Mittwoch, 28. Juni 2017

Meine selbstgemachte Jeans - Schritt 4: Änderungen

Ich habe es gewagt die nötigen Veränderungen anzugehen und als Belohnung ist meine Testjeans jetzt durchaus eine Jeans. Und sie sitzt gut. Noch nicht perfekt (also vom Feeling her), aber eben schon deutlich besser, als ich mir selber zugetraut hätte.

Sorry für die Bildqualität - gingnichtanders
Zunächst habe ich mir die Hose einfach mal Inside-Out angezogen und mein Angstlevel mithilfe einer beachtlichen Anzahl an Nadeln so richtig in Schwung gebracht.

Ja, ich habe das alleine gemacht. Sämtliche Nadeln saßen dadurch irgendwie schief und machnmal war hinten mehr Stoff abgesteckt als vorne, aber wer nicht wagt, der nicht .. ehschonwissen. Frau muss da durch.
Und by the way: das Spannendste war das AUSZIEHEN .. panikschmunzel.

Ja ich weiß, die Taschen sind bunt :-)

Ich habe mich selber überrascht und den Bund wieder abgetrennt um das Verengen ordentlich machen zu können. Gar nicht mein Style. Ich bin ja sowas von fürs Grobe, wenn's um sowas geht.
Aber bitte, dann trennt frau halt auf.


Auch hinten habe ich mir ein wenig rausgenommen .. auch eine interessante Absteckerfahrung! :-)


Dann habe ich gemessen, gezeichnet, gemessen, gezeichnet ...


.. und dann habe ich mein Testbaby verjüngt ;-)


Wie man am 1. Bild sehen kann, ist da noch nicht alles perfekt (im Schritt ist da so ein  etwas, das da so wohl nicht hingehört ;-), aber fürs erste ist meine Testjeans tragbar.

Der Bund macht mir noch zu schaffen, sowohl beim Nähen (da wurschtel ich immer was zamm, echt beachtlich) als auch beim Tragen. Aber das krieg ich mit Recherche und einer Stitching Session beim Lunzer Walter (tatkräftige Könner-Unterstützung) mit Sicherheit hin.
Weiters habe ich mir bei Makerist diesen Kurs geleistet (war gerade vergünstigt).

So. Was kommt als nächstes?
Ich überlege inwieweit ich diese Hose jetzt noch aufpeppe, verändere, kürze oder so. Wobei ich aber auch ehrlich zugeben muss, dass ich dieserart dunkle, simple Jeans total mag und auch womöglich gut im Kleiderkasten brauchen kann (also sobald es wieder lange-Hosen-Temperaturen hat).

Ich lass diese Näherfahrung jetzt mal sickern und passe demnächst all die restlichen Schnittmusterteile an, die ich jetzt natürlich noch nicht angepasst habe (Taschenbeutel, Passe und derlei :-)

Und spätestens im Herbst, eventuell Ende August, nähe ich mir dann die erste "echte" Jeans.
Da werden dann die Schnittänderungen auf die Probe gestellt.


PS: Sobald das Licht, das Wetter und der Ladestatus meiner Kamera es zulässt, mache ich auch "echte" Fotos. Fix



Hier die ganze Geschichte:


Meine selbstgemachte Jeans - Schritt 1
Meine selbstgemachte Jeans - Schritt 2
Meine selbstgemachte Jeans - Schritt 3
Die Jeanswerkstatt

Montag, 26. Juni 2017

Na endlich - eine Filmempfehlung

Was wäre wenn es ihn endlich gebe: den Film. Einen Film mit einer weiblichen Hauptrolle. Diese weibliche Hauptrolle wäre eine kraftvolle Figur; weiblich, ruhig und stark. Sie trüge zwar ein knappes Amazonen-Kampf-Kostüm, sähe aber niemals, NIEMALS, erotisch darin aus.
Der Gang dieser Heldin wäre fest und aufrecht. Wenn sie steht, steht sie leicht breitbeinig da, fest verankert. Ein Fels.



Was wäre wenn es in diesem Film weitere Frauenrollen gäbe: diese Frauen wären teilweise etwas älter. 40+ quasi. Was wenn diese Frauen ebenfalls stark wären, ruhig, besonnen. Und das mit Falten! Frau bedenke! Was wäre wenn es in diesem Film gar nicht darum ginge. Was wenn diese Frauen einfach nur eine Rolle in der Geschichte übernehmen und dabei einfach nicht auf ihre Körper reduziert würden. Frauen 40+ mit einer Aufgabe. Selbstsicher, stark. Pfoah!

