gewußt.

Total begeistert jetzt.

Und das coole ist - weil cool ist wichtig, wie ja bereits erwähnt - diesmal bin ich insofern dabei, als ich im Sommer in diese Werkstatt reinschnuppern darf. Und im Oktober gebe ich mir dann die Modeschau. Ich bin ja nicht so die Society-Queen, aber das muss ich mir anschauen.


Und als Nähmama und Nähbloggerin habe ich natürlich mein Kind dazu überredet, dass sie an der ganzen Geschichte (bitte jetzt mit Quietsch lesen) TEILNIMMT!
Persönlich bin ich ja dann wohl ein wenig parteiisch, aber was soll's. Ist ja noch nicht gesagt, dass die sich ihren Entwurf raussuchen. (Und wenn nicht, dann muß womöglich ich ran - hier auch ein Quietsch bitte. Aber ein ganz anderes! ;-)

Teilnehmen kann jedes Kind zwischen 4 und 21 Jahren.
Einsendeschluss ist der 29. Mai.
Am einfachsten ist man mailt ein eingescanntes Bild mit
Name, Adresse, e-mail Adresse und Angabe des Alters an

Wir sollten nämlich nie vergessen, dass Mode an sich etwas Kreatives, Wunderbares sein kann. Und gerade in Zeiten der Fast Fashion und gerade wenn sich die Industrie die Jungen rauspickt, weil die so leicht zu beeinflussen sind, gerade dann, sollte man ihnen zeigen, was Mode sein kann.
Und zwar auch in der ganz verrückten Ecke!
Unbedingt!

Die Bilder in diesem Post wurden freundlicherweise von

Freitag, 14. April 2017

Gehört KW 15 - Vienna

Heute keine News, heute gibt's Musik. Musik mit ganz viel Herz.

Billy Joel. Vienna.
Kannte ich nicht. Bis vor kurzem. Das erste mal erwähnt hat es - für mich - Billy Joel in einem Interview mit Stephen Colbert. Da zählt er seine fünf eigenen Lieblingssongs auf und da ist "Vienna" eben darunter.
Na, da hab' ich aber schön blöd g'schaut und natürlich sofort reinhören müssen. Wie sich schnell herausgestellt hat - ich muss ja immer ganz viel nachlesen und rumklicken und recherchieren undso ... Leidenschaft - also wie sich eben herausstellte, ist dieser Song ganz ganz viel bedeutungsschwanger.

Billy Joel's Vater ist Wiener. Er hat seine junge Familie früh verlassen und ist aus den USA zurückgekehrt nach Wien. Billy hat ihn erst Jahre später wieder getroffen. In Wien. Und wie er da mit seinem Vater durch die Stadt meanderte, sahen sie eine alte Frau, die den Gehsteig, vor ihrem Haus kehrte. Billy fand das furchtbar. Die arme Alte muss Straßen kehren. Sein Vater erklärte ihm, dass es au contraire eben ganz anders sei. Die alte Frau hatte noch eine Aufgabe in ihrem Leben, die sie mit Würde erledigte und alle würden das so verstehen.
Für Billy Joel eröffnete sich so ein Blick auf das Leben, wie er es in seiner vom Jugendwahn getriebenen Heimat her nicht kannte. Alte Menschen wurden dort aufs Sofa verbannt. Sie wurden quasi abgeschoben und hatten am aktiven Leben keinen Anteil mehr.

Daraufhin schrieb er folgenden Song, den ich seither sicher hunderte male gehört habe und der offensichtlich in mir was zum Klingen bringt, aber eben, wie ich jetzt auch weiß, nicht nur bei mir!



Und als Draufgabe, weil's so schön ist, gibt es tatsächlich eine wienerische Version davon.
Granadas "Wien wort auf di" steht dem englischen Original in nichts nach.
Für wienerisch geübte Ohren eine ausnehmend gut gelungene Übersetzung.


Ich sage nur soviel: nach dem 40x mal hören, wird einem richtig warm ums Herz. In einer ruhigen, seelsamen Art und Weise (und ja, ich weiß, das ist kein Wort)

Habt ein wunderbares Osterwochenende!



 
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