Was wäre, wenn dieser Film die Regiearbeit einer Frau wäre. Wenn es ein Actionmovie wäre, schlimmer noch eine Marvel Comicverfilmung. Es würde also gekämpft werden, alles explodiert irgendwann. Pflicht!
Also ein Frau würde Regie führen. Diese Frau wäre früher auch Drehbuchautorin gewesen, sprich: der Film wäre völlig anders.
Es gäbe keine coolen, Matscho-Sprüche des weiblichen Helden. Schlicht, weil sie das gar nicht braucht. Der Film hätte trotzdem eine menschliche und auch eine schmunzelbare Komponente.

Was wäre wenn unsere Heldin alles nicht wäre, was unsere Gesellschaft heute von Frauen verlangt:  klugaberstill, sexy für andere, willig, zerbrechlich, hilflos, tendenziell unterwürfig und vor allem führbar.

Was wenn diese Frau einfach nichts von alledem wäre und vor allem, was wenn ihr das völlig wurscht wäre. Was wenn sie niemals auch nur einen Gedanken damit verschwenden musste. Weil es dieses Bild für sie nie gegeben hat.

Wäre es nicht interessant einer solchen Frau zu begegnen?
Endlich?

Wäre das nicht der Film, den ihr euren Töchtern zeigen würdet .. oder vor allem: euch selber?
Würdet ihr das nicht einmal sehen wollen? Eine Frau; stolz, aufrecht stehend mit kraftvollem Blick!

Nun, okay, es ist offensichtlich. Ich spreche von "Wonder Woman" und es gibt den Film. Ich habe den Film am vergangenen Wochenende gesehen und bin zutiefst beeindruckt. Ich kann es nicht anders sagen.
Ich bin glücklich und traurig zugleich.

Ich empfehle jeder Frau sich diesen Film anzusehen und sich daran zu erstärken.
Es ist an der Zeit!






Freitag, 23. Juni 2017

gehört, gelesen KW 25 - vom Hut, Australien und Revolutionen

Heute kann ich mich nicht entscheiden. Deswegen bekommt ihr ein Sammelsurium an Wissenswertitäten.

Zuerst bin ich über einen Artikel in der Wiener Zeitung gestoßen, der, für mich herrlich verwirrend umschreibt, dass auch die Australier leiden, wenn sie, was durchaus vorkommt, mit Austria verwechselt werden.
Hierzu sei meinen deutschen Leserinnen nur kurz angedeutet, dass man als Österreicher außerhalb Europas, gerne nach Australien exportiert wird. Ist halt viel im weltweiten Contest bekannter so und klingt zudem, muss frau ehrlich zugeben, sehr ähnlich.

In diesem Artikel allerdings wird die andere Seite erläutert. Demnach ist es für Australier sehr unangenehm mit Österreich verwechselt zu werden. Sie halten Österreich, für ein Land mit enorm viel Kultur und ebensoviel Geschichte. Dinge, die der verhältnismäßig junge Staat nicht so auf der Kante hat. Ist ihnen dann ein wenig peinlich.  ... wär mir so nie eingefallen.

War mir völlig neu diese Info und ich finde sie ausnehmend charmant.

gelesen:
Wiener Zeitung

Quelle: Twitter



Die zweite Geschichte dieser Woche trug die Queen am Kopf als sie mit ihrer Rede das Parliament eröffnete. In dieser Rede ging es ausnehmend viel um den Brexit, was es um so bemerkenswerter machte, dass die Queen aussah, als trüge sie die EU-Flagge als Kostüm.

Hat die alte Dame damit einen Protest zum Ausdruck gebracht? Das wäre mehr als untypisch für sie. Andererseits muss man ehrlich sagen, dass das ja wohl wahrlich kein Zufall gewesen sein kann.

gelesen:
BBC
ORF


Und zu guter letzt habe ich dann am Mittwoch eine wundervollen Beitrag im Radiokolleg auf Ö1 gehört. Da ging es diese Woche um alle möglichen Aspekte zum Thema Revolutionen. Wieso, weshalb, wie, wann und natürlich auch warum, einige scheitern und einige Erfolg haben.

Ich fasse mich kurz, gebe hier nur mein eines Aha! wieder. Da wurde ein wesentliches Detail, das zum Erfolg der "samtenen Revolution" (Fall des Ostblocks) beigetragen hat, erläutert.
Vorab muss ich noch erwähnen, dass Revolutionen niemals zu einer raschen Stabilisierung der Lage geführt haben, wenn sie gewaltsam abliefen. Gewaltsam im Sinne von, dass sie die herrschende Schicht niedermetzeln. Es hat in Frankreich über 80 Jahre gedauert, bis sich das Land nach der Revolution, beruhigt hatte.


Wo war ich?
Ja genau, ihr werdet euch vielleicht daran erinnern, aber der Fall des eisernen Vorhangs, Ungarn, die Tschechoslowakei, die DDR, Polen .. das lief alles verhältnismäßig friedlich ab. Es war aufregend, es war immer spannend, es hätte auch kippen können .. ist es aber nicht.
Gekippt ist es in Rumänien. Da hat der Mob sich gerächt. Grausam.

Warum Rumänien?
Nun, Rumänien war das einzige Land in dem keine russischen Truppen stationiert waren. Es gab in Rumänien keinen Schiedsrichter. Es gab, O-Ton Radiokolleg, niemanden der die Eliten vor dem Mob schütze und niemanden der den Mob vor den Securitate-Leuten schützte. Deswegen kam es zu einer Bürgerkriegs-ähnlichen Situation.
In allen anderen osteuropäischen Staaten gab es sowjetische Truppen und Gorbatschow sorgte dafür, dass das Regime nicht auf die Bevölkerung schoss und das die Protestierenden die Kommunisten nicht lynchen.

Und dann der Satz: Die Bedeutung Michael Gorbatschows für die friedliche Transformation Ost-Europas könne man gar nicht hoch genug einschätzen.

Ich hatte das gewußt, aber vollumfänglich erkannt habe ich es diese Woche!
Merci Michael!
Und euch ein schönes Wochenende





Das Ö1 - Radiokolleg kann noch bis nächste Woche Mittwoch online nachgehört werden. Ich kann es sehr empfehlen. Hier geht's zu Ö1.

Mittwoch, 21. Juni 2017

Palmenrock oder die Sache mit dem Stoffkauf

Auf dem Schneidereimarkt war es. Die Stimmung war gut und ich habe Stoff gekauft. Was, das muss ich mal sagen, eben nicht häufig passiert. Ich habe keinen Platz, ergo kaufe ich Stoff nur, wenn ich ihn brauche. Das ist zwar ökologisch besser, aber Nähblogger-Community technisch total unüblich.

Wenn ich also einen Stoff sehe, der mir wirklich gut gefällt, dann überlege ich los:

1) Wenn ich an meinen Kleiderkasteninhalt denke: Was brauche ich denn überhaupt noch?
2) Kann ich dieses fehlende Teil mit diesem Stoff überhaupt nähen?
3) Habe ich ein Schnittmuster dazu, dass mir gefällt und steht?

All diese Hürden hat dieser Stoff genommen - auf dem Schneidereimarkt. Und wurde zum Rock.


Tatkräftige "Das ist dein Ding. Aber nicht für ein Shirt. Das ist ein Rock!" - Unterstützung hatte ich von den anwesenden Damen Kathrin und Birgit. (Vielen lieben Dank an dieser Stelle!)
Ich gebe ehrlich zu, dass ich sehr happy bin, auf die beiden gehört zu haben.

Das beste dabei: er war supereasy. Super. Easy.
Ich habe das Rechteck Stoff, das ich gekauft habe, einfach zu einer Röhre geschlossen (nicht ganz - das Teil hat einen Schlitz!), eine Längsseite gekräuselt und oben ein schwarzes Bündchen, mit Gummi drin, drangenäht. Feadisch. 

Der Rock fällt zauberhaft leicht, frau ist ratzfatz angezogen und schick aussehen tut's auch noch. Alles Eigenschaften, die mir wichtig sind.



Ich fühle mich richtig wohl!


Arbeitszeit:  1 h  
Materialkosten:  ca. 25 €
Anzahl der benötigten Maschinen/Geräte: 2







Danke Kathrin!



Montag, 19. Juni 2017

Der Mensch das Tier

Astrid fragt diesen Monat nach den Tieren. Unseren Zugang dazu. Und wieder habe ich gegrübelt und nachgedacht, bis ich dann ganz klar wußte worüber ich schreiben werde.

Über den Menschen.


Ich bin eine Naturwissenschaftlerin,  okay, ich bin auch eine Künstlerin und ein Nerd, aber ich bin eben auch eine Biologin und Chemikerin. Fix.
Und als solche betrachte ich den Menschen schon häufiger mal als Tier. Eines, das diese Tatsache gerne vergißt. Ein Tier, das meint etwas Besseres zu sein. Klüger. Weil Hirn benutzen und so.

Und genau da liegt der Hund (Hehe!) begraben. Unser Hirn benutzen.


Wenn wir denn so wunderbar klug sind, wenn wir über uns hinauswachsen können, warum ja warum tun wir es dann nicht.
Kriege, Umweltverschmutzung, Armut - es bedarf nicht einmal einer Hirnhöchstleistung um zu erkennen, dass das nicht gut ist. Jeder versteht das, dazu muss man kein Schachgroßmeister sein.
Und trotzdem.

Was also wenn:
- die größten und mächtigsten Konzerne und Staaten der Welt, ach was, nehmen wir alle - alle Führungsposition auf diesem Planeten, nicht von den gierigsten, durchsetzungsstärksten, narzistischsten und skrupellosesten Menschen geführt würden (denn nur diese stehen den Kampf nach oben durch, beziehungsweise sind gewillt sich derlei anzutun - die menschliche Form des "Survival of the Fittest" ), sondern von solchen, die mit Bedacht handeln, mit Verantwortung gegenüber den Menschen und dem Planeten (inkusive der anderen Tiere).

 
Zugegeben:
es wäre weniger schlagzeilenliefernd, weniger "Action", weniger "Wild Life".

Es wäre dann wohl mehr ..
Mehr Shakespeare



Ob ihr diesen Text als lobendes Ziel betrachtet, oder als das große Scheitern (so wie Hamlet) das überlasse ich euch.

Tier. Mensch. Mensch. Tier. Von außen betrachtet, gibt es keinen wirklichen Unterschied. Okay, einen gibt es. Der Mensch ist grundsolide gefährlich für alle anderen.
Und das trotz des tollen Gehirns.

Nun ja, nun kann man resignierend zu Boden blicken und meinen, dass man da eh nix machen kann, oder...
.. man schaltet sein Hirn ein!





Und weil sich Shakespeare gesungen einfach unglaublich gut anhört,
empfehle ich euch heute noch kurz ein wenig haarigen William. Enjoy!



Anmerkung: die Bilder in diesem Post, auch jenes zum Text aus Hamlet, habe ich mir bei Unsplash geholt.  Mehr dazu hier.

Freitag, 16. Juni 2017

Gelsen KW 24 - die Billboard Charts und ihre Ausreisser

Die US - Billboard Hot 100, das ist wohl die berühmteste Hitparade, die's gibt. Jede Woche neu und das seit 1945. Die Vereinigten Staaten sind für Popkünstler ein wichtiger Markt. Die Billboard Charts einmal als Nummer 1 anzuführen, der Ritterschlag eines internationalen Künstlers.



Zur Zeit wird diese Hitparade von "Despacito" angeführt. Louis Fons & Daddy Yankee feat. Justin Bieber sind die Künstler dazu und der Song ist, und das ist heute hier wichtig, in spanisch.

Das kommt nämlich nicht oft vor, dass in Amerika, genauer, in den USA, ein nicht englisch gesungener Titel die Hitparade anführt.
Um nicht zu sagen selten.

Das liegt weniger daran, dass die Amerikaner andersprachige Songs nicht so sehr schätzen, als vielmehr daran, dass die eigene Pop/Rock/Country usw. Szene eine dermaßen lebendige ist, dass da gar nicht viel Platz für Musik von "draußen" ist.

Wir schreiben 2017 und ein spanischer Song führt also die Hot 100 an. Das letzte mal ist das, Trommelwirbel, 1987 Los Lobos mit "La Bamba" gelungen.
1987.
Das sind 30 Jahre.



Um einen angersprachigen Song zu finden, muss man danach aber nicht mehr 30 Jahr weiter nach hinten. Die neue deutsch Welle schlug nämlich ein in den USA. Damals in den 80ern.
Meine Wiener Brust schwillt stolzerfüllt an und  FALCO, Seufz, betritt die Bühne. Da Bua! Da Hansi! Mit "Rock me Amadeus" stürmte er 1986 die Billboard Hot 100 und schaffte es auf die Eins.
Er war ein Punker und er lebte in der großen Stadt.... :-) . Übrigens wurde der Hansi erst nach 3 Wochen von Prince abgelöst. "Kiss" übernahm die Spitze.



Im Jahr davor kam Nena mit "99 Luftballons" bis auf Platz 2.

Grundsätzlich tauchen immer wieder mal spanische Songs auf, die es in die Hot 100 schaffen, das liegt mit Sicherheit auch an der Bevölkerungsentwicklung in den Staaten und an der Nähe.

Neben den deutschen "Ausreißern" in den 80ern in eine völlig anderes Sprache ist einzig noch Psy erwähnenswert. Sein "Gangnam Style" ist auf koreanisch gesungen. Psy schaffte es bis auf Platz 2. Er kann sich ja damit trösten, dass sein Video alle Rekorde gebrochen hat. (interessante Zusatzinfo gab's dazu im Post letzte Woche)
Wenn man sich konzentriert, dann kann man's auch hören,
das Koreanische.
Habt ein schönes Wochenende euch!


Gelesen hier:
Washington Post
nachgeschlagen hier:
Billboard Hot 100 Chart Archive 1986
 
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